Wismar – Es wird nicht besser

Der neue Turniertag fing so an, wie der alte aufhörte, mit katastrophalen Partien. Gestern ist das Schachkid fast verglüht. Heute ist es eiskalt. Wie soll man bei so instabilen Wetter nur stabil Schach spielen.

Zuerst stand das Frühstück an, frühes um 7.00 Uhr. Warum um Himmels Willen muss bei einem Schachopen die Runde um 8.00 Uhrr losgehen? Und warum in Gottes Namen tut sich das Schachkid nur sowas an? Das Hotel lässt sich nicht lumpen und bietet ein sattes Buffet auf. An der Bar trohnt ein Azubi und blickt sich suchend um. Kaum hat man seinen Teller leer gegessen, eilt er herbei und räumt ab. Kaffee bringt er unaufgefordert. Das Schachkid ist beeindruckend.

Das Schachkid weiß, dass es gegen Daniel Schulz spielen wird. Gegen den hat das Schachkid wenige Monate vorher beim Eintracht Open gewonnen. Das Schachkid ist daher optimistisch und hofft auf einen schnellen Punkt.

Weiß spielt Alapin. Der Trainer hat d5 empfohlen. Das Schachkid erinnert sich ausnahmsweise mal daran, vergewaltigt aber dann die Eröffnung. Weiß übersieht 9. e5 und der Springer des Schachkids ist weg. Dieses hilft nun aber kröftig mit, die Partie schnell zu beenden. Wenn man den König in der Mitte stehen lässt, wird das schnell bestraft, so auch hier. Nach 14. Lb5+ ist eine Leichtfigur weg. (14. … Kd7. 15. Td7+ Ke8. 16. Sxe4 Lex4 17. Td4+

Nach dieser desaströsen Erfahrung setzt sich das Schachkkid in den Analyseraum und surft deprimiert im Internet herum. Das Schachkid hat seine Multimediaausrüstung immer dabei.

Irrgendwann ist aber auch genug mit Trübsaal blasen. Es sind noch vier Stunden. Zeit, was zu unternehmen. Wismar feiert an diesem Wochenende sein Hafenfest. Zeit, um sich in die Menge zu werfen. Kutter locken mit leckeren frischen Fisch. Große Koggen segeln gerade davon. Das Schachkid fährt auf einem Schiff hinterher, Zeit für eine Hafenrundfahrt.

Diese dauert eine Stunde, ist im Prinzip aber bereits nach 10 Minuten beendet. Der Wismarer Hafen ist einfach zu klein. Und da das Schiff nicht eine Stunde im Kreis fahren möchte, fährt das Schiff 25 Minuten immer gerade aus Richtung Ostsee und dann 25 Minuten die gleiche Strecke zurück. Links snd grüne Bojen, rechts blaue Bojen, ja, sehr sehenswert diese Bojen.

Im Hafen zurück stellt das Schachkid fest, dass der weibliche Teenager-Shanti-Chor auf der Bühne eine Katastrophe ist. Und überhaupt, an Santiano kommt keiner ran.

Auf dem Rückweg wohnt das Schachkid der Verfilmung eines Tatortes bei. Eine Straße ist gesperrt, ein Hotel wird zum inszenierten Tatort. Dinge schleppen und durch die Gegend tragen ist offensichtlich der wichtigte Job beim Film. Eine Menge Helfer wuseln durch die Straße, immer etwas von A nach B tragend. Die Schauspieler wirken derweil sehr enspannt.

Gegen Richard Barth gelingt nochmal eine flotte Partie. Die Erröffnung mißlingt in gewohnter Weise. Dann schafft das Schachkid aber einenn schönen Königsangriff.

Das war ein hartes Turnier. Das Schachkid hat ungeduldig gespielt und die Eröffnungen verhunzt. Hier besteht offensichtlich ernsthafter Trainingsbedarf. Fast 20 DWZ-Punkte hat das Schachkkid verloren.

Wismar als Stadt ist wunderschön. Karstadt wurde hier geründet, das Stammhaus ist noch heute zu bewundern. Manchmal zählt eben mehr als Schach…

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