31. August 2019

Lichtenberger Sommer 2019 – Passivität wird bestraft

3. Tag des 18. Lichtenberger Sommers 2019. Der Adrenalinpegel steigt schon in Potsdam. Verkehrschaos. Das Schachkid kurvt durch Babelsberg und kommt leicht verspätet bei Johannes an. Der kriegt kein Wort heraus, da das Lautorgan mit Schinken gefüllt ist.

Rauf auf die Autobahn. Um 17.00 Uhr geht es los. Das Navi prognostiziert 17.12 als Ankunftszeit. Während man auf der Berliner Stadtautobahn rumsteht, kann man zuschauen, wie das Navi die Ankunftsprognose Minute um Minute nach hinten schiebt. Man ist jetzt schon bei 17.21 Uhr. 30 Minuten Karenzzeit, und das Auto muss auch noch geparkt werden.

Google sei Dank, das Navi findet eine Umleitung. 17.12 Uhr ist man da. Der Johannes, der kann rennen. Während das Schachkid noch den Parkplatz sucht. Der Behindertenparkplatz muss herhalten. Sind noch zwei Stück frei, und muss auch nur noch 45 Minuten bis 18.00 Uhr freigehalten werden.

Diese blöden Treppen wieder. Das Schachkid nimmt den Fahrstuhl.

Der Turniersaal ist voll. Es scheint schon erste Verluste geben zu haben. Es sind weniger Bretter als in der 2. Runde. Es ist ein ganz wunderbares Gefühl, nach dem Bürojob am Brett zu sitzen und voll in diese gang besondere Turnieratmosphäre einzutauchen. Erfahrene Turnierspieler wissen, was das Schachkid meint.

Karl Lagerfeld hat mal gesagt: „Wer in Jogginghose aus dem Haus geht, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“  – Dies möchte das Schachkid den Jugendlichen zurufen, die entsprechend ausgestattet am Brett sitzen. Früher saß man im Anzug am Brett. Des Schachkids erster Schachlehrer saß bis ins hohe Alter mit Schlips am Brett.

Heute geht es gegen einen Schachspieler aus dem schönen Bad Hersfeld. Die schöne hessische Stadt ist bekannt für das älteste Volksfest von Deutschland, das Lullusfest.

Die Partie lässt sich gut an. Das Schachkid spielt wie geplant die königsindische Eröffnung und kommt gut raus. Das wird mit einem Mettbrötchen vom Catering belohnt, heute in der 2. Etage. Interessanterweise direkt am Analysebereich dran. Gehört das zum Turnierareal? Wie leicht könnte man sich ein Brötchen holen und nebenbei fix die eigene Stellung anschauen. Der Caterer hat heute keine Bratwurst und blockiert den Fahrstuhl in der 2. Etage.

Jetzt weiß das Schachkid wieder, warum es kein Königsindisch mehr gespielt hat. Weil es Angriffspläne nicht kennt, zu passiv spielt und sich am Damenflügel überrollen lässt. Wie Business as Usual.

Auf dem Heimweg bekommt das Schachkid eine Gratis-Lektion, wie man im Königsinder angreift. An roten Stellungen werden Stellungen begutachtet. Der hat Ahnung. Da kann der nächste Gegner kommen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.