Schachkid gegen Schachkid

In der 3. und 4. Runde bekam es das reife Schachkid mit zwei echten Schachkids zu tun.

Ein junges Schachkid, vielleicht 10 Jahre, wartete schon am Brett, als das reife und müde Schachkid (alt schreibt das Schachkid hier nicht) mit einer Tasse Kaffee angewackelt kam. Das reife Schachkid hatte einen Sieg eingeplant, schließlich war das junge Schachkid von der Wertzahl her deutlich schwächer. Das machte es allerdings mit seiner Motivation wieder wett.Im Hintergrund des jungen Schachkids stand dessen Mama, die sich sich aber wohltuend zurückhielt. Wer kennt sie nicht, die kampfbereiten Mütter, die den Gegner des Kindes am liebsten selbst um die Ecke bringen würden. Hier stand aber eine symphatische Frau.

In der folgenden Partie zeigte das junge Schachkid dem reifen Schachkid, wie man schwache Felder und Rückstand in der Entwicklung ausnutzt. Schwupps, schon war die Qualität weg. Das reife Schachkid sah seine Chancen schwinden. Das junge Schachkid traute dem Braten und seiner eigenen guten Stellung nicht und bot zweimal optimistisch Remis, was das reife Schachkid ablehnte. Das reife Schachkid griff an, aber der kleine Gegner verteidigte sich bewundernswert zäh. Da wächst ein guter Schachspieler heran. So war am Ende nur Remis drin.

 

Ungezählt sind die Open, die das Schachkid schon mit mehr und meist weniger Erfolg mitgespielt hat. Aber es sah zum ersten Mal beim Forchheimer Open mit Erstaunen, dass zwischen den Runden Frauen mit Putzeimern durch die Reihen gingen und jeden Tisch und jede Uhr abwischten. Wow, ein toller Service. Wer will schon klebrige Colareste aus der letzten Runde am Tisch haben.

In der 4. Runde bekam es das reife Schachkid wieder mit einem jungen vielleicht 11-jährigen Schachkid zu tun. Dieses tat ihm ein bißchen leid, denn es bewegte sich auf zwei Krücken durch die Gegend, das aber erstaunlich flink. Das junge Schachkid vertraute im katholisch geprägten Bayern auf den Beistand Gottes, wie ein Kreuz um den Hals und ein Armband mit Heiligenbildern bewiesen.

Das junge Schachkid legte mit der Englischen Eröffnung los. Schon der junge Gegner aus der 2. Runde wählte die Englische Eröffnung. Das ist auffällig. Anscheinend erfreut sich die Englische Eröffnung beim Nachwuchs steigender Beliebtheit. Verspricht sie doch sehr dynamische Stellungen.

Die Partie war zügig und unspektakulär gewonnen. Das Schachkid möchte seine Leser unterhalten und wird daher nur ausgewählte taktische Fehlschläge und sonstige Kuriositäten veröffentlichen.

Mit 1,5 aus 2 Partien ist das Schachkid sehr unzufrieden. Die DWZ sollte sich der 1600 nähren. Nach diesem Turnier wird sie aber erstmal in den Keller gehen.

Was bleibt vom Tag? Eine Wanderung mit dem Nachtwächter zu Erlangen, den das Schachkid ausdrücklich empfehlen möchte.

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