Druschba – Freundschaft

Wieso sind eigentlich alle Matrosen Schwarze? Lauter Schwarze, bzw. farbige Mitbürger, in Matosenanzügen sind so ungefär das Letzte, was man an der Karlsbrücke erwartet. Seis drum, das Schachkid lässt sich breit schlagen.

Unter der Brücke liegen nicht gerade solide aussehende Holzbarkassen. Edles venezianisches Design, wie betont wird. Das passt zu den schwarzen Matrosen.

Das Schachkid besteigt ein deutsch-russisch gemischtes Boot. Die Ansagen vom Ipad kommen in beiden Sprachen. Deutsch-sowjetische Freundschaft auf einem venezianischen Holzboot mit schwarzen Matrosen unter der Karlsbrücke 25 Jahre nach der Wende, wer hätte das gedacht.

Zum Schiff ist das Schachkid mit Uber gekommen. Die in Deutschland ins Verbot geklagte App scheint in Tschechien erlaubt zu sein. Jedenfalls klickt das Schachkid zweimal auf sein Handy. Nach 5 Minuten hält eine blonde Ukrainerin in einem riesigen Skoda Superb. Das wird das Schachkid nochmal testen.

Das Boot fährt die nächsten 45 Minuten dreimal unter der Karlsbrücke durch. Gereicht wird Eis. Das Schachkid greift zu und erwischt natürlich einen Lebkuchen, bei 40 Grad Hitze. Auch egal…

Auf dem Rückweg kehrt das Schachkid auf der Suche nach Wasser im Supermakt ein. Wasser zu kaufen, ist ein Problem. Die Tschechen mixen ins Wasser alles Mögliche hinein. Geschmacksneutrales Wasser zu finden, fast ein Ding der Unmöglichkeit. Kurzerhand fragt das Schachkid einen Verkäufer. Dieser fragt zurück, ob das Schachkid auf englisch fragen könne. Das Schachkid ist irritiert, denn es hat auf Englisch gefragt. Da kam wohl wieder der fränkische Akzent durch.

Das Schachkid hat sich heute das erste Mal auf den Gegner vorbereitet. Mit Paul Laubrock wartet ein 14-jähriger mit einer respektablen 1885 DWZ. Die Sämisch-Variante in der königsindischen Verteidugung scheint der Kleine gerne zu spielen. Das Schachkid meldet sich flugs bei chess24.de an, wird Premiummitglied und zieht sich den Königsindischkurs von Melanie Ohme rein. Hoffentlich kann sich das Schachkid noch während der Partie an die Details erinnern.

Und tatsächlich, es kommt die Sämisch-Variante. Also fast, der Kleine vergißt c4. Dann wird er aber giftig. Dem Königsangriff hat das Schachkid nichts entgegenzusetzen. Der Gegner ist viel schneller mit seinem Angriff als das Schachkid. Wie aber gegen den Angriff wehren? Das Schachkid ist hilflos und fühlt sich wie eine Schildkröte, die hilflos auf dem Rücken liegt.

Schnell war die Partie vorbei. Paul hat dem Schachkid ganz klar seine Grenzen aufgezeigt. Da muss noch einiges gelernt werden.

Was nun tun mit den angebrochenen Abend? Essen gehen, zu einem Konzert gehen und dann noch in eine Bar. Mist, wieso ist es auf einmal zwei Uhr frühs? Es waren doch nur 3 Bier. Oder was war da noch…Erinnerungslücke…

1 Kommentar zu „Druschba – Freundschaft“

  • opa_mit_hut says:

    PIRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRC!

    Nach 5.Le3, spätestens aber nach 6.Dd2 sollte doch klar sein, was er plant, also zügiger am anderen Flügel aktiv werden. Entweder 5….c6 nebs 6….b5, oder wenn du schon mit e5 vorgehst, dann wenigstens 8….Sc6 oder evtl. sogar 8….d5. Entweder hast du Gegenspiel am Damenflügel, falls er dahin auswandert, oder im Zentrum, falls er gern dort bleiben möchte, aber zumindest muss er reagieren!

    Aber wenn du im Schildkrötentempo spielst, dann überrennt er dich einfach am Königsflügel, und du liegst hilflos auf dem Rücken! 🙁

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