10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Biertümpel-Freddie – A Star was born

Der Urlaub neigt sich langsam dem Ende, was etwas schade ist. Aber das Schachkid freut sich durchaus schon etwas auf den Alltag, was für etwas Erholung spricht. Gerade kommt beim Schreiben dieser Zeilen eine Omi im Bikini vorbei, was sich wirklich nicht gehört.

Das Schachkid wollte sich soviel auf der Insel angucken. Aber es ist so warm. Und vielleicht hat der Lucky ja recht. Vielleicht entspannt man ja wirklich am besten, wenn man nichts macht. Der Superdave macht auch nix und soll eigentlich losfliegen. Erfreulicherweise kann er dazu bewegt werden zu bleiben, was die Brisanz dieses Urlaubs deutlich aufwertet. Das Schachkid glaubt, das sei ein Lob für den Superdave, aber die Formulierung klingt auch sehr schön.

Maan fährt einkaufen in den Supermarkt. Man nutzt die Gelegenheit, den Superdave, auch bekannt als „Der Psychater!“ zu einer Inselrundfahrt zu entführen. Zweieinhalb Stunden später hat man den Supermarkt immer noch ncith gefunden, aber wirklich fast jede Ecke der Insel erkundet. Außer den heißen Quellen natürlich…

Das Schachkid hat vom Trainer ein Remisverbot bekommen und verliert. Aber nicht wegen des Verbots. Sondern wegen des völlig sinnnlosen 18. … Sxe5. Das Schachkid hat berechnet, die Leichtfigur wieder zu bekommen. Das Schachkid hat zwar die Drohung d7 gesehen, glaubte aber, durch ein Zwischenschach ein Tempo zu gewinnen, um die Drohung abzuwehren. Das bringt natürlich nix. Und den starken Zug 22. … Dxf8 hatte das Schachkid gar nicht gesehen. Aber auch vorher steht das Schachkid sehr beengt. Den 4-Bauern-Angriff kann das Schachkid noch nicht. Vielleicht ist auch 13. … Dxa4 besser. Wobei auch danach kein rechter schwarzer Plan zu sehen ist. So kommt Schwarz zu Sd6 und kann dort einen starken Freibauern bildern.

Der Schachwizard schiebt ein taktisches Remis nach dem anderen ein, ist aber trotzdem Elo-mäßig im Plus, was für seine Taktik und das starke Teilnehmerfeld spricht. Während der Lucky auch zum dritten Mal in Folge remisiert, was aber nicht verwunderlich ist, da er schon wieder nach 10 Zügen 3 Leichtfiguren abgetauscht hat. Das entspricht eigentlich nicht seinem Spielstil.

Das Hotel hat auch ein typisches Klischee zu bieten. Gleich am ersten Abend, als die Reisegruppe dem Skatspiel frönt, wankt ein italienscher verzottelter FM herbei und zeigt den Hitlergruß. Dann setzt er sich zu der Reisegruppe und beginnt sogleich eine Diskussionn zur Geschicht Deutschlands. Er erzählt etwas von einer Nacht der langen Messer, wo die SS die SA oder andersrum um die Ecke gebracht hat. Das Schachkid reagiert etwas ungehalten, hat nun wirklich keine Lust, über Geschichte zu diskutieren. Verpasst aber die günstige Gelegenheit, den Italiener auf Mussolini anzusprechen.

Belgien gewinnt derweil, Uruquay glänz nicht gerade. Das Schachkid nickt gewohnheitsmäßi in der Lobby ein.

10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Superdave in Action

Die Überschrift macht hier keinen Sinn. Aber da der Superdave immer so bescheiden ist und nicht gelobt werden möchte, muss ihm das Schachkid mal eine eigene Überschrift widmen.

Das  Schachkid will erstmal einkaufen fahren. Unterwäsche und Strümpfe müssen her. Noch kurz dem Lucky und dem Schachwizard beim Blitzen zugeschaut, der Supedave auf dem Weg zum Strand stößt dazu. Ab nach Furio. Der nächst gelegene Ort hat einige Läden. Einen Parkplatz zu finden, ist eine Kunst. Rückwärts einparken auf einer Hauptstraße erst recht. Wer in Italien Auto fahren kann, kann dies überall.

Die Läden haben alles mögliche, nur keine Unterwäsche. Das Schachkid erklärt der Verkäuferin wortreich, dass es gerne Boxershorts haben will. Diese packt eine kurze Hose für den Strand aus. Im Laden sitzen kleine Kinder auf dem Boden und essen Chips, die sie wiederum vom Boden aufsammeln. Auf der Suche nach Schlüpfer wird das Schachkid auf das mysteriöse „Centro“ verwiesen. Diesen Hinweis sollte das Schachkid noch viermal erhalten.

Der nächste Laden sieht aus wie ein Vietmanesenbasar, nur schlimmer. Der Verkäufer hockt vor dem Laden, raucht, kann kein Englisch und bläst dem Schachkid Rauch ins Gesicht. Auf zum nächsten Laden. Hier steht hinter dem Tresen eine Omi mit Sonnenbrille. Als das Schachkid hinein kommt, geht sie erstmal nach hinten aufs Klo. Das Schachkid wartet 5 Minuten, die Omi, immer noch mit dunkler Sonnenbrille auf der Nase kommt wieder, drückt sich am Schachkid vorbei und und hockt sich in einen Sessel. Ansonsten schweigt sie und guckt stur gerade aus. Das Schachkid überlegt kurz, ob sie noch lebt. Nach weiteren zwei Minuten Warten, die Omi macht weiterhin keine Bewegung, fragt das Schachkid zaghaft an, ob sie hier bediene. Die Omi verzieht das Gesicht, gibt mürrisch etwas von sich. Das Schachkid geht.

Im nächsten Laden, hier ist offenbar das mysteriöse Centro, gibt es endlich Schlüpfer. Nun ein Eis. Das Schachkid steht wieder irgendwo 5 Minuten rum, bis mal einer an die Theke kommt. Die Frau kriegt erst die Theke nicht auf, dann schaut sie auf das Thermometer und schimpft. Das Schachkid will eine Waffel haben, wird aber ignoriert. Der Chef wird geholt, der rupft auch an der Eistheke rum. Endlich offen, das Schachkid kriegt einen Pappbecher mit Eissoße. Offenbar ist es in der Theke zu warm. Das Schachkid lehnt dankend ab und geht, was die Italienerin etwas zum Zetern bringt.

Auf zu den heißen Quellen. Die Einbahnstraße dahin ist offenbar keine, jedenfalls gibt es heute Gegenverkehr. Problem dabei, in die Straße passen nur zwei Autos nacheinander aber nicht nebeneinander. Die Italienerin gibt nicht nach. Das Schachkid bugsiert den BMW 300m im Rückwärtsgang den Berg hinauf, ehe sich eine kleine Stelle findet, wo man halbwegs vorbei fahren kann.

Die heißen Quellen liegen in einer hübschen kleinen Badebucht mit imposanten Steilwänden.  Sehr romantisch und idyllisch…

Aber zurück ins Hotel – der Superdave ist noch nicht weit gekommen und hockt immer noch beim Blitzen. Wahre Schachfans eben.

Heute wieder ein Italiener. Zur Partie muss nicht viel gesagt werden. Hauptvarinte im Caro-Kann, Schwarz rochiert allerdings kurz. Weiß muss nur seine Bauern nach vorne werfen. Schwarz kann sich kaum gegen diesen Angriff wehren. Aus die Maus…

Lucky tauscht wieder fleißg Figuren ab und remisiert. Gegen den jungen Gegner aus Lettland ist das aber vielleicht nicht schlecht, spielen doch diese Kinder oft stärker als Ihre Zahl. Der Schachwizard hat den Freund der WFM als Gegner. Diese hat ihn bestimmt vorbereitet. Also doch ein schnelles Remis heute für den Schachwizard.

Nach den 10. Zug schlurft das Schachkid erstmal zur Hotelbar und trinkt einen Espresso. Der schnieke Kellner ist da, ein Italiener  aus dem Bilderbuch, ursprünglich und rassig. Er freut sich, dass das Schachkid da ist und gibt Espresso und Praline aus.

Das Hotel hat auch sonst kurioses zu bieten. Die Hotelchefs sind Zwillinge und wiegen deutlich über 150 kg. Der Laden ist ein Familienbetrieb. Die Töchter sind auch Zwillinge. Ein Zwilling arbeitet an der Bar und sagt so schön „Ciao“, das das Schachkid diese gleich heiraten würde.Eine der beiden Hauskatzen liegt stets in der Lobby auf einen Stuhl rum und döst. Die Katze wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit vom Schachkid überfallen und mit Streicheleinheiten versehen. Der Frühstückskellner soll nicht unerwähnt bleiben.

Abends nach dem Italiene noch ein Bier in der Hotelbar. Das Schachkid schlummert gegen 23.30 Uhr friedlich vor sich hin, als die besoffenen angeheirateten Russinnen aus Schweden mit ihren Nachwuchs wieder auftauchen. Die Russin, vermutlich aus Kasachstan dem Gesicht nach zu urteilen, regt sich auf, das die Bar nicht mit Personal besetzt ist. Das Schachkid wird lautstark geweckt. Bei lärmenden Russinnen wird das Schachkid grundsätzlich sauer. Es sieht sich genötigt, die Russinnen zur Ruhe aufzufordern, was nicht viel bringt, da sie „Silencio“ nicht verstehen. Na ja, geht das Schachkid eben ins Bett.

10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Verdächtigungen unter heißer Sonne

Das Hotel bietet allerlei Wellness-Angebote. Zeit, um sich ein wenig aufzupimpen. Das Schachkid bucht  eine Gesichtsreinigung um 11.00 Uhr und lässt dafür die Inselrundfahrt sausen. Im Wellness-Keller angekommen, in dem subtropische Temperaturen herrschen, wartet das Schachkid 12 Minuten. Es passiert nix. Das mag das Schachkid gar nicht, da wird es schonmal übellaunig. Zurück zur Rezeption und kurz nachgefragt, schon ist die Kosmetikerin angekommen. Das Schachkid soll im  tropischen Keller sein Gesicht 10 Minuten in einen heißen Dampfstrahl halten. Das mag das Schachkid auch nicht, In Deutschland macht das eine Kosmetikerin mit einem feuchten Tuch. Das Schachkid bricht ab und storniert bei dieser Gelegenheit das für den Folgetag anstehende Körperpeeling. Wer weiß, was dort geplant ist.

Danach kurze Aufregung. Das Schachkid liegt am Pool. Lucky will Badesachen. Die sind im Auto. Die Schlüssel hat das Schachkid, das am Pool liegt, aber nicht vom Lucky gefunden wird. Später geht das Schachkid zum Auto und oh Schreck, da ist wohl einer gegengefahren. Zumindest sieht die Schmutzspur so aus. Der Schachwizard wird aus dem Schlaf gepocht. Zu dritt begutachtet man das Auto. Ein Unfall wäre schlimm, 2500 € Selbstbeteiligung hat das Wägelchen. Der Hotelgärtler Luigi weiß Rat. Ein Lappen und etwas Terpentin und das Auto ist wie neu.

Das Schachkid will sich in gewohnter Weise mit Bier und Limochello stärkeren. Die Kellnerin kommt auch schnell und nutzt die Gelegenheit, bei Balance des Putzlappens und des Tablets den kostbaren Gerstensaft über das Schachid auszukippen. Zur Entschuldigung bekommt das Schachkid zwei Bier spendiert. Hiner dem Schachkid bricht die Schilfdeko zusammen.

Überhaupt ist man ständig am Trinken, weil es so heiß ist. Wasser, Bier, Limonchello – Hauptsache flüssig.

In der vierten Runde sitzt ein dicker Italiener an den weißen Steinen. Es wird ein Königsinder.

Entgegen seiner Gewohnheit spielt das Schachkid 8. … e5 statt c5. Das wird spielentscheidend sein, da der Bauer c7 schwach wird. Auf diesen Punkt spielt Weiß und belagert ihn. Mit allen,was dazu gehört. Der Abstausch 17. …  Lxd5 ist dabei nicht hilfreich, da er erst die c-Linie öffnet. Der c7-Bauer droht schon zu fallen. Das Schachkid versucht es mit einer Pseudodrohung 21. … Sf4. Es klappt, der Gegner wird merklich unsicher, das Schachkid gewinnt ein paar Züge. Schach ist eben doch nur Psychologie. Aber der Punkt ist nicht zu halten. Das Schachkid wundert sich, warum Weiß nicht einfach 32. Txb6 spielt. Danach ist gleich Ruhe. Das Schachkid versucht, noch etwas Unruhe zu stiften und Gegenspiel unter hohen Bauernverlusten zu erlangen. Dies gelingt nur bedingt, die Stellung ist einfach zu schlecht. Das Schachkid muss die Waffen strecken.

Schach ist eine ernste Sache, selbst bei so einem kleinen Turnier. An einem hinterem Brett setzt die besser stehende Gegnerin patt. Als sie dies erkennt, werden lautstark die Figuren durch die Gegend geworfen. Der herbei eilende Schiri kann die Signora kaum beruhigen.

Das Schachkid seinserseits ist ein wenig müde und beschließt, nach 10 Zügen ein kleines Nickerchen im angenehm kühlen und dunklen TV-Raum einzulegen. Dann hin und einen Zug gemacht und erstmal die Toilette aufgesucht. Der Gegner ist offensichtlich der Abwesenheit des Schachkids tief besorgt, vermutet ein Cheating und will zum Schiri. Lucky behauptet, das Schachkid habe Magenprobleme. Wobei es sicher keine FIDE-Regel gibt, die ein kleines Nickerchen zwischendurch verbietet. Die gute Absicht von Lucky findet das Schachkid gar nicht gut. Diese Unterstellung hätte das Schachkid lieber ausgefochten.

Der Schachizard sitzt die ganze Zeit stirnrunzelnd am Brett, guckt hin und her und bleckt die Zähne. Offenbar hatte er in dem Moment eine Idee. Jedenfalls gewinnt er gegen seinen deutschen Gegner aus Bremen. Lucky hat heute die längste Partie, es wird wieder Remis. Er wundert sich darüber. Das Schachkid wundert sich nicht, wenn  er bereits nach 5 Mintuten die Damen abtauscht. Obwohl die Stellung anschließend recht verwickelt aussah…

Es ist Zeit, den Superdave von der Fähre abzuholen. Nun beginnt eine Zeit voller Stress. Das Navi lotst das Schachkid nicht zum Hafen, sondern behauptet voller Überzeugung, dieer Kreisverkehr hier sei das Ziel. Davor natürlich ein Stau. Natürlich kann man auch nirgends halten. Das Schachkid versucht, den Superdave anzurufen. Der geht nicht ran, obwohl er schon da sein muss. Whats App liest er auch nicht. Das Schachkid wird geruhsam latent aggressiv. Schließlich gibt er sich via Whats App zu erkennen und schickt ein „Lol“. Das Schachid ist kurz versucht, in irgendeiner Art und Weise auf den Superdave einzuhauen, sollte es ihn finden. Er gibt endlich seine Position bekannt. Das Navi behauptet, für 1,2 km benötige man 30 Minuten. Nach 10 Minuten merkt das Navi an, dass es im Fußgängermodus unterwegs sei und das der Fahrzeugmodus doch günstiger wäre. Superdave schickt derweil eine Nachricht, er habe nun vom Warten die Nase voll und gehe was trinken. Der Schachwizard im Hotel kommentiert mit Häh. Endlich den Superdave gefunden, gelingt es nicht, das Radio im BMW zu aktivieren. Für so ein teures Auto ist das ein absolut verunglücktes Bedienkonzept.

Endlich kann man zum Essen fahren, Danach soll es über dunkle enge Straßen zu heißen Quellen gehen, die ins Meer münden. Es ist stockdunkel. Die Meute ist auf einer steilen Treppe schon gut vorangekommen. Dem Schachkid wird ein wenig plümerant und ruft die Meute zurück, die  ihren Unmut bezeugend folgt. Vielleicht gelingt ja ein neuer Anlauf, die Quellen zu besuchen, ohne dass das Schachkid rumziekt. Der Superdave ist nachts um drei auch keine große Motivationshilfe.

10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Sonnne, Strand und nur Remis

Das Schachkid hat das ideale Rezept zum guten Schachspiel enteckt. Vor der Partie ein Radeberger, ein Epresso und ein Limonchello und die Welt ist in Ordnung.

Ansonsten alles beim alten. Der Schchwizard bereitet sich vor, der Lucky liegt in einer dunklen Ecke. Morgens gab es eine Massage von Francesco. Dieser versteht den Namen des Schachkids nicht. Kurzerhand wird aus Rene Renato gemacht. Das versteht er. Neuerdings bekommt das Schachkid so ein Schlafbedürfnis zum Mittag hin, Muss wohl das Klima sein, oder der Urlaub. Am Alter liegt es jedenfalls nicht!

Heute darf das Schachkid an Brett 1 spielen, gegen die Nr. 1 des Turniers. Ein 14-jähriger Russe mit schweren Namen. Er wirkt ziemlich müde und unruhig, das kann zum psychologischen Vorteil. Das Schachkid hat sich ausnahmnsweise vorbereitet und erwartet wahlweise Caro-Kann oder französisch. Caro-Kann guckt  sich das Schachkid an, für französisch ist es dann zu faul. Natürlich wird es ein Franzose.

Der Russe scheint vom Franzosen keinen großen Plan zu haben. Jedenfalls kommt er schnell ins Grübeln.Das nun folgende Spiel plätschert so vor sich hin. Der Russe steht stets leicht besser. Insbesondere nach 15. … Sb4, was das Schachkid nicht gesehen  hat und den Läufer abtauscht. Der Russe baut Druck auf. Aber nach 28. … Sg5 kann das Schachkid gut abtauschen und die Lage entschärfen. Übrig bleibt ein Turmendspiel mit Springer beim Schachkid und Läufer beim Russen. Schwer zu sagen, wer besser steht.

Zeit ist sowieso sein Problem. Das Schachkid hat schion zweimal Remis geboten, weil es kein Gegenspiel hat. Der Russe lehnt wortlos ab und verzieht nicht eine Mine. Mit nur 30 Sekunden auf der Uhr bietet er dann seinerseits Remis. Das Schachkid runzelt demonstrativ die Stirn und lässt ihn erstmal 5 Minuten schmoren, ehe das Remis angenommen wird.

Am Nebenbrett rast Lucky durch die Party. Nach kaum 30 Minuten ist man schon bei 20 Zügen und das Brett bis auf ein paar Bauern und Schwerfiguren fast leer gefegt. Nach weiteren Gekloppe bleiben je einige Bauern und je ein Turm übrig. Plötzlich beginnen beide Spieler nachzudenken. Aber mehr als Remis scheint nicht drin zu sein, was den Lucky etwas brummelig macht.

Der Schachwizard kam gut mit seiner Vorbereitung klar, hat nach eigener Aussage aber einen Zug vergessen und stand dadurch schlecht. Während man sich bei den schwachen Spielern im B-Open auch mal einen Schnitzer leisten kann, wird wohl in der starken Welt des Schachwizards ein Fehler wohl gleich gnadenlos bestraft. Am nächsten Tag muss dann wohl ersatzweise der andere Deutsche dran glauben.

Das Schachkid fährt fröhlich hupend über die Insel. Der Verkehr gefällt dem Schachkid so langsam. Der Italiener in Ischia ist im Stress, keine Vorspeise und ewiges Warten auf die Rechnung. Die Engländer gewinnnen mit Ihrem Rumpelfussball auch noch. Für die heißen Quellen ist es auch schon etwas soät. Dafür warten dort rosenbestreute Tische und zwei Gitarrenspieler, die die anwesenden Senioren bezaubern. Das Schachkid wagt sich an einem Apfellikör, wird von diesem aber völlig aus der Bahn geworfen. Teufelszeug.

10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Blitz war nix

Erkenntnis des Tages – Belgien wird Weltmeister, der Schachwizard und der Lucky schwanken zwischen schlafen und schlafen und beim Blitz läuft sowieso nix. Doch der Reihe nach.

Vom Strand sieht man irgendwie wenig. Ist wohl doch zu weit weg und zu warm. Das Hotel hält ein großes Wellness-Angebot bereit. Das Schachkid fühlt sich alt und hat eine Massage, eine Gesichtsreinigung mit Ozon und ein Körperpeeling gebucht. Der nervige Vollbart konnte auch endlich runter, nachdem das Schachkid seinen Rasierer endlich wieder gefunden hat.

Man findet sich morgens zum Blitz um 9.30 ein, aber keiner da. Man wartet und wartet und wartet, andere warten mit. Der Schachwizard studiert den Flyer. Ein P.M. ist hinter der Uhrzit vermerkt.

Die heutige zweite Runde des Schachturniers sollte noch entspannend werden. Der Schachwizard wälzt zu grandioser Musik die Datenbank und versucht, sich in Stimmung zu bringen, Das Schachkid überlegt, sich vor des Schachwizards Tür zu stellen und eine klingonische Oper zu intonieren.

Heute geht es einen Zwilling aus Schweden, offenbar ein Fussballfan aus Stockholm, wie sein Trikot verrät. Sollte einfach zu gewinnen sein. Trotzdem muss das Schachkid schon ab dem 15. Zug konzentriert verteidigen, um den Bauern auf d5 nicht zu verlieren. 18. Tc7 macht die Lage nicht besser. Erfreulichrweise lässt Weiß den Turmtausch auf der offenen c-Linie zu, sodass die schwarze Stellung sich zunehmend bessert.

Nach dem 26. Zug bietet Weiß Remis an, was das Schachkid aber aufgrund der Weisung des Schachwizard zweimal ablehnt. Im 30. Zug erpät das Schachkid eine Möglichkeit, die Damen zu tauschen. Das folgende Endspiel sollte gewonnen sein, da der schwarze König aktiver ist und  schneller an den a- und B-Bauern ist. Das Schachkid kann sich an eine Traniningsstunde neulich auf den Balkon erinnern und denkt an Zugzwang und Reservietempi. 34. Kb1 ist dann der weiße Fehlzug, der die Entscheidung bringt.

Der Schachwizard ist als erstes fertig. Er bringt es auf eine dreimalige Stellungswiederholung in acht Zügen. Da hatte man wohl gegenseitigen Respekt voreinander. Das Schachkid weiß nicht, was die FWM vom Schachwizard hält. Ihm ist bestimmt sein Ruf vorrausgeeilt. DIe junge Dame, 18 Jahre, schejint auch nicht ganz unbeleckt zu sein, sondern im spanishen Frauenschach vorne mitzuspielen. Dafür wird der Schachwizard am nächsten Tag mit einem FM belohnt.

Der Lucky gewinnt in klassischer Manier. Ein Mehrbauer wird erbeutet und dann offenbar irgendweie durchgebracht.

Nun jat man Hunger und düst zum Essen. Dummerweise ist es erst 18.00 Uhr, beste Abendbrotzeit in Deutschland. Nicht so in Italien. Da ticken die Uhren anders, nämlich später. Nix hat auf. Aber kein Problem, eine neue coole Pizzeria ist fix gefunden.

Abends findet nun das Blitzturnier statt. Nicht viele Teilnehmer, aber trotzdem gut besetzt. Sogar mit Kindern, die schön spielen und die Gegner reihenweise weghauen. Der Schachwizard hat Pech, gleiche Punktzahl aber schlechtere Buchholz – es bleibt der vierte Platz und als Preis mysteriöse italienische Schachzeitungen. Der Lucky holt nix, das Schachkid gerade mal einen Punkt von acht. Leider kriegt der ehrenvolle letzte Platz auch keinen Preis.

Schockierende Läuferzüge auf Ischia

Es geht los, 1. Runde beim 10th Chess festival von Ischia. Jeder hat ja so seine eigene Methode, sich auf ein Schachopen einzustimmen. Der Schachwizard ackert seit Tagen vor sich hin und braut in seiner Hexenküche neue Eröffnungsvarianten zusammen, Lucky liegt in einer dunklen Ecke und chillt bei Buch und Musik. Das Schachkid versucht es mit Spagetti mit kleinen  Muscheln und grünen Tee.

Ein wirklich kleines Open, 27 Spieler in der B-Gruppe.

Als erstes muss ein freundlicher älterer Italiener ran. Er ist sehr nett und bringt dem Schachkid kühles Wasser. Es kommt ein Franzose aufs Brett. Schwarz erbeutet einen Bauern. Das Schachkid ist kurz erschrocken, kann sich aber nicht vorstellen, dass Schwarz den Bauern dauerhaft behält. Ein Turm auf b1 mit Angriff auf die Dame und b7 sollte ausreichen, Leider schiebt Schwarz 11. … Sf6 dazwischen. Unverzagt knallt das Schachkid den Läufer auf b7 rein. Schwarz nimmt ja schließlich mit Lxb7 wieder. Und dann im nächsten Zug Tb1 mit Rückgewinn des Bauern, Der Computer zeigt eiskalt, dass einfach 12. … Dxb7 geht. Das hatte das Schachkid nicht auf den Schirm, der Gegner Gott sei Dank auch nicht. Vermutlich hätte der Gegner mit solch einem Fehler auch nie gerechnet.

Nun tauscht es sich schnell ab. Das Schachkid hofft auf die bessere Bauernstruktur. Der Doppelbauer auf der f-Linie stört nicht. Man zieht hin und her und bewegt die Bauern. Im 24. Zug opfert Schwarz augenscheinlich einen Bauern für Initiative auf der h-Linie.Warum Schwarz 28. … Kxd5 auslässt, bleibt sein Rätsel. 32. Txa7 ist wohl ein Fehler. Denn plötzlich kriegt Schwarz Initiative und muss höllisch aufpassen, keinen Turm zu verlieren oder in ein Dauerschach zu rennen. Der weiße König flüchtet nach a1. Der Turmtausch von Schwarz im 37. Zug scheint keine gute Idee zu sein. Die Türme sind der einzige Aktivposten von Schwarz. Danach ist ist die Lage aussichtslos.

Lucky hatte sich für das B-Open entschieden bzw wurde vom Schiri ganz höflich gebeten, doch das B-Open zu spielen. Für das A-Open war die Elo doch zu schlecht. Nun am Brett 2 sitzend kann er schnell gewinnen. Bereits nach 30 Minuten sieht seine weiße Stelllung sehr aktiv aus, er steht mit dem Läufern im gegnerischen Lager.

Der Schachwizard meint, man müsse aggressiv spielen. Im Gegensatz zum Schachkid, dass immer etwas träge und vollgefressen am Brett sitzt, ist er beim Mittag eher sparsam. Hunger mache aggressiv. Der Erfolg gibt ihm recht. Er haut die Nummer zwei des Turniers weg. Am nächsten Tag wartet eine WFM auf ihn.

Spanien ist raus. Man isst Pizza, drei Siege am ersten Tag. Hätte schlechter laufen können.

 

 

 

 

10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island”

Lucky, der Schachwizard und das Schachkid haben sich aufgemacht, um in fernen Gefilden, auf Ischia, zu urlauben und Schach zu spielen.Im Laufe der Woche wird noch der Superdave nachkommen und moralische Unterstützung liefern.

Das 10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” scheint ein kleines überschaubares Turnier mit moderaten Schwierigkeitslevel zu sein. Man spielt eine A- oder eine B-Gruppe. Daneben gibt es noch ein kleines Schnellschach- und ein Blitzturnier. Wie die Turnierseite zeigt, verirren sich ein paar Titelträger ins A-Open. Wobei der einsame FM und die CMs doch sehr moderate Zahlen aufweisen. Da sollte der Schachwizard durchaus gute Chancen haben.

Der Lucky überlegt noch, ob er die Herausforderung im A-Turnier sucht oder doch lieber entspannt im B-Turnier Urlaub macht. Dort hätte er Siegesschancen, muss aber natürlich am Schachkid vorbei, dass immerhin auf Platz 8 gesetzt ist.

Das Turnier findet im Hotel „Villa Angela“ statt, eine durchaus schöne Anlage mit Pools und vielen Blumen. Leider liegt das Hotel direkt an der Hauptstraße, die mächtig lärmt. Kaum zu glauben, was für eine Rush Our es auf einer kleinen Insel geben kann.

Überhaupt der Verkehr, für ordnungsliebende Deutsche ein einziger Alptraum. Der Italiener fährt per se chaotisch, jedenfalls aus deutscher Sicht. Die Italiener haben bestimmt ein System. Man gibt Gas, egal wie eng die Straße ist. Ganz dem Klischee entsprechend sind Roller omnipräsent. Die natürlich links und rechts überholen. „Der Kopf muss gehen wie eine Rundumleuchte.“ hat der Fahrlehrer seinerzeit dem Schachkid gesagt. Das ist hier überlebenswichtig. Auf der Insel sind die Straßen eng. Mehr als 40 kann man faktisch nicht fahren. Busse hupen vor Kurven, um vor sich selbst zu warnen. Fährt man wie das Schachkid aus Versehen in eine Nebenstrasse, dazu noch mit einem breiten 1er BMW, wird es ganz spannend. Die Strasse reicht kaum für ein Auto, hat trotzdem Gegenverkehr und dazu noch einen 40 Grad steilen Anstieg.

Das Essen ist auch nicht so doll, aber man hat kurze Wege zum Spielgeschehen. Und die Leute des Hotels sind sehr freundlich und hilfsbereit.

Ischia ist mit 46 m2 die größte Insel im Golf von Neapel und hat einen eigenen Vulkan, den Mounte Epomeo mit einer Höhe von 789 m. Auf diesen ist man natürlich geich am dritten Tag raufgestiegen. Also raufgestiegen sind der Lucky und der Schachwizard. Das Schachkid hat mal wieder seine körperliche Fitness unter Beweis gestellt und hat sich langsam mit vielen Pausen hinauf bewegt, um oben halbtot das Gipfelrestaurant zu erstürmen.

Sonst bietet die Insel viel Natur und Thermen. Die Strände sind auf dem ersten Blick klein und sehr voll. Das Schachkid ist sich noch nicht ganz sicher, ob es die Insel gut findet oder nicht.

Das Hotel hat auch eine Leinwand und Fernseher und überträgt die Fussball-WM. Das Schachkid  guckt sonst nie Fussball, ist aber mit dem Schachwizard und Lucky solidarisch. Das Schachkid guckt das erste mal seit 10 Jahren Fussball und wird ausgerechnet Zeuge von der historischen WM-Pleite der Deutschen Nationalmannschaft. Das ist schade. Etwas Fussballfieber wäre das Sahnehäubchen auf dem Urlaub gewesen.

Das Schachkid hat sich noch kein rechtes Turnierziel überlegt. Keine Remis und eine Platzierung in den Top 10 wären aber ein adäquates Ziel.

24. Emanuel-Lasker-Gedenkturnier in Thyrow

Das Schachkid hat sich mit dem Tjarks zum 24. Emanuel-Lasker- Gedenkturnier in die schöne Kulturscheune nach Thyrow aufgemacht. Um 8.45 ist Anmeldeschluss. Man wird nicht pünktlich kommen. Erst kommt das Schachkid nicht daheim los. Ein Stück der Serie Colony musste noch unbedingt geschaut werden. Dann findet das Schachkid den Tjarks nicht. Der steht zwar am Straßenrand. Sowas übersieht das Schachkid gerne mal.

An der Hausnummer 39 befragt das Schachkid die Mutter des Tjarks nach dessen Verbleib. Die Frau bestreitet jegliche Kenntnis eines Sohnes und verweist auf zwei anwesende Hunde. Kurzer Check des Navis, falsches Haus.

Der Tjarks ist gefunden. Man versucht, die Turnierleitung zu erreichen. Die Ausschreibung ist fix runtergeladen. Aber der Tjarks muss erstmal 5 Minuten die Datei konvertieren. Hinweis für Turnierleiter – Ausschreibungen im PDF- Format kann man auch mobil lesen.

Es wird eine Handynummer gesucht. Gefunden wird eine Festnetznummer, wo aber keine verschreckte Ehefrau ran geht. Der Tjarks ruft aus Versehen ein Fax an. Das Schachkid fordert den Tjakrs auf, dem Turnierleiter ein Fax zu schicken, das man zu spät kommt. Nach kurzer Diskussion schickt man dem Turnierleiter eine E-Mail. Vielleicht hat er ja ein Smartphone bei. Zweiter Tipp für Turnierleiter – eine Handynummer in der Ausschreibung ist immer gut.

Das Wetter ist schön, die WM ist auch. In diesem Jahr sind nicht ganz so viele Spieler da wie in den letzten Jahren.  Aber dennoch ist es gut besetzt. Die Punkteausbeute dürfte heute eher dürftig werden.  Das Geburtshaus von Emanuel Lasker, was in Thyrow steht, konnte nicht gerettet werden und wird in Kürze abgerissen.

Die IT streikt, Chaos bei der Auslosung. Das Schachkid bewundert einen der beiden Laptops, das dem Aussehen nach schon einen gewissen historischen Wert hat. Krass, was vor Jahren noch unter mobilen arbeiten verstanden wurde. Aber die Turnierleitung gibt ihr bestes. Der moderne Laptop streikt. Das Laptop aus dem letzten Jahrtausend, 1999, rettet die Situation.

Erste Runde, das Schachkid ist überraschenderweise in der 1. Hälfte gesetzt. Der gegnerische Nachwuchs lässt die Dame stehen, spielt aber tapfer bist um Matt weiter. Der Tjarks legt erwartungsgemäß den Grabs jun. um.

Zweite Runde. Auslosungen sind manchmal komisch. Die Brüder Röhr müssen gegeneinander spielen. Das Schachkid hat es bis ans 6. Brett geschafft.  Der Gegner kämpft mit biologischen Waffen, hat offenbar schon länger nicht mehr geduscht und müffelt drei Meilen gegen den Wind. Das Schachkid überlegt kurz, gleich nach dem ersten Zug aufzugeben, leistet sich dann aber doch vorsichtshalber ein paar taktische Schnitzer. Der Arschlochvater vom Turnier letzte Woche in Schöneberg ist auch da, diesmal aber ohne Sohn.

Dritte Runde, Tjarks spielt gegen den Arschlochvater und erhält vom Schachkid den Auftrag, diesen umzuhauen. Das Schachkid spielt gegen einen netten Senior. Der kleine Röhr sitzt daneben. Man hat die gleiche Eröffnung auf dem Brett. Das Schachkid guckt aufs Nebenbrett und holt sich Anregungen. Der kleine Röhr macht Sf5, das Schachkid macht’s nach und gewinnt dadurch tatsächlich die Partie. Tjarks meldet unterdessen Vollzug.

Fast hätte das Schachkid nun in der vierten Runde gegen den Arschlochvater spielen müssen. Das Schicksal meint es besser. Mama Röhr muss am 7. Brett gegen ihn ran. Das Schachkid verspürt Hunger und zerlegt am 6. Brett die Nr. 8 des Turniers. Hunger macht aggressiv, wie des Schachkids Trainer zu sagen pflegt. Mama Röhr hat leider verloren. So wird das Schachkid wohl in der nächsten Runde den Arschlochvater kriegen.

Und so kommt es auch in der fünften Runde. „Ah stärker Mann“ kommentiert der Gegner und erinnert sich, dass das Schachkid letzte Woche seinen Sohn umgehauen hat. Er meint es wohl ironisch. Der Gegner runzelt bei jedem Zug die Stirn und schüttelt fassungslos den Kopf. Der „starke Mann“ gewinnt erstmal zwei Bauern. Das Schachkid schmeißt einen Bauern, der Arschlochvater drückt die Uhr und brüllt „Aufbauen“. Nun schmeißt er was um, baut aber nicht auf seine Zeit auf. Das Schachkid hat die Extrasekunden nicht nötig, vier Bauern sind ein beruhigendes Polster. Der Arschlochvater schmeißt nun den König unter den Tisch, das Schachkid weißt höflich auf die abgelaufene Uhr hin. Der Arschlochvater hat den König gefunden und schmeißt wütend die Figuren auf den Tisch. Anschließend belehrt er das Schachkid „dass es die Figuren auf eigene Zeit aufbaut. Das kannst Du Dir merken.“ Das Schachkid schweigt und genießt, draußen gratulierten Betriebschachler lautstark mit dem Hinweis „Der Olle hat immer Recht.“

Mittagspause – das Schachkid isst lieber etwas weniger. Sonst gibt es nach dem Essen keine Punkte mehr. Mit 4 aus 5 geht es am zweiten Brett gegen Christian Syre in die sechste Runde. Der Gegner hat eine 22xx und schiebt das Schachkid am Damenflügel im Königsinder musterhaft zusammen. Anschließend gibt er dem in seinen Grundfesten erschütterten Schachkid Eröffnungstipps. Der Tjarks zaubert am Nebenbrett gegen FM Schulze ein Remis. Er hatte perspektivischen Angriff. So geht das also.

4. Brett in der siebten Runde gegen den großen Röhr. Das Schachkid opfert einen Bauern, erhält aber nicht die erhoffte Initiative. Der Sportsfreund Röhr hat auch sonst den besseren taktischen Durchblick, während das Schachkid seine Dame ins Abseits stellt und diese nicht mehr den König beschützen kann. Der Tjarks remisiert sich taktisch am ersten Brett gegen die Starken, hier Syra, durch und macht derweil das Fußvolk um.

Achte Runde, wieder Königsinder. Das Schachkid greift diesmal lieber gleich am Damenflügen an und gewinnt prompt einen Bauern. Dann setzt das Schachkid aber nicht aktiv fort, was den Gegner zum Königsangriff ermuntert. Dieser schlägt auch voll durch. Zu passives Spiel und taktische Einsteller sind die Defizite, die viele Partien scheitern lassen.

Und nach dem Essen kam nichts mehr. Neunte Runde, endlich mal Schottisch. Das Schachkid greift ordnungsgemäß an und verbucht auch bald einen Bauern mehr sowie die bessere Stellung. Aber irgendwie hat das Schachkid dann einen Hänger. Nach Damentausch kann Schwarz plötzlich die Zentrumsbauern angreifen und Weiß steht doof da.

Wieder einmal ein sehr gemütliches Turnier in Thyrow, was das Schachkid aufgrund der schönen Lokalität und der lockeren Atmosphäre nur empfehlen kann. Zwei 2000er weggeputzt aber auch viel Unsinn gespielt. Da hat der Trainer noch was vor sich.

 

 

 

 

20. Offenes Schnellschachturnier bei Schachfreunde Berlin 1903

Die Schachfreunde Berlin haben zum Schnellschach geladen. Das Turnier ist Teil der Berliner Grand Prix Serie und entsprechend gut besetzt. Mit 17 Euro Startgeld aber auch recht happig. Weniger Preisgeld für wenige und weniger Startgeld für alle tun es vielleicht auch. Aber vielleicht kostet der Spielsaal auch viel Miete, man weiß es nicht.

Es ist gut besetzt, wenn auch die ganz Großen fehlen. Ansonsten sind die üblichen Berliner Verdächtigen da, die Schachfamilie Lagunow zum Beispiel, der übliche Nachwuchs, die üblichen Betriebsschachleute, und diverse Brandenburger… die Röhrs, sind zwar in Magdeburg angemeldet, aber trotzdem Potsdamer. Der umtriebige Tjarks, der immer stärker werdende Daniel aus Briesen und der unverwüstliche Möwisch. Letzterer suchte einen Geldautomaten, traf aber nur auf leichte Mädchen, die ihre Dienste anboten. Diese öffnen ihre Spardose wohl für Geld, aber nur zum Kassieren. Raus kommt da nix. Also kein Geldautomat gefunden. In der Gegend mangelt es so an einigen, wie sich später noch heraus stellen sollte.

Erste Runde, der 2000er sieht sich zu einem Dauerschach genötigt. Remis, schon liegt das Schachkid vor den beiden Briesenern Dave und Daniel, die beide eigentlich nur zugewandert sind. Das wird nicht lange so bleiben, diese natürliche Hackordnung nach der ersten Runde.

In der zweiten Runde erobert das Schachkid einen Bauern. Aber der Gegner schlägt gnadenlos zurück. Ein blöder Abtausch, und auf einmal hängen alle Bauern des Schachkids in der Luft. Schon liegen Doppel D aus Briesen vorne.

Dritte Runde gegen einen Hammel. Das mag das Schachkid gar nicht. Der Gegner kommt vier Minuten zu spät, zieht total hektisch, greift während der Partie über das Brett dahin, wo das Schachkid die geschlagenen Figuren lagert und greift sich die Dame. Völlig unnötig, da kein Freibauer weit und breit in Sicht ist. Dann ist er eher fertig mit Aufbauen als das Schachkid und rennt los, ohne mal wenigstens auf die Idee zu kommen, die Uhren zu stellen. Gut, das Schachkid hat eine Gabel übersehen, trotzdem fand es den Gegner sehr arrogant.

In der vierten Runde geht es gegen einen kleinen Lockenkopf. Der Kleine steht klar auf Gewinn, versiebt es in der Zeitnot aber.  Er bricht bitterlich in Tränen aus. Das Schachkid geht zum anwesenden Vater, ein recht starker Spieler im Betriebsschach. Reaktion des Vaters, er wolle nix vom Schachkid. Das Schachkid wendet ein, dass der Kleine bitterlich weine und des Trostes bedürfe. Der Vater dazu, das Schachkid habe vierzigmal breit gestanden und der Sohn solle weinen, er ginge nicht hin, das müsse der Sohn lernen und klarkommen. Das Ganze sagte der Vater in einer mehr als arroganten Art. Das Schachkid bedauert den kleinen Lockenkopf und kann nur sagen, dass der Vater als Vater und Mensch schlicht ein Arsch ist.

Zur fünften Runde muss man nicht viel sagen. Das Schachkid vergreift sich und spielt Stadt Caro-Kann sizilianisch. Damit kommt das Schachkid nicht klar, Bauer weg und Stellung weg. Sizilianisch ist ein einziger Irrweg.

Sechste Runde, das Schachkid übersieht eine Gabel. Schachfreund Tjarks hat einen Turm stehen lassen und hat keine Lust mehr. Das Schachkid hat auch keine Lust mehr. Nach kurzer Diskussion entscheidet man sich, dass man keine Lust mehr hat.

Siebte Runde, das Schachkid übersieht eine Gabel und hat nun erst recht keine Lust mehr. Draußen fängst es an zu regnen. Offenbar hat das Wetter auch keine Lust mehr. Dave spielt gegen Tjarks. Das Schachkid ist zu faul zum Gucken, vermutet aber anhand der letzten bekannten Stellung, dass der Tjarks gleich noch weniger Lust hat. Es wird dann aber doch Remis. Matt mit Springer und Läufer kann der Gegner nicht. Kriegt man aber auch selten aufs Brett.

Achte Runde, Tjarks ist schon fertig. Das Schachkid bietet eilig Remis. Der Gegner sieht aus wie Dr. Alban, will es wissen, das Schachkid stellt folgsam die Dame ein.

Tjarks und das Schachkid gehen ein Eis suchen. Vor der Tür kann man sich einen blasen lasen, im Umkreis in acht Läden einen Döner essen, aber kein Eis. Verfickte Gegend.

9. Runde, das Schachkid kriegt einen Freipunkt. Die Zeit wird genutzt, um im 800m entfernten Späti Eis zu kaufen. Immerhin, die Entfernung schafft das Schachkid in rasanten 6 Minuten.

Zurück angekommen spielt der Dave irgendwas, das Schachkid hat es einfach nicht mitbekommen. Immerhin musste ein Eis gegessen werden.

Heute lief gar nix. Entweder war es zu warm. Oder zwei Schnellschachturniere am Wochenende sind ein bisschen viel. Bei den Schachfreunden Berlin kann man sich die desolaten Ergebnisse ansehen. Die Häufigkeit der Kraftausdrücke ist, das sei gesagt, ausschließlich dem Wetter geschuldet.

12. Senioren-Freizeit-Cup des SV „Glück auf“ Rüdersdorf e.V.

Das Schachkid ist beim Rüdersdorfer Seniorencup unterwegs. Das Schachkid ist aber keineswegs schon so alt, sondern es dürfen auch jüngere Leute mitspielen. Das schöne Kulturhaus, erbaut im klassischen sozialistischen Spiel, hat wieder offen. Es war aus Brandschutzgründen geschlossen.

Der umtriebige Jörg Zähler hat unzählige Pokale und ein Buffet aufgefahren. Gerade kommen die Bockwürste. Da fühlt man sich gleich wohl, auch wenn das Schachkid auf Diät ist. Das Schachkid hat sich vorgenommen, heute Eröffnungen mitzuschreiben, um sei Repertoire zu schärfen. Aber eigentlich sollte heute ein Platz auf den Treppchen oder der Turniersieg möglich sein. Außer den Berufsschullehrer Fitzke aus Berlin hat das Schachkid noch keine bekannte ernstzunehmende Konkurrenz entdeckt.

Das Schachkid spielt gegen die kleine Viktoria. Jörg Zähler gibt die Maxime „Denken, Ziehen, Drücken“ aus. Das macht das Schachkid nicht, sondern lässt gleich im 12. Zug die Dame stehen und übersieht dann noch eine Gabel. Das Schachkid gibt sogleich auf. Die Gegnerin glaubt an einen Scherz und kann kaum fassen, dass sie gewonnen hat. Jörg Zähler kann es auch nicht fassen und ergänzt das Buffet um saure Gurken für die Verlierer. Jetzt wird es aber schon eng mit dem Turniersieg.

Dafür Plausch am Pausentisch. Ein Postcrossingexperte sitzt am Tisch, man tauscht sich aus. Bei Postcrossing kann man Postkarten in die Welt senden und empfangen.

In der zweiten Runde hat das Schachkid schon wieder Schwarz. Diese Auslosung ist sehr merkwürdig. Der Gegner reicht dem Schachkid bis zum Bauchnabel. Was ihn nicht davon abhält, gleich im fünften Zug matt zu drohen. Von der letzten Partie noch alarmiert, merkt es das Schachkid diesmal und gewinnt. Im Foyer probt eine Ansammlung von Kindern und Teenagern ABBA und brüllt lauthals Mammamia.

Viktoria aus der ersten Runde nutzt die Pause, um das Schachkid und den Berufsschullehrer ausführlich zu interviewen. Schuhgröße und Lieblingsfarbe, das Mädchen ist wissbegierig und wird bestimmt mal Journalistin.

In der dritten Runde kommt die einige Dame des Turniers dem Schachkid vor die Flinte. Die restliche holde Weiblichkeit muss erst noch eine Dame werden. Es wird ein schnelles Matt mit zwei Läufern, ausgesprochen hübsch.

Vierte Runde, die Gegner werden wieder kleiner, Brett 1 dafür hoffentlich näher. Nach diesen Punkt dürfte es aufwärts gehen. Ein Spieler bricht das Turnier ab, da er arbeiten muss, bleibt aber in der Wertung. Das versteht das Schachkid nicht, warum man ein Turnier spielt, wenn man weiß, dass man es nicht beenden kann. Das ist für die anderen Spieler nicht schön.

Ein siebenjähriger informiert derweil das Schachkid, dass es nur einen Weg gäbe, geschlagene Figuren zu retten. Das Schachkid fragt interessiert nach. Der Bauernzauberzug sei das Mittel der Wahl!

Fünfte Runde, das Schachkid spielt gegen einen langhaarigen Menschen und gewinnt einen Bauern. Der Gegner fragt entgeistert, ob er einen stehen gelassen hat. Danach opfert er völlig sinnlos einen Läufer. Das Schachkid hält mit und stellt einen Turm ein. Nach dem sich der Schlachtennebel verzogen hat, einigt man sich vorsichtshalber auf Remis. Das wars mit Platz 1. Die nun dritte Bockwurst macht die Lage nicht besser.

Die sechste Runde gegen einen Senior läuft wieder besser. Die Läufer auf g7 sind tückisch und schnappen sich gerne Türme gerne auf a1. Der König kommt hinzu. Keine gute Idee, mit dem König anzugreifen. Das Schachkid tauscht ab und lässt schon wieder einen Turm stehen. Gott sei Dank entscheidet die Uhr zugunsten des Schachkids.

In der letzten Runde sitzt das Schachkid etwas überraschend dem Favoriten gegenüber. Dieser hat beeindruckende sechs aus sechs. Das Schachkid ist hochmotiviert, keine sieben aus sieben zuzulassen, was der Berufsschullehrer am Nebenbrett begrüßt. Hat dieser doch auch noch Siegesschancen. Der Gegner kann kein Schottisch. Er bekommt einen Doppelbauern verpasst, der sich noch als anfällig erweist. Bauern mehr, Dame mehr und aus die Maus. Der Berufschullehrer am Nebenbrett jubelt, hat aber vermutlich die schlechtere Buchholz und gewinnt am Ende doch das Turnier.

Ein schönes Turnier mi hohen Spaßfaktor. Beim SV Rüdersdorf gibt es mehr Informationen.