Und Schuld war nur der Kaffee…

Das Schachkid tobt! Und zwar über die Art und Weise, wie es in der zweiten Runde verloren hat. Möglicherweise wird das Schachkid nach dem Schreiben seiner Zeilen das Hotelzimmer zerlegen. Schuld ist allein der Kaffee beim Frühstück. Dieser enthält einfach zu wenig Koffein.

Nichtso schön war die  Restauration des Hotels. Am Vorabend gab es einen Schachimbiss, den aber nicht das Hotel betreute, sondern ein ehrenamtlicher Helfer des Turnierteams. Nur das Essen und die Preise waren vom Hotel. Für zwei Wiener  und einem steinharten Brötchen wurden 4,50 € fällig. Vor dem Spielsaal steht ein Getränkeautomat und ein Kaffeeautomat mit Pappbechern mit Kaffee für 1 €.

Zurück zur Partie…

Das Schachkid spielt mit Weiß selber gerne Englisch, aber als Schwarzer findet es einfach keine Antwort auf die Englische Eröffnung. Selbige spielte Justus Werner, ein jugendlicher Spieler vom Thüringer Verein Blauweiß Stadtilm.

Nach der verkorksten Eröffnung, das Schachkid gab mit 10. …d5 einen Bauern, statt einfach d6 zu spielen, gab Weiß im 12. Zug ein Schach. Selbiges hatte das Schachkid übersehen und wollte nun seine Dame nach f6 ziehen. Der Gegner monierte den König im Schach. Also hob das Schachkid an, den König nach h8 zu ziehen. Dies monierte der Gegner erneut, das Schachkid habe die Dame berührt und müsse nun den schachgebenden Läufer schlagen. Selbiges tat das Schachkid notgedrungen und gab danach auf.

Das Schachkid fragt sich schon, was es als Weißer getan hätte. Auf jeden Fall nicht so gewinnen. Das Schachkid ist hier meist sehr gutmütig und hätte den Gegner, sofern es das Schachkid leiden kann, aus dem Schach rücken lassen. Das Schachkid kann dem Stadtilmer nicht einmal einen Vorwurf machen, hat dieser doch nur die Regeln, in dem Fall eine sehr doofe Regel, befolgt. Trotzdem fragt sich das Schachkid, ob an der Stelle des Weißen mit so einem Sieg zufrieden wäre. Wohl eher nicht, Regeln sind das eine, Ehre das andere!

Das Schachkid begab sich nun zum Frustshopping und erwarb das schöne Buch „Bin ich hier der Depp?“

Eine Thüringer Rostbratwurst und ein Thüringer Rostbrätl taten ihr übriges, um Trost zu spenden.

Die Seelentröster halfen und brachten in der 3. Runde einen Punkt. Schwarz spielt Caro-Kann, Weiß wählt die Vorstoßvatriante, Schwarz stößt mit c5 zurück, Weiß schaut ungläubig und denkt nach. Ein paar Züge und taktisches Geschiebe später hat WWeiß Qualität und zwei Bauern weniger und der Punkt ist eingefahren.

Dass es auch Schubi, der Kumpel des Schachkids kann oder könnte, wenn er wöllte, beweist er in nachfolgender Partie. Weiß kreist mit Dame und Springern den gegnerischen König ein. Im 26. Zug steht Weiß laut Engine mit +14 besser. Was macht Schubi? Fragt seine Gegnerin: „Siehst Du mehr als ein Dauerschach?“ Diese verneint freudig erregt, was soll sie auch auf diese Frage sagen, und vereinbart mit Schubi Remis. Mit 27. Se6 droht Weiß Matt. Schwarz muss die Dame für den Springer geben. Typischer Fall von Schachblindheit, die das Schachkid nur zu gut kennt.

Der Abend wurde abgeschlossen mit einem zünftigen Abendessen im Lutherkeller. Dieser Keller existiert seit mehr als 500  Jahren in der Erfurter Futterstraße. Luther soll hier einst getafelt haben. Nach Bewältigung der steilen Kellertreppe empfangen den Gast wohlgesonnene Mägde, die den Gast auf Holzbänken platzieren. Dunkles Bier und Met wollen getrunken werden. Die Speisekarte hält beispielsweise „Federvieh mit Blaukreutz und Knödlin, wie es sich in Thuringia schickt“ bereit. Mit „Gebt acht auf den Gassen!“ wird man verabschiedet.

Ein Skatturnier rundete den Abend ab, den das Schachkid aber nicht mehr in Gänze erlebte. Nach der ersten Runde mit 20 Spielen ging um 23.30 Uhr die zweite Runde mit weiteren 20 Spielen los. Da das Schachkid nicht unbedingt ein Nachtmensch ist, legte es hier sein Haupt zu Bette und hofft auf Punkte am 28.12.2014.

Kommentieren