28. Erfurter Schachopen – Im Turnier angekommen

Vor dem Spiel nimmt das Schachkid in der Lobby Platz und widmet sich der entspannenden Zeitungslektüre. Im Sessel nebenan hockt ein 13-jähriger Knabe und jammert herum. Fünf Partien gespielt, 25 Stunden am Brett gesessen. Das pisse ihn an. Und die Bedenkzeit sei viel zu kurz mit 2,5 Stunden. Tja, möchte das Schachkid dem Knaben antworten, Zeitmanagement muss man eben auch lernen. Vermutlich wird der griesgrämige Teenager auch mit 5 Stunden Bedenkzeit in Zeitnot kommen.

Das Schachkid hat das Problem eher andersrum –  zu schnell trotz genug Zeit. Zeitmanagement muss eben auch das Schachkid noch lernen. Bei der nächssten Partie haben der Ralf und das Schachkid endlich das Gefühl, im Turnier angekomen zu sein. Man denkt nach und möchte am liebsten die ersten Runden beim Turnierleiter annullieren lassen.

Den Zug 4. c4 hält das Schachkid für abenteuerlich. Das scheint wirklich Theorie zu sein. Aber wer lässt sich freiwillig einen Isolani verpassen, gegen den Schwarz dann spielen kann? Das ist dann auch der Plan des Schachkids. Es wird dann abrer doch der Mehrbauer auf a2. Anschließend gleich den Damentausch zu forcieren ist wohl keine gute Idee für Weiß. Mit weniger Figuren sollte man das Spiel kompliziert halten. Wobei das nun kommende Turmendspiel auch kompliziert genug ist. Man rückt die Steine hin und her, aber die Wende ist wohl 36. g4. Das macht die Bauernstruktur und das Endspiel für Weiß kaputt. Spätesstens ab dem 36. Zug, als Schwarz zwei Bauern mehr hat, ist es entgültig gewonnen. Und das Schachkid ist genervt, das die Gegnerin nicht aufgibt. Das ist zwar ihr gutes Recht. Wann aber eine Stellung aussichtslos ist und der Gegner offenbar die Grundlagen des Endspiels beherrscht, sollte man schon merken.

Zwischen den Runden haben der Ralf und das Schachkid ein straffes Programm. Zuerst wird einmal Geld benötigt. Das benötigen andere Leute auch – die Stadt ist megavoll. Der Weihnachtsmarkt hinter dem Dom wird angesteuert. Ein Glühwein mit Schuss trägt wesentlich zur Vorbereitung auf die nächste Runde bei.

Auf dem Domstufen gibt es neben dem Kreuzritter und nepalesischer Kleidung auch einen Stand mit Bildern mit Geschmack. Das Schachkid sieht sich schon an einem Gemälde rumlecken und tritt interessiert näher heran. Der Künstler malt Bilder und klebt diese kurzerhand auf Flaschen mit klaren Inhalt. Das Schachkid denkt an seine Skatrunde im heimatlichen Potsdam und nimmt ein paar leckere Bilder mit. Der Künstler hat nebenbei den „Kleinen Erfurter“ erfunden.  Den kleinen Erfurter gibt es auf allerlei Dingen zu kaufen und soll vor allem die Erfurter Mundart verbreiten.

Wenn man einmal da ist, wird noch ein Schwätzchen mit dem Kreuzritter gehalten. Der entpuppt sich als Trekkie. Und sorgt für Ralfs und des Schachkids Weiterbildung. Wer hätte auch gedacht, dass Kreuzritter auf Französisch oder Spanisch „Ferrenc“ heißen und die Ferrengi bei Star Trek daher Ihren Namen haben.

Weiter geht’s zu Viba. Der Schmalkalder Süßwarenhersteller hat hier einen schönen Laden. Heureka, eine Goldgrube. Es gibt B-Ware, fünf Fruchtschnitten für 0,75 Euro. Das Schachkid investiert in 5 Packungen.

Auf der Krämerbrücke geht noch ein Eierlikör to go. Danach wird zum Hotel geschwankt.

Das Schachkid hat ein gewisses Mißtrauen gegenüber Männer mit Vollbärten. Der Gegner hat natürlich einen, dazu noch einen sehr zotteligen, der aber um den Mund herum wegrasiert ist. Das Schachkid ist kein Modeberater, kommt aber nicht umhin, ständig den Impuls zu verspüren, eine Rasur zu empfehlen. Zudem der Gegner aus Hessen das Vorurteil auch nicht bestätigt und sehr nett ist. Er gewinnt, wieder einmal durch zu schnelles Spiel des Schachkids, einen Bauern und rettet den Bauern auch im Endspiel, was aber durchaus kompliziert ist und vom Schachkid hätte aktiver gespielt werden können. Zudem hat sich der Gegner ausgerechnet vor einiger Zeit den Maroczy-Aufbau angeguckt, den das Schachkid mal von FM Felix Meißner gelernt hat.

Während der Partie wird geshoppt. Vor der Tür steht ein Händler, der T-Shirts mit lustigen Schachlogos bedruckt. Was für eine schöne Idee, das Schachkid nimmt zwei Shirts und wird sie beim nächsten Punktspiel ausführen.

Der Schachhändler EuroChess nebenan hat allerlei Interessantes dabei. Das Schachkid hat sich vorgenommen, kein Buch zu kaufen, da diese „nur daheim herumstehen“. Das Schachkid nimmt zwei Stück. Ein Eröffnungsbuch kann man zum Nachschlagen schließlich immer brauchen. Und das Buch „Der KGB setzt matt. Wie der sowjetische Geheimdienst die Schachwelt manipulierte“ klingt extrem spannend. Es schildert, wie der Großmeister Boris Gulko, in Erfurt geboren (so schließt sich der Kreis) mit seiner Ehefrau einen Ausreiseantrag aus der Sowjetunion stellt und jahrelange Repressalien in Kauf nehemn muss.

Der Schachhändler ist sich sicher, dass seine Internetseite von russischen Hackern angegriffen wurde, als er das Buch beworben hat. Auch sonst hat er viel Kurioses dabei. Alte Bücher, die als Sammlerstücke bis zu 200,- € kosten. Ein Buch mit einem Autogramm von John Nunn. Und ein Buch zur Aljechin-Verteidigung mit Begleitdiskette!

Der Abend nimmt den üblichen Verlauf – Wildschwein im Naumburgischen Keller und anschließend Gesellschaftstrinken an der Hotelbar.  Ralf riecht, voller Freude über seine heute erzielten 1,5 Punkte am Whisky und das Schachkid fragt sich, wieso man dieses Jahr nicht die Teilnahme am attraktiven Rahmenprogramm mit Skatturnier, Würfelblitz und Doppelkopfturnier schafft.

28. Erfurter Schachfestival – Alle zu schnell

Dritter Tag – es zeigt sich, nach 9.00 Uhr sollte man nicht zum Frühstück erscheinen. Sonst gibt es keine Tische mehr. Das Schachkid sitzt schon eine Weile und liest mit Wonne seine Tageszeitung, neuerdings auf dem IPad. Das macht das Schachkid sehr gerne, daher ist es ihm sehr wichtig. Der Gast, der sich wegen des vollen Raumes an den Tisch des Schachkids begibt, versteht jedoch die Signale nicht. Er murmelt ab und an etwas und stellt dem Schachkid eine Frage. Das Schachkid gibt eine kurze Antwort und widmet sich wieder seiner Lektüre. Was der Tischgenosse zum Anlass nimmt zu fragen: „Darf ich Sie beim Lesen stören?“ – Das Schachkid ist versucht zu antworten: „Nein“ oder „Hast Du gerade, Du Idiot“. Aber nein, das Schachkid ist ja höflich, sieht aus dem Augenwinkel die Lubbes, die auch verzweifelt einen Tisch suchen, und tauscht sich mit dem Tischnachbarn über fehlende Kaffeekannen aus. Zweifellos interessanter als die Analyse der Welt von Trumps neusten Eskapaden.

Nun ein Thüringer aus Mühlhausen. Die können nicht nur Pflaumenmus, sondern auch Schachspieler. Die Eröffnung der Runde folgt. Erfreulicherweise haben sich diverse Dinge wieder angefunden. Die Eröffnungsmusik der Runden, das Hotel hatte die CD verschlampt. Und der Fotograf, dem es erfreulicherweise wieder besser geht und der sogleich loslegt. Dazu noch schöne personalisierte Stifte mit eingeprägten Namen. Das Schachkid hat schon eine schöne Sammlung.

Der Gegner legt los und will offenbar Londoner System spielen. Das Schachkid fühlt sich an die Partie von gestern gegen den Schachfreund Töpfer erinnert und versucht ähnlich zu spielen. Weiß muss einen Läufer tauschen und erhält einen Einzelbauern auf e4. Schwarz beherrscht die c-Linie, eine annehmbare Stellung.

Aber beide Seiten spielen zu schnell, 40 Züge in einer Stunde, und übersehen so ihre taktischen Möglichkeiten. 22. Sxf7 sieht sehr gefährlich aus. Schwarz verpasst dafür den Bauerngewinn mit 29. …. Tc1+ 30. Txc1 Sx2 + 32. Kf1 Sc1 und der a- oder b-Bauer muss dran glauben. Das Remis ist gerechtfertigt. Zu schnelles Spiel und taktische Fehler, diese Schwächen hatte das Schachkid eigentlich schonmal abgestellt.

Ralf findet sich in einem Turmendspiel mit einem Bauern weniger wieder. Laut Karsten Müller ist hier die Remisbreite sehr hoch. Aber der Gegner weiß es besser. Also wieder kein Punkt für den armen Ralf.

Man sucht den mysteriösen Weihnachtsmarkt. Google zeigt ihn vor dem Dom. Ralf mit seinem scharfen Verstand zweifelt und hat ein anderes Navi, er soll hinter dem Dom sein. Ralf ist unerbittlich und jagt das Schachkid die Domstufen hoch. Und tatsächlich, ein wunderschöner Weihnachtsmarkt wie im Mittelalter. Ein Stand mit Brot – das Schachkid fragt nach dem Inhalt des Backbrotes. Die Verkäuferin fragt „Kannst Du Lesen?“ und deutet auf ein Schild. Das Schachkid möchte antworten „Kannst Du verkaufen?“ , spart sich aber die Antwort und isst am nächsten Stand ein Honigsteak bei freundlichen Personal.

Die Mohrenköpfe sind ein Flop – mi Erdbeerschaum, bäh… Das Schachkid erwirbt eine Lederhalskette mit einem Krummsäbel. Der wird Glück bringen. In den Katakomben des Doms sitzt ein Kreuzritter und fragt, ob das Schachkid „Die Rosen von Jericho“ kenne. Das Schachkid kennt nur die Posaunen. Offenbar handelt es sich um 300 Jahre alte Wüstenpflanzen, die grün werden, wenn man sie mit kochendem Wasser übergießt. Das Schachkid ist begeistert und nimmt drei Stück.

Der wunderbare Weihnachtsmarkt ist bedroht und soll nicht mehr stattfinden. Offenbar hat in der Nähe ein Ehepaar ein Haus gekauft und klagt nun wegen Lärmbelästigung. Da muss der Markt nun weg. Der Dom, der 2 m neben dem Weihnachtsmarkt steht und immer zur vollen Stunde bimmelt, kann offenbar noch nicht weggeklagt werden. Armes Erfurt! Eine Petition zum Erhalt des Weihnachtmarktes wird noch vor Ort unterschrieben.

Zweite Partie heute – das Mädel spielt Pirc. Das Schachkid glaubt sich im Franzosen, ist sich aber nicht ganz sicher und geht daher erstmal vorsichtshalber zur Bar, einen grünen Tee holen. Eine Stunde und 13 Züge später machen Weiß und Schwarz Verlegenheitszüge. Offenbar hat das Mädel keine Idee, das Schachkid aber auch nicht und bietet daher probehalber Remis an. Halber Punkt und wieder ab in die Bar, während Ralf noch zu tun hat. Aber dann auch nur ein Remis schafft. Schachlich läuft es dieses Jahr bei keinen so richtig rund.

Ab ins Lousiana  und Alligator essen. Hier es es voll, was für das Restaurant spricht. Danach ab in die Hotelsauna. Hier ist es voll, was für die Sauna spricht. Ab an die Bar. Hier ist es voll, was für die Bar spricht. Heute sind andere Mitarbeiter da und haben die Lage deutlich besser im Griff. Es ist voller und trotzdem geht es schneller und der Service ist aufmerksam.  Sicher ist der Job auch nicht einfach.

Dritter Tag vorbei und mit Bedauern muss das Schachkid feststellen, dass das Turnier sich schon wieder dem Ende neigt und das neue Jahr mit Riesenschritten naht.

28. Erfurter Schachfestival – Das Hotel schwächelt

Zweiter Tag – Es geht gegen den alten Recken Roland Töpfer. Man kennt sich schon seit Jahren und hat schon oft in Erfurt die Klingen gekreuzt.

Die Eröffnung entwickelt sich etwas konfus. Das Schachkid entwickelt spontan den Plan, nach dem Läuferabtausch lang zu rochieren und mit den Bauern am Königsflügel anzugreifen. Allein nach h3 geht es nicht voran und Schwarz hat mit Blick auf das Endspiel eine unschöne Bauernstruktur. Allein soweit kommt es gar nicht. Das Schachkid übersieht eine simple Gabel. Immer wieder der gleiche Fehler – es scheint sehr schwer zu sein, diese taktischen Fehler abzustellen.

Auf zum mittelalterlichen Weihnachtsmarkt am Wenigemarkt. Der scheint jedes Jahr kürzer zu werden – Nachmittag ist schon Schluss. Es reicht aber noch für ein schönes Rostbrätl und einen anständigen Glühwein. Gerüchterweise soll sich hinter dem Dom ein Weihnachtsmarkt befinden, der morgen aufgesucht wird.

Die Sonne scheint. Der Ralf hat auch schnell verloren. So reicht die Zeit noch für einen Spaziergang und einige Pokémons, die gefangen werden wollen. Das Schachkid geht mit der Zeit und hat neue Hobbies.

Nachmittags spielt Ralf stolze drei Stunden, verliert aber doch. Das Schachkid steht ohne Gegner da, da dieser aus privaten Gründen aus dem Turnier aussteigen musste. Bleibt Zeit zum Chillen, auch ganz nett.

Der Abend wird im Goldenen Schwan beschlossen – uriges selbst gemachtes Weihnachtsbier, durchschnittliche Thüringer Klöße, aber zu empfehlen. Schachlich ist man noch nicht so zufrieden. Ralf hat 0,5 Punkte, das Schachkid 1 Punkt – aber beide ohne Leistung.

Das Hotel leistet sich heute so einige Schnitzer. Ganz harmlos liegt das Schachkid auf dem Bett und gibt seine Partie ein. Da öffnet sich die Zimmertüre und eine Dame erscheint. Sie möchte gerne prüfen, ob das Zimmer gereinigt wurde. Das kann die Dame auch gerne tun. Nur Vorheriges Anklopfen wäre ganz nett. Gott sei Dank war das Schachkid bekleidet und saß nicht gerade auf dem WC.

Abends an der Bar, es ist voll. Das Schachkid nimmt am Tresen Platz. Und wartet geschlagene 20 Minuten und wird nicht beachtet. Die anschließende Frage nach der Karte wird mit einem barschen „Einen Moment“ beantwortet. Das Schachkid ist mit einem Gastronomen befreundet und hat daher wirklich Verständnis dafür, wenn es länger dauert, wenn es voll ist. Wenn die Bedienung aber 10 Minuten lang direkt vor dem Schachkid Cocktails mixt und parallel nicht in der Lage ist, kurz zu fragen oder die Karte zu reichen und dann barsch wird, ist das kein guter Service. Das kennt das Schachkid aus vollen Potsdamer Bars anders. Die angepriesene Happy Hour gilt auch nur für wenige ausgewiesene Getränke. Die aber sehr lecker sind.

Die Fahrstühle sind legendär. Heutiger Rekord – 12 Minuten auf dem Weg von der 13. Etage in die 1. Etage. Start – 9.40 Uhrvo der Zimemrtür – Ankunftszeit 9:52 Uhr im Turniersaal.

28. Erfurter Schachfestival – Unmotiviertes Skandinavisch

Es ist wieder so weit, das Jahr nährt sich dem Ende. Das 28. Erfurter Schachfestival steht an. Eine schöne Tradition, hier mitzuspielen. Der Turnierdirektor schmeißt neben dem Erfurter Turnier noch um Weihnachten herum die Vorrunden der Deutschen Amateurturnier in Dresden und Potsdam. Wahnsinn,was mag diesen Mann motivieren? Dieser Mann lebt für das Schach. Das Schachkid vermutet, dass er zweifellos eines Tages den Deutschen Schachbund leiten wird.

Er liest ab und an auch diesen Blog. Lieber Daniel, Vielen Dank, dass Du das in Erfurt so viele Jahre schon möglich machst.

 Im Hotel angekommen sieht schon alles sehr professionell aus. Hartmut Seele, der Schatzmeister des Thüringer Schachbundes, der auch nicht zu altern scheint, wartet auf ankommende Spieler und hütet natürlich die Kasse.

 Lebkuchenteller, den gibt es dieses Jahr nicht. Dafür gibt es nun eine Klimaanlage und ein Tablet. Das Schachkid schläft nun wirklich in vielen Hotels. Aber das hat das Schachkid noch nicht gesehen. Das Tablet bietet Infos zum Hotel. Man kann Essen bestellen und Zeitschriften lesen. Das Schachkid öffnet probehalber mal die Bravo, will dann aber doch nicht die Boyband des Jahres wählen.

Ein Aufzug wird saniert, nur zwei sind verfügbar. Wer das Hotel kennt, weiß – da wird man in den nächsten Tagen viel Geduld brauchen.

Ab zur Bar, diesmal keine lauten Sachsen, aber ein extrem aufmerksamer Service. Und 5 Sorten Kuchen, in den letzten Jahren gab es immer nur eine Sorte. Das Schachkid bestellt spanischen Mandelkuchen und plant imKopf schon die nächste Reise nach Madrid.

 Für das Turnier hat das Schachkid keine besonderen Ziele.Am Black Friday hat das Schachkid einen Schachkurs bei GM Huschenbeth gekauft an dessen neuer Schachschule Chessence. Aber bisher hat das Schachkid noch nicht reingeschaut. Die Turniervorbereitung besteht darin, 5 Minuten die Vorstossvariante in Caro-Cann anzusehen. Wird halt wieder nach Bauchgefüh gespielt. Dieses Jahr im Hauptturnier, für das Amateurturnier hat das Schachkid 8 Punkte zu viel DWZ.

15.36 Uhr – die Sachsen sind da.

Ab auf den Weihnachtsmarkt und 30 € in Nüsse investiert. Das Schachkid fragt sich jedes Jahr, was es mit den ganzen Nüssen soll. Aber bei Nüssen kennt das Schachkid kein Halten. Die reichen bis Juni. Am Eingang zur Krämerbrücke ertönt weihnachtliche Musik. Zwei Geigen mit Gitarrenbekleidung spielen festliche Musik, das Schachkid lauscht ergriffen. Ein Russe, der laut ins Telefon plärrt, stört die weihnachtliche Stimmung. Das Schachkid mahnt höflich zur Ruhe, der Russe gukt grimmig und droht Schläge an. Offenbar war der rotbejackte Russe nicht sehr besinnlich drauf.

Die Eröffnung ist Business as Usual. Kurze Rede, 8 smarte gutaussehende Schiris und die ersten Preise werden verlost. Schlimme Kunde vomWebmaster des Turnieres – er ist am Tag zuvor ins Krankenhaus eingeliefert worden. Von dieser Stelle aus kann man ihm nur alles Gute und baldige Genesung wünschen. Der Schiri hält sich nicht mit langen Erläuterungen des Regelwerks auf und eröffnet flott die erste Runde.

Das Schachkid kommt am Brett an und muss erstmal den Gegner auf die andere Brettseite verscheuchen. Die Farbauslosung des Hoteldirektors für das erste Brett führte hier und da zu Verwirrungen.

Der Gegner sieht ähnlich unmotiviert aus wie das Schachkid. Und so hat man nach 10 Minuten bereits die ersten 15 Züge gespielt, während am Nebenbrett noch die Bauern poliert werden. Das Schachkid kann sich abends immer nicht so recht konzentrieren und fragt sich, warum es nicht zur zweiten Runde eingestiegen ist. Zur Partie ist nicht viel zu sagen. Ein solides Skandinavisch kommt aufs Brett. Es wird schnell gespielt. Und dann kommen taktische Fehler aufs Brett und der Gegner gewinnt ganz simpel, wenn man nicht nachdenkt.

Erleichtertes Durchatmen auf beiden Seiten des Bretts. Man kann endlich zur Bar. Ab der zweiten Runde wird motiviert gespielt.

 

 

Regionalliga Ost: Potsdamer SV Mitte III – ESV 1949 Eberswalde III

Ankunft im Spiellokal – Eberswalder, wohin man guckt. Vorne, hinten, überall. Mit 17 Mann sind sie gekommen. Vermutlich haben sie einen eigenen Mannschaftsbus.

Der Mannschaftsleiter gibt schon wieder Süßes aus. Krapfen – heute ist ja Fasching. Mal sehen, ob jemand um 11.11 Uhr Hellau schreit. Das Schachkid kommt in diesem Schachverein einfach nicht zu seiner Diät. Um 11.00 Uhr fühlt sich das Schachkid auch schon total unterzuckert. Das achte Brett hat Mitleid und spendet seinen Krapfen an das Schachkid. Nach zwei verputzten Krapfen kann sich der Gegner nun warm anziehen.

Mätzkow sen. schießt Fotos. Dem Schachkid geht das Geblitze auf die Nerven. Es überlegt kurz als frisch ernannter Datenschutzbeauftragter des PSV Potsdam Mätzkow sen. darüber zu informieren, dass er nach der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) die Einwilligung der Fotografierten benötigt. Kurz ist das Schachkid versucht, ein paar Artikel aus der DSGVO zu zitieren.

Achtes Brett, beide Seiten sind empört. Die Eberwalder Seniorin ruft laut „Danke schön!“. Entsetztes Stöhnen auf der Potsdamer Gegenseite. Offenbar ging die Dame verlustig. Die Eberswalderin fragt ganz empört: „Haben Sie den Zug denn nicht gesehen?“ und packt zusammen. Sie wird aber schnell darauf aufmerkam gemacht, dass die Partie noch nicht gewonnen habe, da der Gegner weiterspielt. Da half auch der Hinweis „Aber ich habe seine Dame genommen.“ nicht. Eine Partie ist eben erst dann zu Ende, wenn sie zu Ende ist.

Das zweite Potsdamer Brett gleicht um 11.30 Uhr aus und zerrupft seinen Gegner förmlich. Dame und Springer haben den gegnerischen König eingekreist und bringen diesen zur Strecke.

Heute mal mit Weiß, Hoffnung auf Schottisch. Dem geht der Gegner gleich mit 2. … De7 aus dem Weg, und blockiert gleich mal den eigenen Läufer. Die Eröffnung kann nicht gut ein. Es geht munter mit einem Angriff 8. … g5 weiter. Der hier aber mit wenig Sinn und Verstand erfolgt. Es sind einfach keine Figuren entwickelt, die nachstoßen könnten. Weiß hat dagegen deutlichen Entwicklungsvorsprung, kann den aber auch nicht nutzen. 12. … Dxe6 ist ein wenig unsauber gespielt. 12. … Sx6, und der schwarze Springer hat Perspektiven.

Im 16. Zug stellt sich für Weiß die Frage, wie nun weiter? Was ist der korrekte Plan? Wenn man nicht weiter weiß, stellt man eine schlecht stehende Figur besser. Der Abtausch ist ganz gut. Vielleicht können die Türme ja nach d7 vordringen. Aber Schwarz verteidigt sich umsichtig. Aber man nährt sich dem Endspiel. Und das Schachkid ist zuversichtlich, mit einem Springer auf f5 hier besser zu stehen. Mit 21. Lxb6 wird der aktive schwarze Springer abgetauscht. Nun hat Schwarz zwar den Läufer, aber der taugt nix. Die Stellung ist geschlossen. Die schwarzen Bauern stehen auf der Farbe des schwarzen Läufers.

Nun beginnt ein langes Manövrieren. Der Vereinsvorsitzende schaut am Brett vorbei und rollt kurz mit dem Augen. Offenbar sieht das Schachkid den Gewinnweg nicht gleich. Aber schließlich wird der schwarze König abgedrängt. Der weiße Springer dominiert den schwarzen Läufer völlig, der zur Untätigkeit verdammt ist. Ein Bauer fällt, dem nächsten droht das gleiche Schicksal. Schwarz gibt auf.

Daheim reibt sich das Schachkid verwundert die Augen. Die Mannschaft hat 6:2 gewonnen. Danach sah es beim besten Willen nicht aus, als sich das Schachkid vom Acker machte. Insbesondere das erste Brett schien seine Partie vollkommen gedreht zu haben. Erst ein Bauer weniger, dann die Qualität für zwei Bauern mehr – da sitzt halt ein Könner.

PSV III ist  als Spaßmannschaft ohne größere Ambitionen gestartet. Dafür läuft es mit zwei Siegen in Folge dann doch überraschend sehr gut.


21. Eckbauer-Open – Konfuses Sizilianisch

Zweite Runde in Berlin, wieder ein Montag. Der Montag als Turniertag hat den Vorteil, man ist noch vom Wochenende fit. Einige sind offenbar schon aus dem Turnier ausgestiegen. Jedenfalls warten einige vergebens auf ihre Gegner.

Das Schachkid hat es nicht leicht, eine veritable 2000 wartet. Immerhin die Nr. 5 der Setzliste. Auch nicht leicht hat es der Spieler einige Bretter weiter. Sein Gegner beschwert sich lautstark und im grimmigen Tonfall, da er immer so doll auf die Uhr hauen würde. Da hat wohl jemand eine schlechte Stellung.

Das ist wieder so eine typische Ich-will-nach-Hause-aufs-Sofa-Montagspartie. Das Schachkid sitzt da, fragt sich, was es eigentlich hier macht und will nach Hause aufs Sofa. Defenders gucken bei Netflix zum Beispiel. Von der Eröffnung kein Plan, das Schachkid arbeitet gefühlt seit 100 Jahren an einem Repertoire. Im 13. Zug wird erstmal ein Bauer eingestellt. Doch das Schachkid schlägt zurück, und zwar im 19. Zug. Schwups, wird der Bauer zurück gewonnen. Dies scheint den Gegner zu beschäftigen, denn jetzt überlegt er 30 Minuten lang. Dann entschließt er sich zum Angriff, den das Schachkid wenig entgegenzusetzen hat. Das Schachkid versucht Gegenspiel am Damenflügel und spekuliert auf den schwarzen Bauermflügel auf b5. Aber der Gegner spielt klar energischer. Und den Schlusszug hat das Schachkid gar nicht gesehen. Schwarz gewinnt völlig verdient.

Der Superdave bekommt bei so Open immer die stärksten Gegner. Erst in Zehlendorf den IM Brustkern, den er ummacht. Jetzt IM Ulf von Hermann am Brett 1. Das Schachkid sitzt praktischerweise gleich ums Eck und muss nur mit den Stuhl kippeln und den Hals recken, um die Stellung zu sehen. Wenn das Schachkid um die Ecke lugt, sieht es aber meist nur einen die Stirn runzelnden Superdave, der offenbar unzufrieden ist. Ulf von Hermann spielt offenbar unorthodox und gewinnt im Verlaufe der Partie 2 Bauern. Der Superdave flüchtet mit der kurzne Rochade und geht mit g4 zum Gegenangriff über. Nicht der einzige Königsbauer, den er in die Schlacht wirft. Doch IM von Hermann ist routiniert und holt den Punkt. Und schien doch vom Superdave beeindruckt zu sein, so dass der IM früh ausgetretene Theoriepfade in der Partie vermeidet.

Noch ein kleiner Zwischenstopp wo in Berlin eingelegt. Schwupps, ist es 0.30 Uhr. Arbeitendes Volk, das Schach spielen will, hat es nicht leicht.


Potsdam PSV III – Fürstenwalde II – Der Einschlag auf f7

14. Oktober 2018 – Berliner Verhältnisse in Brandenburg. Die Saison geht dieses Jahr sehr spät los, während die Berliner schon die zweite Runde spielen. In den letzten beiden Jahren war es anders herum. Das Schachkid muss es wissen. Es besitzt in beiden Bundesländern reichlich Spielerfahrung.

Mitttlerweile ist das Schachkid beim PSV Potsdam angekommen. Hier spielt das Schachkid in der 3. Mannschaft, kurioserweise in der Regionalliga Ost. Das Schachkid zieht von Fürstenwalde nach Potsdam um, um dann lustigerweise in deer Schachliga zu spielen, wo das Schachkid viele Jahre mit Briesen gespielt hat. Das lässt auf vertraute Gesichter hoffen Immerhin kommt Schwedt nach Potsdam.

Heute wird es noch vertrauter, Fürstenwalde ist da. Das Schachkid war mal Mitglied bei Fürstenwalde. Gut, wo war das Schachkid mal nicht Mitglied, wird sich jetzt mancher Leser denken. Seinerzeit war der Schachverein gespalten in zwei Mannschaften. Die eine Fraktion trat sehr arrogant auf und war gar nicht nett. Die andere Fraktion war nett und symphatisch. Heute sind die Netten da.

Der PSV spielt in einer Schule, was großzügige Räumlichkeiten zulässt. Da kennt das Schachkid auch andere Spiellokale. Die Kirchenbaracke in Briesen zum Beispiel mit einer Toilette für 16 Spieler. Wenn da einer länger sitzt, wird es eng. Genütlich war es da trotzdem immer. Der Potsdamer Mannschaftsleiter verteilt vorbeugend Hanuta an seine Schäfchen. Also heute keine Diät, Hanuta ist wichtiger. Eine sehr nette Geste vom Mannschaftsleiter.

Heute ist Daniela am Brett 3. Der Gatte spielt ein Brett weiter. Daniela und das Schachkid kennen sich seit vielen Jahren. Nominell ist das Schachkid stärker und sollte gewinnen.

Es wird ein Königsinder. Daniela kennt sich aus, wie sie später sagt, da sie ihn selber spielt. Das Schachkid wird den Königsinder nun sein lassen. Immer steht man als Schwarzer so gedrückt da. Das ist dem Schachkid nix. Das Schachkid ist fertig entwickelt, es wird b5 geplant. Daniela plant derweil Aktivitäten am Königsflügel,die das Schachkid eher als ungefährlich ansieht. Vorsichtshalber wird mit 17. … Sxe3 der weiße Läufer weggetauscht. Jetzt kann nix mehr passieren.

Um so perpflexer ist das Schachkid nach dem Einschlag 21. Sxf7. Kommt völlig überraschend und unauffällig gut von Daniela vorbereitet. Was nun tun? Die Partie ist weg. Genommen werden kann der Springer nicht. Sonst folgt Lxg6. Bleibt nur 21. … Lf5, um den Angriff abzuschwächen. Nun könnte 22. Sxh6+ kommen und der König wird zum Freiwild.

Es kommt zum Damentausch, der Angriff schwächt sich ab. Nun muss das Schachkid mühevoll die Stellung wieder ausgleichen. Ab dem 30. Zug kommt es zum Turmendspiel. Fast 40 Züge braucht das Schachkid noch, um zu gewinnen. Es kann aber auch anders enden. Für beide Seiten ist es sicher schwer, einen Plan zu finden. Vielleicht muss Daniela etwas aktiver spielen und versuchen, die schwarzen Bauern von hinten anzugreifen, z.B. über Th8 den Ba5 . Wie sagte des Schachkids Trainer? Turmendspiele haben eine große Remisbreite und sind sehr rechenintensiv. Das gilt besonders bei einem Stand von 3,5-3,5, wenn beide Mannschaften zugucken, weil der Sieg in der Partie den Mannschaftssieg sichert.

Der PSV gewinnt knapp mit 4,5:3,5 gegen Fürstenwalde. Daniela hatte gegen das Schachkid eigentlich gewonnen. Aber Glück gehört manchmal dazu, sodass das Schachkid den Punkt einfahren konnte. Das wird ja eine lustige Saison werden.


21. Eckbauer Open – Auftakt nach Maß

Das 21. Eckbauer-Open stehen an. Das Schachkid und der Superdave spielen mit.  7 Runden jeweils Montag werden bei dem nach eigener Aussage ältesten Schachverein der Welt gespielt. 65 Teilnehmer haben sich eingefunden.

Das Schachkid ist nicht sehr motiviert. Abends spielen ist nicht so sien Ding. Aber ehe man daheim auf dem Sofa hockt. Und die Gegner haben ja auch einen Arbeitstag hinter sich. Das Schachkid ist schon eine Stunde eher da. Die braucht es auch. Parkplätze sind hier rar und die Suche danach eine Katastrophe. Aber das Schachkid hat bei zwei Sachen immer Glück – einen leeren Tisch im vollen Cafe zu finden und einen Parkplatz zu ergattern. Das Spiellokal liegt in einemm netten Kiez. Gegenüber ist eine Bierstube, die wird nach der zweiten Runde ausprobiert. Heute muss die urige Pizzeria gegenüber her halten, Dem Schachkid ist nach Rotwein und Pizza. Der Service legt Zucherro auf. Der Superdave trinkt Cappuccino, hungert vor sich hin und macht große Augen, als die Pizza des Schachkids kommt. Ist aber auch ein riesiges Ding, die Pizza…

Gleich in der ersten Runde kommt ein starker Gegner. Erwin erinnert sich mit Wonne an eine Partie, die man vor vier Wochen beim Amateurcup der Schachfreunde Berlin gespielt hat. Da hat das Schachkid im 9. Zug eine Fifur stehen gelassen und aufgegeben. Da hat der Gegner aber Glück, dass er nett ist. Sonst wäre das Schachkid jetzt sauer. Und nimmt sich heimlich vor, diesmal mindestens 10 Züge zu machen.

Es entwockelt sich ein Königsinder. Mit dieser Eröffnung hat das Schachkid sehr wechselvolle Erfahrungen gemacht. Heute läuft es, Erwin spielt nicht sehr aggressiv. Bolognan hält 5. … d5 nicht für sehr ambitioniert. 9. Lxf6 tauscht ohne Sinn den Läufer ab. Zumindest sieht das Schachkid keinen Sinn. Vo 13. Sd6 hatte das Schachkid etwas Angst, kommt aber nicht. 18. Dh4 findet das Schachkid stark. Plötzlich  drohen Drohungen am Königsflügel auf. Der weiße Springer wird jetzt aber erstmal über das Brett gejagt und macht keine gute Figur. 21. h4 ist etwas fraglich und nach 21. Se5 hhat der weiße Springer keine Felder mehr. Leider fällt das Schachkid in alte Muster zurück und denkt nicht nach. Statt 22. … Txd1 mit Springergewinn zu spielen, wird es nur  ein Mehrbauer, aber immerhin…

Erwin scheint nach einigen Zügen aber doch besser zu stehen. Zumidnest die d-Linie sieht stark aus. Und die schwarzen Türme können sich kaum bewegen. Das Schachkid versucht ein Läuferopfer und setzt auf Remis durch Dauerschach. Das kann Weiß kaum vermeiden. Ein Auftakt nach Maß. Das Schachkid ist zufrieden.

Der Superdave hat offenbar rasch viel abgetauscht und findet sich in einem zähen Turmendspiel wieder, was er stundenlang kneten muss. Aber erst schraubt er dem Gegner einen Bauern ab, dann noch einen Bauern. Endspiele scheint der Superdave zu können und gewinnt.

Kommende Woche wird es ganz schwer. Der Superdave muss gegen IM Ulf  von Hermann ran. Aber in Zehlendorf hat der Superdave ja schon FM Brustkern erledigt. Da muss sich der Superdave warm anziehen. Mit Martin Gebigke bekommt das Schachkid auch kein Leichtgewicht. Mal sehen…


14. Wildauer Dahmelandpokal – Beschwipst am Brett

4. Runde am Tag 3. So eine verrückte Auslosung hat das Schachkid noch nie erlebt. Die Gegner werden von Runde zu Runde stärker, obwohl das nicht punktet. Heute geht es gegen einen Vereinskameraden. Jose ist an Nr. 2 gesetzt, hat aber offenbar noch nichts gerissen. Was auch kein Wunder ist. Der Arme ist schwer erkältet und schnieft am Brett vor sich hin.

Wieder so eine verrückte Caro-Kann-Variante, die sich das Schachkid dringend mal anschauen muss. Jedenfalls wird das Schachkid in der Variante regelmäßig vom Schachwizartd im Blitz zerpflückt. Das Schachkid weiß gar nicht, warum Weiß nicht 9. Sxh5 nimmt. Immerhin ein Bauer mehr. Jose spielt recht dynamisch und greift gleich an. Andererseits weiß der weiße König aber auch nicht recht, wohin er rochieren soll. Schwarz steht dafür gedrückt, kann sich aber etwas Luft verschaffen. Dann will Schwarz am Königsflügel angreifen mit g5. 23. … Le7, um g5 zu decken, bringt aber offenbar die schwarze Stellung zum kippen. Jose greift konsequent an und fährt seinen ersten Punkt ein.

Das Wetter gibt nicht viel her. Das Schachkid speist im nahe gelegenen Bootshaus am See. Der Kellner überhört die Bestellung der Vorsuppe, wird diese eben nach dem Hauptgang verspeist. Am Nebentisch empfiehlt der Kellner Erdbeerbowle zum Aperativ, dem Schachkid nicht. Am weiteren Nebentisch empfiehlt der Kellner Dessert und Esspresso. Das Schachkid wird nur kurz nach weiteren Wünschen gefragt. Offenbar sieht das Schachkid heute mit roter Hose, roten Pullover und Dreitagebart nicht sehr seriös aus. Das Schachkid protestiert, der Kellner bringt die Erdbeerbowle zum Nachtisch und macht den Rest mit Humor wett. In Kombination mit einem großen Bier namens Rotkehlchen wird der Rückweg zum Spiellokal recht beschwingt. Dort dreht sich das Schachbrett.

Am selbigen sitzt nun ein 11-jähriger aus Fürstenwalde, der sich wie Bolle freut, dass er in 37 Tagen 12 Jahre wird.  Das Schachkid ist veersucht, kurz zu erwähnen, dass es ab 18 nur noch abwärts geht, lässt es dann aber doch bleiben.

Zur Partie muss nicht viel gesagt werden. „Er zieht die Bauern noch rückwärts.“ wie der geschätzte und in 2018 viel zu früh verstorbene Dr. Jochen Weigend, der Jugendtrainer des Schachkids, gesagt hätte. Hoffentlich sitzt er gerade auf einer Wolke und schaut zu. Es ist schön zu sehen, dass der Schachverein Fürstenwalde offenbar mit viel Engagement und Herz Nachwuchsarbeit betreibt.

Nur 1,5 Punkte sind kein dolles Ergebnis, aber bei den starken Gegnern auch keine Überraschung. Die Wildauer haben wieder ein schönes Turnier ausgerichtet. Und auch aus verlorenen Partien kann man ja was lernen.


14. Wildauer Dahmelandpokal – Keine Punkte, Starke Gegner

Heute mal eine problemlose Anreise, die Gegnerin wartet schon. WFM Müller-Ludwig spielt sonst in der Oberliga oder auch bei den Frauen in der 2. Bundesliga. Heute muss sie mit dem Schachkid vorlieb nehmen. Die Erfurterun begleitet ihre Tochter, die den Dahmelandpokal als Trainingsturnier nutzt.

In dieser Partie findet das Schachkid überhaupt keinen vernünftigen Plan. Vielleicht wäre 6. …Sbd7 korrekt gewesen. Aber der Läufer ist auch nach Sh4 weg. Schwarz steht im Laufe der Partie immer beengter. Mit 25, … g5 wird noch eine Drohung übersehen. Danach fliegt die Stellung sofort auseinander.

Zeit für die täglich Dosis Bewegung. Das Schachkid möchte abnehmen und versucht sich täglich zu bewegen. Dazu gibt es zwei Hilfsmittel. Ein Fitnssarmband Fitbit Charge 2 und Pokemon Go. Wenn man letzteres spielt, muss man sich zwangsläufig bewegen. Im nu sind 3000 Schritte getan und in den letzten vier Wochen 2 kg verdampft.

Pokemon und Schrittzähler führen das Schachkid zu einem Asiaten. Es schmeckt na ja…

Dritte Runde, die Auslosung meint es diees Jahr nicht gut. Das Schachkid macht keine Punkte, die Gegner werden trotzdem immer stärker. Mit Ole Zeuner wartet ein Schachzwerg mit einer stolzen 1900. Der Kleine spielt den Dahmelandpokal jedes Jahr mit. Aber am Brett  trifft man sich das erste Mal.

Nach 6. Sb5, der den Blumfeld-Angriff in der schottischen Eröffnung einleitet, runzelt der Kleine die Stirm. Er denkt nach, dann hat er es aber drauf. Er kennt sich aus und spielt die Variante völlig korrekt runter. Es wird recht taktisch. Am Ende macht das Schachkid mit 13. Sb5 den falschen Zug. Nach … Dxe3+ ist es für Weiß sofort vorbei. Das Schachkid spielt noch etwas weiter und kann die Partie noch etwas halten. Aber eigentlich ist es spätestens nach dem Damentausch vorbei aufgrund des Bauern weniger und der schlechten Bauernstruktur von Weiß.

Was am Sonntag kommt, weiß niemand. Die Turnierleitung hatt statt der 4. Runde die Auslosung der 1. Runde online gestellt. Die Tabelle deutet aber mit Jose Lopez auf einen starken Gegner hin.