GM Jan Gustafsson in Briesen

Was mag sich der Großmeister Jan Gustafsson wohl gedacht haben, als er in das kleine Briesen fuhr… Man weiß es nicht, aber er ist gut drauf und zeigt sich gut gelaunt. Der SV Briesen hat es geschafft, zum 25. jährigen Jubiläum einen der stärksten deutschen Spieler zum Simultan einzuladen. 24 Schachspieler von 8 – 80 nutzen die Chance, mit dem GM die Klingen zu kreuzen. 21:3 geh es am späten Abend aus. Der Großmeister verliert zwei Partien, ausgerechnet gegen den Nachwuchs, unter anderem dem einheimischen Briesener Daniel Woithe. Zwei  Remis gehen gegen Lokalmatadoren weg. Sebastian Schroth und Jens Schneider erzielen den halben Punkt.

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Das Bild zeigt Gustafsson mit dem sehr unvorteilhaft forigrafierten Schachkid (Danke Moritz 🙂 ).

Der Großmeister hat inn allen Partien Weiß. Ein Trick, wie er am nächsten morgen sagt, um auf Angriff spielen zu können. An jedem Brett eröffnet Gustafsson anders. Keine Chance, beim Brettnachbarn  zu lunsen, wie man am besten spielt.

Das Schachkid erwischt einen Königsinder. Lustigerweise weicht Weiß mit 9. Sd2 vom Buch ab. Ein stiller Zug. In den umliegenden Brettern beobachtet das Schachkid, wie Gustafsson so spielt. Gleich angreifen und drauf hauen scheint nicht sein Stil zu sein. Es wird viel manövriert und die Figurenaufstellung immer wieder ein wenig verbessert, ehe zugeschlagen wird.

Auch ein Tipp aus der Trainingssession. Wenn man Züge wiederholen kann, solle man das tun, um mit dem Gefühlen des Gegners zu spielen. Durch Abweichen könne der Gegner einen Fehler machen. Aber nicht verzählen wegen der Stellungswiederholung.

Schwarz kann sich nicht so recht entscheiden, ob am Damen- oder Königsflügel gespielt werden soll. Nach 17. … b5 scheint die schwarze Stellung ok. Man hat Platz. 18. b4 hatte das Schachkid nicht auf der Rechnung. Man tauscht ab und das Schachkid freut sich nach 24, … Lf6 einen Mehrbauern. Aber nun packt der Großmeister seine Endspielkenntnisse und Stellungsgefühl aus. Der Bauer auf a6 wird zum Angriffsprojekt und erbeutet. Schwarz spielt nunehmend unkonzentriert und lässt sogar noch einen Bauern mit 33. Dxb5 spielen. Der weiße Bauern wandert auf b7 und Schwarz hat kaum vernünftige Züge. Weiß sollte langfristig dank des Bauern auf b7 und der  schlecht positionierten Figuren gewinnen. Soviel Aufwand ist gar nicht nötig. Seit vier Stunden läuft das Simultan. Viele Gegner haben schon die Waffen gestreckt. Der Großmeister dreht routiniert seine Runden und greift beim Schachkid den Punkt b6 an.  Das Schachkid verteidigt und lässt vor Schreck die Dame stehen. Den GM freuts, er grinst.

Am folgenden Tag gibt der Schachguru noch ein Training. Partien des gestrigen Simultans werden besprochen. Hier ein lockerer Spruch, dort ein wenig Selbstkritik, da ein verschmitztes Grinsen. Der Mann trinkt Kaffee und ist ein Entertainer. „Geschwätzblitz“ von Chess24 live in Briesen. Jan Gustafsson ist ein auf dem Boden gebliebener Großmeister mit zweifellos großen Unterhaltungswert.

24. Rehberge – Open 2018

Der Tiarks und das Schachkid sind beim 24.Rehberge-Open in Berlin. Hier war das Schachkid noch nie.

Das Turnier eröffnet den Turnierreigen des Berliner Schnellschach-Grand-Prix. Es ist Ferienzeit, es ist sehr warm. Es geht erst um 13.00 Uhr los bis 21.00 mit 11 Runden. An diesen Umständen mag es liegen, dass es für Berliner Verhältnisse wenig Teilnehmer und wenig Titelträger sind. Trotzdem ist es stark besetzt. Der Tiarks ist auf 11, das Schachkid auf 38 gesetzt.

Das Spiellokal liegt in einem sehr rustikalen Bezirk. Ebenso rustikal ist die Wirtin mit dem Charme eines Flintenweibs. Im Spiellokal stehen Schilder, die den Verzehr von mitgebrachten Speisen und Getränken verbieten. Die Wirtin hat sich gleich jemanden erspäht, der eigenes Wasser trinkt und droht mit Rausschmiss.

Tiarks und Schachkid bestellen Brötchen. Die Zubereitung dauert stolze 15 Minuten. Das Schachkid guckt die Wirtin kritisch an. Diese rennt in die Küche und meint dann, die Brötchen hätten erst gebacken werden müssen. Komischerweise sind sie kalt. Merkwürdige schnoddrige Vereinsgastronomie, typisch Berlin. Aber es ist natürlich top und Luxus, als Schachverein ein durchaus schönes Spiellokal mit vielen Räumen und Bewirtung zu haben.

Mit den Brötchen überbrückt man die Wartezeit. 13.00 Uhr soll Beginn sein, 13.20 Uhr geht es los. Schachturniere sind wie Konzerte, gehen nie pünktlich los.

Erste Runde, das Schachkid muss fast gegen den Tiarks spielen. Aber man sitzt dann doch nebeneinander. Die Uhren findet der Tiarks nicht gut. Er punktet trotzdem. Die Uhren sind analog und tatsächlich sehr niedlich, nix für dicke Finger. Was aber keine Ausrede für das Schachkid sein soll, der beim abtauschen den Überblick und dann einen Bauern verliert. Dann im Endspiel keine Tempi mehr, ein sicherer Punkt für den Gegner.

Zweite Runde, ein kleines Nachwuchstalent von Zugzwang zieht die Bauern noch rückwärts, was sich sicher bald ändern wird. Punkt, das Schachkid gönnt sich einen Streuselkuchen.

Der Tiarks kommt und ist sehr empört. Zwei Bauern mehr aber die Leichtfigur stehen lassen. Die Wärme setzt ihn zu. Die heutige Jugend ist nicht sehr robust. An Tagen wie diesen ist alles möglich.

Der Tiarks schleppt ein Glas Wasser an und hat eine Zitronenscheibe drin. Das Schachkid hat in sein Wasser keine Scheibe bekommen. Vermutlich liest die Wirtin diesen Blog und übt so Rache.

Dritte Runde, eine 1980. Das Schachkid kennt den Gegner schon. Der mufft immer etwas und wäscht sich nach dem Toilettengang nicht die Hände, wie das Schachkid bei anderen Turnieren beobachtet hat. Dem mag das Schachkid gar nicht die Hand geben. Der Gegner gewinnt schnell die Qualität. Das Schachkid gibt auf und geht sich im Keller die Hände waschen.

Tiarks grummelt vor sich hin. Er hat gegen eine 1700 verloren und wirkt nun ein wenig angespannt.

Die Wirtin führt ein strenges Regiment. Der Koch wird in der Küche zusammengefaltet, weil das abgewaschene Besteck rumsteht. Der Turnierveranstalter, ein Senior ca. Mitte 70, wird angeblafft, dass er den Raum nebenan in Ordnung bringen solle. Das müsse man doch nicht erst um 22.00 Uhr Ordnung schaffen. Und er habe doch tausend junge Leute da. Der Senior schlürft und baut die Schachbretter ab. Frank Hoppe schaut betroffen drein.

Der Tjarks hat endlich mal gewonnen. Er spielt gegen Mann mit Hund. Zitat „Für 1600 reicht es gerade noch.“ und atmet schwer. Das Schachkid hat nun eine 1000, der übliche Fahrstuhleffekt in so einem Turner. Ein Punkt und gleichauf mit Tiarks.

Auslosung der fünften Runde. Zwei Senioren am Aushang. Senior 1: „Ich krieg nur starke Gegner, Sauerei.“ Senior 2: „Die sind alle stärker als Du.“ Senior 1: „Außer Du.“

Nun macht das Schachkid kurzen Prozess mit der 1900, und gibt nach 2 Minuten auf. Es ist zu warm und das Schachkid stellt alles hin. An der Bar angekommen ordert das Schachkid Eis. Ein zweiter Spieler will Bier und tut kund, dass er 18 Kilo abgenommen hat. Das Schachkid fragt interessiert nach, ob die Haut denn mitgegangen ist. Der Kollege knöpft das Hemd auf und demonstriert seine Brüste. Tatsächlich alles straff.

Der Tiarks kommt schnaufend und hat gewonnen. Ansonsten schwitzt er still vor sich hin.

Das Schachkid überrennt gerade seinen Gegner, den Mann mit dem straffen Busen von eben. Der Tiarks kommt angeschlurft und schaut das Schachkid hungrig an. Das Schachkid stellt den Läufer hin. Der Gegner, eingeschüchtert ob der Überlegenheit der beiden Potsdamer am Brett, bietet Remis.

Der Tiarks hat gegen des Schachkids Gegner aus der dritten Runde gewonnen. Das Schachkid gibt einen Hinweis. Der Tiarks eilt in den Keller zur Toilette und desinfiziert sich die Hände.

Pause nach der 6. Runde. Der Tiarks geht sich Döner suchen. Schlange an der Theke des Spiellokals. Die Wirtin schnauzt die Gäste an. Fünf Spieler in der Schlange entscheiden sich spontan, woanders zu essen.

15 Minuten später. Die Gäste müssen lange auf Ihr Essen warten. Die Wirtin lamentiert, sie habe nix von der Pause gewusst. Zitat „wenn die Vollpfosten da drinnen ihr nix sagen.“ Gemeint ist damit die Turnierleitung. Das Schachkid möchte an dieser Stelle dem Schachverein Rehberge empfehlen, sich ein anderes Spiellokal zu suchen.

Die Wirtin kommt aus der Küche. Der Hund vom Senior flüchtet. Die Wirtin schaut sich suchend um und keift „Der Hund muss mal aus dem Weg.“

Siebte Runde. Der Tiarks hat es endlich den oberen Raum der achten Bretter geschafft, schiebt aber Remis. Nächste Runde hockt er wieder beim Pöbel, quasi in des Schachkids Nähe. Dieses hat endlich mal einen Gegner schön überrannt, der sogar ein wenig stärker war.

Es ist zu warm. Das Schachkid hat keine Lust, über die Runde zu schreiben. Der Tiarks saß zwar nochmals oben, stellt aber den Turm ein. Nächste Runde also wieder Pöbel. Das Schachkid stellt den Bauern ein, gewinnt ihn wieder und noch einen Läufer. Leider sind keine Bauern mehr da, also Remis.

Neunte Runde, Erschöpfung macht sich breit. Der Tiarks sorgt für ein sehenswertes Matt und darf in der nächsten Runde wieder oben bei den Großen spielen. Am Brett 16 angekommen wartet eine 1990 auf das Schachkid. Er denkt lange nach, aber die Denkpausen lohnen sich. Er hat ganz klar das bessere positionelle Verständnis und schiebt das Schachkid langsam Zug um Zug zusammen.

Der Senior mit dem Hund hat offenbar eine Figur eingestellt. Jedenfalls verkündet er lauthals, dass er nun die Nase voll hat und nach Hause geht. Tatsächlich ist er in der nächsten Runde nicht mehr da. Die Wirtin lärmt wieder im Hintergrund rum. Offenbar geht ein Gast vor der Bar auf und ab. Die Wirtin pfeift ihn zusammen. Es sei ihr Laden. Entweder setze er sich hin oder sie würde ihn rausschmeißen. Das Schachkid ist sich nicht ganz sicher, ob diese dralle Gastronomin ihren Beruf richtig verstanden hat.

In der 10. Runde spielt das Schachkid gegen einen Indianer. Langsame und bedächtige Bewegungen, man merkt ihm seine Überlegenheit an. Der Tiarks hat gewonnen, freut sich, kommt langsam in Fahrt und darf auch in der letzten Runde oben spielen.

Das Losglück meint es gut mit dem Schachkid. Ein Jugendlicher mit einer zarten 1200 leistet keinen Widerstand und wird schnell umgehauen. Nächstes Jahr wird er sich bestimmt rächen. Der Tjarks bekommt mit einer 2145 nochmal einen dicken Brocken vorgesetzt. Aber er hat sich nach 10 Runden warm gespielt und gewinnt das Ding. Dumm nur, dass das Turnier jetzt zu Ende ist. Ein versöhnliches Ende.

5 aus 11 sind für die Wärme und die relativ starke Besetzung Gang in Ordnung, wenn die Partien auch qualitativ nicht doll waren. Der Tiarks hatte in den letzten Runden einen Lauf und gewinnt auf Platz 7 noch einen Preis, ein versöhnliches Ende.

Das Turnier war gut organisiert, der gastgebende Verein eine nette Truppe. Und die ungastliche Wirtin bot einen hohen Unterhaltungswert.

 

 

 

 

 

 

 

 

22. Huckeduster Langsamblitz

Heuer ist das Schachkid zum 22. Huckeduster Schnellschachturnier nach Gransee gereist. Da kann man sehen, wie irre man ist, bei 32 Grad Schach zu spielen statt sich an einem See zu legen. Der Huckeduster ist eine urige Kneipe im malerischen Gransee, dass nun wirklich immer eine Reise wert ist.

40 Teilnehmer sind es dieses Jahr. Es ist wieder gut besetzt. Das Schachkid ist auf Platz 26 gesetzt. FM Schulze und Detlef Zoll kennt das Schachkid noch, den Rest nicht.

Gefühlt sind 37 Senioren, zwei Jungs und das Schachkid da. Der hohe Altersdurchschnitt des Turniers fällt auf. Was aber der angenehmen Lockerheit des Turniers kein Abbruch tut. Der Turnierleiter braucht für die Eröffnungsrede genau 3 Sätze. Und erkennt das Schachkid bei der Anmeldung, ohne dass sich selbiges vorstellen muss. Offenbar eilt dem Schachkid ein Ruf voraus.

Auf Nr. 26 von 40 gesetzt sind heute 4,5-5 Punkte realistisch.

Die Kirche gegenüber dem Spiellokal ist eine Arena. Das Schachkid spielt auf Geheiß eines Kollegen Pokémon Go. Die Monster in der Arena sind zu stark. Wieder nix gewonnen.

Die Nr. 16 teilt dem Schachkid Heide mit, dass er Skat kann, aber nicht mag. Das versteht das Schachkid ja nun gar nicht. An der Wand des Turnierlokales hängen grandiose Skatblätter. Die Nr. 16 hat das bessere Händchen im Endspiel mit Dame und Bauer. Das Schachkid spielt zu passiv.

Was das Schachkid ja nun gar nicht mag, sind Leute, die im Weg stehen und es nicht merken. Das kann das Schachkid ja nun wirklich nicht leiden und möchte gerne Tritte in den Allerwertesten verteilen.

Die erste Runde geht es gegen die Nr. 6 des Turnieres. Es läuft ganz gut. Aber dem Gegner gelingt es, seine beiden Türme auf die 2. Reihe zu platzieren. Das kostet das Schachkid einige Bauern.

In der zweiten Runde dann gegen die Nr. 37 des Turnieres. Das Schachkid pflückt hier einen Läufer, dort einen Bauern weg. Ein relativ leichter Sieg. Die normalen Schwankungen der Stärke der Gegner im Schweizer System.

Die Nr. 39 des Turniers kann kaum über den Tisch gucken, kennt dafür aber das Schachkid schon vom Potsdamer Sommeropen. Offenbar eilt dem Schachkid wirklich ein Ruf voraus. Oder es ist die beeindruckende Gestalt. Der Knirps trainiert bei Zugzwang. Er gewinnt eine Leichtfigur, ist sich dann doch etwas unsicher und bietet vorsichtshalber Remis an. Das macht er in einem Jahr nicht mehr.

Die Nr. 36 greift beherzt an, lässt aber Bauern stehen. Der König kann nicht rochieren. Der Turm ist ein großer Bauer. Somit wird der Punkt eingefahren. 2,5 aus 5 ist das Ergebnis in der Mittagspause.

Die Masse ist beim Huckeduster. Das Schachkid mag die rustikale Kost nicht und speist wie jedes Jahr im Büchercafe. Zwei blöde Touris blockieren mit ihrem Softeis den einzigen Tisch im Schatten. Beide tätowiert und mit Glatze, sie und er. Wie die wohl nach Brandenburg kommen. Das Schachkid isst Auberginentörtchen und schwedische Apfeltorte. Die ollen Touris am Nebentisch schmatzen lautstark. Softeis essen will eben gelernt sein.

Die Touris entdecken, dass man in Gransee eine Wohnung mit 140m2 für 1200 mieten kann. Aber in Gransee sei ja nix los. Dann dampfen die nervtötenden Gestalten endlich ab. Das Schachkid wechselt auf den Schattenplatz und fährt mit Rote Beete Kuchen fort.

Nun wird es langsam unangenehm warm. Im Spiellokal angekommen trinkt das Schachkid vorbeugend erstmal ein Bier. Die Hälfte der Spieler hatte schon am Vormittag getankt. Das Bier hilft. Die Nr. 14 greift beherzt mit dem Springer den Läufer des Schachkids an. Leider ist der Springer ungedeckt, sodass das Schachkid beherzt zugreift. Bald fällt auch die gegnerische Dame gegen einen Turm. Sieg und Tagesziel fast erreicht.

1. Runde — die Nr. 18 der Setzliste spielt Paulsen und verliert einen Bauern, wie das Schachkid nach beherzten Durchzählen nach einer Abtauschserie feststellt. Der Gegner bietet Remis. Das ist frech, aberdas Schachkid willigt ein. Es ist warm und das Schachkid zum Denken zu faul.

In der 8. Runde hat sich das Schachkid mittlerweile an Brett 7 vorgekämpft. Die Nr. 21 opfert galant einen Springer. Und plötzlich fällt die Stellung des Schachkids zusammen. Wirklich sehenswert.

5 Punkte aus 9 Runden, Tagesziel erfüllt. Eigentlich kann das Schachkid nun nach Hause fahren. Die Nr. 19 des Turnieres hat einen ungedeckten Turm. Der ist weg, wenn der Bauer davor die Figur des Schachkids nimmt. Einen Läufer mehr, dann noch eine kleine Springergabel, Zack. So werden Punkte gemacht.

Treue Leser des Blogs haben schon bemerkt, dass der Arschlochvater diesmal nicht dabei ist.

An Brett 8 angekommen spielt der Gegner Russisch. Das Schachkid erinnert sich an die Strategie seines ehemaligen Gegners Felix Meißner. Entgegengesetzt rochieren und den Gegner am Königsflüge überrennen. Klappt auch diesmal. Das Schachkid macht kurzen Prozess, ist nach 5 Minuten fertig und freut sich über 6 aus 10.

Das Losglück meint es in der letzten Runde nicht gut mit dem Schachkid. Am Brett 5 wartet ausgerechnet die Nr. 1 der Setzliste mit 2244 Elo. Die Nr. 1 spielt das Schachkid im Königsindisch an die Wand, positionell gesehen. Das Schachkid hat irgendwann schlicht keine sinnvollen Züge mehr.

Die Siegerehrung läuft so angenehm wie die Eröffnung. Kurz und pragmatisch. Mit 6 aus 11 ist das Schachkid hochzufrieden. Platz 15, und für zwei Biere als Preis reicht es auch noch. Die eine oder andere 1800 weggepocht. Sehr gemütliches Turnier.

 

Von meinem iPad gesendet

 

10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Die Machtdemonstation des Schachwizard

10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Limonchello voraus

10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Biertümpel-Freddie – A Star was born

Der Urlaub neigt sich langsam dem Ende, was etwas schade ist. Aber das Schachkid freut sich durchaus schon etwas auf den Alltag, was für etwas Erholung spricht. Gerade kommt beim Schreiben dieser Zeilen eine Omi im Bikini vorbei, was sich wirklich nicht gehört.

Das Schachkid wollte sich soviel auf der Insel angucken. Aber es ist so warm. Und vielleicht hat der Lucky ja recht. Vielleicht entspannt man ja wirklich am besten, wenn man nichts macht. Der Superdave macht auch nix und soll eigentlich losfliegen. Erfreulicherweise kann er dazu bewegt werden zu bleiben, was die Brisanz dieses Urlaubs deutlich aufwertet. Das Schachkid glaubt, das sei ein Lob für den Superdave, aber die Formulierung klingt auch sehr schön.

Maan fährt einkaufen in den Supermarkt. Man nutzt die Gelegenheit, den Superdave, auch bekannt als „Der Psychater!“ zu einer Inselrundfahrt zu entführen. Zweieinhalb Stunden später hat man den Supermarkt immer noch ncith gefunden, aber wirklich fast jede Ecke der Insel erkundet. Außer den heißen Quellen natürlich…

Das Schachkid hat vom Trainer ein Remisverbot bekommen und verliert. Aber nicht wegen des Verbots. Sondern wegen des völlig sinnnlosen 18. … Sxe5. Das Schachkid hat berechnet, die Leichtfigur wieder zu bekommen. Das Schachkid hat zwar die Drohung d7 gesehen, glaubte aber, durch ein Zwischenschach ein Tempo zu gewinnen, um die Drohung abzuwehren. Das bringt natürlich nix. Und den starken Zug 22. … Dxf8 hatte das Schachkid gar nicht gesehen. Aber auch vorher steht das Schachkid sehr beengt. Den 4-Bauern-Angriff kann das Schachkid noch nicht. Vielleicht ist auch 13. … Dxa4 besser. Wobei auch danach kein rechter schwarzer Plan zu sehen ist. So kommt Schwarz zu Sd6 und kann dort einen starken Freibauern bildern.

Der Schachwizard schiebt ein taktisches Remis nach dem anderen ein, ist aber trotzdem Elo-mäßig im Plus, was für seine Taktik und das starke Teilnehmerfeld spricht. Während der Lucky auch zum dritten Mal in Folge remisiert, was aber nicht verwunderlich ist, da er schon wieder nach 10 Zügen 3 Leichtfiguren abgetauscht hat. Das entspricht eigentlich nicht seinem Spielstil.

Das Hotel hat auch ein typisches Klischee zu bieten. Gleich am ersten Abend, als die Reisegruppe dem Skatspiel frönt, wankt ein italienscher verzottelter FM herbei und zeigt den Hitlergruß. Dann setzt er sich zu der Reisegruppe und beginnt sogleich eine Diskussionn zur Geschicht Deutschlands. Er erzählt etwas von einer Nacht der langen Messer, wo die SS die SA oder andersrum um die Ecke gebracht hat. Das Schachkid reagiert etwas ungehalten, hat nun wirklich keine Lust, über Geschichte zu diskutieren. Verpasst aber die günstige Gelegenheit, den Italiener auf Mussolini anzusprechen.

Belgien gewinnt derweil, Uruquay glänz nicht gerade. Das Schachkid nickt gewohnheitsmäßi in der Lobby ein.

10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Superdave in Action

Die Überschrift macht hier keinen Sinn. Aber da der Superdave immer so bescheiden ist und nicht gelobt werden möchte, muss ihm das Schachkid mal eine eigene Überschrift widmen.

Das  Schachkid will erstmal einkaufen fahren. Unterwäsche und Strümpfe müssen her. Noch kurz dem Lucky und dem Schachwizard beim Blitzen zugeschaut, der Supedave auf dem Weg zum Strand stößt dazu. Ab nach Furio. Der nächst gelegene Ort hat einige Läden. Einen Parkplatz zu finden, ist eine Kunst. Rückwärts einparken auf einer Hauptstraße erst recht. Wer in Italien Auto fahren kann, kann dies überall.

Die Läden haben alles mögliche, nur keine Unterwäsche. Das Schachkid erklärt der Verkäuferin wortreich, dass es gerne Boxershorts haben will. Diese packt eine kurze Hose für den Strand aus. Im Laden sitzen kleine Kinder auf dem Boden und essen Chips, die sie wiederum vom Boden aufsammeln. Auf der Suche nach Schlüpfer wird das Schachkid auf das mysteriöse „Centro“ verwiesen. Diesen Hinweis sollte das Schachkid noch viermal erhalten.

Der nächste Laden sieht aus wie ein Vietmanesenbasar, nur schlimmer. Der Verkäufer hockt vor dem Laden, raucht, kann kein Englisch und bläst dem Schachkid Rauch ins Gesicht. Auf zum nächsten Laden. Hier steht hinter dem Tresen eine Omi mit Sonnenbrille. Als das Schachkid hinein kommt, geht sie erstmal nach hinten aufs Klo. Das Schachkid wartet 5 Minuten, die Omi, immer noch mit dunkler Sonnenbrille auf der Nase kommt wieder, drückt sich am Schachkid vorbei und und hockt sich in einen Sessel. Ansonsten schweigt sie und guckt stur gerade aus. Das Schachkid überlegt kurz, ob sie noch lebt. Nach weiteren zwei Minuten Warten, die Omi macht weiterhin keine Bewegung, fragt das Schachkid zaghaft an, ob sie hier bediene. Die Omi verzieht das Gesicht, gibt mürrisch etwas von sich. Das Schachkid geht.

Im nächsten Laden, hier ist offenbar das mysteriöse Centro, gibt es endlich Schlüpfer. Nun ein Eis. Das Schachkid steht wieder irgendwo 5 Minuten rum, bis mal einer an die Theke kommt. Die Frau kriegt erst die Theke nicht auf, dann schaut sie auf das Thermometer und schimpft. Das Schachkid will eine Waffel haben, wird aber ignoriert. Der Chef wird geholt, der rupft auch an der Eistheke rum. Endlich offen, das Schachkid kriegt einen Pappbecher mit Eissoße. Offenbar ist es in der Theke zu warm. Das Schachkid lehnt dankend ab und geht, was die Italienerin etwas zum Zetern bringt.

Auf zu den heißen Quellen. Die Einbahnstraße dahin ist offenbar keine, jedenfalls gibt es heute Gegenverkehr. Problem dabei, in die Straße passen nur zwei Autos nacheinander aber nicht nebeneinander. Die Italienerin gibt nicht nach. Das Schachkid bugsiert den BMW 300m im Rückwärtsgang den Berg hinauf, ehe sich eine kleine Stelle findet, wo man halbwegs vorbei fahren kann.

Die heißen Quellen liegen in einer hübschen kleinen Badebucht mit imposanten Steilwänden.  Sehr romantisch und idyllisch…

Aber zurück ins Hotel – der Superdave ist noch nicht weit gekommen und hockt immer noch beim Blitzen. Wahre Schachfans eben.

Heute wieder ein Italiener. Zur Partie muss nicht viel gesagt werden. Hauptvarinte im Caro-Kann, Schwarz rochiert allerdings kurz. Weiß muss nur seine Bauern nach vorne werfen. Schwarz kann sich kaum gegen diesen Angriff wehren. Aus die Maus…

Lucky tauscht wieder fleißg Figuren ab und remisiert. Gegen den jungen Gegner aus Lettland ist das aber vielleicht nicht schlecht, spielen doch diese Kinder oft stärker als Ihre Zahl. Der Schachwizard hat den Freund der WFM als Gegner. Diese hat ihn bestimmt vorbereitet. Also doch ein schnelles Remis heute für den Schachwizard.

Nach den 10. Zug schlurft das Schachkid erstmal zur Hotelbar und trinkt einen Espresso. Der schnieke Kellner ist da, ein Italiener  aus dem Bilderbuch, ursprünglich und rassig. Er freut sich, dass das Schachkid da ist und gibt Espresso und Praline aus.

Das Hotel hat auch sonst kurioses zu bieten. Die Hotelchefs sind Zwillinge und wiegen deutlich über 150 kg. Der Laden ist ein Familienbetrieb. Die Töchter sind auch Zwillinge. Ein Zwilling arbeitet an der Bar und sagt so schön „Ciao“, das das Schachkid diese gleich heiraten würde.Eine der beiden Hauskatzen liegt stets in der Lobby auf einen Stuhl rum und döst. Die Katze wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit vom Schachkid überfallen und mit Streicheleinheiten versehen. Der Frühstückskellner soll nicht unerwähnt bleiben.

Abends nach dem Italiene noch ein Bier in der Hotelbar. Das Schachkid schlummert gegen 23.30 Uhr friedlich vor sich hin, als die besoffenen angeheirateten Russinnen aus Schweden mit ihren Nachwuchs wieder auftauchen. Die Russin, vermutlich aus Kasachstan dem Gesicht nach zu urteilen, regt sich auf, das die Bar nicht mit Personal besetzt ist. Das Schachkid wird lautstark geweckt. Bei lärmenden Russinnen wird das Schachkid grundsätzlich sauer. Es sieht sich genötigt, die Russinnen zur Ruhe aufzufordern, was nicht viel bringt, da sie „Silencio“ nicht verstehen. Na ja, geht das Schachkid eben ins Bett.

10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Verdächtigungen unter heißer Sonne

Das Hotel bietet allerlei Wellness-Angebote. Zeit, um sich ein wenig aufzupimpen. Das Schachkid bucht  eine Gesichtsreinigung um 11.00 Uhr und lässt dafür die Inselrundfahrt sausen. Im Wellness-Keller angekommen, in dem subtropische Temperaturen herrschen, wartet das Schachkid 12 Minuten. Es passiert nix. Das mag das Schachkid gar nicht, da wird es schonmal übellaunig. Zurück zur Rezeption und kurz nachgefragt, schon ist die Kosmetikerin angekommen. Das Schachkid soll im  tropischen Keller sein Gesicht 10 Minuten in einen heißen Dampfstrahl halten. Das mag das Schachkid auch nicht, In Deutschland macht das eine Kosmetikerin mit einem feuchten Tuch. Das Schachkid bricht ab und storniert bei dieser Gelegenheit das für den Folgetag anstehende Körperpeeling. Wer weiß, was dort geplant ist.

Danach kurze Aufregung. Das Schachkid liegt am Pool. Lucky will Badesachen. Die sind im Auto. Die Schlüssel hat das Schachkid, das am Pool liegt, aber nicht vom Lucky gefunden wird. Später geht das Schachkid zum Auto und oh Schreck, da ist wohl einer gegengefahren. Zumindest sieht die Schmutzspur so aus. Der Schachwizard wird aus dem Schlaf gepocht. Zu dritt begutachtet man das Auto. Ein Unfall wäre schlimm, 2500 € Selbstbeteiligung hat das Wägelchen. Der Hotelgärtler Luigi weiß Rat. Ein Lappen und etwas Terpentin und das Auto ist wie neu.

Das Schachkid will sich in gewohnter Weise mit Bier und Limochello stärkeren. Die Kellnerin kommt auch schnell und nutzt die Gelegenheit, bei Balance des Putzlappens und des Tablets den kostbaren Gerstensaft über das Schachid auszukippen. Zur Entschuldigung bekommt das Schachkid zwei Bier spendiert. Hiner dem Schachkid bricht die Schilfdeko zusammen.

Überhaupt ist man ständig am Trinken, weil es so heiß ist. Wasser, Bier, Limonchello – Hauptsache flüssig.

In der vierten Runde sitzt ein dicker Italiener an den weißen Steinen. Es wird ein Königsinder.

Entgegen seiner Gewohnheit spielt das Schachkid 8. … e5 statt c5. Das wird spielentscheidend sein, da der Bauer c7 schwach wird. Auf diesen Punkt spielt Weiß und belagert ihn. Mit allen,was dazu gehört. Der Abstausch 17. …  Lxd5 ist dabei nicht hilfreich, da er erst die c-Linie öffnet. Der c7-Bauer droht schon zu fallen. Das Schachkid versucht es mit einer Pseudodrohung 21. … Sf4. Es klappt, der Gegner wird merklich unsicher, das Schachkid gewinnt ein paar Züge. Schach ist eben doch nur Psychologie. Aber der Punkt ist nicht zu halten. Das Schachkid wundert sich, warum Weiß nicht einfach 32. Txb6 spielt. Danach ist gleich Ruhe. Das Schachkid versucht, noch etwas Unruhe zu stiften und Gegenspiel unter hohen Bauernverlusten zu erlangen. Dies gelingt nur bedingt, die Stellung ist einfach zu schlecht. Das Schachkid muss die Waffen strecken.

Schach ist eine ernste Sache, selbst bei so einem kleinen Turnier. An einem hinterem Brett setzt die besser stehende Gegnerin patt. Als sie dies erkennt, werden lautstark die Figuren durch die Gegend geworfen. Der herbei eilende Schiri kann die Signora kaum beruhigen.

Das Schachkid seinserseits ist ein wenig müde und beschließt, nach 10 Zügen ein kleines Nickerchen im angenehm kühlen und dunklen TV-Raum einzulegen. Dann hin und einen Zug gemacht und erstmal die Toilette aufgesucht. Der Gegner ist offensichtlich der Abwesenheit des Schachkids tief besorgt, vermutet ein Cheating und will zum Schiri. Lucky behauptet, das Schachkid habe Magenprobleme. Wobei es sicher keine FIDE-Regel gibt, die ein kleines Nickerchen zwischendurch verbietet. Die gute Absicht von Lucky findet das Schachkid gar nicht gut. Diese Unterstellung hätte das Schachkid lieber ausgefochten.

Der Schachizard sitzt die ganze Zeit stirnrunzelnd am Brett, guckt hin und her und bleckt die Zähne. Offenbar hatte er in dem Moment eine Idee. Jedenfalls gewinnt er gegen seinen deutschen Gegner aus Bremen. Lucky hat heute die längste Partie, es wird wieder Remis. Er wundert sich darüber. Das Schachkid wundert sich nicht, wenn  er bereits nach 5 Mintuten die Damen abtauscht. Obwohl die Stellung anschließend recht verwickelt aussah…

Es ist Zeit, den Superdave von der Fähre abzuholen. Nun beginnt eine Zeit voller Stress. Das Navi lotst das Schachkid nicht zum Hafen, sondern behauptet voller Überzeugung, dieer Kreisverkehr hier sei das Ziel. Davor natürlich ein Stau. Natürlich kann man auch nirgends halten. Das Schachkid versucht, den Superdave anzurufen. Der geht nicht ran, obwohl er schon da sein muss. Whats App liest er auch nicht. Das Schachkid wird geruhsam latent aggressiv. Schließlich gibt er sich via Whats App zu erkennen und schickt ein „Lol“. Das Schachid ist kurz versucht, in irgendeiner Art und Weise auf den Superdave einzuhauen, sollte es ihn finden. Er gibt endlich seine Position bekannt. Das Navi behauptet, für 1,2 km benötige man 30 Minuten. Nach 10 Minuten merkt das Navi an, dass es im Fußgängermodus unterwegs sei und das der Fahrzeugmodus doch günstiger wäre. Superdave schickt derweil eine Nachricht, er habe nun vom Warten die Nase voll und gehe was trinken. Der Schachwizard im Hotel kommentiert mit Häh. Endlich den Superdave gefunden, gelingt es nicht, das Radio im BMW zu aktivieren. Für so ein teures Auto ist das ein absolut verunglücktes Bedienkonzept.

Endlich kann man zum Essen fahren, Danach soll es über dunkle enge Straßen zu heißen Quellen gehen, die ins Meer münden. Es ist stockdunkel. Die Meute ist auf einer steilen Treppe schon gut vorangekommen. Dem Schachkid wird ein wenig plümerant und ruft die Meute zurück, die  ihren Unmut bezeugend folgt. Vielleicht gelingt ja ein neuer Anlauf, die Quellen zu besuchen, ohne dass das Schachkid rumziekt. Der Superdave ist nachts um drei auch keine große Motivationshilfe.

10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Sonnne, Strand und nur Remis

Das Schachkid hat das ideale Rezept zum guten Schachspiel enteckt. Vor der Partie ein Radeberger, ein Epresso und ein Limonchello und die Welt ist in Ordnung.

Ansonsten alles beim alten. Der Schchwizard bereitet sich vor, der Lucky liegt in einer dunklen Ecke. Morgens gab es eine Massage von Francesco. Dieser versteht den Namen des Schachkids nicht. Kurzerhand wird aus Rene Renato gemacht. Das versteht er. Neuerdings bekommt das Schachkid so ein Schlafbedürfnis zum Mittag hin, Muss wohl das Klima sein, oder der Urlaub. Am Alter liegt es jedenfalls nicht!

Heute darf das Schachkid an Brett 1 spielen, gegen die Nr. 1 des Turniers. Ein 14-jähriger Russe mit schweren Namen. Er wirkt ziemlich müde und unruhig, das kann zum psychologischen Vorteil. Das Schachkid hat sich ausnahmnsweise vorbereitet und erwartet wahlweise Caro-Kann oder französisch. Caro-Kann guckt  sich das Schachkid an, für französisch ist es dann zu faul. Natürlich wird es ein Franzose.

Der Russe scheint vom Franzosen keinen großen Plan zu haben. Jedenfalls kommt er schnell ins Grübeln.Das nun folgende Spiel plätschert so vor sich hin. Der Russe steht stets leicht besser. Insbesondere nach 15. … Sb4, was das Schachkid nicht gesehen  hat und den Läufer abtauscht. Der Russe baut Druck auf. Aber nach 28. … Sg5 kann das Schachkid gut abtauschen und die Lage entschärfen. Übrig bleibt ein Turmendspiel mit Springer beim Schachkid und Läufer beim Russen. Schwer zu sagen, wer besser steht.

Zeit ist sowieso sein Problem. Das Schachkid hat schion zweimal Remis geboten, weil es kein Gegenspiel hat. Der Russe lehnt wortlos ab und verzieht nicht eine Mine. Mit nur 30 Sekunden auf der Uhr bietet er dann seinerseits Remis. Das Schachkid runzelt demonstrativ die Stirn und lässt ihn erstmal 5 Minuten schmoren, ehe das Remis angenommen wird.

Am Nebenbrett rast Lucky durch die Party. Nach kaum 30 Minuten ist man schon bei 20 Zügen und das Brett bis auf ein paar Bauern und Schwerfiguren fast leer gefegt. Nach weiteren Gekloppe bleiben je einige Bauern und je ein Turm übrig. Plötzlich beginnen beide Spieler nachzudenken. Aber mehr als Remis scheint nicht drin zu sein, was den Lucky etwas brummelig macht.

Der Schachwizard kam gut mit seiner Vorbereitung klar, hat nach eigener Aussage aber einen Zug vergessen und stand dadurch schlecht. Während man sich bei den schwachen Spielern im B-Open auch mal einen Schnitzer leisten kann, wird wohl in der starken Welt des Schachwizards ein Fehler wohl gleich gnadenlos bestraft. Am nächsten Tag muss dann wohl ersatzweise der andere Deutsche dran glauben.

Das Schachkid fährt fröhlich hupend über die Insel. Der Verkehr gefällt dem Schachkid so langsam. Der Italiener in Ischia ist im Stress, keine Vorspeise und ewiges Warten auf die Rechnung. Die Engländer gewinnnen mit Ihrem Rumpelfussball auch noch. Für die heißen Quellen ist es auch schon etwas soät. Dafür warten dort rosenbestreute Tische und zwei Gitarrenspieler, die die anwesenden Senioren bezaubern. Das Schachkid wagt sich an einem Apfellikör, wird von diesem aber völlig aus der Bahn geworfen. Teufelszeug.

10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Blitz war nix

Erkenntnis des Tages – Belgien wird Weltmeister, der Schachwizard und der Lucky schwanken zwischen schlafen und schlafen und beim Blitz läuft sowieso nix. Doch der Reihe nach.

Vom Strand sieht man irgendwie wenig. Ist wohl doch zu weit weg und zu warm. Das Hotel hält ein großes Wellness-Angebot bereit. Das Schachkid fühlt sich alt und hat eine Massage, eine Gesichtsreinigung mit Ozon und ein Körperpeeling gebucht. Der nervige Vollbart konnte auch endlich runter, nachdem das Schachkid seinen Rasierer endlich wieder gefunden hat.

Man findet sich morgens zum Blitz um 9.30 ein, aber keiner da. Man wartet und wartet und wartet, andere warten mit. Der Schachwizard studiert den Flyer. Ein P.M. ist hinter der Uhrzit vermerkt.

Die heutige zweite Runde des Schachturniers sollte noch entspannend werden. Der Schachwizard wälzt zu grandioser Musik die Datenbank und versucht, sich in Stimmung zu bringen, Das Schachkid überlegt, sich vor des Schachwizards Tür zu stellen und eine klingonische Oper zu intonieren.

Heute geht es einen Zwilling aus Schweden, offenbar ein Fussballfan aus Stockholm, wie sein Trikot verrät. Sollte einfach zu gewinnen sein. Trotzdem muss das Schachkid schon ab dem 15. Zug konzentriert verteidigen, um den Bauern auf d5 nicht zu verlieren. 18. Tc7 macht die Lage nicht besser. Erfreulichrweise lässt Weiß den Turmtausch auf der offenen c-Linie zu, sodass die schwarze Stellung sich zunehmend bessert.

Nach dem 26. Zug bietet Weiß Remis an, was das Schachkid aber aufgrund der Weisung des Schachwizard zweimal ablehnt. Im 30. Zug erpät das Schachkid eine Möglichkeit, die Damen zu tauschen. Das folgende Endspiel sollte gewonnen sein, da der schwarze König aktiver ist und  schneller an den a- und B-Bauern ist. Das Schachkid kann sich an eine Traniningsstunde neulich auf den Balkon erinnern und denkt an Zugzwang und Reservietempi. 34. Kb1 ist dann der weiße Fehlzug, der die Entscheidung bringt.

Der Schachwizard ist als erstes fertig. Er bringt es auf eine dreimalige Stellungswiederholung in acht Zügen. Da hatte man wohl gegenseitigen Respekt voreinander. Das Schachkid weiß nicht, was die FWM vom Schachwizard hält. Ihm ist bestimmt sein Ruf vorrausgeeilt. DIe junge Dame, 18 Jahre, schejint auch nicht ganz unbeleckt zu sein, sondern im spanishen Frauenschach vorne mitzuspielen. Dafür wird der Schachwizard am nächsten Tag mit einem FM belohnt.

Der Lucky gewinnt in klassischer Manier. Ein Mehrbauer wird erbeutet und dann offenbar irgendweie durchgebracht.

Nun jat man Hunger und düst zum Essen. Dummerweise ist es erst 18.00 Uhr, beste Abendbrotzeit in Deutschland. Nicht so in Italien. Da ticken die Uhren anders, nämlich später. Nix hat auf. Aber kein Problem, eine neue coole Pizzeria ist fix gefunden.

Abends findet nun das Blitzturnier statt. Nicht viele Teilnehmer, aber trotzdem gut besetzt. Sogar mit Kindern, die schön spielen und die Gegner reihenweise weghauen. Der Schachwizard hat Pech, gleiche Punktzahl aber schlechtere Buchholz – es bleibt der vierte Platz und als Preis mysteriöse italienische Schachzeitungen. Der Lucky holt nix, das Schachkid gerade mal einen Punkt von acht. Leider kriegt der ehrenvolle letzte Platz auch keinen Preis.