17. Juli 2021

40. St. Veiter Jacques-Lemans-Open – Burg Hochosterwitz

Das Schachkid und der dicke Doktor haben heute Großes vor. Durch die Besteigung des Lorenzibergs ermutigt ist heute die Burg Hochosterwitz fällig.

 

Die Felsenburg steht auf einem 175 m über der Umgebung aufragenden Dolomitfelsen östlich von St. Veit an der Glan rechtsseitig der Gurk und nördlich des Magdalensberges. Der höchste Punkt der Burg liegt auf einer Höhe von etwa 660 m ü. A..

Problem – der dicke Doktor hat keine Lust und das Schachkid Hunger. Aber gemäß der Strategie des gegenteiligen Handelns wird genau das getan, wozu man eben keine Lust hat. Es könnte ja vielleicht doch Spaß machen. Also fährt man hin. Und versucht zu parken. Was jedoch nicht gelingt, da die Burg offenbar ein Touristenmagnet ist. Morgen um 11.00 Uhr sind jedenfalls alle ausgewiesenen Parkplätze voll. Das Schachkid findet so einige freie Flächen und ist durchaus bereit, die Verkehrsschilder, die  Parken verboten, konsequent zu ignorieren. Aber der brave und gesetzestreue dicke Doktor mahnt zur Vorsicht.

Es wird auf den einzig noch leeren Parkplatz geparkt, der natürlich deswegen leer ist, da er am Weitesten von der Burg weg ist. Aber  der tapfere dicke Doktor und das Schachkid zögern keine Sekunde, sich auf dem Wanderweg zu begeben, der zur Burg  führt. Der aufziehende Regen wird ignoriert. Der dicke Doktor wirft sich seine Regenjacke über. Das Schachkid zückt den Schirm. Man macht sich auf, das Gelände zu erkunden und prüft nach 200m absolvierter Strecke den Luststatus. Und stellt fest, das Konzept des gegenteiligen Handelns hat heute Urlaub und funktioniert nicht. Der dicke Doktor hat weiterhin keine Lust, das Schachkid guckt schon unscharf wegen Unterzuckerung,

Es gibt daher nur einen Weg. Man muss zurück ins Hotel und den baldigen FM unterhaken, der gar nicht erst mit zur Burg ist, sondern sich gleich dem Schachtraining gewidmet hat. Das Schachkid glüht in der Hotellobby schonmal mit Bananen und Schokoriegel vor, und lockert vorsichtshalber mal die Gürtelschnalle. Der dicke Doktor und der baldige FM sind hochmotiviert, sodass das Schachkid ganz allein den leckern Birnenbrand trinken muss.

Hochmotiviert ist man auch zum Skatspiel. Und hier zeigt sich die wahre Berufung des Schachkids. Den dritten Tag in Folge wird die Skatrunde gewonnen und der baldige FM deklassiert. Offenbar weckt der Ortswechsel neue Fähigkeiten beim Schachkid. Ein guter Grand und bei den restlichen Spielen gegenhalten, und die Runde ist gewonnen. Der dicke Doktor absolviert Spiel um Spiel mit kleiner Punktzahl, sieht ich dann aber doch im Minus, während der baldige FM die unverschämt ungleiche Trumpfverteilung kritisiert. Beim nächsten Skatabend wird der baldige FM wohl zurück schlagen.

Heute ist das Schachkid motiviert, die Vorbereitung bleibt mangels gegnerischer Partien kurz.

Der gegnerische Senior spielt ein etwas unmotiviertes Slawisch und schließt alsbald die Stellung. Beide Seiten manövrieren mit Ihren Figuren und versuchen, ihre Stellung zu verbessern. Schlussendlich beschließt das Schachkid, die eigene Königssicherheit zu ignorieren und wirft die Königsbauern in die Schlacht. Linien werden geöffnet, Weiß verteidigt mehr schlecht als recht. Die gegnerische Dame wird ein Opfer der Umstände. Der Gegner gibt auf und das Schachkid ist froh, offenbar doch  noch Schach spielen zu können.

Der baldige FM sitzt am Brett und grübelt. Um 22.00 Uhr hat er für 20 Züge nur noch 12 Minuten aber einen Bauern mehr. Das Schachkid geht Kuchen essen. Um 22.30 Uhr hat der baldige FM schon die Qualität. Um 23.00 Uhr wird der Sieg vermeldet. Zur Belohnung sitzt der baldige FM mit 6 aus 8 Punkten in der letzen Runde an Brett 1 und muss gegen den Turnierfavoriten GM  Raunak  Sadhwani ran.

Der dicke Doktor wandelt auf dem Remispfad und spielt lange. Um 22.30 Uhr ist er im Angriffsmodus und gabelt mit seinem Springer beide Türme auf. Offenbar wird es für ihn noch eine lange Partie. Denn das Schachkid schläft schon, als der dicke Doktor seine Partie beendet. In der letzten Runde gibt es nochmal einen stärkeren Gegner. Egal wie es ausgeht, die 2000 Elo wird er knacken. Dann kann das nächste Ziel anvisiert werden. Aus dem dicken Doktor wird nochmal ein dicker CM.

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