16. Juli 2021

40. St. Veiter Jacques-Lemans-Open – Lorenziberg endlich bezwungen

Dem Schachkid verlangt es nach Prosecco  zum Frühstück. Das Schachkid ist gefrustet und muss feststellen, in ordentlichen Hotels gibt es Prossecco zum Frühstück.

Das Schachkid möchte gerne punkten und macht es sich am Brett gemütlich. Und wird gleich wieder verscheucht, da das Schachkid am falschen Brett sitzt. Also auf zum nächsten Brett und auf die Gegnerin gewartet. Zur Überraschung des Schachkids taucht ein junger Mann auf – anscheinend ist „Ante“ ein kroatischer Männername, während sich das Schachkid in dem Glauben wähnte, gegen eine Antje zu spielen.

Mit Sf3 geht es los. Das Schachkid plant, in eine Art Slawisch zu entwickeln, überlegt es sich dann aber doch anders.

Mit 7. …e4 stünde das Schachkid schon -2 besser und würde einen Bauern gewinnen. Stattdessen wird mit tödlicher Sicherheit die Variante gefunden, die erst einen Bauern und dann die Partie verliert. Es bleibt das Grundproblem. Das Schachkid hat gewisse Probleme, sich zu später Stunde um 19.00 Uhr in einem überhitzten Spiellokal zu konzentrieren und sich in das Spiel einzufinden.

Um 21.00 Uhr hat sich das Spiellokal abgekühlt. Das Schachkid denkt an Aufgabe, da die Küche im Hirtelstübl um 22.00 Uhr schließt. Da kriegt das Schachkid aber dann doch Lust zu spielen und beginnt, nachzudenken. Was mit einem Minusbauer etwas misslich ist. Der Ante wird zunehmend nervöser. Es hält ihn nicht mehr auf den Stuhl. Er rennt um den Tisch herum, während das Schachkid denkt. Die gegnerische Zeit im Blick versucht das Schachkid Drohungen aufzustellen. Der Kroate gibt 5 Sekunden vor der Zeitkontrolle schnell ein Schach und hat wieder 30 Minuten. Die Stellung ist nicht mehr zu retten. Es werden zwei Minusbauern, einer kommt durch. Der junge Kroate schnauft um 23.00 Uhr höhrbar durch, als er den Punkt hat.

Besser  läuft es beim baldigen FM. Nach 2 Minuten hat er schon 17 Züge gespielt, in Schwesnikow kenne er sich aus. Und Kalaschnikow sei positioneller Mist. Für alle, die Bahnhof verstehen, empiehlt das Schachkid den neuen Schachkurs von Marcus Ragger, wie man mit 2. d6 gegen Sizilianisch spielt. Kuz vor Mitternacht schließt er mit Remis ab, hätte aber wohl ohne Damentausch gewinnen können.

Der dicke Doktor hat eine ganz irre Stellung. Ins gegnerische Königslager hat er einen Bauern gerammt. Vor dem Bauern steht noch sein Turm, eingekesselt von gegnerischen Figuren. Allein die WIM kann auch nichts machen. So einigt man sich auf Remis. Er habe die Stellung verstärken wollen, habe aber lieber das sichere Remis gesucht, erklärt der dicke Doktor. Da kann das Schachkid nur hoffen, dass der Trainer des dicken Doktors mächtig schimpfen wird ob dieser Einstellung.

Was gabs noch? Der Lorenziberg – diesmal soll er bezwungen werden.

Die Preußen stehen startklar zur Wanderung in der Hotellobby. 1.007 m wollen bezwungen werden. Eine Stunde und 230m Höhe werden den Berg hinaufgeschnauft. Wobei Schnaufen höchst individuell ist. Der baldige FM tänzelt leichtfüßig den Berg hinauf, während der austrainierte dicke Doktor etwas in Schwitzen kommt und das Schachkid sich eher wie eine Dampflokomitive vorkommt. Oben angekommen ist das Schachkid ganz stolz, oben angekommen zu sein. Im letzten Jahr noch mangels Atem gescheitert, hat es sich wohl gelohnt, im Lockdown jeden Tag 3-4 km spazieren zu gehen, auch wenn die Fitness noch verbesserungswürdig ist.

Oben angekommen wartet eine kleine Kirche und ein Hüttenwirt mit ausgezeichneten Bier und starken Apfelmost.

Das Schachkid muss sich kurz zurück halten, nicht am Glockenseil zu ziehen. Auf diesem Berg lebt es sich ruhig. Für Enttäuschung sorgt nach dem Abstieg der Steirerhof, indem man hungrig einfällt und gerne eine den Gutschein einlösen möchte für die Grillplatte, den der baldige FM besitzt. Das ginge nur Mittags oder Abends, bescheidet die Wirtin. So begnügt man sich mit der kleinen Küche und reserviert für Samstag.

Zwei Runden bleiben noch, wo nochmal geklotzt werden wird.

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