30. Juli 2022

3. Unterländer Schachtage – Irrungen und Wirrungen in der Hitze

Der Schachwizard fragt zu Recht, warum tut man sich das an. Es hat 30 Grad, das Spiellokal ist überhitzt. Alles hechelt. Dazu spielen der Doktor, der Schachwizard und das Schachkid zwei Partien mit jeweils fast vier Stunden. Dazwischen Essen und danach Essen. Die Stimmung schwankt, je nach Partieausgang, zwischen Weltuntergang und Himmelhochjauchzend.

Zumindes nix vorwerfen muss sich der dicke Doktor in der Vormittagsrunde. Er ist zwar ein zähes altes Luder und schafft es auch deswegen  is ins Endspiel. FM Cofman hat dann aber das bessere Händchen und mehr Zeit. Er spielt unglaublich schnell. Der dicke Doktor hat noch 5 Minuten, der FM noch 1:27 auf der Uhr.

Da ist der Schachwizard schon sehr zufrieden. Er  braucht zwar etwas Zeit, um auf Temperatur zu kommen. Im Zweifelsfall kann er aber noch gewinnen.

Das Schachkid dagegen ist hochzufrieden. Es beginnt schlecht und endet stark. Zwar greift der Gegner am Damenflügel an und droht, das Schachkid zu überollen. Jedoch hat sich das Schachkid den Berfreiungsschlag e5 beim Schachwizard abgeguckt. Und plötzlich wird abgewickelt und der Gegner steht blöd da. „Pro Forma“ bietet der Gegner Remis an, da er Hunger habe. Da hat das Schachkid schon zwei Bauern mehr und lehnt ab. Das Endspiel gestaltet sich trotzdem gefühlt ewig schwierig. Da ist wohl Training angesagt.

Problem in der hiesigen Gastronomie wie überall – der Personalmangel. Kaum ein Restaurant bietet durchgehende Küche an. Und wenn doch, ist es ein mieses Restaurant. So wie der Italiener, bei dem man nach 14.00 Uhr notgedrungen landet. Die Bedienung hat 2cm lange künstliche Fingernägel . Und das Schachkid fragt  sich, wie man damit eigentlich arbeiten kann. Die Bedienung schaut nicht zwischendurch. So muss sich das Schachkid in den Innenraum bequemen, um einen Zahlungswunsch zu äußern. Die Bedienung kommt, guckt wieder, schafft es aber nicht, die Teller vom Tisch mitzunehmen. Und wundert  sich dann, als sie den Espresso bringt, wo sie diesen hinstellen soll, weil der Tisch mit leeren Tellern voll steht, die sie hätte schon zweimal mitnehmen können. Gute Restaurants werden wohl künftig seltener, teuer und exclusiver werden. Gut Essen wird wieder ein Highlight werden, dass man sich selten gönnen wird.

Frisch geduscht und gestärkt fährt man motiviert zur Nachmittagsrunde, die wortwörtlich extrem heiß ist. Draußen spielt der lokale Fussballclub. Am laufenden Band wird gepfiffen.

Das Schachkid kämpft schon wieder ewig lange und glaubt sich auf der Siegerstraße. Drei Bauern gegen einen Springer muss gewonnen sein. Der Gegner versteht sein Handwerk und es ist wirklich remis, wie auch der Computer vermutet. Aber das Schachkid ist zufrieden . 2 aus 3 gegen stärkere Gegner, das tut der DWZ gut.

Doppelpleite für den Doktor. Gegen den Thüringer aus Stadtilm,  der Gegner ist unsymphatisch und der Verein auch, muss er die Waffen strecken. Das Schachkid weiß nicht warum und wird den Doktor ermuntern, seine Partie in einem Gastbeitrag vorzustellen.

Die Stimung des Schachwizards ist nach seinem Remis schlecht einzuschätzen. Und wieso wird in Schwaben vor dem Hoel eigentlich gesächselt? Die Sachsen sind überall, wie das Schachkid beim Schreiben dieser Zeilen am Hotelfenster feststellen muss. Dieser Dialekt gehört verboten.

Das Schachkid kann sich offen gestanden nicht erinnern, ob der Schachwizard nun zufrieden oder unzufrieden war. Der gestrige Abend verschwimmt in einem Nebel aus Hitze und Bier. Was solls, vier Runden bleiben noch zum Punkten.

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