Endlich ein Aussetzer

Endlich Wolken am Himmel, es hat sich merklich abgekühlt. Ideales Wetter zum Schach spielen. Verdammt, was ist das nur für ein Sommer. Kann nicht einmal die Sonne scheinen? Mit 1,5 aus 3 ist das Schachkid nicht zufrieden. Es müssen zwei Punkte her.

Gegen den deutlich stärkeren Sebastian Bender war dies allerdings nicht möglich. Im Gegenteil war man schnell fertig. Wieder der Najdorf, der scharfe Najdorf. Nach 11. … Db6 war es vorbei. 11. … Se8 hätte die Stellung wohl gerettet. Man paluscht net und analysiert. Schachspieler unter sich.

Die Partie ist vorüber, es regnet in Strömen. Zwangsaufenthalt im Spiellokal. Wie gut, dass das Schachkid nicht am Strand liegt, aber wohin jetzt? Es fehlt ein Analyseraum. Die Schachspieler drücken sich auf der Treppe und im Flur herum. Auf jeden Fall muss jetzt noch ein Punkt her.

Gegen Harris Baytelman scheint das auch möglich zu sein. Der Endzwanziger hat keine Wertzahl, dafür aber amerikanische Coolness – ein Ami in Berlin. Warum er ausgerechnet Schach spielt, weiß der Himmel.

Der Plan ist klar. Im 7. Zug bekommt Schwarz einen Einzelbauern verpasst. Nun wird abgetauscht und auf die Bauernstruktur gespielt. Im 13. Zug verschlechtert sich die schwarze Bauernstruktur wieder. Das Schachkid ist siegesgewiß. Aber es hatte ja noch nicht seinen berühmten Aussetzer. Das Schachkid spielt flott auf und lässt sich in einen Zug matt setzen. Harris ist begeistert.

Das Schachkid ist sehr unzufrieden. 1,5 Punke aus 5 Runden sind zu wenig. Und immer sind es die Eröffnungen oder zu schnelles Spiel. Es ist zum Mäuse melken. Oder ist es doch zu vel Schach? Mal gucken, wie es kommende Woche in Pardubice läuft.

Das Kurt-Richter-Gedenkturnier ist ein kleines herrlich unverkrampftes Turnier. Man nimmt wenig Startgeld. Das Spiellokal ist in einem netten alternativen Kiez gelegen, wo es einiges zu entdecken gibt. Und die Leute sind nett  – kann man also spielen.

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