22. Emanuel-Lasker-Gedenkturnier – nix zu holen

Die Nacht war kurz, zu holen gibt es heute beim 22. Emanuel-Lasker-Gedenkturnier am 19.6.2016 nix. Das Schachkid ist spät dran, gibt Gas und wird prompt zweimal geblitzt. Business als Usual. Angekommen, der Rollmops ist auch schon da, sieht aber nicht allzu gut aus. Hinten in die Schlange bei Familie Röhr eingereiht. Das Schachkid wird kurzerhand dazu gewunken. Siehe an, es gibt Vereinsrabatt.

Kurzes Inne halten. Die verzweifelte Suche nach Kaffee beginnt.

Überraschung bei der Eröffnung. Die kaffeeausschenkende Thekenkraft ist die Bürgermeisterin von Thyrow mit beeindruckendendem Haarvolumen. Das Geburtshaus von Lasker zerfällt zusehends, verkündet die Bürgermeisterin. Die Gemeinde will es nun loswerden. Falls ein Schachfreunde Interesse hat…

Erste Runde, das Schachkid findet sich am vierten Brett unter lauter Titelträgern wieder. Da gehört das Schachkid auch hin, in ein paar Jahren mit Titel. Man braucht ja Visionen. Der Machotzky-Aufbau gegen Raphael Rehberg funktioniert nicht. Er spielt ja auch keinen Drachen. Die Dame wird schließlich durch den gegnerischen Läufer an den König angefesselt. Am Nebenbrett legt FM Schulz Oliver Röhr um.

Zweite Runde. Der Gegner hat Weiß, drückt die Uhr und schaut das Schachkid fragend an. Dieses drückt ebenfalls die Uhr und guckt fragend zurück. Weiß macht den ersten Zug. 30 Züge später wie in der Vorpartie. Dame an den König gefesselt. Punkt für das Schachkid.

Am Nebenbrett ist der Gegner durch den Wind und drückt laufend die falsche Uhr. Sein Gegner Oliver Röhr empfiehlt, eine Tasse Kaffee zu trinken. Der Kleine hat Ahnung, das Schachkid ist schon bei Nr. 2.

Neben dem Spiellokal macht eine Gruppe Damen rhythmische Sportgymnastik mit Hanteln. Das Schachkid hat einen Kater und fragt sich, wie man sich nur so quälen kann am Sonntag um halb elf. Mit Sport und Hanteln…

Dritte Runde gegen Rollmops. Mit der schottischen Eröffnung hat dieser so seine Schwierigkeiten. Kein Wunder, das Schachkid wird ja auch auf Schottisch trainiert. Interessante sehr taktische Partie mit Chancen für beide Seiten. Beide haben nur noch 50 Sekunden auf der Uhr. Das Schachkid übersieht ein Schach. Verflixte neue Schnellschachregeln.

Vierte Runde gegen den Nachwuchs. Nun muss ein Punkt her. Das Schachkid opfert eine Figur. Der Kleine kann den Damenabtausch erzwingen. Das wars mit dem Angriff.

Fünfte Runde, das Schachkid hat Hunger und Durst. Seit drei Runden versucht das Schachkid, ein Wasser zu kriegen. Allein die barkeepende Bürgermeisterin ist nirgends zu sehen. Nach der Runde soll es was vom Grill geben, der noch nicht mal steht. Das wird nie was, weiß das Schachkid als Thüringer und erfahrener Griller einzuschätzen. Das Schachkid gewinnt. Der Gegner ist sehr redselig, vor allem mit sich selbst. Zum Gegenschlag will er ausholen. Und Pferde ma eg er anscheinend nicht. Jedenfalls schimpft er ständig auf das „Scheiß Sprungvieh“.

Die sechste Runde wird vorgezogen, der Grill braucht noch. Am selbigen ist das Schachkid schnell angelangt, da gegen den unterirdischen Gegner extrem schlecht gespielt wird. Der Griller weigert sich, mehr als eine Hand voll Würste aufzulegen. Er hat Angst, dass sie nicht alle werden. Die 80 hungrigen Schachspieler, die ihn gleich überrollen werden, hat er wohl übersehen.

Siebte Runde, das Schachkid spielt gegen eine junge und sehr attraktive Dame aus Brandenburg. 14.00 Uhr -Mittagstief. Das Schachkid nickt alle paar Minuten am Brett ein. Und schreckt hoch, um festzustellen, dass es schon wieder dran ist. Es ist ein Rätsel, wie diese Partie gewonnen wurde.

Achte Runde, das Schachkid ist definitiv zu müde und übersieht ein Doppelschach. Auch egal, heute hat das Schachkid keinen Ehrgeiz. Der vorherige Abend war lustig und der heutige wird es zweifellos auch werden.

Letzte Runde. Wieder ein Kleiner aus Potsdam, der schüchtern Remis anbietet. Das lehnt das Schachkid natürlich ab. Was der Kleine zum Anlass nimmt, die taktischen Zähne auszufahren und das Schachkid umzunieten.

Haken an das Turnier. Das nächste Mal bleibt das Schachkid im Bett und macht sich einen gechillten Sonntag.

Tabelle

 

18. Offenenes Schnellschachturnier der Schachfreunde Berlin

Das Schachkid machte sich am 19.6.2016 auf, um die legendären Helden Lucky aus Eberswalde und den ehrenwerten Schachtommy aus Schmalkalden, den Vorsitzenden des SV Schmalkalden 04, in Berlin zu treffen. Die Schachfreunde Berlin hatten zum stark besetzten Schnellschachturnier geladen.

Das Spiellokal ist in der Bülowstrasse gelegen. Drinnen stehen die Damen auf dem Brett, draußen auf dem Strich.

Der Schachtommy ist es gewohnt, bei Schnellschachturnieren in Thüringen mit seiner 1850 DWZ unter den Top 5 zu sein. Angekommen im Alltag des Schachkids ist er nur im hinteren Mittelfeld bei den starken Berlinern platziert. Eine ganz neue Erfahrung für ihn.

Das Schachkid war am Vortag joggen und hat nun Knie. Daher wird mit dem Rad zum Bahnhof gefahren. Das Schachkid probiert eine neue Strecke. Rote Ampeln, Lucky, der das Schachkid anruft, ein unerwartet steiler Berg -das Schachkid kommt schnaufend am Bahnhof an, der Zug ist weg.

Lucky wird telefonisch zum Bahnhof Zoo delegiert, der Schachtommy hat auch seinen Zug verpasst. Ist jetzt auch egal. Im Zug trifft das Schachkid FM Martin Brüdigam. Das Schachkid grüßt freundlich, der murmelt verdrießlich was zurück. Offensichtlich ist der FM ein Morgenmuffel. Er klappt sogleich sein Laptop auf. Ob er sich auf das Turnier vorbereitet?

Das Schachkid hat nun 1699 DWZ und spekuliert daher auf den U1700 Preis. Die Nacht davor erst um 2.00 Uhr ins Bett zu gehen, war möglicherweise nicht so förderlich. Die ersten 10 Züge werden mitgeschrieben zwecks Eröffnungstraining.

Die Röhrs sind auch da. Macht ja nix.

Die erste Runde, das Schachkid hat gegen seinen Gegner mit 2095 einen Turm mehr. Der Gegner hat ein Dauerschach. Sehr ärgerlich. Aber das Schachkid liegt vor Lucky und dem Schachtommy. Die beiden müssen zur zweiten Runde in den Nebenraum.

Die zweite Partie gegen eine 2100. Das Schachkid hat zwei Damen, der Gegner auch, aber das entscheidende Tempo mehr. Läuft trotz der kurzen Nacht sehr gut. Am Nebenbrett wird lautstark darauf hingewiesen, dass man mit der Zughand auf die Uhr drücken muss. Schachtommy wird vom kleinen Röhr ungenietet. Mama Röhr beklagt sich beim Schachkid, dass dieses auf ihren Stuhl sitze.

Lucky gewinnt gegen eine 1995. Sein Motto: Alles unter 2000 hole ich mir. Sprachs und lässt in der nächsten Runde gegen eine 2000 eine Figur stehen. Das Schachkid schließt sich an und verzichtet auf den Läufer. Werden eh überbewertet. Der Schachtommy sitzt fast am letzten Brett und gewinnt endlich mal.

Vierte Runde, das Schachkid ist mit einer Bulette gestärkt und gewinnt sogleich einen Springer und zwei Bauern. Um den Springer nach zehn Zügen wieder einzustellen, einen Turm noch dazu. Mit dem Ratingpreis könnte es wohl doch schwer werden. Der Schachtommy kann derweil wieder grinsen und hat zwei Punkte vorzuweisen. Lucky spielt auf Kontinuität. Er lässt wieder eine Figur stehen.

Der Schachtommy kriegt sich nach der fünften Runde gar nicht mehr ein. Er hat einen Lauf. Zitat: So fühlt es sich also an, wenn man gegen eine 2000 gewinnt. Das Schachkid nickt am Brett kurz ein, kommt aber durch das Klacken der Uhr wieder zu sich. Gott sei Dank sieht der Gegner nicht das im Najdorf so typische Opfer auf e6. Endlich ein Punkt, das Schachkid schaut sich nach Kaffee um.

Es wird nicht besser. Das Schachkid stellt gleich die Qualität ein. Immerhin, der Gegner sieht noch weniger. Wieder ein Punkt. Der Schachtommy kommt herangewankt und erzählt was von gemachten Klöpsen. Vermutlich hat er Mist gespielt.

Die nächsten Runden läuft gar nix mehr.

Man verlässt den Turniersaal vorzeitig, verzichtet auf die Siegerehrung und bewundert die Anwesenden Bordsteinschwalben. Trotzdem ein schönes Turnier.

Ergebnisse stehen hier.

 

 

Schachgeklön 2 – Das Schachkid gibt sich die Ehre

Heute möchte das Schachkid auf die 2. Partie des Schachgeklöns hinweisen. Das Schachkid alias Kello gibt sich die Ehre und spielt gegen Chinanudeln.  Dieser ist ein  gefürchteter Blitzer. Doch das Schachkid hofft auf den Zeitfaktor, da Chinanudeln kommentiert.  Flankiert wird er von Unkreativ3, dem gewaltigsten Nachwuchsuser aller Zeiten.

Beide Partien gehen verloren. Aber die Kommentare sind sehr lehrreich und unterhaltsam. Das Schachkid muss im Übrigen dem Unkreativ beipflichten, das Spanien Euopameister wird, auch wenn Italien nochmal was zuzutrauen ist.

Wer Interesse hat, Chinanudeln und Unkreativ suchen noch nach Gegnern. Entsprechende Wünsche wird das Schachkid gerne weiterleitem.

Schachfeste und Kongresse

Schon wieder drei Wochen rum, ein Landeskongress und drei Vereinsfeste gingen vorbei.

Da haben wir den SV Briesen. Bei Sonnenschein sitzt man in einer Kneipe. Das Essen ist dörflich rustikal. Von den Vereinsmitgliedern sind gefühlt mehr als die Hälfte anwesend. Ein großes Plus für den Verein. Die Chefs des Vereins wollen sich zurück ziehen. Die Aufgabenumverteilung funktioniert. Reichlich unsinnig erscheint dem Schachkid dagegen der Vorschlag, für Vereinsmitglieder eine Mindeststundenzahl einzuführen, die abgearbeitet wird. Macht das jemand nicht, soll das Vereinsmitglied  Strafe zahlen. Das Schachkid hält dies für reichlich unsinnig. Wer mitarbeiten will, wird das auch tun. Den Rest wird man eher aus dem Verein vertreiben. Erschreckend war, mit welcher Ernsthaftigkeit über diesen Vorschlag diskutiert wurde.

Weiter ging es mit dem SV Schmalkalden 04. Das Schachkid war nicht da, hat aber den Vereinsvorsitzenden interviewt und hat die Fotos gesehen. Scheint ein sehr lustiges Gartenfest gewesen zu sein mit 90 % Anwesenheitsquote. Das Schachkid bedauert sehr, nicht anwesend gewesen zu sein.

War doch parallel die Vereinsfahrt des USV Potsdam. Also streng genommen der zweiten Mannschaft, das Schachkid wurde von selbiger adoptiert und hat überaschenderweise gleich ein festes Brett bekommen. Ein Haufen Männer grillt vier Tage lang und macht auch sonst einen Haufen Mist. Was für ein Spaß.

Wenige Tage später war Vereinsversammlung des USV. Nun ja, in einer abrissreifen Fachhochschule. Einige wenige Vereinsmitglieder waren anwesend, das ist traurig. Der rührige Vorsitzende gab sein bestes als Moderator im Bemühen, die Mannschaften aufzustellen. Und es gab kostenloses Bier.

Dazu noch ein Landeskongress in Brandenburg. Das Schachkid kann voller Stolz berichten, mit seinen wirren Vereinswechseln in der letzten Saison einen neuen Passus  in der Brandenburger Turnierordnung erzeugt zu haben:

„Ergänzung F.2.1. Mannschaftsmeldung

Am Ende dieses Punktes wurde hinzugefügt: Ein Spieler, der nach dem 1.7. abgemeldet wurde, erhält bei Neuanmeldung für den gleichen Verein keine Spielberechtigung für dessen Mannschaften in der laufenden Spielzeit.“

Vielleicht hätte man die Turnierordnung einen Passus aufnehmen sollen, das man in seinen Verein, wenn man nirgendwo anders war, zurück darf, ohne dann am letzen Brett der Mannschaft zwangsweise zu landen. Vor allem, wenn man nur 48 Stunden lang abgemeldet war und nirgendso anderrs angemeldet.!!!

Möglicherweise wäre die Gründung einer Schachjugend oder Anträge zur Entbürokratisierung des Verbandes die bessere Idee gewesen. Um keinen falschen Zugenschlafg aufkommen zu lassen – Man kann nicht dankbar genug für die Arbeit und Einsatzbereitschaft der Ehrenamtler haben. Aber Bürokratie und Unsachlichkeit mancher handelnden Personen sind manchmal einfach nicht zu ertragen.

Fauit: Gewisses Unverständnis für den Verbandstag in Brandenburg. In Briesen geht es familär zu. Nur manchmal wird von manchen Vereinsmitgliedern das Thema Vereinsleben ein wneig verbissen gesehen. Ganz familör ist es in Schmalkalden. Nur besteht dort ein Nachwuchsproblem. Kein Trainer, kein Nachwuchs, arbeitende Leute mt wenig Zeit. Es ist kompliziert. Der USV Potsdam dagegen hat sportlich die ehergeizigsten Ziele. Und einen netten Abteilungsleiter. Aber wenig Atmosphäre und Zuammenhalt. Das Schachkid ist sich nicht sicher, ob es auf Dauer bleiben will, wenn es so wenig Vereinsleben gibt. Eine Saisonn auf jeden Fall…

Jeder Verein ist anders. Schachspieler sind alles idioten, hört man oft. Das Schachkid gibt hier eine subjektive Meinung zum Besten, die hier bewusst überspitzt formuliert ist. Aber ein Körnchen Wahrheit ist ja in jeden Klischee vorhanden.

 

 

Stellungsbeurteilung und Planfindung – Schachseminar in Briesen

„Schlage niemals auf b2, Du könntest am nächsten Tag eine Treppe herunter fallen.“ – Mit diesem chinesischen Sprichwort und anderen launigen Schachweisheiten leitete Nils Werthmann vom USV Potsdam das Schachtraining am 21. Mai 2016 in Briesen ein. 11 Spieler von 12 bis 50 Jahren aus Frankfurt (Oder), Rüdersdorf, Storkow, Potsdam, Briesen und Fürstenwalde waren der Einladung des Schachvereins Briesen gefolgt, darunter auch Kaderspieler des Brandenburger Schachnachwuchs.

Mit Nils Werthmann konnte ein starker Nachwuchsspieler aus Potsdam gewonnen werden. Als Spieler der Jugendbundesliga mit ca. 2000 DWZ mit steigender Tendenz und ehemaliger Kaderspieler des Brandenburger Nachwuchses betrat der 18-jährige mit diesem Gruppentraining Neuland. Gleichwohl besitzt das Potsdamer Talent bereits reichlich Trainingserfahrung mit Kindern und Erwachsenen im Einzeltraining.

Das Thema des Seminars hieß „Stellungsbeurteilung und Planfindung“. Wie die Diskussion zwischen denn Seminarteilnehmern zeigte, tun sich hier junge aber auch erfahrene Spieler schwer. Oftmals wisse man nach der Eröffnung nicht, wie man nun weiter spielen solle, so der einhellige Tenor der Anwesenden.

Der Referent Nils Werthmann erläuterte zunächst in einen kurzen Theorieteil Kriterien zur Stellungsbeurteilung. Königssicherheit, Starke und schwache Felder und die Aufstellung der Figuren seien wesentliche Kriteren, so der Referent. Vor allen das Werkzeug der Bauernhebel war bis dato nicht allen geläufig.

In dem nun folgenden ausfühlichen Praxisteil des Trainings vertieften die Teilnehmer die Kriterien zur Stellungsbeurteilung anhand praktischer Beispiele. In der gemeinsamen Diskussion zwischen Schüler und Trainer reiften die Pläne für eine mögliche Partiefortsetzung.

Einfache Merksätze wie etwa „Verbessere die am schlechtesten stehende Figur“ verdichteten das neu erworbene Wissen zum schnellen Merken und Anwenden am Schachbrett. Einhelliger Tenor der Teilnehmer – Schach lernen muss nicht immer kompliziert aufbereitet sein.

Nach dem Seminar bestand Einigkeit zwischen den Teilnehmern – das Seminar hat das schachliche Wissen der Anwesenden erweitert und bereichert. Besonders die praxisnahe und humorvolle Vermittlung des Lernstoffes durch den Referenten Nils Werthmann gefiel den Schülern.

Der SV Briesen denkt gemeinsam mit dem Trainer Nils Werthmann über eine Fortsetzung der Seminarreihe nach. Sollte Interesse an einen Kontakt zum Referenten bestehen, kann dieser über den SV Briesen vermittelt werden.

Schachgeklön – Partien live und launig kommentiert

Das Schachkid möchte heute den neuen Videokanal Schachgeklön vorstellen.

Gespielt wird auf der Seite Schacharena, einer großen Community mit mehr als 30.000 Nutzern. Die Partien werden launig, aber auch lehrreich kommentiert. Hinter den Videos stecken die User Unkreativ3  und Chinanudeln. Beide User freuen sich auf Herausforderungen von Spielern bei Schacharena, die eine kommentierte Partie haben möchten.

6. Potsdamer Schachopen – Extreme aller Art

Die Auslosung bei diesem Turnier ist einfach extrem. Entweder ist es ein total schwacher Gegner, oder ein total starker Gegner. Obwohl eine 19xx DWZ aus der perspektive einer 1700 DWZ nur 200 Punkte mehr sind und besiegbar sein sollte? Bei diesem Turnier offensichtlich nicht.

USC Viadrina war mit einem Schwung frischer Nachwuchskräfte da, da wächst nochmal eine neue Generation heran. Oskar traf auf das Schachkid. Vielleicht sieht man sich in den nächsten Jahren wieder.

Die Küche macht auf Wunsch Milchshakes und sammelt Pluspunkte beim Schachkid. Des Fuhrmanns Tochter ist Mitglied bei einer Schülerfirma, die eine pfiffige Geschäftsidee haben – Kuchen im Glas. Kann man sich hier anschauen.

Der Nachwuchs-FM gwinnt unter Ausschöpfung der mximalen Bedenkzeit.  Superschubi verhaut die Eröffnung und will nun Potsdam anschauen. Türme aller Art haben es dem Superschubi angetan. Ständig und überall muss er diese besteigen. Die Potsdamer Nicolaikirche wird sein neuestes Opfer. Das Schachkid steigt tapfer mit in die Höhe, flüchtet dann aber doch wieder auf den sicheren Erdbiden, während Superschubi begeistert die Turmspitze erklimmt und umrundet. Wieso ist dieser Mann kein Bergsteiger?

Der Schachwizard hat mit dem IM Günther Spieß seinen stärksten Gegner bekommen. Das Schachkid hat die Partie nicht gesehen, es musste ja einen Turm besteigen. Aber der Schachwizard wirkt doch arg verknarzt. Offensichtlich eine gute Stellung verloren. Kann man auch positiv sehen. Das Schachkid verhaut die Eröffnung und kommt gegen eine 1900 in keine gute Stellung, der Schachwizard gegen einen IM schon. Muss man erstmal schaffen.

Der IM hat dem Schachkid ein Fass Bier gekostet. Aber das ist eine andere Geschichte.

Der Schschwizard spielt mit dem Schachkid Tischtennis. Offensichtlich wieder eine Sportart, wo der Schachwizard viel besser ist. Da wird sich noch was finden.

Und natürlich wieder so ein starker Gegner. Und wieder so eine komische sizilianisch-Variante. Das Schachkid ist total müde und pennt am Bett fast ein. Die Gabel im 16. Zug kommt völlig überraschend. Da hätte man auch gleich aufgeben können.

Der Nachwuchs-FM opfert einen Turm. Und erhält dafür Angriff. Der Superschubi denkt, was der FM kann, kann ich auch. Der Unterschied zum FM ist, dieser kann korrekt rechnen. Der Superschubi übersieht die konkrete Dame, die da verteidigt. Schlussendlich verlieren beide, der eine eher der andere später.  Der Schachwizard macht den Ehrenpunkt der Potsdamer-Thürringer-Stader-Connection.

Zeit für Abendessen mit anschließenden Billiard und Darts. Der Schachwizard kann unmöglich alles können. Er muss geschlagen werden. Billard ist es nicht. Das Team Superschubi und Schachkid verlieren dreimal gegen die Youngsters, Das Schachkid zerrt die Anwesenden zum Dartsautomaten und gewinnt die 1. Runde. Zeit für die 2. Runde. Endlich was, was der Schachwizard nicht kann. Er liegt hinten. Aber nein! Superschubi und Schachkid versemmeln sämtliche Finalwürfe. Der Schachwizard arbeitet sich auf 28 Punkte heran. Und nutzt drei Würfe in Folge, um genau die Zahlen zu treffen, die er für den Sieg braucht. Das kann es nicht geben, wieder eine Sportart weniger, wo das Schachkid besser ist. Der Nachwuchs-FM schlägt vor, es mal mit Golf zu versuchen, um dem Schachwizard zu schlagen.

6. Potsdamer Sommeropen – Muskelkater voraus

Spätabends ist der Superschubi angekommen und begehrt am frühen Morgen eine Milch. Bähhh, meint das Schachkid und hält sich krampfhaft an seiner Tasse Kaffee fest.

Man kommt am Ort des Geschehens an, 8.32 Uhr. Um 8.31 Uhr ist Meldeschluss, man darf trotzdem mitspielen. Die Schachelite aus Berlin, GMs und IMs, ist doch nicht anwesend. Vermutlich gibt es anderswo mehr Geld zu gewinnen. Die Dänen sind wieder da. Das Vater-Sohn-Duo kann das Schachkid gut leiden. Der indische U12-Vize wird vom Schachkid lokalisiert, stellt sich später aber als ein kleiner Farbiger aus Berlin heraus. Da hat das Schachkid wohl was verwechselt. Der Inder taucht auch nicht mehr auf. Vermutlich war es doch zu weit nach Potsdam.

Das Schachkid ist mit Ach und Krach in der ersten Hälfte der Tabelle und bekommt es mit einem Mädel zu tun. Die Kleine ist beim gastgebenden Verein und spielt ihr erstes Turnier. Und dann gleich in so einem Haifischbecken. Aber so haben alle mal angefangen. Die Partie ist fix rum,  die Kleine trägt es mit Fassung. Vermutlich wird sie sich in einigen Jahren, wenn sie fleißig trainiert, am Schachkid rächen.

Petrus hat ein Einsehen, das Wetter ist einfach nur super.

Der Superschubi hat in der ersten Runde keine Chance, hält sich aber lange wacker. Des Schachkids Trainer und der Nachwuchs-FM  aus Stade dagegen gewinnen soverän. Letzter beliebt nach 30 Minuten zu sagen: „Der Rest ist Technik.“ Aber das hat er ja neulich schon mal gesagt. Und dann gings verloren.

Nun muss man hektisch was zu essen suchen. Der Superschubi muss ja wieder die ganze Bedenkzeit nutzen. Endlich Spargel!

2. Runde, der Däne Bjarke Vaansgard. Der Nordmann, voll das Klischee, ist natürlich rothaarig. Der symphatische Däne wird in wenigen Tagen 18 und meint, dass es in Dänemark kaum Schachturniere gibt und man deshalb nach Deutschland fahren müsse. Eine Schwester mit deutlich über 2000 Elo hat er auch noch. Scheint eine starke Familie zu sein. Die Auslosung stimmt nicht. Also wird es doch nicht der Däne. Enttäuschung auf beiden Seiten.

Nun ein Bremer. Was soll 2. Sa3? Das kann nicht gut sein. Das Schachkid meint sich aber zu erinnern, diese Variante schon mal gesehen zu haben. Die Partie geht irgendwie verloren. Der Druck am Königsflügel wird zu groß und aktives Gegenspiel nicht in Sicht.

Der Bremer am Nachbarbrett hält die Ferrengi aus Star Strek für cool. Das geht nun nicht. Das Schachkid leistet Aufklärungsarbeit und verweist auf die viel cooleren Klingonen.

Die Fürstenwalder sind auch am Start. Wo ist eigentlich der Lockabok? Der ist aus Fürstenwalde und hat auch schon eien 1600. Den muss das Schachkid auf Abstand halten. An dieser Stelle Grüße an den treuen Lockabob.

Der Superschubi spielt schon wieder ewig lange. Mit Mehrbauern wird zum Sieg gerannt. Der Schachwizard überrennt seinen Gegner in bewährter Weise, auf taktische Art und hat irgendwann einen Turm mehr. Der Nachwuchs-FM hat eine ganz komische Stellung mit einem Haufen Bauern, Läufer, Turm und Springer drauf. Das Schachkid hat es leider nicht gesehen, aber plötzlich ist er weg und scheint gewonnen zu haben.

Unfassbar, dass das Schachkid als einziger geloost hat.

Was nun? Badminton. Schach kann der Superschubi nicht so gut spielen, aber  beim Badminton scheint er echt firm zu sein, wie sich zeigt. Jedenfalls kann er Bälle schmettern, dass es qulmt. Der Nachwuchs-FM und das Schachkid sind wie Not und Elend, einen Schönheitspreis gibt es dafür nicht. Wobei das Schachkid nur einen Satz gewinnt. Der Schachwizard ist völlig unverständllicherweise offensichtlich in  jeder Sportart besser und wischt mit dem Schachkid den Boden. Na, das Schachkid wird forschen und was finden, wo der Schachwizard rasiert wird. GoKart, das kann das Schachkid.

Fazit: Viel Spaß und Muskelkater gehabt, wer guckt schon auf Ergebnisse…

6. Potsdamer Sommeropen – Es heißt abliefern!

Das 6. Potsdamer Sommeropen wirft seine Schatten voraus. Das Schachkid spielt traditionell mit, heuer aber das erste Mal als Potsdamer. Das Schachkid hat den Superschubi aus Thüringen importiert. Dieser spielst genau ein Schachopen pro Jahr mit, das Erfurter Weihnachtsopen. Dieses Jahr sind es dann wohl zwei Schachopen.

Des Schachkids Trainer spielt auch mit und ist trotz seiner Spielstärke nicht in den Top10. Er hat seinen Kumpel Unkreativ aus dem fernen Norden herbei geholt. Dieser, gerade frischgeweiht zum FM, spielt nicht nur superschnell Bullet, sondern hat auch überraschend guten Musikgeschmack. Das Schachkid hielt ihn bis vor kurzen noch für einen Mozartfan.

Was springt sonst so rum? Nr. 1 der Setzliste ist FM Daniel Malek mit 2431 Elo, während der einzige GM im Feld Sergej Kalinitschew vergleichsweise mickrige 2393 Elo aufweist. Da wäre zwischen den beiden wohl ein Titeltausch angebracht. Mit Dhanush Bharadwaj kommt auch der indische U12-Vizeweltmeister mit stattlichen 2221 Elo. Was diesen von Indien ausgerechnet nach Potsdam verschlägt, ist dem Schachkid ein Rätsel.

Ziele fürs Turnier? Es wird die bereits vom Erfurter Open bekannte Taktik angewendet. Wieviel Kneipen schafft man in 4 Tagen kulinarisch zu testen? Man wird es sehen. Ernsthaftes Spielen ist angesat. Nun gilt es, nach Wochen des Trainings abzuliefern. Ob dies gelingt? Das Schachkid ist nervös.

3. Hellersdorfer Blitzturnier – Wenn ein Rollmops eine Reise tut

Am 1. Mai gehen gescheite Menschen demonstrieren. Schachspieler gehen Schach spielen, in diesem Fall zum 3. Hellersdorfer Blitzturnier.  Zu diesem hatte Sebastian Schroth das Schachkid samt Trainer und einen Rollmops tags zuvor beim Briesener Frühlingsturnier überredet. Wesentliches Argument – Sebastian ist die Küchenfee.

Gesagt getan, man quält sich am Sonntag morgen um 8.00 Uhr aus dem Bett – um Schach zu spielen. Wie irre muss man sein, besonders wenn man erst tags zuvor ein Turnier gespielt hat. Trainer und Rollmops ins Auto gepackt. Man diskutiert über die Musikauswahl und landet irgendwo zwischen Haftbefehl, Santiano und Albano & Romina Power. Über Geschmack lässt sich nicht streiten.

Das Turnier ist stark besetzt. Man hofft auf ein paar Punkte und einen freien Nachmittag.

Man landet im belebten Marzahn in einem etwas obskuren Vereinsheim, die Boxabteilung des ehemals größten Berliner Verein SV Marzana residiert auch hier. Es sieht aus wie in einem Hinterhof in New York. Allein es fehlt die brennende Mülltonne. Der Rollmops weiß von NoGo-Areas in Marzahn zu berichten.

Mit dem freien Nachmittag wird es nix. Die Anwesenden beschließen eine Finalrunde. Das Schachkid versucht den Rollmops zu überreden, nach Hause zu fahren. Der will nicht.

Das Schachkid hat schon lange nicht mehr so viele obskure Gestalten bei einem Turnier gesehen. Es gilt der Grundsatz, je besser der Spieler, desto merkwürdiger. Des Schachkids Trainer natürlich ausgenommen. Die hiesige Mischung schwankt zwischen Berliner Originalen und schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn.

Da ist der Spieler, der sich erstmal lautstark über die Art der Ansetzung im Rundensystem erregt. Der Turnierleiter Horst Schroth hat einfach die Liste per DWZ sortiert und die Leute platziert. Das Schachkid versteht die Aufregung nicht, es spielt doch eh jeder gegen jeden.

En rot gewandeter Schachfreund sticht ins Auge. Auf dem Shirt sind Marx & Engels zu sehen. Auf dem Silberring prangen Hammer und Sichel. Das Schachkid glaubt an einen modischen Gag aufgrund des 1. Mai. Der Schachfreund verkündet bierschwenkend, er sei in der DKB, die es wirklich noch gibt. Das wahre Problem sei aber ganz offensichtlich die KPD, die es anscheinend auch wieder gibt. Das Schachkid ist ja sehr tolerant, aber manchmal…

Richtig nett sind die Schachfreunde, die nach jeder Runde rauchen gehen und noch das eine oder andere Bier zischen. Man sitzt in jeder Runde Seite an Seite dicht an dicht. Der eine oder andere rauchende Schachfreund kommt weit nach Rundenbeginn angewackelt, atmet heftig aus und nebelt das Schachkid mit der lieblichen Duftmischung aus Bier und kalten Rauch ein. Das Schachkid hält den Atem an, schafft auch zwei Minuten – die Bedenkzeit ist leider 10 Minuten.

Der Schachwizard legt los und legt in den ersten Runden alles um. Erstaunte Blicke und Tuscheln rundherum.  Drei Schachspieler fragen einander, wer ist das nur…

Das Schachkid nullt erstmal durch, hat dann aber einen Lauf und macht 4 Punkte in Folge. Der Schiri Horst Schroth droht mit Hausverbot und beklagt  sich außerdem, dass er sich das erste Mal beim Briesener Open habe anmelden müssen. Das ist in der Tat unverständlich, gehört er in Briesen doch zum Inventar.

Der Rollmops spielt konstant unterirdisch, bahnt sich aber einen Weg durchs Mittelfeld.

Die Vorrunde mit 18 Partien ist vorbei. Das Schachkid versucht erneut den Rollmops zur Heimfahrt zu überreden. Der will nicht. Der Schachwizard hat sich im starken Teilnehmerfeld auf Platz 5 vorgearbeitet und spielt A-Gruppe. Der Rollmops und das Schachkid finden sich in der B-Gruppe wieder.

Die Finalrunde beginnt. Das Schachkid verliert die ersten zwei Runden auf unmögliche Art und Weise und beschließt, zu streiken. Erstes Streikopfer ist der Rollmops. Das Schachkid setzt seinen Streik aus, hier könnte es ja punkten. Das Schachkid spielt Kindergartenschach, der Rollmops braucht zum Sieg nur eine Minute. Das Schachkid streikt jetzt erst recht.

Es ist Freirunde. Der Schachwizard, dem im Finale auch nicht so viel zu gelingen scheint, motiviert sich mit Eierkuchen, den die freundliche Küchenfee bereitstellt.  Diese hatte dem Schachkid bereits einen Erdbeerjoghurt angerührt.  Das gerührte Schachkid antwortet der Küchenfee mit einem Heiratsantrag, den dieser aber überhört.

Rollmops holt den Sieg der B-Gruppe und sichert sich 15,- € als Preisgeld. Das Schachkid holt zum Schluss noch zwei Punkte und ist so halbwegs zufrieden, gingen doch einige Partien wegen nix weg. Zweimal hat das Schachkid im Königsinder den Zug a5 vergessen. Der Schachwizard spielt noch relativ konstant und platziert sich im vorderen Drittel.

Schachkid und Trainer fahren nach Hause. Der Rollmops hofft auf einen Zug. Selbiger steht mit einer Panne irgendwo herum, nur nicht im Bahnhof. Zugausfall auf unbestimmte Zeit. Die Deutsche Bahn lässt grüßen.

Fazit des Tages: War ok, aber auch irgendwie strange. Nächstes Jahr wird bei Sonnenschein der 1. Mai woanders verbracht. Wahlweise draußen im Biergarten mit einer Bratwurst.