29. August 2021

Innsbrucker Chessfestival – Schachpause und Pausenschach

Dieses Schachfestival hat einen komischen Rythmus. Für die letzte Runde muss  bis Sonntag gewartet werden. Am Samstag ist eine Turnierpause angesagt, jedenfalls für das Schachkid. Der dicke Doktor spielt bei einem Blitzturnier mit. Wahnwitzige 39 € Startgeld sind zu zahlen, kurz vor Start sogar 53 €. Dafür gibt es einen dicken Preisfond und 11 Runden Blitzschach mitten in einem Einaufszentrum. 148 Spieler lockt das an.

Das Schachkid taucht dann auch während der 5. Runde am Brett des dicken Doktors auf und bringt selbigen kurz aus dem Konzept. Die Bretter verteilen sich über zwei Etagen und diverses Zonen. Das Schachkid kann bestätigen, das ist schon eine ganz besonere Atmosphäre, wenn man so mitten in der Öffentlichkeit spielt. Ganze besondere Werbung für den Schachsport, die es noch zu wenig gibt.

Der dicke Doktor findet sich sogleich auf der Hauptbühne gegen einen iranischen Großmeister  wieder. Da geht nix. Aber dann blüht das Doktorchen auf. In der zweiten Runde wird gewonnen, in der dritten Runde gegen einen FM remisiert. In der dritten Runde wird ein FM verhauen. Mit 2,5 Punkten geht es in die Mittagspause zu nepalesischen Essen. Es sei erwähnt, dass dort der dicke Doktor und das Schachkid mit GM Ragger in einer Warteschlange gestanden haben. Das Schachkid kennt ihn nicht, aber dem Doktor ist es gleich aufgefallen.

Nach dem Essen holt der Doktor noch drei Punkte und landet mit Platz 71. im soliden Mittelfeld bei Setzplatz 81. Er ist zufrieden und es hat ihm Spaß gemacht.

Das Schachkid schaut sich derweil eine Basilika an und kauft den benachbarten Klosterladen leer. Das Schachkid freut sich schon, der Skatrunde den neuen Rachenputzer aus der Klosterküche präsentieren zu können. Auch der Vogelbeerenlikör wird sicher munden.

Der CM schließt sich zur Besichtigung von Schloss Ambras an. Das Schloss mit seinen weitläufigen Garten liegt direkt vor Innsbruck. Hier lebte einst ein Fürst, der eine Frau liebte. Dummerweise war diese eine Bürgerliche und der Vater des Fürsten verbot die Heirat. Also wurde heimlich geheiratet, zwei Kinder in die Welt gesetzt und das alles auf Schloss Ambras versteckt. Irgendwann lebten sie dann doch glücklich und gingen als gütiges Herscherpaar in die lokale Geschichte ein. So romantisch wie diese Geschichte ist auch das Schloss, das besonders mit einem sehr schönen Saal der Renaissance glänzt und eine beeindruckende Sammlung von Ritterrüstungen, sogar von Kindern, bereit hält.

Das Schachkid eilt weiter zur schönen Hofkirche. Hier gibt es eines der schönsten Kaisergräber Europas zu sehen. Ein riesiger Sarkophag, der bewacht wird von 28 schwarzen bronzenen Wächtern. Daneben treten die Wiltener Sängerknaben auf, ein sehr  berühmter Chor, der in Innsbruck seine Heimat hat. Wie das Schachkid mehr oder weniger durch Zufall herausgefunden hat. Es gibt geistliche und auch etwas volkstümliche Musik. Die Wucht von Knaben- und Männerstimmen in einem Klangkörper einer Kirche ist immer wieder beeindruckend.

Abends geht es dann irdisch zu. Wieder gibt es Limonchello aufs Haus. Der dicke Doktor gewinnt schon wieder die  Skatrunde, da das Schachkid unglücklicherweise den Kreuzkönig übersah und falsch ausspielte.

Am Sonntag warten noch mal dicke Brocken. Das Schachkid spielt gegen einen Jugendlichen mit einer 1700 aus Apolda aus dem schönen Thüringen. Auch der dicke Doktor hat mit einem Österreicher mit einer 2192 Elo nochmal richtig was zu Beißen.

 

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