13. Juli 2022

41. St. Veiter Jacques-Lemans-Open – Das Schachkid ist ein Endspielgott

Heute ist sie fällig, die Burg Hochosterwitz. Irgendwann im 15. Jahrhundert erbaut ist sie bis heute in der Hand der Erbauerfamilie. An die Burgwand wurde ein Testament gemeistelt, in dem der erste Burgherr vom lieben Gott erbat, dass die Burg stets in familärer Hand bliebe. Was soll man sagen, der Wunsch wurde ihm erüllt. Die Burg wurde nie erobert. Was auch mit 18 Burgtoren zu tun hat, die man überwinden musste. Und die nun vor dem Doktor und dem Schachkid liegen.

Das Schachkid hat ein wenig Bammel, ob es den Berg mit seinem leichten Übergewicht schafft. Bereits im letzten Jahr hatte man Anlauf genommen. Und erst keinen Parklatz gefunden. Und dann war es so warm. Dieses Jahr googelt der Doktor erstmal, ob die Burg auch offen hat, da nirgendwo ein Mensch zu sehen ist. Hat aber offen. Der arme Schachwizard liegt derweil daheim und muss dringend supportet werden.

Mit kleinen Verschnaufpausen geht es recht gut den Berg hoch. Das Schachkid fragt sich, wie der Burgherr eigentlich die Post holt. Mit einem Quad, denn er rast am Doktor und dem Schachkid vorbei. Oben hat es ein hübsches Museum und etwas Bewirtung im Burghof. Der wirkt recht klein. Unvorstellbar, dass hier im Mittelalter ganze Dörfer Zuflucht suchten, wie das Museum informiert. Nach dem kühlen Bier weiß man, der Aufstieg hat sich gelohnt.

Im Hotel dann die üblichen Turniervorrbereitung. Der dicke Doktor wälzt Datenbanken und Bücher und recherchiert Eröffnungen. Das Schachkid macht ein Schläfchen und trinkt an der Hotelbar einen blauen Zweigelt. Wie der Abend noch zeigen wird, führen beide Wege zum Ziel.

Das Schachkid kriegt wieder  nur 1200er, die auch noch gewinnen wollen. Dieser Senior auch. Es wird die bewährte englische Eröffnung gespielt. Der Gegner spielt aber nicht vorschriftsmäßig. Jedenfalls hat das Schachkid vor, den gegnerischen Läufer abzuklemmen, was der Gegner leider bemerkt. Und plötzlich hat das Schachkid mit 21. … Sxg5 einen Bauern weniger. Jetzt möchte das Schachkid nach Hause, versucht aber noch zu tricksen.

Der Trick sollte laut Computer nicht funktionen. Das hat das Schachkid nicht gesehen, der Gegner aber auch nicht. Der Trick geht daher nun doch, das Schachkid hat plötzlich zwei Bauern mehr. Aber wie nun das gewinnen und zu Ende spielen? Das Schachkid hat der Ehrgeiz gepackt und lehnt zwei Remisangebote ab. Der Gegner muss bezwungen werden, das Schachkid holt alle Endspielkenntnisse aus dem Koffer, die es mal beim Schachwizard erworben hat. Und dann… Bauer vor auf e6, Räumung und Durchbruch. Krawumm, so geht ein Endspiel. Die Schachwelt möge sich nun vor dem Schachkid verneigen.

Unglaublicherweise ist der Schachdoktor eher fertig als das Schachkid und hat sogar einen Punkt gemacht. Der Gegner war nicht so ausgebufft. Das Schachkid wohnt der Analyse vom Doktor und seinen Gegner bei, kann aber nicht erkennen, wie der dicke Doktor gewonnen hat. Einerseits qält das Schachkid ein Hüngerchen und bekämpft diesen mit ein paar Wienern. Anderseits ist es spät. Das nutzt der gastgebende Verein, um eine nette Dame an die Analysebretter zu entsenden, die Obstgeister verteilt. Das Schachkid versucht es mit dem Birnengeist.

Mit dem Tag ist man hochzufrieden. Eine Burg und zwei Punkte, da kann man nicht meckern.

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