29. Juli 2022

3. Unterländer Schachtage – Fast wie beim Briesener Open

Das Schachkid macht zusammen mit dem dicken Doktor und dem Schachwizard Urlaub. Wobei das Schachkid nicht weiß, für wen jetzt welcher Teil des Urlaubs eigentlich Erholung oder Stress ist. Teil 1 – Fressen und Saufen oder Teil 2 – ein siebenrundiges Schachturnier?

Man wollte zuerst das Bamberger Open mitspielen. Aber in einer Nacht- und Nebelaktion, das Schachkid lag schlaftrunken im Bett am Ipad, haben der Schachwizard und Doktor dem Schachkid die Unterländer Schachtage  untergejubelt und das Hotel „Am Rosengarten“ (den Rosengarten hat das Schachkid nach fünf Tagen immer noch nicht gefunden) schmackhaft gemacht.

Das Hotel… Das Schachkid hatte vorher ja leichte Zweifel geäußert. Das Schachkid arbeitet nicht umsonst nebenberuflich als Tester für alles Mögliche. Das Hotel wurde 1988 gebaut und so sieht es auch aus. Seitdem steht es und steht es und wurde nie erneuert. Eigentlich war das Hotel mal eine Kurklinik, wegen des Solebades nebenan. Wenn man in das Nachbarhaus geht, kann man quasi die Rentner im Solebad schweben sehen. Und auch in der Umkleide tun sich Einblicke auf.

Jedenfalls das Hotel – eine Zeitreise in die 80er… Das Bad, die Einrichtung des Speisesaals, die Gardinen, die wackelnden Tische… Ehemalige Nutzer von FDBG-Ferienheimen und Fans von der Serie „Die Schwarzwaldklinik“ können sich ein Bild machen, wie das Hotel aussieht. Dazu heizen sich die Zimmer auf. Ein Gang in die Hotelsauna ist nicht nötig. Im Zimmer angekommen wirft das Schachkid alles von sich, macht FKK und hofft, nicht am Fenster gesehen zu werden. Der Schachwizard hat schon eine nackte Omi gesehen. Das Hotel ist extrem gut von Rentnern besucht. Taucht der Schachwizard beim Frühstück auf, sinkt der Alterdurchschnitt im Raum um 30 Jahre. 4 Sterne, das Zimmer für 99 € je Nacht und keine Klimaanlage. Das das heutzutage noch so geht… Die Homepage des Hotels jedenfalls ist supergemacht und gibt Versprechen, die nicht eingehalten werden können,

Immerhin, die Stadt kann glänzen. Bad Wimpfen ist ehemalige Reichsstadt und wurde in den letzten 30 Jahren hübsch saniert. Es gibt viel Fachwerk, eine mittelalterliche Innenstadt, eine Kaiserpfalz, einen blauen Turm und um die Ecke ein Atomkraftwerk. Der Turm ist 80m hoch, es gibt keinen Fahrstuhl sondern 134 Stufen. Und ganz oben im Turm wohnt Deutschlands einzige Türmerin, aber mit Whirlpool und einem Klavier, wie sie dem Schachkid erzählt hat. Trägt man den Einkauf nach oben, bekommt man ein Glas Sekt von der netten Dame.

Drei Tage vor dem Turnier war man hier. Das Schachkid hat immerhin eine Stadtführung geschafft. Der Schachwizard hat alle lokalen Biersorten und der Doktor alle lokalen Varianten des Zwiebelrostbratens verkostet. Kurz, es gibt sehr nette Kneipen. Und da man sich aufgrund von Überhitzung nicht im Hotel aufhalten kann, muss Abkühlung beim Skat spielen in den Kneipen gesucht werden. Tipp für Profis – man fülle den Schachwizard ab. Dann kann man im Skat Abends wieder aufholen, kann aber die tagsüber erlangten Verluste nicht aufholen. Und der Schachwizard beweist neue ungeahnte Talente. Sein Schwäbisch ist ganz hervorragend, was den dicken Doktor rot anlaufen und fast implodieren lässt.

Sonst ist es aber wie anno dazumal beim Briesener Open, was man sonst immer im Sommer mitgespielt hat. Dieses findet nun schon um dritten Mal nicht statt und ist offenbar der Pandemie oder der politischen Situation in Briesen zum Opfer gefallen. Offenbar ist auch in dem Verein einiges zum Opfer gefallen. Die Briesener Homepage weist den letzten Eintrag im Jahr 2022 den letzten Eintrag vom 31.7.2020 aus. So eine Unaktilität ist seinerzeit nie passiert, als das Schachkid noch Webmaster bei Briesen war. Aber bitte, der Vereinsvorstand hat sich ja in 2019 entschieden, das Schachkid rauszuschmeißen… Der dicke Doktor wird vermutlich gleich zur Selbstreflektion aufrufen.

Alles wie in Briesen… Warme Turnhalle, Möbel aus der Schule nebenan, leckeres Kuchenbuffet von einem netten Küchenteams des Vereins, ein A- und B- und C-Open.

Das Schachkid bekommt es im B-Open gleich mit der Nr. 5 zu tun. Mal steht die eine Seite +8, mal die andere Seite 8. Die Partie darf man niemanden zeigen. Ab Ende steht das Schaxchkid +155, sieht aber nur, dass der Gegner Dauerschach hat, was der Computer offenbar nicht glaubt. Trotzdem ist das Schachkid zufrieden mit dem halben Punkt, auch wenn mehr drin war.

Übellaunig ist der Schachwizard, der statt des Bauerngewinns einen Bauern einstellt und sich mit einem Remis bescheiden muss. Eingerostet ist er, was Turnierschach angeht. Im Blitz und Bullet macht ihm keiner was vor. Aber offenbar ist das ebendoch eine andere Art und Weise zu spielen als lange Partien. Mal schauen, ob er seine 2000 hält.

Selbige strebt  der dicke Doktor wieder an. Er fegt auch gleich einen FM hinweg. Das Schachkid und der Schachwizard haben zwischendurch für den Dokor schon schwarz gesehen. Aber da ist er ja zäh, der alte Haudegen. Solange der Doktor keine motivierten Jugendlichen mit niedriger Wertungszahl bekommt, ist die Welt in Ordnung.

Das Schachkid hat in Runde 2 die Nr. 3 des Turnieres, der Doktor den nächsten FM und der Schachwizard, nun ja, eine 1700. Wie der CM schrieb – auf in den Kampf mit der Wampe voran.

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