8. September 2020

20. Stadtmeisterschaft Nittenau – mit dem Bärwurz um den Block gedreht

Letzter Tag in Nittenau, es geht schon um 8.30 Uhr los. Entschieden zu früh für den Dr. Dave, der das Frühstück verpasst. Das macht ihm nix, da er genug um die Hüfte herum hat.

Das Schachkid hat es ganz nach hinten verschlagen. Der Gegner freut sich, wieder Schach spielen zu können, redet auf das Schachkid ein und entschuldigt sich sogleich dafür, dass er ab und an mal an das Schachbrett rüber „grunzen“ muss. Das Schackid überlegt, dass das wohl grinsen heißen muss. Humor hat er, der Gegner, Erfolg sei ihm egal, ihm mache es halt Spaß. Ganz die Philosophie des Schachkids.

Die Partie wird einfach. 13. Sg5 droht Matt und eine Gabe. Schwupp, da ist die Qualität weg. Der Gegner schnauft schockiert. Matt wird es nicht. Das Schachkid tauscht die Damen ab und hofft auf das Endspiel. Kurze Irritation im 29. Zug, der schwarze Springer ärgert den weißen Turm. Doch das Schachkid ist blickig, sieht, dass der Springer den Bauern auf c2 nicht nehmen kann und denn das Läuferschach auf g7 könnte den gegnerischen Turm kosten. Der eine oder andere Bauer fällt noch, die Qualität wird zurück gegeben und der Rest ist Technik.

Draußen wird gefeiert. Die halbe Stadt ist auf den Beinen. Es ist ein Kirchenfeiertag, der was mit Maria zu tun hat. Das Schachkid weiß leider nichts genaues. Die Kirche ist voll, das Volk tobt.

Der dicke Dr. Dave schafft nur ein Remis. Da hat das Schachkid schon wieder fast ein Bier getrunken und glaubt, nun punktgleich mit dem Dr. Dave, nun vor selbigen zu liegen. Das Essen ist heute mau, Jägerschnitzel – keine panierte Wurstscheibe, sondern ein blutiges sehniges Stück Fleisch. Da streikt das Schachkid und lässt das Essen zurück gehen. Die Kellner ist etwas schockiert, lockert die Stimmung aber mit Ersatzessen und zwei Bärwurz, einen Kräuterlikör aus dem Bayrischen Wald, wieder auf. Noch zwei Kugeln Eis vom Italiener nebenan und eine Runde um den Block gedreht und der nächste Gegner kann kommen.

Es kommt natürlich, wie es kommen musste. Das Schachkid muss gegen den Dr. Dave ran. Man entschließt sich zu spielen. Immerhin hat man nicht das Problem, dass man aufeinander warten muss.

Caro-Kann, das hat sich das Schachkid erfreulicherweise angeschaut. Nur diese merkwürdige Variante, die der Dr. Dave auf das Brett zaubert, kennt das Schachkid nur so ungefär. Das Schachkid rochiert lang, der Dr. Dave greift an. Eigentlich muss der kleine Bauernsturm versanden, wenn das Schachkid nicht 18. … Lxb4 einen Bauern erbeuten würde. Und der Dr. Dave mit 20. a5 zurück schlagen würde. Zur Strafe wird der Dr.Dave das nächste Mal, wenn er mit dem Schachkid unterwegs ist, um sechs Uhr morgens aus dem Bett geschmissen-

Schönes Turnier in uriger Umgebung. Ohne Corona hätte man irgendwo um Berlin herum gespielt und dies Turnier nicht entdeckt. So hat Corona eben auch seine guten Seiten…

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