Beobachtungen beim Ramada-Cup in Magdeburg

Das Schachkid mag es, die Welt um sich zu beobachten und vermeintlich skurilles aufzuschreiben und sich so seine Gedanken zu machen.

Ein Tumult brach zwischendurch am Nachbartisch in der zweiten Runde aus. Ein Senior spielte gegen einen Mittvierziger. Letzterer hatte wohl nervöse Zuckungen. Der Senior bat seinen Gegner mehrfach, zunehmend lautstark und eindringlicher, seine Finger ruhig zu halten. Dieser Bitte kam der Gegner offensichtlich nicht nach, denn der Senior fauchte mehrfach „Pass auf!“, ließ aber mögliche Konsequenzen offen. Die Partie endete bald, der Gegner schien beruhigend auf den Senior einwirken zu wollen. Der Senior fauchte nur zurück: „Freundchen? Pass auf, ich bin net Dein Freund.“ Wenn Blicke töten könnten, wäre der Gegner wohl verdampft.

Irritiationen gab es am Nachbarbrett des Schachkis. Von der Bühne hallte es vor der zweiten Runde: „Bitte Uhren anstellen, auch wenn der Gegner noch nicht da ist.“. Drei Mann am Tisch des Schachkids stellten die Uhren trotz fehlenden Gegners an. Ein Spieler traute sich nicht und holte den Schiri, der die Uhr anstellte. Als der Gegner schließlich kam, beeilte sich der Spieler, den Schiri die Schuld in die Schuh zu schieben: „Der Schiedsrichter hat die Uhr angestellt.“, sprachs und schaute vorwurfsvoll in Richtung Schiri-Bank.

Am Nachbarbrett des Schachkids mühte sich der Spieler ab, seine Gegnerin matt zu setzen. Schließlich hielt der die Uhr an und deklamierte, dass die Uhr kaputt sei. Die Zeit der Gegnerin bliebe immer bei Minute 12 stehen. Der Schiri eilte davon, um eine Ersatzuhr zu besorgen. Natürlich sprang genau da die Uhr auf 11 Minuten um. Der zurück gekeuchte Schiri leistete Aufklärung und wies auf den nicht unbedeutenden Umstand hin, dass es pro Zug 30s Zeitaufschlag gäbe und so die Zeit vermeintlich stehen könne. Der irritierte Spieler brauchte dann auch nur noch drei Minuten bis zum Matt.

Skuril findet das Schachkid einen 16-jährigen  aus einer anderen Gruppe. Dieser trägt an jeder Hand zwei fette Gold- und Siegelringe. Das Schachkid trägt auch einen Ohrring, hält sich aber sonst bei Männerschmuck zurück. Es wird erst dann einen Ring tragen, wenn es verheiratet ist oder über 80 Jahre alt ist. Als 16-jähriger mit 4 Goldringen an den Händen käme sich das Schachkid sehr albern vor.

 

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