Dritter Turniertag – die Rentner sind da und der halbe Frühstücksraum ist abgesperrt, u.a. der Lieblingsplatz des Schachkids. Außerdem haben die Senioren den Käse geplündert. Natürlich sollen Senioren gerne reisen. Aber so Reisegruppen im Hotels gehen dem Schachkid auf die Nerven, da es gleich immer Massen sind und dann ist es voll und laut. Und immer ist der Käse alle!
Dafür hat das Schachkid den einzigen freien Tisch besetzt. Und stellt entzückt fest, es ist der Tisch direkt neben dem Einlass. Der CM und der Doktor haben sich bisher standhaft geweigert, dem Schachkid ihre Zimmernummern zu offerieren. Der Doktor erklimmt sogar das Treppenhaus, um eine verräterische Fahrstuhlfahrt zu vermeiden. Doch wer zum Frühstück will, muss sich am Einlass bekennen. Es ist wie bei Harry Potter. Ohne Nennung der Zimmernummer kommt man nicht vorbei.
Heute mal ein netter Gegner, der eine krasse Diskrepanz hat zwischen Elo und DWZ. Die niedrige DWZ kann jedenfalls nicht stimmen. Denn der Träger eines wirklich sehr flauschigen Vollbartes spielt klar besser. Das Spiel gestaltet sich dann auch schwierig. Aber glücklicherweise übersieht der Gegner am Ende eine kleine Taktik und so wird das Endspiel gewonnen.
Was dem Hotel fehlt, ist eine gemütliche Lobby nebst gemütlicher Bar. Nirgends kann das Schachkid gemütlich sitzen, sondern muss ständig sich zum Rewe zur Beschaffung eines Mittagessens begeben. Der CM kommt mit, hat gewonnen und gute Laune und besteht auf einer Autofahrt. Er hat seit kurzem einen Führerschein und kennt jetzt die dunkle Seite der Macht. Vorbei der Zeiten, als er alles erlaufen hat.
Was der Doktor gemacht hat, ist nicht recht bekannt. Er fängt sich eine Null.
Nun wieder ein Darmstädter. Die Jugendabteilung des dortigen Vereins macht offenbar jährlich einen Ausflug, und zwar nach Bremen. Eine gute Sache. Das wird das Schachkid seinen Verein auch mal vorschlagen. Letztes Jahr hatte das Schachkid jedenfalls auch schon einen Darmstädter.
Die Partie entwickelt sich wirklich spannend. Beide Seiten können offenbar die Theorie. Die ersten 10 Züge im Caro-Kann sind jedenfalls flott gemacht. Gegensätzliche Rochaden, es gewinnt offenbar der, dessen Angriff zuerst durchkommt. Das Schachkid fühlt sich eigentlich wohl. Aber die Engine hält die Stellung von Weiß für besser. Während der weiße Damenflügel doch recht stabil aussieht. Das Schachkid sieht De1+. Danach wird es matt oder es kommt zum Abtausch. Also Abtausch. Das Endspiel ist offenbar wegen des Läuferbares besser. Und das Schachkid bekommt einen Bauern. Eine interessante Partie…
Der CM ist sauer. Er hat nicht nur verloren. Er fürchtet um seine Buchholz. Seine Gegner steigen aus, unter anderem die WIM, die offenbar wegen Krankheit aussteigt. Was aber am Abend zu einer Überraschung führt, als man sich beim Griechen trifft. Dieser ist die einzige Alternative heute im Umkreis. Und hat keine Bohnensuppe. Und nix mit Käse überbacken. Der Metaxa kommt gar mit Eis. Der Doktor hockt beim Griechen und bestellt schon aus Verzweiflung eine Pizza. Die er sich mit einem Remis auch verdient hat. Welcher Grieche offeriert schon Pizzas. Der Schachwizard vertröstet aus der Ferne auf den heimischen Griechen.