Briesener Open – Immer diese Müncheberger

Dritter Tag nach einer kurzen Nacht – Der Gegner vom Vortag kommt an des Schachkids Brett vorbei. Das unschöne Wort „Schlampe“ ist erneut zu hören. Das Schachkid rückt eilig seine Figuren zurecht. „Kinderquäler“ wird nachgelegt. Nur weil das Schachkid gegen den talentierten Mecklenburger Jannis Lange spielt.

Der Schachwizard muss gegen den Neubriesener David Möwisch ran. Dieser hat Ostern das Open in Görlitz gewonnen und ist daher die neue Briesener Geheimwaffe. Man zieht und zieht und zieht – nach 14 Zügen ist die Stellung geschlossen. Wer diese zuerst öffnet, verliert, so scheint es. Also macht man Remis. Schwer zu sagen, wer von beiden zufrieden oder unzufrieden ist.

Dem Schachkid gehts ähnlich, es dauert nur länger. Der Kleine bekommt im 7. Zug eine Störung seiner Bauernstruktur verpasst. Was auch zum Erfolg geführt hätte, würde das Schachkid 13. e6 sehen. Der Sg4 hängt nun. Das zeigt mal wieder, man muss in jeder Stellung überlegen und nach guten Zügen suchen. So demoliert nun Jannis des Schachkids Königsflügel mit 15. … Lxg3. Das Schachkid legt mit 16. fxg3 nach. Le6 und Dd4+ verbunden mit dem Springer auf Sg4 sieht sehr gefährlich aus. Aber der Kleine sieht es nicht. Das nun folgende Endspiel ist Remis. Gerechtfertigt, wenn keine Seite die Gewinnzüge sieht.

Mittag essen, erneuter philosophischer Austausch mit der angehenden Försterin. Auf zur letzten Runde…

Jörg Nagler wird in Briesen nicht mehr eingelassen. Erst macht er das Schachkid in Berlin beim KRT-Open um. Dann macht er weiter bei der Briesenerin Vicky in der dritten Runde. Und den Schachwizard legt er auch noch um. Er verlor ganz unglücklich. Der Schachfreund Nagler nahm einfach einen Bauern weg und dann noch einen. Das geht so natülich nicht. Da müssen Maßnahmen ergriffen werden.

Und überhaupt, auch das Schachkid wird in der 5. Runde vom Müncheberger Jöhrn Gehrke zerfetzt, Revanche für des Schachkids Sieg gegen Gina Gehrke beim PSV-Open im Mai 2015. Ein Königsinder wird es wieder. Irgendwie engt Weiß den Schwarzen ein. Die schwarze Dame weiß bald nicht mehr, wohin. 18. Sa5 ist ein wirklich guter Zug, den man erstmal sehen muss. Danach bricht die schwarze Stellung am Damenflügel zusammen. Schwarz kann den Bauern nicht decken.

Schwarz unternimmt einen Verzweifelungsangriff am Königsflügel inclusive Opfer, der jedoch keine Substanz hat. Hätte aber klappen können, hat es zumindest beim Töchterchen. Aber der Papa hat einfach mehr Lebenserfahrung. Man reicht sich die Hand und analysiert mit einem Rüderdsdorfer FM. Taktisch sehr interessant wird es offensichtlich, wenn 22. …. Sf4 kommt.

Das Schachkid diskutiert während der Partie mit der Ehefrau seines Gegners, ob man Müncheberg nicht kurzerhand in die Luft sprengen könne. Nutzt nix, meint sie. Man wohne außerhalb. Kurz, Müncheberg wird eingezäunt und dann wird da keiner mehr raus gelassen. Hoffentlich wohnen die Müncheberger Schachspieler auch alle in Müncheberg.

Spielerisch leider kein gutes Open, die 1600 ist wieder mal dahin. Andererseits hatte das Schachkid keinen Ausssetzer, hat aber eben im entscheidenen Augenblick zweimal den Gewinnzug nicht gesehen. Wie immer in Briesen hat das Drumherum am Meisten Spaß gemacht. Sandwiches, gute Filme, gute Gespräche, Gute Freunde… Was will man mehr.

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