Recht früh dran ist in diesem und neuen Jahr 2026 die DSAM in Potsdam. Schon am 1.1 geht es mit dem Blitz los. Das klemmt sich dann das Schachkid doch und zieht das griechische Restaurant mit dem Schachwizard und dem Doktor vor. Ersterer trinkt nix mehr und verweigert den Ouzo. Also muss das Schachkid doppelt ran. Was natürlich nicht gut ist für den Schlaf ist. Prompt wird das Schachkid auch nachts wach und versucht, ein Buch zu lesen. Ein Buch von Fitzek („Kalendermärchen“) ist anscheinend auch nicht die optimale Wahl. Jetzt kann das Schachkid vor Aufregung nicht schlafen, schafft aber gleich 100 Seiten.
Erfreulicherweise geht es erst um 10.00 Uhr los. Das Hotel fällt gleich negativ auf. Die schönen und bequemen Sofas vor dem Turniersaal wurden entfernt. Weniger Sitzgelegenheiten und weniger bequem… Natürlich fallen auch die Parkgebühren wieder einmal happig aus, 24 € für 12 Stunden. Das Hotel kassiert dafür bei Google auch reihenweise negative Bewertungen. Das Hotel antwortet darauf, man sei im Branchendurchschnitt und habe eine Parkgarage mit hohen Standard. Das Schachkid ist wirklich viel gereist und kann sagen, diese exorbitante Gebühr ist ein Standard sondern eher oberes Ende und die Garage nun wirklich Durchschnitt. Die Parkgarage des Adlon hat ähnliche Preise, hat dafür aber einen roten Teppich nebst klassischer Musik im Parkhaus.
Sonst bietet das Hotel aber einen hohen Standard, schöne Turniersäle, gute Versorgung und eine schöne Hotelbar. Wo es allerdings extrem zugig und kalt ist und man sich als Gast einen Wolf friert. Um 10.00 Uhr wird halbwegs pünktlich eröffnet. Das Schachkid hat aber den Eindruck, dass die Eröffnung in diesem Jahr irgendwie ein bisschen lieblos ist. Die Obstaktion wird nicht mehr erwähnt, aber es gibt Äpfel. Auch die Ferreros an der Pinnwand gibt es dieses Jahr nicht. Irgendwie alles etwas kürzer und sparsamer. Das Schachkid vermutet, es ist einfach noch zu früh im Jahr.
Alles in Allem ist es aber wieder sehr gut organisiert. Tolles Team um die umtriebige Sandra Schmidt. Das Schachkid spielt in der D-Gruppe und hat in seinen Raum einen besonders lustigen Schiri. Dieser erwähnt. dass die Schiris auch nach Ohrstöpseln schauen. Wird jemand entdeckt, muss dieser zum Hauptschiri und sich die Ohrstöpsel freigeben und genehmigen lassen. Das ist neu.
Vom Potsdamer Schachverein Mitte spielen 22 Mann mit. Ein junges Mitglied kommt zu spät oder wird aus Gründen nicht ausgelost. Zufällig steht das Schachkid neben einen Schiri, als das junge Mitglied ankommt und den Schiri anhaut. Er sei nicht ausgelost wurden. Er habe gedacht, seine Mutter habe das Startgeld überwiesen, hatte sie aber nicht. Nun hat die Mama überwiesen. Nun wolle er aber nicht mehr mitspielen. Wie das denn nun mit dem Geld sei… Ohne Worte…
Schach wurde auch gespielt, heute gegen eine junge Königsjägerin (der Verein heißt so) aus Berlin. Da muss man sich hüten, der Verein macht gute Nachwuchsarbeit. Das Mädel hat einen schlechten Tag und wirkt verschnupft und lässt sich einfach zusammenschieben. Anders kann man es eigentlich nicht sagen. Jedenfalls zeigt sie nicht die Leistung, die sie sicher sonst hat.
Der Doktor spielt wie immer ewig, um dann Remis in gewonnener Stellung zu machen. Es fehlte der taktische Blick und mündete in ein „langweiliges“ Turmendspiel. Da sitzt das Schachkid schon an der Bar und genießt Tee, Salat, ein Radler, Käsekuchen und einen Cocktail, letzterer natürlich alkoholfrei. Denn das Schachkid will auch die nächste Partie gewinnen.
Es kam jedoch anders. Das Schachkid spielt gegen einen sehr netten Gegner. Der Mann ist Pfarrer, was ganz neue Fragen aufwirft. Darf man hier gewinnen? Der Gegner ist schließlich ein Mann der Kirche. Ach was, ein Mann Gottes. Die Frage wird nicht relevant sein, wie sich noch zeigen wird. Der gute Mann ist vom Verein „Rote Rüben Leipzig“. Das Schachkid vermutet aus historischen Gründen eine LPG zu DDR-Zeiten. Das Gegenteil ist der Fall. Man sei im leicht linken Fussballverein „Roter Stern“ Mitglied gewesen. Und die Fussballer wollten immer so viel Geld. Da habe man sich mit 25 Mann abgespalten und habe ich mit der Namensfindung befasst. Um Mitternacht und reichlich Bier sei dann die Entscheidung gefallen. Das Internet oder die KI, die Vorschläge machen könne, gab es ja noch nicht.
Der Gottesmann spielt sein erstes Open seit 35 Jahren. Sonst müsse er Sonntags ja immer arbeiten. Dafür spielt er aber gut. Er spielt den Panov. Dies habe ihm im Sommer ein 12-jähriger gezeigt, als er nach 40 Jahren sein erstes Schnellschachturnier gespielt habe. Der Mann ist wirklich sympathisch. Das Schachkid steht jedenfalls ganz schön eingeengt. Und sucht den Abtausch. Anschließend wittert das Schachkid Chancen am Königsflügel und verlagert dorthin seine Türme. Der Gegner marschiert mit Bauern am Damenflügel auf. Das macht dem Schachkid nichts, denn Türme gehören bekanntlich hinter die Bauern. Reicht aber nicht und war der falsche Plan. Ein verdienter Sieg für den Mann von den roten Rüben.
Das Schachkid ist völlig erschöpft. Und der Doktor spielt schon wieder ewig. Und gewinnt aber immerhin diesmal. Dem Schachwizard ist noch nach Blitzen, den Rest aber nicht. Der Doktor guckt die Darts-WM. Das Schachkid hat bei Sport1 selten eine so belanglose und nervige Vorberichtserstattung gesehen und versteht den Hype beim besten Willen nicht.