2. Oktober 2026

4. Albrecht-Beer-Gedenkturnier

Das 4. Albrecht-Gedenk-Turnier in Gera steht an. Das Hotel ist seit Monaten gebucht. Was das Schachkid aber nicht von seinen üblichen Gemütsschwankungen abhält und lautstark überlegt, nicht doch lieber den Dahmelandpokal in Wildau mitzuspielen. Hier kennt sich das Schachkid immerhin aus.  Immerhin, dieses Jahr ist man als Trio unterwegs. Der Doktor reist aus den Süden an, während das Schachkid noch den  Nordfriesen mit ins Auto packt. Aufgrund seines jungen Alters stellt das Schachkid eine schwere Bildungslücke fest. Der Nordfriese weiß nicht, wer Wigald Boning ist. Da muss das Schachkid mit diesem Video auf die Sprünge helfen:

Immerhin, man ist noch zu eine zivilen Uhrzeit in Gera. Der Nordfriese wird in seinen Hotel abgeliefert. Im eigenen Hotel sind das Restaurant nebst der Bar täglich geöffnet, eine klare Verbesserung zum Vorjahr.

Weniger erfreut ist das Schachkid über drei Schachfreunde aus Parchim und Graal-Müritz, die vor dem Schachkid einchecken. Das dauert nicht nur ewig. Sondern es sind auch auch noch Steuerpreller. Auf die Nachfrage der Rezeption, ob man privat oder dienstlich hier sei, behaupten die drei alten Männer, ähem Schachfreunde, „dienstlich“. Da hegt das Schachkid schon mal ernste Zweifel. Denn wie Titelträger, die vom Schach leben können, sieht das Trio aus Mecklenburg-Vorpommern nun nicht aus.

Das Schachkid bleibt seinerseits ehrlich, sagt privat und zahlt brav seine ca. 6 € Übernachtungssteuer. Zur Mittagsrunde, als es den einen schwarzhaargefärbten Schachfreund aus Graal-Müritz am Fahrstuhl antrifft, kann das Schachkid nicht an sich halten. Es lobt den Schachfreund, dass er „dienstlich“ angegeben hat. Ja, man arbeite hier. Nonsens, sagt das Schachkid dem verdutzten Kollegen, Schach wird gespielt. Das sei ja nun auch Arbeit, so die neue Ausrede. Das Schachkid regt sich kurz auf, wie schäbig es diese Steuerprellerei findet. Was den Wolfgang-Petry-Verschnitt mit seinen schwarz gefärbten Haaren (sind nie und nimmer echt) unbeeindruckt in den Fahrstuhl steigen lässt.

Die Spielbedingungen sind wieder sehr gut. Reichlich Platz in der Halle und ein Tisch pro Spieler. Da hätte sich der Albrecht Beer gefreut. Hier kann man mehr zu seinem Leben erfahren.

Das Schachkid ist nun selten beeindruckt, heute allerdings schon. Das ein Ministerpräsident ein Schachopen eröffnet, hat man nicht alle Tage. Das Schachkid hatte schon die kubanische Botschafterin, aber ein Ministerpräsident ist neu. Dieser spielt tatsächlich selber Schach, hat eine veritable 2000 DWZ und blitzt nach eigener Aussage jeden Tag zwei Partien, um den Kopf frei zu kriegen. Der Thüringer Landtag scheint überhaupt sehr  schachlastig zu sein. Mit Diana Skibbe und Joachim Brüggemann saßen schon einmal zwei Präsidenten des Thüringer Schachbundes im Landtag.

Zur ersten Partie. Das Schachkid ist motiviert.

Was Schwarz mit 6. … Sb4 bezweckt, erschließt sich dem Schachkid erstmal nicht. Der Springer wird auch gleich  mit Tempo vertrieben. Dann greift das Schachkid am Königsflügel an. Der Angriff kommt aber nicht recht in Schwung. Und dann lohnt das Weiterspiel wahrlich  nicht mehr.

Der Doktor gewinnt, während der Nordfriese lange  spielt, dann aber nullt.

Das Schachkid wünscht zu speisen. Die kundige KI enpfiehlt ein klassisches Kaffeehaus in Hotelnähe. Das ist tatsächlich sehr klassisch, klassisch altbacken. Das Schachkid ist der einzige Gast. Das Schachkid bestellt Karlsbader Schnitten. Im Stillen, dezente Hintergrundmusik, Jazz vielleicht, gibt es nicht. Die Kellnerin schafft es nicht, innerhalb von 15 Minuten nach einem Getränk zu fragen. Der Schock kommt dann beim Bezahlen. Nur Barzahlung ist möglich, das Cafe ist noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen. Das Schachkid hat nur Karten, davon immerhin vier Stück. Das Schild mit der Barzahlung wurde vom Schachkid leider übersehen,

Erfreulicherweise logiert der Doktor nur 40m entfernt im Hotel. Das Schachkid ersucht um Auslöse. Der Doktor, in einer Krise völlig untauglich, teilt mit, er habe seine letzten drei  Euro für eine Flasche Wasser ausgegeben und sei nun blank. Der Schachwizard posiert auf einem Foto mit einem 100 € Schein, was dem Schachkid auch nur bedingt weiter hilft. Also auf zum nächsten Geldautomaten. Das Cafe liegt leider in einer Geldautomatenlosen Gegend. So muss das Schachkid 20 Minuten zum nächsten Geldautomaten laufen und auch 20 Minuten zurück und entgeht so nochmal der Zechprellerei. Wenigstens wird so der Kuchen gleich wieder abtrainiert.

Zurück zum Open. Dem Schiri ist das Schachkid schon vom Osteropen in Altenburg bekannt. Denn er fragt sogleich, ob das Schachkid denn was schreibe. In Altenburg kam der Schiri nicht so gut weg. Aber er ist eine coole Socke und hat das mit dem Schachkid besprochen. Und ist ist auch sonst sehr umgänglich und gut drauf, quasi der Bernhard Rieß von Sachsen-Anhalt.

Heute nun die Abendpartie gegen einen Spieler mit einem schönen Vornamen. Ülwi klingt ein wenig  schweizerisch, auch wenn der Nachname anderes vermuten lässt.

Das Geschehen  spielt sich am Damenflügel ab. Hier wird abgetauscht. Das Schachkid wähnt einen Mehrbauern. Weiß zeigt, das dem nicht so ist. Dann wird noch der Königsflügel in Trümmern gelegt und ein Minusbauern droht. Da hat das Schachkid keine Lust. Der Doktor gewinnt für seine Verhältnisse relativ zügig. Der Nordfriese braucht länger und stellt neue Denkrekorde auf. Immerhin, sein erster Punkt in seinen erst zweiten  Open.

Der Abend wird in einem Restaurant namens Rübezahl beschlossen. Hier gibt es nicht nur das gute Köstritzer in allen Varianten. Sondern auch ein Mix aus böhmischer und thüringischer Küche. Was noch Folgen haben wird…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.