29. Dezember 2019

29. Erfurter Schachfestival – Mr. 100 Prozent Dank Eierlikör

Mr. 100 Prozent – so nennt der Ralf das Schachkid heute. Gestern war ja Mr. 0 Prozent.

Vermutlich liegt es am Schlaf. Das Schachkid hat sich redlich bemüht, nachdem man Abends noch in einer Erfurter Gaststätte mit hauseigenen Bier gespeist hat, an die Mininbar zu kommen. Der Cocktail des Monats sollte es sein. Mit viel Gin. Aber zuerst klingelte das Telefon und der große N.W. grinst einem entgegen. Wenn der große Meister anruft, da muss man später trinken gehen. Vielleicht hat er wichtiges zum Schach beizutragen. Hat er aber nicht.  Der nicht ganz so große, dafür aber breitere D.M auch nicht. Blitzen können sie ja beide nicht.

Nach erbaulicher Skypekonferenz eilt das Schachkid zurück zur Minibar. Jetzt ist Happy Hour. Und die Bar rappelvoll. Voll mit Senioren. Die machen es richtig, müssen nicht mehr auf die Leber achten und gönnen sich was. Wieder nix mit Cocktail des Monats. Auf diese Weise kommt das Schachkid früh ins Bett. Der Ralf, der heute immerhin einen halben Punkt holte, ist schon im selbigen.

Heute muss was passieren.

Da sitzt ein ganz junger Gegner auf der anderen Brettseite. Er spielt ein wenig schnell. Mehr Bedenkzeit und er hätte vielleicht den Punkt geholt. So bietet der dem Schachkid viele Gelegenheiten, die das Schachkid natürlich nicht sieht. Mangelndes Taltiktraining… Mit 8. Lxf7 hätte sich sehr früh ein Bauerngewinn angeboten. Das Schachkid denkt in langfristigen Plänen und hofft auf Angriff am Königsflügel unter Opferung eines Bauern am Damenflügel. Aber der Kleine ist zäh, am Königsflügel geht nix. 23. Sh5 + hat das Schachkid 15 Minuten bedacht, aber das Matt nicht gefunden. Der Computer findet es binnen Sekunden. So wird altmodisch gespielt. Es wird vereinfacht und auf den Gewinn des Doppelbauern auf der a-Linie spektakuliert. Der Plan geht über Umwege auf. Der Kleine streckt die Waffen, wird aber vermutlich, vollgepumpt mit neuem Schachwissen, in einem der nächsten Jahre gnadenlos zurück schlagen.

Der Ralf braucht immer länger als das Schachkid. Egal, ob es ums Gewinnen oder Verlieren geht. Heute holt jeder einen Punkt. Da ist es völlig legitim, sich auf die nächste Runde vorzubereiten. Dazu braucht es zunächst unbedingt Bratwürste. Die besten Bratwürste soll es am Dom geben. Sie sind auch ziemlich gut. Die Beschallung mit Abba tut ein übriges.

Die zweite Zutat ist ein Eierlikör to go, erhältlich auf der Krämerbrücke. Das Schachkid befürchtet schlimmes für die Nachmittagsrunde und trinkt daher lieber gleich zwei Eierlikör, einmal mit und einmal ohne Mohn. Der Ralf trinkt nur einen, deswegen braucht er ja auch wieder länger als das Schachkid zum Gewinnen.

Der Hanfladen hat zu. Der fällt als Inspirationsquelle heute aus. Am Vortag begegnete dem Ralf und das Schachkid der „Hanfman“. Der Typ sah aus wie Superman, nur in grün  und mit einem Hanflogo auf der Brust. Er machte Werbung für einen Hanfladen und pries einen leicht berauschenden Badezusatz an. So gaga, wie er sprach, hatte er am Morgen wohl ausgiebig gebadet.

Das Hotel hat nur eine Sorte Kuchen. Das ist praktisch und erleichert die Wahl des Kuchens, die sonst sehr zeitraubend sein könnte. Ralf versucht heiße Schokolade und frische Luft als Vorbereitung auf die nächste Runde. Das Schachkid versucht es lieber mit Kaffee, grünen Tee und einen gemütlichen Sessel. Der Erfolg gibt dem Schachkid zweifellos recht. Turniere ohne verfügbare gemütliche Sessel werden künftig vom Schachkid nicht mehr mitgespielt!

Der Bundestrainer, der Bundesbernd (Zitat U.R. aus Breitungen), ist auch da. Er trinkt mit dem Schachkid einen Kaffee. Zum Doppelkopf will der Bundesbernd leider nicht bleiben. Vor 3 Jahren hat der Bundesbernd dem Schachkid fast die Schnecke vom Skatturnier weggeschnappt.

Der Gegner am Nachmittag, wieder ein motivierter Jugendlicher, hat sich die Spielweise des Schachkids vom Vortag abgeguckt.

Weiß will Caro-Kann aus dem Weg gehen und spielt 2. Se2. Da kennt sich das Schachkid nicht aus und setzt daher logisch fort. Eine eingeengte Stellung ist zu erwarten. Mit 8. Db3 bietet Weiß unerwartet einen Abtausch an. Dieser hinterlässt den weißen Damenflügel in Trümmern und Schwarz das Läuferpaar. Mit 16. Ta1 stellt weiß noch den Springer ein. Das kann passieren. Dem Schachkid passiert es oft, insbeondere bei diesem Turnier in desem Jahr.  In der letzten Runde wird es für den merklich frustrierten Gegner sicher wieder beser laufen.

Bleibt zu hoffen, dass es am Abend für Thüringer Klösse reicht…

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