22. Oktober 2019

15. Lichtenrader Herbst – Willkommen in Berlin

Das Schachkid erwartet heute alles mögliche am Schachbrett. Nur kein 9-jähriger, der 1711 DWZ hat. Derweil werden ein 8-jähriger als jüngster Teilnehmer und ein 89-jähriger Senior als ältester Teilnehmer geehrt. Der Senior sieht aus wie 70 und isst überaus agil. Ein lebender Beweis, dass man in diesem Alter trauhaft fit sein kann.

Wieder einmal Königsindisch, wo das Schachkid immer noch keinen Plan hat. Nach Diskussionen mit dem letzten Gegner, wo das Schachkid Königsindisch spielte, wird künftig c5 vermieden und e5 gespielt.  Der Kleine kann die Theorie. Relativ schnell steht das Schachkid schon wieder sehr gedrückt, als der Kleine mit seinen Bauern am Damenflügel heran stürmt. Nun aber begehen beide Seiten so ihre Patzer. Nach 12.  … a6 und 13. Sc4 hängt der d6-Bauer von Schwarz schon in der Luft. Macht der Kleine aber erst später. Schwarz versucht nun, irgendwie am Königsflügel aktiv zu werden und Drohungen aufzustellen. Hauptsache Weiß ist beschäftigt. Nach 19. Tc2 wäre aber der Damenflügel der Ort des Geschehens gewesen. Nach einer Reihe von Schlagzügen kann der weiße Springer auf c4 gefesselt werden und der Tc2 hängt. Zum Schluss steht Weiß um einiges besser. Lässt sich aber von der schwarzen vermeintlichen Aktivität beeindrucken und bietet Remis an, was das Schachkid gerne annimmt.

Johannes tut sich nach furiosen Turnierstart schwer und muss sich lange sein Remis erkämpfen. Unter 4 Stunden macht er es nicht.

Merkwürdiges geschieht derweil um das Spiellokal herum. Vor dem Spielllokal ist wieder die Horde Teenager, ale zwischen 12 und 14 Jahren, und ausländischen augenscheinlich arabischen Ursprungs. Das Schachkid isst gerade ein Brötchen und nimmt nur am Rande wahr, dass sich da zwei Jungs prügeln. Einer ruft „Klatsch ihn an die Wand.“ Der nächste ruft „Nicht würgen, nicht würgen.“ Ein Passant will zu Hilfe eilen. Die Meute ruft „Nur Spaß“. Die Jungs geben sich die Hand. Wenige Minuten später geben sich die nächsten beiden die Hand, prügeln sich dann kurz und geben sich wieder die Hand. Das Schachkid fühlt sich an ein Wolfsrudel erinnert, in dem Jungs ihr soziales Ansehen verbessern, in indem sie siich prügeln. Wie primitiv ist das? Wie werden diese Kinder nur sozialisiert?

Nicht besser läuft es bei den älteren Jugendlichen, diesmal erkennbar alles Deutsche. Diese sitzen hinter den Büschen und kiffen, wie der süßliche Duft beweist. Willkommen in Berlin.

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