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Der Mittwoch war so ein Tag in Prag, wo nur Schach gespielt wurde. Da normale Schachspieler ja nicht mit einem Open zufrieden sind, wurde noch ein Blitzschachturnier angeboten. Das Schachkid spielt natürlich mit, sieht aber keinen Stich. Ein bescheidener 32. Platz von, ähem 34 Spielern, sprang heraus. Da muss das Schachkid ein wenig üben, angesichts der vielen Einsteller.

Nachmittag geht es dann gegen einen Norweger. Der erste Norweger, gegen den das Schachkid je spielte. Das Schachkid vermutet, dass der Norweger ohne Wikingerhelm und Bart kommt. Obwohl, der Bart war dran.

Der Gegner bevorzugt offensichtlich die skandinavische Verteidigung mit Dd6. Das Schachkid guckt sich ein Video bei chess24 an. Wirklich praktisch, diese Videos. Man kann schnell mal in eine Eröffnung rein schauen.

Hilft aber nix, der Gegner Ole Endress spielt lieber Caro-Kann. Wie ging das jetzt, da gab es so eine Variante vom Trainer, wo der Springer zurück auf die Grundreihe geht und man mit g4 angreift. Das Unfassbare geschieht. Das Schachkid erinnert sich tatsächlich mal an eine gelernte Eröffnung.

Die nun folgende Partie ist sehr wechselhaft und wird durch das Schachkid unverdient gewonnen. Selbiges sieht nix. 20. h7+ kann warten, Sg4 ist besser. Statt 22. Txd2 sollte 22. Dxd2 kommen und das Schachkid kriegt den Bauern auf g5 wieder.

Turbulent wird es ab dem 25. Zug. Das Schachkid sieht ein Opfer. Txd7 und Sxg5, anschließend De5+ und der Turm auf h8 ist weg. Leider übersieht das Schachkid das mögliche einfache f6 und guckt mit einem Springer weniger ziemlich blöd aus der Wäsche.

Aufgeben wäre nun angesagt. Also war sonst angesagt. Aber der Trainer sagt ja, nicht aufgeben, wenn es nicht total sinnlos ist. Und da die Schwerfiguren noch auf dem Brett sind, spielt das Schachkid planlos weiter, stellt Drohungen auf und hofft, das was passiert.

Und es passiert was, der Gegner beginnt zu denken und denkt lange nach. Zu lange… 1:30 Stunde sind schnell um, trotz 30 Sekunden Inkrement. Das Schachkid gewinnt zwei Bauern. Schachkid und Ole schauen nun auf die Uhr, die gerade auf 0 springt. Das Schachkid brüllt Time, der Gegner macht einen Zug. Egal, die schwarze Stellung ist nun hin, der Gegner gibt auf und schaut traurig drein. Verständlich, der smarte Wikinger hat gut gespielt und die Partie in 5 Minuten weggeworfen.

4 aus 6, könnte schlimmer sein. Auf zur Bar. Die Mongolen, alles Kids, spielen mittlerweile im B-Open vorne mit. Gefährlich, diese Rasselbande.

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