Archiv für die Kategorie „Training“

Schachgeklön 2 – Das Schachkid gibt sich die Ehre

Heute möchte das Schachkid auf die 2. Partie des Schachgeklöns hinweisen. Das Schachkid alias Kello gibt sich die Ehre und spielt gegen Chinanudeln.  Dieser ist ein  gefürchteter Blitzer. Doch das Schachkid hofft auf den Zeitfaktor, da Chinanudeln kommentiert.  Flankiert wird er von Unkreativ3, dem gewaltigsten Nachwuchsuser aller Zeiten.

Beide Partien gehen verloren. Aber die Kommentare sind sehr lehrreich und unterhaltsam. Das Schachkid muss im Übrigen dem Unkreativ beipflichten, das Spanien Euopameister wird, auch wenn Italien nochmal was zuzutrauen ist.

Wer Interesse hat, Chinanudeln und Unkreativ suchen noch nach Gegnern. Entsprechende Wünsche wird das Schachkid gerne weiterleitem.

Stellungsbeurteilung und Planfindung – Schachseminar in Briesen

„Schlage niemals auf b2, Du könntest am nächsten Tag eine Treppe herunter fallen.“ – Mit diesem chinesischen Sprichwort und anderen launigen Schachweisheiten leitete Nils Werthmann vom USV Potsdam das Schachtraining am 21. Mai 2016 in Briesen ein. 11 Spieler von 12 bis 50 Jahren aus Frankfurt (Oder), Rüdersdorf, Storkow, Potsdam, Briesen und Fürstenwalde waren der Einladung des Schachvereins Briesen gefolgt, darunter auch Kaderspieler des Brandenburger Schachnachwuchs.

Mit Nils Werthmann konnte ein starker Nachwuchsspieler aus Potsdam gewonnen werden. Als Spieler der Jugendbundesliga mit ca. 2000 DWZ mit steigender Tendenz und ehemaliger Kaderspieler des Brandenburger Nachwuchses betrat der 18-jährige mit diesem Gruppentraining Neuland. Gleichwohl besitzt das Potsdamer Talent bereits reichlich Trainingserfahrung mit Kindern und Erwachsenen im Einzeltraining.

Das Thema des Seminars hieß „Stellungsbeurteilung und Planfindung“. Wie die Diskussion zwischen denn Seminarteilnehmern zeigte, tun sich hier junge aber auch erfahrene Spieler schwer. Oftmals wisse man nach der Eröffnung nicht, wie man nun weiter spielen solle, so der einhellige Tenor der Anwesenden.

Der Referent Nils Werthmann erläuterte zunächst in einen kurzen Theorieteil Kriterien zur Stellungsbeurteilung. Königssicherheit, Starke und schwache Felder und die Aufstellung der Figuren seien wesentliche Kriteren, so der Referent. Vor allen das Werkzeug der Bauernhebel war bis dato nicht allen geläufig.

In dem nun folgenden ausfühlichen Praxisteil des Trainings vertieften die Teilnehmer die Kriterien zur Stellungsbeurteilung anhand praktischer Beispiele. In der gemeinsamen Diskussion zwischen Schüler und Trainer reiften die Pläne für eine mögliche Partiefortsetzung.

Einfache Merksätze wie etwa „Verbessere die am schlechtesten stehende Figur“ verdichteten das neu erworbene Wissen zum schnellen Merken und Anwenden am Schachbrett. Einhelliger Tenor der Teilnehmer – Schach lernen muss nicht immer kompliziert aufbereitet sein.

Nach dem Seminar bestand Einigkeit zwischen den Teilnehmern – das Seminar hat das schachliche Wissen der Anwesenden erweitert und bereichert. Besonders die praxisnahe und humorvolle Vermittlung des Lernstoffes durch den Referenten Nils Werthmann gefiel den Schülern.

Der SV Briesen denkt gemeinsam mit dem Trainer Nils Werthmann über eine Fortsetzung der Seminarreihe nach. Sollte Interesse an einen Kontakt zum Referenten bestehen, kann dieser über den SV Briesen vermittelt werden.

Trainersprüche

Das Schachkid hat in den letzten Wochen so manche Trainingssession mit seinem Trainer und dem Eröffnungsexperten absolviert, wobei sich letzterer als Allzwecktrainingswaffe mausert. Von den beiden muss sich das Schachkid so manchen Spruch und Kritik gefallen lassen. Eine Auswahl:

Schachtrainer: Schach ist ein einfaches Spiel.

Eröffnungsexperte: Schach ist ein konkretes Spiel.

Oder war es andersherum? Beide meinen, man solle nach genauen Zügen Ausschau halten und konkret die Stellung berechnen. Und weiter:

Schachtrainer: Du spielst zu schablonenhaft. – Nur weil das Schachkid nach einem Hinweis des Trainers einen Läuferpaarfetisch entwickelt hat.

Eröffnungsexperte : Du musst aggressiver spielen! – Das Schachkid macht so stille Züge a la Ld2. Das findet der Eröffnungsexperte nicht gut.

Und zu 4. f3 im Sizilianer meiner der Schachtrainer nur:

f3 – ein Zug wie aufs Brett gekotzt.

Gut, den Zug hat der Eröffnungsexperte auch stark kritisiert.

Lieber ein paar flotte Sprüche als zu viel Lob!

Trainingstagebuch und andere Tricks

Der Trainer äußerte zuletzt, das Schachkid müsse mehr machen, neben der 1,5 Stunden wöchentlichen Trainingssitzung. Vor allem Eröffnungen müsse sich das Schachkid anschauen.  Was denn das Schachkid nebenher so mache…

Das wusste das Schachkid auch nicht im Detail zu sagen. Daher führt es nun auf Anregung des Trainers ein Trainingstagebuch. Das Schachkid schreibt sich auf, was es wann wie lange bzgl. Schach gemacht hat. Und tatsächlich,  es motiviert. Zum einen erfüllt es einen mit Stolz, wenn man nachliest, was man die letzte Woche so traininert hat. Auf der anderen Seite pocht das schlechte Gewissen, wenn man mal zwei Tage nichts gemacht hat.

Training sei überall möglich, meint der Traniner, auch im Bad. So hat das Schachkid statt der Computerzeitung nun Taktikaufgaben neben der Kloschüssel liegen, um selbige bei passender Gelegenheit zu lösen.

Das Schachkid wird in loser Folge weitere Tricks veröffentlichen.

The ChessWorld

Mit The ChessWorld hat das Schachkid eine interessante Seite gefunden. IM Renier Castellanos betreibt die Seite. Der geneigte Leser kann private Trainingsstunden buchen.

Aber auch so findet der interessierte Schachfreund jede Menge Artikel und Aufgaben aus der Welt des Schachs. Klassische Themen wie die Eröffnung, Mittelspiel und Endspiel finden sich genauso wie Tipps zur Gesundheit oder Skurriles rund ums Schach. Die Seite ist komplett in Englisch gehalten. Mit Schulenglisch sollte das aber kein Problem sein.

Der Leser kann zunächst diverse Tests machen, um seine Fähigkeiten in der Eröffnung, Mittelspiel und Endspiel zu testen. IM Castellanos empfiehlt anschließend einen Kurs, mit dem man innerhalb von 21 Tagen sein Schach wesentlich verbessern soll.

Das Schachkid ist bei derartigen Versprechen immer sehr vorsichtig. Aber vielleicht mag es ja einer ausprobieren und hier berichten.Für 69 $ ist man dabei.

Eröffnungstraining, aber wie?

Das Schachkid hadert mit seinen Eröffnungen. Es hat nun ein ausgearbeitetes Repertoire. Aber wie soll das Schachkid das alles lernen?

Der Trainer hatte zunächst stoisches Auswendiglernen vorgeschlagen und empfahl den Chess Position Trainer. Damit hat das Schachkid viele Stunden geübt. Aber so richtig gebracht hat es nix.

Das Schachkid kennt nicht die typischen Pläne in der Eröffnung. Also wird es sich belesen müssen oder sich jemanden suchen, der es dem Schachkid erklärt.

Vielleicht sind ja Blitzpartien das Mittel der Wahl? Man könnte täglich zwei Blitzpartien, eine mit Weiß und Eine mit Schwarz, spielen. Danach könnte man sich die Partien angucken und die Eröffnung analyiseren.

Eine Blitzpartie ist schnell gespielt. Und durch das tägliche Beschäftigen mit dem Thema Eröffnungen bekommt man eine gewisse Routine. Nützt aber auch nix, wenn man die Pläne nicht kennt.

Leser mit Tipps zum Eröffnungstraining mögen sich bitte beim Schachkid melden. Der Kontakt steht im Impressum.

Mentales Training und so

Neulich unterhielt sich das Schachkid mit seinem Trainer. Man wertete das Schachopen in Wismar aus. Fazit des Trainers: Spielerisch passt es halbwegs, aber mentale Stärke sei gefragt. Am Schachbrett dürfe nur der unbedingte Wille zum Sieg zählen. Alles andere müsse bedeutungslos sein.

Da hat das Schachkid tatsächlich seine Probleme. Viele Punkte gehen weg, weil das Schachkid keine Lust hat, zu spielen. Mal ist es zu warm. Mal hat das Schachkid schlecht geschlafen. Oder es treten sonstwie Konzentrationsprobleme auf. Das Schachkid hat einen Vollzeitjob und kommt daher naturgemäß nicht immer voll ausgeruht zu einem Schachturnier. Möglicherweise söllte man es denn gleich bleiben lassen?

Problematisch ist auch der Turnierverlauf. Es ist die letzte Runde, man fährt noch eine Weile. Eigentlich will man nur noch nach Hause fahren und macht ein schnelles Remis. Das Schachkid ist ein Mann mit Ehre und macht sowas nicht. Es spielt die letzte Runde blitzschnell und verliert meist.

Ganz schlimm sind die Partien, wo das Schachkid gleich nach wenigen Zügen schlecht steht. Da hat das Schachkid dann keine Lust auf eine lange und zähe Verteidigung, macht schnelle Züge, verliert und macht dann Frust-Kaffeetrinken oder dergleichen.

Offensichtlich hat der Schachtrainer recht, dass da was passieren muss. Das Problem besteht offensichtlich auch andernorts. Die österreichische Damenmanschaft hat einen Mentaltrainer. In anderen Sportarten gibt es ähnliches. Man findet aber kaum Artikel zu diesem Thema.

Chessbase hat die DVD  „Mental gewinnen!“ heraus gebracht.

Das Schachkid wird sich die DVD bei Gelegenheit besorgen und hier rezensieren. Falls ein Leser Tipps zum Thema hat, möge er gerne kommentieren oder dem Schachkid schreiben.

Die ersten Tipps des Trainers

Man möge dem Schachkid eine andere Spotart zeigen, wo so etwas möglich ist. Dass der Trainer wesentlich jünger und besser ist als der Trainierende. So ist eben Schach.

Das Schachkid hat seine erste Trainingssession überstanden. Nun, es hat seinen Preis, macht aber großen Spaß. Es ist durch nichts zu ersetzen, wenn man Fragen stellen kann und sofort ein Feedback bekommt. Das kann kein Buch und keine interaktive DVD leisten.

Vom Feedback des Trainers war das Schachkid überrascht. Seit 9 Monaten hat sich das Schachkid ein Eröffnungsrepertoire aufgebaut, ein sehr passives und positionelles. Dummerweise spielt das Schachkid lieber taktisch und auf Angriff. Also muss ein neues Eröffnungsrepertoire her, meint der Trainer. Da ist das Schachkid erstmal frustriert. Neun Monate Arbeit für die Katz? Nun, manchmal läuft man eben Umwege zum Ziel.

Der Trainer gab den Tipp, Eröffnungen mittels des Chesspositiontrainers zu lernen. Mit dieser Software traininert man faktisch das Auswendiglernen einer Eröffnung. Ähnlich wie ein Karteikasten beim Vokabel lernen wiederholt das Programm Stellungen und Varianten so oft in verschiedenen Abständen, bis man sie drauf hat. Dieser Ratschlag des Trainers hat das Schachkid überrascht. Es dachte immer, pures Auwendiglernen sei der falsche Weg. Ein grundsätzliches Verständnis typischer Pläne sei ausreichend. Nun, vermutlich ist es ein gesunder Mittelweg, der es bringt.

Sehr angetan war das Schachkid von dem Hinweis des Trainers, dass es pures Taktiktraining nicht bringt. Vielmehr sei es notwendig, zu wissen, warum man bestimmte Züge spielt. Dem kann das Schachkid nur zustimmen.

Der dritte Ratschlag war schließlich, nach jedem Zug die Bedenkzeit aufzuschreiben. Dem wird das Schachkid umgehend beim nächsten Punktspiel folgen. Der Trainer möchte analysieren, wo das Schachkid zu kurz oder zu lange nachdenkt. Das macht irgendwie Sinn.

Das Schachkid freut sich schon auf das nächste Training.

Trainer benötigt?

Das Schachkid macht jetzt seit 9 Monaten Training, hat aber das Gefühl, nicht recht voran zu kommen. Das Schachkid hat sich in den letzten 9 Monaten ein Eröffnungsrepertoire aufgebaut. Seitdem kommt das Schachkid auch gut aus der Eröffnung raus ins Mittelspiel. Aber dann fehlt es an Ideen. Je unübersichtlicher die Stellung, desto mehr Angst hat das Schachkid, einen Fehler zu machen.

Auch glaubt das Schachkid, nicht so effektiv zu trainieren. Das Schachkid findet, dass es sehr schwer ist, die eigenen Fehler und Schwächen zu finden. Schlussfolgerung: Was in anderen Sportarten funktioniert, kam für Schach nicht schlecht sein. Ein Trainer muss her.

So hat sich das Schachkid einen Fidemeister angelacht. Gefunden hat das Schachkid selbigen in einem Forum auf der wunderbaren Seite www.schachfeld.de. Hier bieten sich ab und an starke Spieler als Trainer an.

Ok, wird jetzt mancher sagen, das Schachkid hat eine hohe 1500, muss es denn nun gleich ein Fidemeister sein? Reicht nicht eine 1700? Nein, die reicht nicht. Das Schachkid glaubt, es muss schon ein deutlich stärkerer Spieler sein, der die eigenen Schwächen gnadenlos aufdeckt.

Der Fidemeister, übrigens deutlich jünger als das Schachkid und trotzdem schon schachlich so viel besser, wollte Partien vom Schachkid haben, um dessen Schwächen zu finden. Na, da muss der Fidemeister wohl nicht lange suchen. Das muss wohl so sein, als ob das Schachkid einem Kind zuschaut. Das Schachkid sieht den Fidemeister vor seinem geistigen Auge, wie dieser entsetzt die Hände vorm Kopf zusammenschlägt.

Das erste Training findet heuer via Skype und schach.de statt. Man wird schauen müssen, wie das funktioniert und ob die Chemie zwischen Lehrer und Schüler stimmt. Aber das unmittelbare Feedback eines Trainers ist sicherlich wertvoller als das noch so beste Schachbuch. Das Schachkid ist gespannt und wird darüber schreiben.

Englische Geheimnisse

Das Schachkid hat beschlossen, die Englische Eröffnung zu spielen. Es hat sich daher auf die Suche nach einem Buch begeben, dass in die Eröffnung einführt. Das Schachkid fand alsbald das Buch „Englische Geheimnisse“ von Neil McDonald aus der Eröffnungsreihe Starting Out des Verlages Everyman Chess.

Die Buchreihe hat das Ziel, zügig in Eröffnungen einzuführen und einen Überblick über typische Stellungen und Pläne zu geben. Ein Wirrwarr von Varianten wird vermieden, was die Lesbarkeit der Bücher dieser Reihe deutlich erhöht.

Der Verlag Everyman Chess, ein Tochterunternehmen des Verlages Random House mit Sitz in London, publiziert schwerpunktmäßig zum Thema Schach.

Der Autor Neil McDonald, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Fußballspieler, ist ein in Deutschland eher unbekannter Großmeister aus England. Mit einer aktuellen Elo von 2431 (Stand Oktober 2014) kann man den Autor zu den besten Spielern der Welt, wenn auch nicht zur erweiterten Weltspitze, zählen. GM McDonald ist vor allem als Trainer tätig und hat etliche Bücher zu Schacheröffnungen verfasst.

Auf gut 200 Seiten versucht der Autor, die englischen Geheimnisse aufzudecken. Nach einer kurzen Einleitung legt der Großmeister den ersten thematischen Schwerpunkt auf die Symmetrievariante. Kurze Tipps und Warnungen, gekennzeichnet mit einem Totenschädel, bringen die Dinge auf den Punkt und lockern den Lesefluss erheblich auf.

McNeil fährt mit der Nimzo-Englischen Variante und der Vierspringervariante fort. Ausführliche Kommentare und jeweils 1-2 Partien pro Kapitel führen den Leser gut in die Englische Eröffnung ein.

Der Drachen und der Königsindische Aufbau werden vom englischen Großmeister ausgiebig dargestellt. McNeil versäumt es nicht, auf die durchaus vorhandenen Chancen des Schwarzen in gebotener Gründlichkeit hinzuweisen

Dankenswerterweise lässt der Autor auch seltene Varianten oder auch Übergänge in Reti nicht aus.

Fazit: Ein rund um gelungenes Einsteigerwerk für alle Schachspieler, die sich einen Überblick über die Englische Eröffnung verschaffen möchten.