Fritz-Hartung-Gedenkturnier – Irres Schnellschach in Stadtilm

Das Prager Schachopen ist absolviert. Ein Tag Pause, dann wird ein kleines Mannschaftsschnellschachturnier eingelegt. Das Fritz-Hartung-Gedenkturnurnier in Stadtilm ruft.

Wieso regnet es eigentlich immer, wenn das Schachkid in Thüringen weilt? Wer war Fritz Hartung? Keine Ahnung, das Schachkid befragt seinen Nachbarn auf dem Sofa. Dieser weiß es aber auch nicht und isst Kuchen. Kurzer Austausch auf dem Sofa in Stadtilm in Thüringen, warum Brandenburg nicht an der DLM teilnimmt. Kaum vorstellbar, dass es keine Spieler gibt. Irgendwas läuft in Brandenburg schief, was die Nachwuchsarbeit angeht.

Umfangreiche Recherchen ergeben später, dass Fritz Hartung einer der Gründer des Stadtilmer Schachvereins anno 1947 war. Bis ins hohe Alter hat er Schach gespielt. Sogar gestorben ist er am Schachbrett. Während einer Blitzpartie, nach Ablehnen des Remisangebotes des Gegners. Unglücklicherweise hat er durch seinen Tod auf Zeit verloren. Aber gibt es für einen Schachspieler eine schönere Art, zu sterben? Aber vielleicht sollte man im hohen Alter doch kein Blitz mehr spielen. Ist einfach zu stressig.

Das Turnier ist stark besetzt. Die Resterampe von Schmalkalden, Stadtilm und Briesen bildet eine Mixmanschaft. Der Stadtilmer Verein spielt in einem Einkaufszentrum neben einem Baumarkt und einen Möbelladen. Hier hat Stadtilm wohl etwas zu optimistisch geplant. Aber der Lehrstand wurde gut umgewidmet und dient nun der hiesigen Kultur. Sofern es derartiges auf dem platten Thüringer Land gibt.

Erste Runde, die Gurkentruppe hat spielfrei und führt gleichmal die Tabelle an.

Zweite Runde gegen Stadtilm. Man verliert. Drittes Brett. Der Schmalkalder hält die Hand in der Luft. Der Stadtilmer fragt hoffnungsvoll: „Willst aufgeben?“ Der Schmalkalder: „Bin noch unentschlossen.“ Man einigt sich auf Remis. Der Gegner des Schachkids brüllt Matt. Das Schachkid geht unbeeindruckt mit dem König zur Seite. Der Gegner ist verwirrt, allgemeine Heiterkeit drumherum. Drei Mehrbauern reichen auch so zum Sieg.

Dritte Runde gegen Suhl. Der Schmalkalder am dritten Brett operiert mit zwei weißfeldrigen Läufern. Der Gegner aus Suhl überlegt, wie das gehen kann und lässt vor Schreck die Dame stehen. Der Suhler Gegner des Schachkids macht gleiches mit dem Turm. Das Schachkid gibt den Springer. Man gibt sich dann wechselseitig Bauern und einigt sich auf Remis.

Vierte Runde gegen Weißenfels. Es sind keine Sachsen, sondern welche aus Sachsen-Anhalt. Weil man dort immer auf den Bus wartet, kalauert der Weißenfelser. Sprachs und nietet das Schachkid um.

Pause, Bratwürste und dann schon wieder Sachsen, die auf den Bus warten. Weißenfels 2 wartet, wird aber gleich mal, aus Gründen der Revanche bzgl. der vorherigen Runde, mit 4:0 umgemacht. Nun ist die Gurkentruppe offensichtlich warm gespielt.

6. Runde gegen den Turnierfavoriten Schott Jena. Vereinsnamen gibt es. Schott ist offensichtlich ein Zulieferer vom Jenoptik. Diese neue Erkenntnis erschüttert das Schachkid nicht in seinen Grundfesten. In einer wirklich spannenden Partie wird der Jenaer umgebügelt.Die Turnierleitung ist fassungslos, 2:2 der Gurkentruppe gegen den Turnierfavoriten. Man wird aufgefordert, eine Runde Bier auszugeben.

Ein Weißenfelder erklärt derweil dem Schachkid, er sei nicht hier, um zu gewinnen. Sondern um Anekdoten und Lustiges zu erleben. Dem kann das Schachkid nur beipflichten.

Letzte Runde gegen Sömmerda, ein starker Jugendlicher mit einer 1900 am Brett. Kommt den Schachkid bekannt vor. Dieses opfert zwei Springer in den gegnerischen König rein. Hilft nix, die Gurkentruppe verliert 4:0.

Was für ein spaßiges Turnier.

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