14. Wildauer Dahmelandpokal – Start mit Tücken

Der 14. Wildauer Dahmelandpokal findet statt. Das ist umso erfreulicher, da es im letzten Jahr ungewiss schien, ob das Turnier auch im Jahr 2018 stattfinden würde.

Der Start in das Turnier verläuft mit einigen Schwierigkeiten. Dem Schachkid fallen die abendlichen Partien immer sehr schwer. Das Schachkid ist eher ein Morgenmensch. Um so schwerer fällt es, sich abends zu konzentrieren, erst recht nach einem Arbeitstag.

So auch dieses Mal. Der Arbeitstag dauert etwas länger als erwartet. Große und kleine Katastrophen wollen bewältigt werden. Das Schachkid arbeitet als Krisenmanager. Als solcher hat das Schachkid die Erfahrung gemacht, dass Ereignisse mit einem gewissen Krisenpotenzial grundsätzlich am Freitag, vor dem Wochenende, vor dem Urlaub und meist alles zusammen passieren.

Es bleiben immerhin 30 Minuten Zeit, um auf dem Sofa einen grünen Tee zu trinken. Der Sommer verabschiedet sich gerade mit einer Riesenshow, Regen und Sturm. Chaos auf dem Weg zum Turnier. Staubwolken von trockenen Feldern werden aufgewirbelt. Auf der Autobahn geht bei 10m Sichtweise nur Schrittgeschwindigkeit. Dann passiert es. Kurz vor dem Schachkid sind auf der Mittelspur drei Autos aufeinander gefahren. Der Wagen in der Mitte sieht übel aus, die Passagiere scheinen unverletzt.

Über 80 Spieler haben sich in Wildau eingefunden, erstaunlich wenig Brandenburger aus der Umgebung sind da. Keine Fürstenwalder oder Briesener, dafür Rüdersdorfer und Müncheberger und die unvermeidlichen Magdeburger Schachzwerge. Der dortige Nachwuchs weist beeindruckende ELO-Zahlen aus.

Das Schachkid hat Schwarz gegen Wolfgang Fiedler.Der Gegner ist ein netter Senior aus Berlin. Er will sich mit dem Schachkid unterhalten. Das Schachkid will seine Ruhe. Es kommt das Gespräch auf die Energiewende. Das Schachkid ist mittlerweile richtig genervt und erlaubt sich einen Hinweis, dass es seit mehr als einem Jahrzent bei E.ON arbeitet. In der Hoffnung, die Diskussion zu beenden. Der Gegner zeigt wenig Emphatie, versteht die Körpersprache des Schachkids nicht und redet unbeirrt auf das Schachkid ein. Das Schachkid hat wirklich nichts gegen nette Gespräche, aber für alles gibt es eine Zeit. Und am Brett will das Schachkid seine Ruhe haben.

Es kommt eine Variante im Caro-Kann mit Se5 auf das Brett, was das Schachkid nicht kennt. Manchmal geschehen Wunder. Die Tunierleitung erscheint. Es muss neu ausgelost werden. Gleicher Gegner, aber Farbwechsel.

Aljechin kommt aufs Brett. Das Schachkid nimmt sich Zeit. Neu erlernte Methoden der Stelungsbwertung kommen zu Einsatz FM-Bike und DFA. Es hilft tatsächlich, sich ausreichend Zeit zu nehmen, keine taktischen Einsteller vorzunehmen und Pläne zu finden. Ob diese korekt sind, ist eien völlig andere Frage.

Der Gegner spielt sehr zögerlich. 9. … Lb4 wäre ev. besser gewesen. Nach dem 17. Zug steht Schwarz wohl etwas besser. Insbesondere die weißen Läufer haben keine Perspektiven. Abtauschen oder nicht ist die Frage. Der Abtausch der Türme scheint nichts zu bringen. Daher entscheidet sich das Schachkid für Sd4. Vieleicht kann man den weißfeldrigen schwarzen Läufer vom Brett nehmen.

18. … a6 scheint besser. Nach c6 kommt der Springer nach d6. Weiß kann gleichsam einen Brückenkopf im gegnerischen Lager installieren, der Schwarz lähmt. Nach dem Abtausch der Figuren sieht das Schachkid aber nicht recht einen Gewinnweg und bietet daher Remis an.

Mit dem Start in das Turnier ist das Schachkid zufrieden, Mit WFM Kristin Müller-Ludwig wartet allerdings ein schwerer Brocken in der nächsten Runde.

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