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Gedanken zum Eröffnungstraining

Vieles ist zum Thema Eröffnungstraining zu beobachten und zu lesen.

In diversen Schachforen stößt man oft auf die Meinung, dass sich Eröffnungstraining für niedere Spielstärken nicht lohne. Vielmehr solle man seinen Trainingsschwerpunkt auf das Thema Taktik legen, da durch Taktik die meisten Partien entschieden werden.

Das Schachkid ist nicht dieser Meinung. Natürlich ist die Taktik ein wichtiger Baustein zur Verbesserung der Spielstärke. Aber das Schachkid glaubt, dass auch ein fundiertes Eröffnungstraining wichtig ist. Insbesondere scheint es auf diese Weise möglich, typische Stellungsstrukturen, Mittelspielpläne und Übergänge in die mittlere Partiephase zu erlernen.

Ein interessantes Phänomen beobachtet das Schachkid beim Nachwuchs. Dieser erlernt oft sehr viele Eröffnungen und hat so ein sehr breites Repertoire. Das Schachkid fragt sich, ob dies wirklich nötig ist oder ob die Zeit nicht in anderweitiges Training investiert werden sollte.

Das Schachkid hat daher beschlossen, sich ein relativ enges Eröffnungsrepertoire zuzulegen, dies aber gründlich und tief zu erlernen. Mit zunehmender Spielstärke und dem Umstand, dass sich Gegner auf einen vorbereiten, gilt es zu prüfen, wie das Eröffnungsrepertoire erweitert werden muss. Die Gefahr besteht natürlich, wenn man nur wenige Eröffnungen spielt, dass man sich schnell langweilt.

Zum Erlernen einer Eröffnung hat sich das Schachkid von einem Freund eine Methode abgeguckt. Dieser Freund hat tatsächlich ein sehr breites Eröffnungsrepertoire und kann sehr flexibel spielen. Das Schachkid erstellt für jede seiner Eröffnungen eine Datenbank. Dazu liest es zu jeder Eröffnung ein Grundlagenwerk und trägt die Züge und Kommentierungen in die Datenbank ein. Das Schachkid wird die  Bücher noch vorstellen, die es durcharbeitet. Zusätzlich hält das Schachkid in der Schachpresse nach neuen Varianten und Weiterentwicklungen Ausschau, um diese in seine Datenbank einzuarbeiten.

Vor einem Turnier schaut sich das Schachkid seine Eröffnungsdatenbanken kurz an, um die wichtigsten Gedanken und Pläne aufzufrischen. Nach einem Turnier analysiert das Schachkid seine Partien und schaut besonders intensiv darauf, wie es die Eröffnung gespielt hat und wo es in eine bessere Variante ausweichen sollte.

Das Schachkid setzt auf den Effekt der stetigen Wiederholung. In dem man sich immer wieder mal kurz mit seinen Eröffnungen beschäftigt, verfestigt sich das Eröffnungswissen. Das Schachkid will ausdrücklich betonen, dass nicht das Auswendiglernen gemeint ist. Vielmehr soll man Muster und somit typische Stellungsmerkmale und damit verbundene Pläne erkennen.

Das Schachkid wird in einem halben Jahr überprüfen, inwieweit diese Trainingsmethode funktioniert hat.

 

Auf der Suche nach dem Heiligen Gral – Der erste Zug

Das Schachkid hat lange Zeit die Partien bereits in der Eröffnung vergeigt. Es hat die Partie nicht gleich in der Eröffnung verloren. Aber die Stellungen im Mittelspiel waren nach den ersten 10 Zügen bereits positionell schlecht. Mit Weiß hat das Schachkid lange Zeit das Läuferspiel gespielt. Damit gelang auch die eine oder andere taktische Überraschung. Es handelt sich um eine dem Italienischen ähnliche romantische Eröffnung, was das Schachkid mag. Auch die Wiener Partie gefällt dem Schachkid sehr.

Mit Schwarz hat das Schachkid eine Zeit lang sizilianisch versucht. Weiß kann hier aber sehr aggresiv angreifen. Und so ist das Schachkid mehrmals von schachspielenden Kindern in der sizilianischen Eröffnung förmlich überrannt worden, was beim Schachkid zu starken Frust führte.

Schlussfolgerung: Es muss ein Eröffnungsreppertoires her.  Also beschaffte sich das Schachkid Literatur, nämlich „Der Aufbau eines Eröffnungsrepertoires“ von Steve Giddins.

Das kleine Buch ist schnell gelesen und gibt schöne Anregungen und Tipps, wie man vorgehen sollte.

Das Schachkid grübelte lange und probierte einiges aus. Es entschied sich schließlich, als Weißer prinzipiell mit c4 zu beginnen. Die entstehenden Stellungen sind sehr dynamisch. Und der Gegner schaut oft überrascht aus der Wäsche, da er c4 nicht erwartet. Das Schachkid schaut übrigens als Schwarzer genauso überrascht, wenn c4 aufs Brett kommt. Denn als Schwarzer kann es die Eröffnung noch nicht.

Als Schwarzer plant das Schachkid, auf e4 mit Caro-Kann zu antworten. Auf d4 flüchtet das Schachkid in die Slawische Eröffnung. Das Schachkid meint, dass beide Eröffnungen für Schwarz sehr solide Systeme sind, es sammelt aber noch Erfahrungen damit.

Auf andere Eröffnungen improvisiert das Schachkid. Es hält sich dabei an die bekannten Regeln wie z.B. zügige Entwicklung usw.. Man glaubt es kaum, aber wenn man keine Eröffnungen kennt, helfen diese Grundsätze doch sehr weiter.

Doch wie nun diese Eröffnungen lernen? Das Schachkid hat dazu vor Monaten einen Freund interviewt und wurde von diesem auf eine sehr interessante Methode aufmeerksam gemacht, die das Schachkid in einem anderen Beitrag vorstellen wird.