12. Juli 2022

41. St. Veiter Jacques-Lemans-Open – Känguru besiegt Schachkid

Heute ist der Tag zum Chillen. Das Schachkid ist schon gechillt und will Klamotten kaufen gehen. Kommt aber nicht weit, sondern nur bis zum Second Hand Laden die Strasse gegenüber. Da ist schon mal eine Stunde weg. Die Eigentümerin hat die Bar eines Landgutes leergekauft. Es gibt jede Menge alte Weine und sonstiges zu entdecken. Das Schachkid bleibt an einem Cognac hängen, der alt aussieht, aber preisgünstig ist. An einer zweiten Flasche steht auch Cognac dran. Diese kann geöffnet werden. Das Schachkid riecht zusammen mit der Dame des Ladens an der Flasche, Cognac ist das nicht. Es muss verkostet werden, findet die Dame des Hauses und organisiert Gläser. Ein Likör, etwas süsslich und kräutrig, nicht identifizierbar aber lecker. Das Schachkid nimmt alles mit, die nächste Skatrunde wird wohl kosten müssen. Das Grammophon vom letzten Jahr ist  auch noch da, das Schachkid überleg noch…

Alles ins Hotel geschleppt, zweiter Anlauf zum Shoppen. Wieder kommt das Schachkid nicht weit, genau genommen bis zum nächsten Cafe. Die Bedienung begrüßt das Schachkid mit: „A is den heuer schoa wieder a Schachturnier?“. Das bejaht das Schachkid und bekommt ein „Broav“ zur Antwort. Drei Stunden und ein Bier, Wein und einer Mozartmelange mit Likör später hockt das Schachkid immer noch im Cafe und guckt den´m flanierenden Leben auf der Strasse zu. Wobei in Sankt Veit nicht viel los ist. Der Doktor kommt, pfeift nun auf die Ketogenese und bestellt ein Bier. Gesunde Ernährung im Urlaub ist nicht einfach, deswegen wird diese auf die kommende Woche verschoben.

Ein 11-jähriger mit einer 1100 Elo müsste ja wohl zu besiegen sein, denkt das Schachkid. Das Tshirt, was der Kleine trägt, gibt bekannt, das sein Träger ein Känguru der Mathematik im hiesigen Bundeswettbewerb sei. Offentlich hat der Kleine einige Talente.

Das braucht er aber nicht. Er blitzt die Eröffnung, das Schachkid lässt sich blöderweise mitreißen und steht schon nach 5 Zügen arg in Bedrängnis und droht, einen Bauern zu verlieren. Den hätte das Schachkid auch mal geben sollen, sieht sich aber genötigt, nach dem fatalen 7. … Sxe5 eine Leichtfigur herzugeben. Der dicke Doktor steht am Rand und guckt äußerst skeptisch, was das Schachkid da spielt. 10 Minuten und die Partie ist gelaufen. Da ist das Schachkid echt geschockt. Nicht mal ein Frustwein an der Hotelbar ist möglich, da diese schon geschlossen hat. Und so ein Dödel blockiert auch noch den Lieblingssessel des Schachkids in der Lobby. Der Schachwizard outet sich aus der Ferne als Damenfußballgucker. Heute kommt wirlich aber auch alles zusammen.

Wenigstens hat das Schachkid nun Zeit zum Lesen. Der dicke Doktor kommt völlig fassungslos 3 Stunden später und hat ein Remis im Gepäck. Sein Gegner, kein motovierter Jugendlicher, sondern ein Mittvierziger, ging aggressiv zu Werke und opferte Figur um Figur. Stunden im Hotel hat der Gegner verbracht, um sich auf den Doktor vorzubereiten. Eine vom Computer perfektionierte Variante haut der Gegner raus, der Doktor braucht wohl dringend eine neue  Eröffnung. Ein hart erkämpftes Remis, bei dem der dicke Doktor ordentlich ins Schwitzen kam.

Am morgigen Dienstag ist Bergfest, man hofft erneut auf Punkte.

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