24. August 2021

5. Innsbrucker Schachfestival – Alles doppelt heute

Heute steht der einzige Tag mit einer Doppelrunde an, das wird anstrengend. Das ist man nicht mehr gewohnt. Matchwinner des Tages mit einem Doppelschlag ist klar der CM. Vormittags  haut er eine 1978 um, kein  Ding für den CM. Nachmittags muss er gegen den thüringer FM Christian Aepfler ran. Der Apoldaer unterliegt im Damenendspiel.

Der dicke Doktor macht einen halben Punkt. Am Vormittag remisiert er nach ewig langen Spiel gegen einen Doppeldoktor, der offenbar sogar noch spiele wollte, als jede Seite nur noch einen Turm hat. Und gegen die heiße WIM am Nachmittag hat der dicke Doktor nix zu melden.

Das Schachkid spielt gegen einen deutschen Jugendlichen, der ausgerechnet Englisch spielt. Da kennt sich das Schachkid aus, nur nicht mit Schwarz. Das Schachkid guckt vorsichtshalber ein Video von „The Big Greek“. Hilft nix, das Schachkid verwechselt Züge und spielt h5, was das Schachkid sonst gar nicht spielt. Das Schachkid ist nicht sehr überzeugt davon, dass eine Vorbereitung sinnvoll ist.

Jedenfalls muss so die Englische Eröffnung gespielt werden. Das wird sich das Schachkid abgucken. Hat der Jugendliche gut gespielt, keine Chance für das Schachkid.

Das Schachkid versucht erstmal, einen Supermarkt zu finden. Und landet auf dem Fischmarkt. Am Inn sind Buden aufgebaut und gleich die erste Bude ist ein Weinhändler. Das Schachkid nimmt sogleich  Platz und verkostet den geliebten Zweigelt. Offenbar ein sehr  guter Jahrgang, der lecker schmeckt.

Das goldne Dachl ist das Ziel, das Wahrzeichen Innsbruck. Ein verliebter Adliger hat einen Balkom mit vergoldeten Schindekn anlässlich seiner Hochzeit mit einer Mailänderin decken lassen. Ein religöser Rädelsführer wurde vor Ort auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Alles in allen wirkt der Ort reichlich unspektakulär. Das Schachkid ist etwas enttäuscht. Immerhin taucht der dicke Doktor auf, was aber nur eine geringe  Entschädigung ist. Golden  ist der nämlich nicht.

Ohne Turnierausweis geht nix. Das Schachkid möchte ins Spiellokal. Vor diesem baut sich eine zierliche junge Dame mit 1,55m Höhe auf und tritt dem Schachkid in den Weg. Das Schachband hat sein Halsband incl. Turnierausweis nicht getragen, was jeder Spieler nach der Registrierung nach Anmeldung bekommen hat. Dort ist jeweils ein Kreuz bei „Geimpft“, „Genesen“ oder „Getestet“ angehakt. Ob das so datenschutzkonform ist, da hat das Schachkid Zweifel.

Zum Nachmittag dann wieder so einen Titelträger, die Österreicher tragen ja alle möglichen Titel. Heute ein Magister. Das Schachkid erwähnt mal nicht sein Dipl.-Inf (FH).

Das Schachkid setzt auf einen Abtausch der Leichtfigur gegen drei Bauern im 14. Zug. Die Engine findet das nicht gut und moniert die Stellung mit -4. Offenbar hatte die Engine recht. Das Schachkid plante, einen Freibauern durchzubekommen, der sich gebildet hatte. Der Figurenabtausch ist dazu wohl der falsche Weg. Erst recht, wenn der Gegner noch das Läuferpaar hat. Erfreulicherweise bietet der Magister Remis an.

Richtig schlimm ist das Spiellokal vom A-Open. Gespielt wird im riesigen Kongresszentrum von Innsbruck, wo aber nur ein Raum genutzt wird, möglicherweise nur genutzt werden darf.  Die restlichen Bretter spielen in einer Ecke des großzügigen Foyers. Es gibt einen teuren Getränkestand, aber nix zu essen. Was besonders misslich ist, wenn die Leute bis nach 21.00 Uhr spielen und danach nur noch McDonalds offen hat. Es gibt keinen Analyseraum oder eine Zone, wo Leute auf ihre Freunde warten  können. So sitzt man im Foyer rum und wird sofort vom Schiri zusammengestaucht, wenn man das Handy zückt, um nach einen Restaurant zu suchen. Weil hier gibt es ja nix. Für 88 € Startgeld echt mau und definitiv keine Empfehlung.

Dann regnet es auch noch. Man flüchtet sich wieder in den Stiftskeller. Der fesche Kellner hat schon Feierabend, Das Parkhaus will stolze 19 € haben für einen halben Tag. Natürlich verschluckt der Automat das Parkticket und wieder muss  der Notruf betätigt werden. Nein, Innsbruck empfiehlt sich nicht.

 

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