Lauter Ottos in Magdeburg

Magdeburg ist die Stadt der Ottos, wer hätte das gedacht. Erzähl mir mal was neues, wird der geneigte Leser denken, der weiß, dass die Band Tokio Hotel aus Magdeburg kommt. Das Begrüßungskomitee auf der Bühne wollte jedoch keine obskure Vorstadtband verunglimpfen, sondern betonte die lange Historie der schönen Stadt Magdeburg.

Otto der I. aus dem Geschlecht der Ottonen gründete 968 die heutige Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. Ein Otto aus Magdeburg erfand die Luftpumpe. Neben einem bekannten Sänger namens Otto und einen stark schachspielenden Otto aus Magdeburg wurden zahlreiche weitere bedeutende und nicht minder noch mehr bedeutende Ottos aus Magdeburg während der launigen Eröffnung erwähnt, die sich das Schachkid aber nicht alle merken konnte.

In der ersten Runde leisten die Briesener unmögliches und holten 2,5 Punkte. Das schwarze Schaf der Runde ist Chefää, der gegen einen schwachen Gegner nur Remis holte, das aber immerhin mit einem Bauern weniger.

Brauni hatte ein kleines Schachkid und gewann zügig, wobei zügig relativ ist, nach zweieinhalb Stunden. So hatte Brauni Zeit für ein Nickerchen.

Das Schachkid erlebte ein Wechselbad der Gefühle. Es brachte einen klassischen Engländer aufs Brett. Nach einem Abtausch im 20. Zug hatte das Schachkid eine halboffene c-Linie und übte Druck auf den schwachen Bauern c7 aus. Der Gegner griff nun seinerseits am Königsflügel an. Nach 27. … Ld7, den Zug hatte das Schachkid einfach nicht gesehen, gewann Schwarz einen Bauern.

Das Schachkid beschloss, nun zu tricksen, gab noch einen Bauern und öffnete Diagonalen zum Königsflügel, auf das was möglich werde. Und das Wunder geschah. Schwarz stellte im 37. Zug seinen Läufer auf b5. Das Schachkid schaute ungläubig, gab flink ein Schach und kassierte dankend den Läufer ein. Sieg und auf zum Mittag Essen.

In der zweiten Runde brach sich offensichtlich die Erschöpfung des Vormittags Bahn. Die Briesener machten alle Remis. Erst Chefää, der unzufrieden wirkte. Dann Brauni, die lange kämpfte und nicht so unzufrieden wirkte. Und nach vier Stunden auch das Schachkid, dass noch kämpfen musste, während Chefää und Brauni schon den ersten Gang zum Buffet weg hatten.

Des Schachkids Partie war irgendwie unspektakulär. Das Schachkid hatte immer das Gefühl, einen Hauch besser zu stehen. Aber irgendwie konnte das Schachkid das nicht verwerten, sondern fand sich bald im Endspiel. Panisch bot das Schachkid Remis an, es kann nämlich keine Endspiele und müsste dringend mit Endspieltraining insistieren. Prompt verlor das Schachkid einen Bauern. „Niemals aufgeben“ ist das Motto des Schachkids, daher kämpfte es weiter und hielt tatsächlich Remis.

Die Briesener ließen den Abend bei Buffet und Cocktails ausklingen. Der Rollmops gesellte sich dazu und war ein gern gesehener Gast. Heute Abend werden die Briesener den Rollmops nahe legen, doch zum SV Briesen zu wechseln.  Die Briesener und der Rollmops müssen an der Bar reichlich hilflos ausgesehen haben. Jedenfalls kam ein Mitarbeiter des Hotels heran geeilt und fragte, wie er helfen könne. Die bedröppelt fragend drein blickende Runde schien die Wichtigkeit des Hilfsangebots noch zu unterstreichen. Schließlich zog der freundliche Mitarbeiter ohne Hilfeleistung von dannen.

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