10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Sonnne, Strand und nur Remis

Das Schachkid hat das ideale Rezept zum guten Schachspiel enteckt. Vor der Partie ein Radeberger, ein Epresso und ein Limonchello und die Welt ist in Ordnung.

Ansonsten alles beim alten. Der Schchwizard bereitet sich vor, der Lucky liegt in einer dunklen Ecke. Morgens gab es eine Massage von Francesco. Dieser versteht den Namen des Schachkids nicht. Kurzerhand wird aus Rene Renato gemacht. Das versteht er. Neuerdings bekommt das Schachkid so ein Schlafbedürfnis zum Mittag hin, Muss wohl das Klima sein, oder der Urlaub. Am Alter liegt es jedenfalls nicht!

Heute darf das Schachkid an Brett 1 spielen, gegen die Nr. 1 des Turniers. Ein 14-jähriger Russe mit schweren Namen. Er wirkt ziemlich müde und unruhig, das kann zum psychologischen Vorteil. Das Schachkid hat sich ausnahmnsweise vorbereitet und erwartet wahlweise Caro-Kann oder französisch. Caro-Kann guckt  sich das Schachkid an, für französisch ist es dann zu faul. Natürlich wird es ein Franzose.

Der Russe scheint vom Franzosen keinen großen Plan zu haben. Jedenfalls kommt er schnell ins Grübeln.Das nun folgende Spiel plätschert so vor sich hin. Der Russe steht stets leicht besser. Insbesondere nach 15. … Sb4, was das Schachkid nicht gesehen  hat und den Läufer abtauscht. Der Russe baut Druck auf. Aber nach 28. … Sg5 kann das Schachkid gut abtauschen und die Lage entschärfen. Übrig bleibt ein Turmendspiel mit Springer beim Schachkid und Läufer beim Russen. Schwer zu sagen, wer besser steht.

Zeit ist sowieso sein Problem. Das Schachkid hat schion zweimal Remis geboten, weil es kein Gegenspiel hat. Der Russe lehnt wortlos ab und verzieht nicht eine Mine. Mit nur 30 Sekunden auf der Uhr bietet er dann seinerseits Remis. Das Schachkid runzelt demonstrativ die Stirn und lässt ihn erstmal 5 Minuten schmoren, ehe das Remis angenommen wird.

Am Nebenbrett rast Lucky durch die Party. Nach kaum 30 Minuten ist man schon bei 20 Zügen und das Brett bis auf ein paar Bauern und Schwerfiguren fast leer gefegt. Nach weiteren Gekloppe bleiben je einige Bauern und je ein Turm übrig. Plötzlich beginnen beide Spieler nachzudenken. Aber mehr als Remis scheint nicht drin zu sein, was den Lucky etwas brummelig macht.

Der Schachwizard kam gut mit seiner Vorbereitung klar, hat nach eigener Aussage aber einen Zug vergessen und stand dadurch schlecht. Während man sich bei den schwachen Spielern im B-Open auch mal einen Schnitzer leisten kann, wird wohl in der starken Welt des Schachwizards ein Fehler wohl gleich gnadenlos bestraft. Am nächsten Tag muss dann wohl ersatzweise der andere Deutsche dran glauben.

Das Schachkid fährt fröhlich hupend über die Insel. Der Verkehr gefällt dem Schachkid so langsam. Der Italiener in Ischia ist im Stress, keine Vorspeise und ewiges Warten auf die Rechnung. Die Engländer gewinnnen mit Ihrem Rumpelfussball auch noch. Für die heißen Quellen ist es auch schon etwas soät. Dafür warten dort rosenbestreute Tische und zwei Gitarrenspieler, die die anwesenden Senioren bezaubern. Das Schachkid wagt sich an einem Apfellikör, wird von diesem aber völlig aus der Bahn geworfen. Teufelszeug.

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