Das Schachkid – Schrecken der Oberurseler beim Erfurter Schachfestival

Neuer Tag, neues Glück. Das Schachkid hat keine Lust auf Schach und sitzt lieber in der Lobby herum und updatet seine Homepage. Es gibt ja eine Stunde Karenzzeit. Mit 30 Minuten Verspätung taucht das Schachkid entspannt am Schachbrett auf, wo der Oberurseler Weiland wartet. Wo auch immer Oberursel liegt.

Neben dem Schachkid sitzt mit Marinanne, 89 Jahre alt, die älteste Teilnehmerin, Lebenslustig und begeistert kommt die alte Dame daher. Ihr Lebensmotto, tut Sie kund. Man müsse optimistisch denken und den Tag genießen. Offensichtlich das richtige Rezept für ein hohes Alter.

Es entwickelt sich eine Partie, die nie so richtig spannend wird. Schwarz legt eine sehr ruhige Eröffnung vor. Weiß tauscht fleißig ab. Im Endspiel ist nicht viel zu reißen. Thomas Weiland erzählt dem Schachkid später, er habe am Vortag im 5. Zug den Springer eingesteltt und habe daher heute lieber vorsichtig spielen wollen.Schach ist eben oft auch Nervensache,

Ralf spielt gegen Tino Theer fast 5 Stunden. In dem Südthüringer Duell sieht Tino. Ralf lässt irgendwo zwei Bauern stehen. Man geht essen und tröstet sich mit Eierlikör und Mohn auf der Krämerbrücke.

Der Trainer scheint ein Formtief zu haben und bringt heute nur ein Remis zu Stande. Tröstlich, dass auch FMs mal eine Formkriese haben. Wird auch wieder besser laufen.

Das Schach oft Nervensache ist, bekam auch der zweite Oberurseler am heutigen Tag zu spüren. Weiß spielt total passiv und stellt sich nur hinten rein. Zwischendurch ruft der Oberurseler mehrfach nach Ruhe an die Nachbarbretter und bittet auch das Schachkid, den Bauern hinzustellen, mit dem es gerade rum spielt. Das Schachkid empfindet nun eine gewisse Unsymphatie des Gegners.

Im 48 Zug lehnte Weiß das Schachgebot des Schachkids ab. Das Schachkid dachte sich: „Zeig  mir mal, wie Du das gewinnen willst.“ Und tatsächlich, der Oberurseler fand einen Gewinnweg, trotz nur noch 15 Minuten auf der Uhr, und spielte es sauber runter.

Im 78. Zug dachte das Schachkid ans Aufgeben. Aber Weiß wirkte nervös. Nach einem langen Schachtag und in der Zeitnot verständlich. Also mal sehen, dachte sich das Schachkid, ob Weiß in 2 Minuten Matt setzen kann. Konnte er nicht. Blättchenfall – das Schachkid hat sich noch nie so über ein Remis gefreut.

Vier Remis in Folge hatte das Schachkid lange nicht. Noch keine gewonnen, oder um es mit der optimistischen Denkweise zu sagen, viermal ungeschlagen in Folge.

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