15. Oktober 2019

12. Schorfheide Schnellschach Open – GM Huschenbeth in the House

Das Schachkid kommt am 28.9.2019 und will gleich wieder nach Hause. Chaos pur und viele Kinder – Schorfheide mitten im Brandenburger Nichts.

Das Schachkid sucht einen Parkplatz. Vor des Schachkid Auto fuhrwerkt ein anderes Auto herum. Man könne hier nicht parken, keift die Fahrerin das Schachkid an. Das Schachkid fragt, wo das steht. Was nirgendwo steht, kann nicht stimmen.  „Sie sehen doch, wie ich mich hier raus quäle!“ Dass sieht das Schachkid allerdings, wie sich die Dame mit ihren Riesenauto beim Rückwärtsfahren anstellt.

Dave ist vom Schiri nicht begeistert. Das Schachkid kennt ihn nicht. Aber er trägt Anzug.Der Schiri, nicht der Dave.

Eröffnung im völlig überfüllten Schulraum. Schlechte Luft, zu voll und keine Sitzplätze. Ein Assistent hat die Leute zur Eröffnung gerufen. Seitdem wartet man 10 Minuten. Die Turnierleiterin sorgt mit gewaltiger Stimme für Ruhe. Immer noch kein Huschenbeth zu sehen. Erneut fragt sich das Schachkid, was es hier macht. Die Schule baut an. Bald wird eine Turnhalle fertig, in der künftig Turniere stattfinden sollen.

Nirgendwo ist der Huschenbeth zu sehen. Schreibt das Schachkid, und guckt nach links. Huschenbeth steht neben dem Schachkid, guckt dem Schachkid über die Schulter, was das Schachkid auf dem iPad schreibt.

Das Schachkid begehrt vor der Runde eine Tasse Kaffee. Die Mama am Buffet zieht sich  Gummihandschuhe an. Das Schachkid kriegt Angst und denkt an den Urologen. Und ahnt, das wird heute nichts mit der Diät angesichts des liebevoll aufgebauten Imbisses, bei dem offenbar einige Mamas selbstgebackenen Kuchen beigesteuert haben.

1. Runde – fast 30 Mann spielen mit. Das Schachkid spielt mittig gegen Emily. Das Mädchen kommt vom gastgebenden Verein, der erfreulicherweise viel Nachwuchsarbeit betreibt. Wie zahlreiche Kinder im Vereins-T-Shirt beweisen.  Die Kleine überlegt  lange und zieht, macht aber noch ihre Fehler. Johannes gewinnt auch. Dave tut sich am fünften Brett deutlich schwerer, bis er den Punkt holt. Das muss besser werden, die nächsten Runden werden nicht einfacher.

In der zweiten Runde spielt das Schachkid schon am dritten Brett, gegen Johannes. Der Schiri hat Durst. Die Flasche hat Druck. Der Schiri wässert erst den Anzug, dann den Turnierraum.

Dave gewinnt schnell, Johannes auch. Offenbar verliert das Schachkid in der Eröffnung einige Tempi, wie der Gegner treffend analysiert.

Die dritte Runde steht an. Der Schiri wendet sich vertrauensvoll an Dave: „Suche mal die Gegner zusammen.“ Dem Schachkid ist nicht bekannt, ob der Dave dieser Aufforderung nachgekommen ist.

Dave spielt nun gegen Johannes. Das Schachkid hat einen Senior. Dieser tauscht ungünstig ab. Den Mehrbauern rettet das Schachkid ins Endspiel. Am ersten Brett versucht es der Gegner mit einem Remisangebot bei GM Huschenbeth. Dieser lächelt milde und lehnt ab, er gewinnt dann auch. Erkenntnis von Dave und Johannes –  Man soll nicht immer ins Endspiel abwickeln. Der zukünftige CM kann die Endspiele besser und gewinnt.

In die vierte Runde startet das Schachkid mit einer Bratwurst. Die macht satt und glücklich. Dafür wird auch gleich eine Figur gegen Detlef Zoll eingestellt.  Dave am Nachbarbrett opfert gegen einen Nachwuchsspieler und gewinnt immerhin einen Bauer, aber nicht gleich die Partie.  Das dauert länger.

Johannes muss gegen GM Huschenbeth ran. Dieser runzelt zwischendurch die Stirn. Offenbar spielt Johannes nicht so schlecht. Dem GM wird warm, er legt das Sakko ab. Johannes hat die bessere Stellung. Aber der GM 2630 Elo, laut Dave, und somit die Routine, mit nur 8 Sekunden auf der Uhr zu gewinnen.

5. Runde – das Schachkid bekommt einen Knirps und hat Glück, sich über die Zeit zu retten. Der Dave haut den Detlef Zoll um, Johannes schafft gegen Grothe nur ein Remis.

6. Runde – ein starker Gegner von den Königsjägern aus Berlin. Keine Chance, ein Bauer nach dem anderen geht flöten. Dave muss nun gegen Niclas Huschenbeth ran, Johannes gegen CM Peter Grabs.

Handys sind im Turnierraum verboten. Der Schiri hat eines und spielt mit selbigen während der Runde herum. Der wie üblich filmende Papa bannt gerade Johannes für die Nachwelt auf Video. Wieso dass der Schiri zulässt, ist dem Schachkid ein Rätsel.

Dave ist nur eine der wenigen Personen, die behaupten können – sie sind mit der legendären Mühle Attacke gegen Huschenbeth gescheitert. Das Schachkid nutzt die günstige Gelegenheit für ein Fotoattentat.

huschenbeth

v.l.n.r. René Kellner, GM Niclas Huschenbeth, Dave Möwisch

Johannes hat derweil, Videoaufnahmen hin oder her, den CM vom Brett gefegt.

Da muss jetzt das Schachkid gegen den CM Grabs ran. Der Papa kennt offenbar die Einstellung des Schachkids. Er lässt das Handy diesmal stecken. Womöglich ist das Schachkid auch nicht würdig genug, gefilmt zu werden. Tarrasch wirds, das Schachkid verpasst den Nachwuchs-CM einen Einzelbauern. Der bietet Remis an. Die Stellung ist ausgeglichen.

An dieser Stelle möchte das Schachkid dafür plädieren, einen Titel erst ab einer festen Leistungssteigerung zu verleihen. Das Schachkid gönnt den netten Kleinen den Titel wirklich. Aber ein CM für eine 1600 oder 1700 ELO wirkt ein bisschen lächerlich. Obwohl auch schon der CM-Titel an sich in Fachkreisen etwas umstritten ist.

Der Dave kann es auch nicht mehr und macht Remis. Ausnahmsweise liegt Dave vor dem Schachkid mit einem Punkt Vorsprung. Johannes macht gegen Wolfgang Trenner auch Remis. Offenbar reißt in der letzten Runde keiner mehr etwas.

Fazit: Alles in allen ein schönes und gemütliches Turnier. Auch wenn es manchmal etwas laut und chaotisch zugeht. Mit GM Huschenbeth zu spielen, ist wirklich einmal ein Erlebnis. Er wirkt sehr bodenständig und ist sehr zugänglich. Ein wirklich netter Großmeister.

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