18. Juli 2022

41. St. Veiter Jacques-Lemans-Open – Was war, was bleibt?

Was nicht bleibt, ist das schöne Hotel „Die Zeit“, in dem der dicke Doktor und das Schachkid Unterschlupf gefunden haben. Das Hotel steht offenbar zum Verkauf. 7,7 Millionen Euro soll es kosten, wie das Schachkid zufällig hörte. Das Schachkid fragt den dicken Doktor, wo man auf die Schnelle 8 Millionen herbekommen  könnte. Der Doktor weiß es auch nicht und empfhielt Sparen. Das Schachkid versucht es am Samstag mit Lotto und gewinnt 14 Euro, der Anfang ist gemacht. Fehlen nur noch 7.699.986 Euro. Auch das Personal ist ratlos. Man habe akuten Personalmangel und könne nicht auch noch das Zweithotel Taggenbrunn nebst zugehöriger Burg betreiben. Das Hotel wäre ein Verlust, macht doch die unmittelbare Nähe zum Turniersaal und die schöne Lobby  zum Abhängeneinen guten Teil von der Turnieratmosphäre aus.

Der Doktor jedenfalls ist froh, nach 7h Stunden Autofahrt erstmal wieder vor  seiner Wohnung abgesetzt zu werden. Immerhin hat man die Tour ohne größere Vorkomnisse geschafft, abgesehen von diversen Scheibenwischergesten, Hupkonzerten und diversen Einfädelungsversuchen auf der Beschleunigungsspur, die  in Österreich sehr kurz sind. Da fallen die Zöllner, die auf deutscher Seite auf der Autobahn  ein Zelt aufgebaut haben, drohend mit  Maschinengewehren da stehen und einen Stau verursachen, auch nicht mehr ins Gewicht.

Aber am Samstag sollte nochmal gepunktet werden. Laszlo vom Vortag hat offenbar schon das Weite gesucht. Das Schachkid, das extra Ausschau hält, sieht ihn jedenfalls nicht mehr. Heute nochmal mit Weiß. Die weißen Schachpartien liefen für das Schachkid gut. Auch wennn der Doktor kritisiert, dass das Schachkid immer den gleichen Aufbau habe.

Aus der Eröffnung kommt das Schachkid gut raus und hat auch das Gefühl besser  zu stehen, findet aber keinen Plan. Immerhin, der Computer bestätigt das Gefühl und bescheinigt einen Stellungsvorteil von +5.  Der Gegner wirkt etwas unmotiviert und bietet pünktlich zum Mittag essen remis an. Das Schachkid hat wie immer in der letzten Runde  wenig Lust und nimmt an.

Nicht so der dicke Doktor. Der ist motiviert und will es wissen. Und sieht sich viel Publikum gegenüber. Jugendlichen, Männeer mittleren Alters aber auch der reiferen Jugend. Was aber nicht am dicken Doktor liegt, sondern an der attraktiven Gegnerin, die mit langen bloden Haaren (nicht echt, gefärbt) punktet. Das Schachkid findet nun nicht, das sie sehr hübsch ist, sondern guckt sich lieber den dicken Doktor an. Der spielt und spielt und spielt… Das Schachkid kauft zwischendurch eine Stiege Bier ein und beendet im Hotel die Steuererklärung.

Der Doktor spielt immer noch. Das Schachkid steht im ständigen telefonischen Kontakt mit dem Schachwizard. Der reportet, es sei nun wirklich Remis. Der Doktor macht derweil im Bauernendspiel mit 3 Einzelbauern auf jeder Seite ein Dreiecksmanöver mit dem König nach dem anderen, das Schachkid holt sich Kuchen. Die Wirtin am Kuchenstand, das Schachkid scheint verzeifelt zu gucken, gibt dem Schachkid lieber zwei Stück für den Preis von einem. Unnötig zu erwähnen, dass die Waage nach dem Urlaub 4kg mehr anzeigt.

Aber zurück zur Partie. Die Gegnerin reklamiert nun dreimalige Stellungswiederholung, reklamiert aber nicht korrekt. Man muss  nämlich den Zug aufschreiben, die Uhr anhalten und nach  dem Schiri rufen. Der in diesem Augenblick gerade belegte Brötchen besorgt. Die Gegnerin führte aber den Zug aus, was nun einmal keine richtige Reklamation ist. Zur Strafe bekommt der dicke Doktor zwei Minuten Bedenkzeit gutgeschrieben. Was ihm aber auch nicht hilft. Denn die  Gegnerin macht jedes Dreiecksmanöver brav mit und hält die Stellung. Sodass man sich auf den halben Punkt einigt.

Die Frage ist, muss man eine offensichtlich remisige Stellung ewig spielen?  Oder pflichtet man dem Doktor bei, der meinte, man müsse sich erstmal zeigen lassen, dass der Gegner bzw. hier die Gegnerin (gegendert mit : wird hier nicht!)  das Remis hält. Ein durchaus gutes Argument…

Der Abend wird beschlossen mit einem Besuch im Hirtenstübl und einigen Gläsern Gurktaler, einen lokalen Kräuterlikör, den das Schachkid gleich im Internet besorgen wird. Man ist sich einig. Die spielerischen Leistungen vom dicken Doktor und dem Schachkid sind verbesserungswürdig. Insbesondere scheinen strategische Pläne fürs Mittelspiel zu fehlen. Der dicke Doktor überlegt, ob man einen Trainer engagieren sollte. Einig ist man sich jedenfalls, dass man das St. Veit Open bedingungslos empfehlen kann. Der gastgebende Schachverein organisiert ein Topturnier mit hervorragenden Spielbedingungen. Und die schöne Umgebung nebst dem schönen Städtchen spricht für sich. Das Schachkid hat sich schonmal das 42. St. Veiter Jacques-Lemans-Open, dass am 8.7.2023 beginnt, in den Kalender eingetragen.

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