Auf nach Potsdam zum V. Potsdamer Sommeropen

Himmlfahrt 2015, 6.40 Uhr am Bahnhof in Fürstenwalde – das Schachkid ist der einzige Mensch weit und breit. Die Sonne geht gerade auf, kühle Luft, eine ganz besondere Stimmung.

Die ruhige Stimmung setzt sich im Zug nicht fort. Hinter dem Schachkid sitzen fünf ponische Polinnen und Polen. Das Schachkid will hier niemanden diskriminieren und verwendet daher die männliche und weibliche Anrede. Es hat dies am Sonntag in der Tagesschau gesehen, als über die Bremer Landtagswahl berichet wurde und der SPD-Kandidat von Wählerinnen und Wählern sprach. Das Schachkid findet es extrem lächerlich, wenn sich jemand diskriminiert fühlt, weil die weibliche Anrede weggelassen wird. Einfach mal locker machen…

Zurück zu den Polen. Das Schachkid mag Polen, vor allem die polnische Küche. Aber in Zügen unterhalten sich Polen grundsätzlich sehr lautstark. Da ist das Schachkid genervt, denn es will im Zug seine Ruhe haben.

Das Schachkid will das Potsdamer Sommeropen mitspielen. Eigentlich wollte das Schachkid in Potsdam übernachten, hat aber zu spät reagiert. Potsdam ist schön, das wissen auch die Touristen, die Hotels sind voll. Das Schachkid hat keine Lust, 99 € pro Nacht zu zahlen und fährt mit Tageskarte für 8,20 € lieber hin und her.

Also heißt es früh aufstehen. Damit hat das Schachkid kein Problem. Dafür kann man mit dem Schachkid keine Partys am späten Abend feiern. Also um 6.00 Uhr gefrühstückt und via Netflix eine Folge des geliebten Dr. House geschaut.

Zug fahren nach Potsdam erscheint dem Schachkid wie eine Reise in die Vergangenheit, wie eine Heimkehr. Es gibt so Städte, da fühlt man sich spontan wohl, es fühlt sich richtig an. Köln zum Beispiel, oder Erfurt, oder eben auch Potsdam. München dagegen ist eher bäh. 1988 war das Schachkid das erste Mal in Potsdam Babelsberg in einem Ferienlager. So schließt sich der Kreis.

Der Schachwizard hat das Schachkid einst gefragt, warum das Schachkid unbedingt nach Berlin ziehen will, wo doch Potsdam so schön sei. Er hat recht. Nichts geschieht ohne Grund…

Das Schachkid fährt nun also vier Tage lang täglich mit dem Zug nach Potsdam. Es will sich Wohnungen anschauen, oder einfach nur im Cafe sitzen und lesen, Schach spielen und vielleicht auch den Leuten, darunter manch speziellen, auf den Keks gehen.

Das Schachkid verkneift sich ein Ziel a la die 1600 DWZ knacken oder 4 Punkte machen. Ziel ist es, die Bedenkzeit aufzuschreiben, langsam und geduldig zu spielen, die Stellung in Ruhe zu bewerten, einen Plan zu haben und damit den Gegner zu überspielen. Unabhängig von dessen Spielstärke, egal ob 800 DWZ oder 2200. Dies hat der Trainer dem Schachkid aufgetragen. Man wird sehen, wie es läuft…

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