Frust in Eberswalde

Am 15. März 2015 begab sich das Schachkid nach Eberswalde zum Punktspiel, noch müde vom Besuch der Leipziger Buchmesse am Tag zuvor. Das Schachkid fragt sich an dieser Stelle, warum die Mannschaft eigentlich immer mit 5 Autos fährt, wo man doch auch gemeinsam fahren könnte. Manchmal kommt der SV Briesen dem Schachkid sonderbar vor.

Eberswalde ist kein gutes Pflaster für das Schachkid. Beim letzten Punktspiel saß das Schachkid in so einen komischen ganz engen Keller direkt neben einen Ofen, der natürlich voll beheizt war, und musste sein Punktspiel absolvieren. Natürlich ging das Spiel verloren.

Aus Eberswalde kommen merkwürdige Leute. Ein Schachprinz zum Beispiel mit einem sehr rabiaten Vater. Obwohl das Schachkid auch sehr nette Leute aus Eberswalde kennt, das Schlitzohr etwa.

Eberswalde muss nach der Wende massiv an Einwohnern verloren haben. Viele Häuser sind verfallen. Es gibt große Industriebrachen. Die Einwohner scheinen immer mit einem gewissen frustrierten Gesicht herumzulaufen. Das Schachkid ist ab und an dienstlich hier und ist dann immer ganz frustriert und froh, wenn es wieder weg fahren kann.

Das Schachkid fährt also nach Eberswalde, fährt zum Spiellokal, geht in selbiges, ist schon bedient und will am liebsten gleich wieder nach Hause. Das Spiellokal ist supereng, man sitzt fast aufeinander. Rumlaufen geht nicht. Kaffee ist nirgends zu bekommen, zur Toilette muss man aus dem Haus ums Gebäude herum durch die Kälte.

Die Mannschaft ist eine reine Seniorentruppe. Geballte Erfahrung wartet da auf die Briesener.

Das Drama ging mit der Partie weiter. Das Schachkid bekommt es mit Uwe Strien zu tun. Der Eberswalder spielt ausgerechnet Englisch. In dieser Eröffnung kennt sich das Schachkid nur mit Weiß aus, aber nicht mit Schwarz.

Das Schachkid versucht einen holländischen Aufbau, da hat es gute Erfahrungen gemacht. Nach 7. Lg5 sieht die Stellung schon komisch aus. Der Bauer auf d5 hängt nach Abtausch des Springers. Das Schachkid denkt 10 Minuten nach, rechnet alle möglichen Varianten durch, sieht den einzigen Zug d4 und spielt Le7. Das Schachkid lässt die Figur los und schlägt fassungslos die Hände vor das Gesicht. Das Gehirn realisiert gerade, dass die rechte Hand einen Zug gemacht hat, den sie erst im übernächsten Zug machen sollte.

Der Eberswalder sieht es auch, tauscht und gewinnt den Bauern. Das Schachkid ist nun endgültig bedient. Nicht mal Kaffee oder was Süßes zum Trösten ,weder optischer noch geschmacklicher Natur, ist in Sicht. Einzig die blonde Vicky sitzt nebenan, die jedoch zum Trösten ungeeignet ist. Das Schachkid spielt schnell ohne Nachdenken einige unmotivierte Züge. Die Stellung wird nicht besser. Der Eberswalder denkt nach, findet gute Züge und gewinnt zu recht. Die einzige Partie, die das Schachkid in der Saison verloren hat.

Eberswalde ist so eine große Stadt. Ist es denn da nicht möglich, ein vernünftiges Spiellokal zu finden? Das Schachkid muss faiererweise anmerken, dass auch der SV Briesen in einem ähnlich beengten Raum spielt. Es gibt zwar Kaffee, aber nur eine Toilette, um diesen zu entsorgen, Kann schon mal eng werden bei 16 Spielern. Manchmal kommt der SB Briesen dem Schachkid sonderbar vor.

Das Punktspiel ist beendet. Allgemeiner Konsens ist, man wolle als Mannschaft nach dem Spiel noch essen gehen. Los geht es. Und plötzlich sind es nur noch drei Mann, die vor dem Restaurant stehen. Chefpapa und Chefsohn nebst Schachkid, das findet das Schachkid komisch.

Manchmal findet das Schachkid den SV Briesen komisch. Da das Schachkid bekanntlich auch so seine Macken hat, ist es folglich beim SB Briesen gut aufgehoben.

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