Schachkid durch Geiselnahme ausgebremst

Mittlerweile spielt das Schachkid Schachopen im Wochentakt. Was soll man auch sonst anderes machen. Außer feiern natürlich, aber das geht ja auch während eines Schachopens. wie das Schachkid in Pardubice festgestellt hat. Hier hatte das Schachkid zwar eine Menge Spaß, schachlich aber auch totale Grütze gespielt und 55 Punkte verloren.

Daher hat sich das Schachkid kurzentschlossen nach Prag aufgemacht, um die Schande von Pardubice zu tilgen. 40 Punkte DWZ wollen mindestens zurück gewonnen werden.

Das B-Open ist ordentlich besetzt, das A-Open sowieso. Die erste Runde am Freitag hat das Schachkid schon geschmissen. Da das Schachkid (noch) nicht vom Schach lebt, muss es auch ab und an mal arbeiten. Schachopen sind schließlich nicht ganz billig. Also steigt das Schachkid erst zur zweiten Runde ein. Na ja, war eh ein starker Gegner in der 1. Runde.

Die Anreise nach Prag erfolgt, der Tradition folgend, chaotisch. Wobei das Schachkid wirklich nix dafür kann. Das Emailpostfach meldet sich. Der Regio kommt 15 Minuten später, der Anschluss in Berlin würde nicht mehr geschafft. Das Schachkid hat noch keinen Koffer gepackt, tut das nun innerhalb von 10 Minuten und telefoniert auch noch ein Taxi zum Fürstenwalder Bahnhof herbei. Um einen Zug eher zu nehmen.

Am Bahnhof angekommen steht da schon der Regio. Komisch, der sollte erst in 10 Minuten kommen. Ahh, es ist der vorherige Regio. Ein Polizeieinsatz auf der Strecke. Egal, der Regio fährt los. Im selbigen trifft das Schachkid noch einen jungen Kollegen. Gemeinsam hofft man das beste – zumindest bis Erkner. Dort endet der Regio.

Die S-Bahn fährt auch nur zwei Stationen. Das Schachkid, ganz der erfahrene Krisenmanager, schnappt sich den Kollegen und zerrt ihn zum Taxistand. Guter Plan, der am akuten Taximangel scheitert. Was ist das nur für ein Bahnhof, wo keine Taxe steht. Am Taxistand lernt man eine attraktive junge Dame kennen, die auch nach Berlin will. Kurzentschlossen bildet man eine Gruppe und läuft zur S-Bahn. Parallel telefoniert die Schönheit die Erkner Taxiunternehmen ab und gabelt tatsächlich eine Taxe auf.

Also zurück zum Taxistand. Gemeinsam besteigt man das Taxi. Die Fahrerin ist eine Frau. Ein Taxi, zwei Frauen und zwei Männer. Auf der Fahrt nach Berlin erörtert man die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Den Damen mißfällt eine Plakatwerbung für Bier. Häßliches Bier, hübsche Schuhe der werbenden Frau. Die Männer sind anderer Meinung.

Am Bahnhof angekommen eilt das Schachkid zum Bahnsteig – der Zug fährt gerade los. Deja vu – gleicher Zug, gleicher Bahnsteig, nur Freitag vor zwei Wochen. Gleiches Szenario, der Regio fährt verspätet, der Zug nach Pardubice dem Schachkid vor der Nase weg.

Also auf ins Reisezentrum, nun zum dritten Mal in zwei Wochen. Unfreundliche Bahnerinnen, genervte Kunden – das Schachkid steigt wohl bald wieder aufs Auto um. Das Schachkid nimmt den Nachtzug mit freundlichen, aber leicht verpeilten Schaffnern und edlen Schlafwagen.

Im Zug liest das Schachkid, dass eine Geiselnahme Schuld ist. Muss der gerade heute in Köpenick auf ein Dach klettern, um dort Leute zu bedrohen? Dem Schachkid, um Mitternacht in Prag angekommen, steigt in ein verbeultes Taxi und rauscht von dannen. Das Taxi wäre in Deutschland durch keinen TÜV gekommen, verbeulte Türen, wacklige Sitze, die Frontscheibe droht aus der Halteung zu fallen. Aber nachts sind alle Katzen grau, also egal…

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