Zwei Schachvereine – zwei Welten und die erste Liebe

5. bis 7. Juni 2015, ein Wochenende, zwei Schachvereine, zwei Hauptversammlunngen incl. Vereinsfest oder Minifest, zwei Welten. So scheint es dem Schachkid. Wobei sich das Schachkid nicht ganz sicher ist, ob wirklich eine der beiden Welten, ergo einer der beiden Schachvereine, besser ist. Eine sehr subjektiv geprägte Sicht.

Hier der SV Briesen, der zweite Verein des Schachkids, in dem es in seinen Leben Mitglied war. Man trifft sich in der Bahnhofskneipe, die im Grunde genommen ein sehr schickes Restaurant und schön saniert ist. Dazu steht im krassen Gegensatz die Küche. Egal, was die anwesenden Vereinsmitglieder bestellen (Schnitzel, Fisch, Hühnchen), es ist alles fritiert und sieht gleich aus und kommt vermutlich aus der gleichen Friteuse.

Der SV Schmalkalden 04 bevorzugt das Modell handgemacht. Hier hat das Schachkid das Schachspiel erlernt und wurde sozialisiert. Man trifft sich im Garten eines Vereinsmitgliedes. Es gibt Torte vom Bäcker, Gehacktesbrötchen (Schachkid hat keines bekommen), Bier vom Fass und Bratwürste sowie Rostbrätl vom Grill. 1:0 für Schmalkalden.

Briesen hat 35 Mitglieder, ungefähr 10 Mann sind da. Schmalkalden hat 22 Mitglieder, und es sind 24 Mann da. Wofür spricht das? Entweder liegt es daran, dass Briesen Freitags und Schmalkalden Samstags feiert. Oder in Schmalkalden ist der Zusammenhalt besser, 2:0 für Schmalkalden.

20150606_163809
Der glorreiche SV Schmalkalden 04

In Briesen sitzen zwei Jugendliche am Tisch, in Schmalkalden einer, wenn man die drei Studenten mal nicht als Nachwuchs mitzählt. Briesen hat Nachwuchs in der Hinterhand, Schmalkalden konnte faktisch in den letzten 10 Jahren keinen Nachwuchs binden und lebt gewissermaßen von der Substanz. Punkt für Briesen, 2:1 für Schmalkalden.

Briesen feiert 25-jähriges Jubiläum, der SV Schmalkalden ist schon 111 Jahre alt. Klar Sieg für Schmalkalden, 3:1.

Der SV Briesen har einen mittelalten Vorstand, der soverän und mit Humor arbeitet. Hier hat es schon vor Jahren mit dem Generationswechsel geklappt. Schmalkalden hat ein Vorstandsduo, beide seit 40 Jahren im Amt. Das sorgte für konstante Arbeit. Aber nun muss der Staffelstab übergeben werden. Dies ist am 6.6.2015 erfolgt. Die mittelalte Jugend ist motiviert, ein bißchen ängstlich. Bei dem einen oder anderen muss man noch etwas Motivationshilfe leisten. Aber der erste Schritt ist getan. Den Rest wird die Zukunft zeigen. Punkt für Beide, es steht 4:2 für Schmalkalden.

Beim SV Briesen geht es zügig durch die Tagesordnung, es gibbt auch wenig Diskussionsbedarf. Man ist harmonisch miteinander. Mein SV Schmalkalden 04 gibt das Schachkid den Versammlungsleiter und muss mehrmals Ruhe brüllen. Zwischendurch muss fast ein eine kleine Schlägerei verhindert werden. Man ist sich uneins wegen der Schachuhren. Später trinkt man Bier zusammen. Die Tagesordnung ist lang. Schmalkalden übernimmt von Briesen die Idee, dass der das Protokoll schreibt, der als letztes kommt. Steht sogar in der Tagesordnung. Punkt für Beide, 5:3 für Schmalkalden.

Beim SV Briesen fängt man um 18.00 Uhr an, um 20.30 Uhr ist schon alles in Auflösung begriffen. Beim SV Schmalkalden 04 geht es um 14.00 Uhr los. Um 22.30 Uhr sitzt immer noch die Hälfte der Anwesenden rum und pflegt die Thüringer Traditionen: Bier trinken, Bratwurst essen und Skat und Doppelkopf spielen. Das Schachkid verliert, 1,20 €. Ganz klar ein Punkt für Schmalkalden, wegen des Skatspiels gibt es noch einen Bonuspunkt.

Klarer Sieg für Schmalkalden mit 7:4, aber etwas anderes wäre auch undenkbar. Mit dem ersten Schachverein ist es wie mit der ersten Liebe. Man vergisst sie nie.

2 Kommentare zu „Zwei Schachvereine – zwei Welten und die erste Liebe“

Kommentieren