26. Juli 2021

40. St. Veiter Jacques-Lemans-Open – Das Finale

Letzter Tag beim St. Veit-Open. Früh geht es los, da bleibt heute keine Zeit für Ausflüge. Alle sind hochmotiviert und wollen nochmal punkten. Das Schachkid will zumindest sein Vorjahresergebnis von 4,5 Punkten. Gegen einen Senior scheint es auch machbar.

Englisch wird es –  und am Damenflügel wird gespielt. Im 12. Zug bekommt der Gegner einen Einzelbauern verpasst, das könnte im Endspiel noch wichtig werden. 18. … Lxb2 ist wohl ein Fehler. Schwächt Schwarz damit doch seinen König. Nach 25. Tc7 macht sich das auch bemerkbar. Schwarz kann die 7. Reihe kaum schützen und muss abtauschen. Mit 30. Df6+ dringt Weiß in die gegnerische Königsstellung ein und es wird ein Bauer gewonnen. Der Mehrbauer kommt durch und das Schachkid denkt „Hasta la vista“.

Am schwersten hat es heute der baldige FM. Er findet sich am ersten Brett wieder und muss gegen den erst 15-jährigen indische n Großmeister Raunak Sadhwani ran. Dieser hat bisher erst einen halben Punkt abgegeben und scheint sich auch sonst seiner Sache sehr sicher. Er blitzt die Partie gegen den baldigen FM herunter und kommt erst im Turmendspiel ins Grübeln. Da leistet der baldige FM schon drei Stunden Widerstand. Nach dem Turmtausch im Bauernendspiel siegt dann aber doch die großmeisterliche Erfahrung.

Der dicke Doktor bekommt einen leicht stärkeren Gegner und kann auch nochmal punkten.

Was bleibt am Ende? Der baldige FM macht 56 Elo gut und kommt seinem Ziel, FM zu werden, ein gutes Stück näher. Er wird bester Jugendlicher und gewinnt 100,- Euro nebst einer Jacques-Lemans Uhr. Die das Schachkid für ebay empfielt. Der dicke Doktor knackt sowohl 2000 Elo als auch 2000 DWZ. Damit hat er sein persönliches Ziel erreicht und sein „Projekt 2000“ abgeschlossen, das er vor 5 Jahren angefangen hat. Nun gilt es, das Niveau zu stabilisieren und sich neue Ziele zu suchen. Das Schachkid spielte ein solides Turnier, wie der Vereinsbrummer auf der Vereinsseite vom PSV Potsdam  vermeldete. Damit kann das Schachkid trotzdem nicht zufrieden sein, zu viele Partien wurden weggeworfen.

Zeit, um dieses herausragende Turnier zu feiern. Der baldige FM hat einen Gutschein für eine Grillplatte gewonnen, den es nun im Steirerhof einzulösen gilt. Während des Essens gibt es Live-Musik.

Der Kärtner Musiker Marcus Petek macht gute österreichische handgemachte Musik. Das Schachkid wippt aufgeregt mit. Der baldige FM versteht den Text und Dialekt nicht.  Die Stimmung steigt. Bierchen und Likörchen fließen. Die Wirtin spendiert einen Obstbrand auf Haus und trinkt „Das hätt I ni von Euch gdacht!“ gleich einen mit. Die deutschte Schachcrew fodert lautstark eine Zugabe ein. Der Nebentisch stimmt zu und gibt an, dass wir drei Deutschen Internationales Flair in dieses Wirtshaus bringen würden.

Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt. Das ist für die trinkfesten Preußen kein Problem. Das Schachkid hat Bärentöter auf dem lokalen Bauernmarkt erstanden. Der aber keinen Anklang beim dicken Doktor findet. Nach sportlicher Betätigung und einigem Geblitze geht es spät ins Bett.

Und am nächsten Morgen geht vor der Abfahrt das Gesuche und Gejammere los. Dem Schachkid ist flau im Magen und sucht dringend Trost beim Frühstück. Der dicke Doktor sucht seit Tagen seine Einschlafkopfhörer, wird aber nicht fündig. Der baldige FM, der noch am Abend mit sagenhaften 37 Liegestützen seine sportlichen Fähigkeigen demonstriert hat, hat größere Verluste zu beklagen und sucht sein Handy, um 2.30 Uhr im Zimmer des Schachkids bei Festbeleuchtung, dass völlig ermattet im Bett liegt. Das Handy wird auch am nächsten Tag nicht geborgen.

12h Fahrt am Sonntag, Stau auf der A8 und Starkregen bei Garmisch – diese Autofahrt ist nicht einfach. Um 18.00 Uhr kommt man beim dicken Doktor in Bamberg an, macht eine Pause und hat dann noch 400 km bis nach Potsdam. Die Rückbank versucht zu schlafen. Was nix wird, der Körper ist zu lang und die Rückbank zu schmal und die  Autobahn zu kurvig. Also macht die Rückbank Party, ruft im Minutentakt „Lets go“ und freut sich offenbar sehr auf die Heimkehr.

Im Ergebnis ein schöner Urlaub mit einer netten Crew, mit der man gerne abhängt.

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