Schwarzer Tag beim Erfurter Schachfestival

Nach vier Remisen in Folge muss nun endlich mal ein Sieg her, so das Motto des Tages. Es kam schlimmer.

Zuerst ging es gegen den jugendlichen Sachsen Maximilian Fahrland, der so gar nicht sächsisch sprach. Er kam aus Heidenau und musste dem geographisch unbewanderten Schachkid und dessen Brettnachbarn erstmal erklären, wo das liegt. Der nette Typ überspielte das Schachkid, von dem vollkommen unbemerkt am Königsflügel.

Kurze Analyse hinterher. Ein zweiter Heidenauer, ein Teenie aus dem Meisterturnier, gesellte sich dazu und haute nur so die Varianten aufs Brett, die er beim Vorbeigehen gesehen hatte. Schon beeindruckend, in Heidenau muss es eine tolle Jugendarbeit geben.

Szene am Nebenbrett des Schachkids.

Schwarz: „Ich biete Remis.“

Weiß: „Ich kann nicht schon wieder eher fertig sein als mein Sohn. Wir sind doch erst im 11. Zug.“ und macht einen Zug.

Schwarz: „Jetzt hast Du eine Figur stehen lassen.“

Weiß: „Oh, jetzt willst Du wohl kein Remis mehr.“

Schwarz: „Ich muss noch shoppen gehen. Lass uns Remis machen.“

So schnell geht das…

Nun ging es gegen den Erfurter Lutz Krajinski. Dieser gehörte zwar zum Erfurter Urgestein, was die Teilnehmer angeht. Aber man hatte noch nie das Vergnügen. Bei einer DWZ von 1640 ging das Schachkid von einem möglichen Sieg aus. Überraschend war dann jedoch, wie aggressiv der Erfurter angriff und das Schachkid überrannte. Deprimierend…

Man aß im „Roten Elefanten“ zu Abend. Es gibt dort Gerichte mit klangvollen Namen wie „Flottes Huhn“. Absoluter Geheimtipp, diese Studentenkneipe.

Das Schachkid beschloss, den Abend an der Bar zu verbringen und schaute kurz beim Doppelkopfturnier vorbei, was als Rahmenprogramm statt fand. Man suchte dringend einen 12. Mann, also meldete sich das Schachkid. Kurz die Jacke auf dem Zimmer abgelegt und zürück zum Tunier. Nun waren es 13. Mann. Das Schachkid stieg aus, die Bar lockte. Dort angekommen studierte das Schachkid die umfangreiche Cocktailkarte, als die gute Seele des ThSB herbei geeilt kam, Man sei nur 11. Mann und bräuchte dringend einen 12. Spieler. Kaum oben angekommen, waren es wieder 13 Spieler. Das Schachkid wollte wieder los. Nun brach eine Diskussion los, wer nun spielen soll. Die gute Seele wollte nicht, das Schachkid auch nicht, ließ sich dann aber breit schlagen.

Der Vorjahressieger Daniel Wanzek konnte seinen Erfolg nicht wiederholen, gewann aber trotzdem einen Preis. Er hatte rührenderweise einen Preis für den letzten Platz besorgt. Nicht ahnend, dass er den an sich selbst verleihen würde. Manchmal hat das Leben einen schrägen Humor.

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