Archiv für die Kategorie „Schnellschach“

1. Offenes Karlshorster Schachturnier

Zum 1. Offenen Karlshorster Schachturnier in Berlin begab sich das Schachkid mit dem Tiarks am 16. September 2018. Standesgemäß fuhr das Schachkid wieder zu spät los, aber auch der Tiarks verbummelte 3 Minuten. Aber das Schachkid hatte vorgesorgt und die Ausschreibung schon auf das IPad geladen. So konnte der Tiarks gleich anrufen und verkünden, dass man 10 Minuten nach Meldeschluss kommen würde.

Das Turnier ist ein offenes Turnier, und zwar wortwörtlich. Es findet draußen statt.

20180915_101120 Schach auf offener Straße

Die Theatergasse ist saniert wurden. Man spielt unter einer Pergola, an der sich bald wilder Wein ranken wird. Die Bilder im Hintergrund zeigen historische Ansichten der Straße. Mit dem Schachturnier möchte man nicht nur Werbung für den lokalen Verein machen, sondern auch die Theatergasse wiederbeleben.

29 Spieler haben sich eingefunden, darunter sogar ein starker Spieler aus Lübeck. Der Turnierleiter kriegt sich vor Freude gar nicht mehr ein, als er den Tiarks sieht. Endlich ein leibhaftiger CM, was der Turnierleiter auch kundtut. Noch nie habe er ein Turnier mit einem CM geleitet.

Die erste Partie ist schon nach 10 Zügen beendet. Das Schachkid lässt den Läufer stehen. Zitternd sitzt der Tiarks am Brett neben dem Schachkid. Er friert, die ganze Bank bebt, weil er mit dem Knien schlottert.

Ähnlich auch die zweite Partie. Die ging länger, aber wieder ist der Läufer weg.  Das Schachkid geht in einen Feinkostladen nebenan und kauft spanischen Rotwein. Man weiß ja nie…. Auch die Stiersalami wird abends schmecken.

Business as Usual beim Tiarks. Er punktet in den ersten drei Runden, schaut aber schon wieder sehr hungrig aus und stürmt alsbald den Edeka nebenan. Auch der Veranstalter lässt sich nicht lumpen. Ein Startgeld wurde nicht erhoben. Essen und Getränke gibt es gratis bzw. gegen einen freiwilligen Unkostenbeitrag. Der Turnierorganisator hat leckeren Apfelkuchen gebacken. Wieder kein guter Tag für eine Diät.

Das Turnier läuft durchwachsen. Das Schachkid ist nicht recht motiviert und auf Sieg getrimmt. Die 3.+4. Runde reichen zum Sieg. Danach wird zweimal Remis geschoben. Der letzte Gegner schiebt das Schachkid nochmal richtig zusammen.

Der Tiarks macht es besser. Irgendwo gibt er mal ein Remis ab. Sonst punktet er und holt sich den Turniersieg.

20180915_101127 Der spätere Turniersieger

Ein schönes Turnier. Das ist schon was besonders, auf offener Straße zu spielen. Das kann wiederholt werden.

Die Preise gehen an:

1. Jann-Christian Tiarks, USV Potsdam
2. Julian Schwarzat, Preetzer TSV
3. Thomas Neumann, SC Borussia Lichtenberg

u14:
1. Adrian Kraft, SC Borussia Lichtenberg
2. Bagrat Torosyan, Schachpinguine Berlin

u18:
1. Johannes Tschernatsch, USV Potsdam
2. Jeremy Wadepfuhl, SC Borussia Lichtenberg
3. Niels Bennett Lilienthal, SC Borussia Lichtenberg

Damen:
1. Paula Wiesner, SC Borussia Lichtenberg
2. Swenja Wagner, SC Borussia Lichtenberg

Senioren:
1. Franz Jacobi, SG Eckturm
2. Matthias Hahlbohm, TSG Oberschöneweide
3. Dr. Rolf Bartonek, SG Eckturm

Internationales E. LASKER – Schachturnier im Schnellschach

Das Schachkid wälzt sich früh um 5.17 Uhr aus dem Bett. Bis 9.45 Uhr gilt es, im 300km entfernten Barlinek zu sein. In Berlinchen, wie der Ort einmal hieß, wurde Emanuel Lasker geboren. Der deutsche Schachbund gedenkt zum 100. Geburtstag diesem deutschen Großmeister. Die Lasker-Gesellschaft aus Berlin pflegt offenbar eine langjährige enge Beziehung nach Barlinek.

Den ersten, den man in Barlinek erspäht, ist Mätzkow sen. Er führt einen Trupp Jugendlicher aus Ostbrandenburg an. Eine Mischung aus Briesen, Rüdersdorf und Eberswalde. Sonst sind ein paar wenige Deutsche da. Was schade ist, denn Barlinek scheint ein hübsches Örtchen zu sein.

Zur Turniereröffnung sammelt sich alles auf der Terrasse. Es wird feierlich. Reden werden gehalten, lokale Würdenträger in Schlips und Kragen. Die Laskergesellschaft verleiht Ehrenmedaillen. Das Schachkid versteht wieder kein Wort und klatscht an den passenden Stellen mit. Lucky sorgt für Kaffee und gießt in diesem Milch rein. Gott, schmeckt das räudig.

Dann folgt die Anwesenheitskontrolle. Lucky hat die Gutscheine zum Mittag gekauft, aber die Anmeldung vergessen. Man steht nicht auf der Startliste. Dann streikt der Drucker. Nun werden die Paarungen einzeln vorgelesen, statt diese einfach mit Beamer an die Wand zu werfen, was auch gemacht wird. Man hat schon eine Stunde Verspätung mit der 1. Runde. Aber keiner regt sich auf. In Deutschland würden die Spieler schon Terror machen. Typisch polnische Mentalität. Alles wirkt irgendwie improvisiert. Aber alle sind entspannt.

In der ersten Runde geht es gegen einen ganz kleinen Polen. Der Junge fragt etwas mit Kategorie, vermutlich nach der Spielstärke. Das Schachkid kann nur mit den Schultern zucken, es versteht ja ni. Dem Gesichtsausdruck des kleinen Polen nach zu deuten hält er das Schachkid für bekloppt.

Der Punkt ist schnell gemacht. Auch Lucky gewinnt fix. Das wird in den nächsten Runden schwerer.

Und zwar gleich in der zweiten Runde. Lucky muss gegen die Nr. 5 des Turnieres spielen und verliert. Beide in Zeitnot, aber er lässt den Läufer stehen. Das Schachkid hat es mit der Nr. 10 unwesentlich leichter. Eine kleine Kombination, und das Schachkid hat einen Läufer weniger. Der Gegner scheint nicht glücklich, sondern eher ein Miesepeter zu sein. Die Sonne brennt, 25 Grad, 80 Mann im Raum. Der Pole an Brett 7 klappt trotzdem alle erreichbaren Fenster zu. Ist wohl ein empfindliches Gemüt.

Dafür wartet in der dritten Runde eine nette Dame. Total der mütterliche Typ, der bestimmt toll Piroggen kochen kann. Sie fragt vor der Partie „Alles richtig?“ und bedankt sich, nachdem das Schachkid gewonnen hat. Sehr höflich und nett, diese Dame. Lucky spielt gegen einen Knirps und muss ganz schön kämpfen, gewinnt aber das Bauernendspiel.

Beginn der vierten Runde. Der Schiri hält einen langen Vortrag. Das Schachkid versteht wieder nix. Der Schiri erzählt und erzählt. Er kommt offenbar nicht auf den Punkt. Selbst die geduldigen Polen beginnen, mit den Augen zu rollen.

Dafür ist das Schachkid schnell fertig. Die Eröffnung krude gespielt. Zeit, sich um das Mittag essen zu kümmern. Das Süppchen ist lecker, satt wird das Schachkid davon nicht. Neben dem Schachkid kracht es. Die Bank samt darauf sitzenden und speisenden Senior kracht zusammen. Gott sei Dank nix schlimmes passiert. In Fußweite ist ein Netto. Zeit für polnische Wiener.

14.35 Uhr, die 7. Runde sollte jetzt beginnen. Man hat aber erst die 4. Runde gespielt, hat also mächtig Verspätung. Und die Organisatoren schieben tatsächlich noch einen 25-minütigen Vortrag über Lasker ein. Bei allem Engagement des Gastgebers, man sollte doch halbwegs im Zeitplan bleiben oder gleich eine sinnvolle Zeitplanung machen. Damit man als Besucher weiß, auf was man sich einlässt. Das Schachkid wollte nicht bis Mitternacht bleiben. Außerdem gehen gewisse Anwesende dem Schachkid auf den Keks.

Der Gegner aus der vierten Runde überreicht dem Schachkid einen Gruß des Bürgermeisters, eine Anstecknadel mit dem Stadtwappen, für die deutschen Gäste. Nett, der Bürgermeister.

15.15 Uhr, die 5. Runde hat immer noch nicht begonnen.

Endlich die 5. Runde. Lucky hat in der letzten Runde gewonnen und sitzt nun am Brett 3. Hier bekommt er aber seine Grenzen aufgezeigt. Das Schachkid spielt gegen einen Senior. Die Sonne knallt auf den Rücken des Schachkids und dem Gegner in die Augen. Er denkt lange und verliert auf Zeit, hat aber auch zwei Figuren weniger. Er bedankt sich. Auffällig, jeder Spieler bedankt sich für die Partie, egal ob er gewonnen oder verloren hat. Die Polen sind viel höflicher als deutsche Spieler.

Nun geht es flott in die 6. Runde. Ein Kind, das aber schon 3 aus 5 hat. Das Schachkid gibt ein dezentes Schach. Der Kleine hat sich gegen die Stirn, brüllt „Mosche“, zu Deutsch wahrscheinlich Mist, und gibt auf. Dabei war seine Dame gar nicht weg, wie er glaubte.

Der Turnierveranstalter stellt Snacks bereit. Nicht förderlich für die Diät des Schachkids, aber sehr lecker.

Zur 7. Runde erscheint das Schachkid 2 Minuten zu spät. Beide Seiten haben nur noch Turm und Springer, der unhöfliche polnische Gegner aber zwei Minuten mehr. Und drückt das Schachkid gnadenlos über die Zeit. Und geht wortlos, der bedankt sich nicht. Lucky sieht dagegen beim Briesener Daniel Woithe seine Dame einschlagen, wo sie gar nicht einschlagen kann. Daniel macht den Punkt.

In der achten Runde versucht das Schachkid, mal seinen Gegner über die Zeit zu drücken. Dieser hat einen Bauern und 5 Minuten weniger auf der Uhr und bietet Remis an. Leider hat er auch einen aktiven König, was das Schachkid ein paar Bauern und 5 Sekunden vor Blättchenfall beim Gegner auch Matt wird. Lucky gewinnt und liegt nun tatsächlich einen halben Punkt vor dem Schachkid. Das wird sich hoffentlich noch zurecht ruckeln.

Zwischendurch gab es schon Verluste. Weil das Turnier so ewig und ungeplant dauert, sind 12 Spieler von den 80 Teilnehmern vor der achten Runde schon losgegangen.

In der letzten Runde muss ein Punkt her. Kommt auch so. Leider sehr unbefriedigend. Das Kind hat zwar auch 4 Punkte, stellt nun aber alle Figuren bin. So macht Siegen keinen Spaß. Lucky macht ein Remis, wirkt aber nicht sehr zufrieden damit. Das Schachkid ist mit seinen 5 Punkten halbwegs zufrieden.

Ein schönes Turnier bis auf die nervenaufreibende Verzögerung, die den Tag insgesamt doch recht anstrengend macht. Gerne wieder, aber das nächste Mal mit Übernachtung, um das Städtchen Barlinek und die köstliche polnische Küche zu erkunden.

 

 

 

 

 

16. Schlacht von Dennewitz

Heuer findet das Schnellschachturnier 16. Schlacht von Dennewitz statt, ausgerichtet vom SV Marzahna 57 e.V. Letztes Jahr war das Schachkid auch schon da, es regnete nur. Dieses Jahr scheint die Sonne. Der Saal und überhaupt die ganze Umgebung wirkt gleich viel freundlicher.

Diesmal geht auf dem Weg alles glatt. Man ist pünktlich. Durch eine Baustelle in einem Dorf, durch die man nicht fahren darf, wird kurzerhand forsch durchgefahren. Nicht so pünktlich, sondern mit 20 Minuten Verzug, kommen zwei Spieler aus Norderstedt. Wer fährt von Hamburg aus wegen eines Turnieres bis nach Dennewitz? Die beiden müssen Schach lieben.

Alles sitzt schon. Nun muss neu ausgelost werden. Das findet das Schachkid. nicht schlimm, wenn es dadurch etwas später losgeht. Ganz blöd findet das Schachkid aber diesen einen Spieler, der gleich losquakt, man solle die Mittagspause von einer Stunde auf eine halbe Stunde verkürzen. Die Mittagspause ist dem Schachkid heilig. So ein Stress kann das Schachkid gar nicht leiden. Wenn man für ein Turnier keine Zeit hat, sollte man es nicht mitspielen. Folglich protestiert das Schachkid auch sogleich.

50 Spieler haben sich eingefunden, darunter mit Sergej Kalinitschew ein Berliner Großmeister sowie die Nachwuchstrainerin von Sachsen-Anhalt, ein WGM. Das Schachkid ist auf Platz 43 gesetzt, das wird heute ganz schwer. Der Altersdurchschnitt ist wieder ganz hoch, kein Nachwuchs weit und breit.

Das Schachkid lässt gleich in der ersten Runde gegen die Nr. 16 diverse Bauern stehen. Und spielt viel zu schnell und hat eigentlich auch keine Lust. Nach 5 Minuten ist Schluss. Der Tiarks gewinnt an Brett 9, offenbar in einer wilden skandinavischen Eröffnung. Der Tiarks hat versucht, es dem Schachkid zu erläutern. Dieses weilte jedoch in anderen geistigen Sphären und bekam nicht alles mit.

Zeit, die Umgebung zu erkunden. Dennewitz mit rund 300 Einwohnern hat weder einen Bäcker noch einen Supermarkt, was den hungrigen Tiarks fast rasend macht. Das ist gut, da wird er aggressiv am Brett. Dafür hat es eine Kirche und viele Gedenksteine und ein hübsches Dorfmuseum, dass sich mit der Schlacht von Dennewitz beschäftigt.

In der zweiten Runde geht es gegen die Nr. 30 des Turniers. Nach 5 Zügen packt der Gegner die Brille aus, jetzt wird’s gefährlich. Der Gegner besetzt die zweite Reihe mit Dame und Turm. Das Schachkid greift den gegnerischen Turm mit dem eigenen Turm an, der nicht verteidigt ist. Totaler Blackout, heute scheint es nicht so zu laufen. Der Tiarks muss es ausblitzen, Es wird Remis.

Dritte Runde, endlich mit der Nr. 52 ein schaffbarer Gegner. Der fackelt aber nicht lange, sondern nimmt den Königsflügel den Schachkids auseinander. Leider begeht er dann einige taktische Fehler und versiebt es und verliert.

Der Schrittzähler mahnt die pro Stunde fälligen 250 Schritte an. Das Schachkid stapft los und trifft auf die Sächsisch-königliche Pionierleibgarde, die zufällig in der Gegend weilt und „Preußen klatschen“ will, so das Zitat. Natürlich sind sie nicht gewalttätig, sondern spielen auf die Schlacht von Dennewitz an.

soldat Sächsisch-Königliche Kanonierleibgarde mit Schachkid

Vierte Runde, die ersten beiden Bretter schieben ohne einen Zug Remis, alles Titelträger. Das ist ein wenig schade, wenn wegen der Preise schon so früh nicht gekämpft wird.

Das Schachkid wird irgendwie zusammen geschobenen. Der Tiarks verliert auch. Zeit, sich ein Bier zu gönnen.

Das Mittagessen ist dieses Jahr akzeptabel und das Bier sehr lecker. Beschwingt startet man in die 5. Runde. Des Schachkids Gegner wartet umsonst. Das Schachkid besichtigt spontan das Dorfmuseum, ein wahres Kleinod.

mueseum Szene aus Museum

Der Tiarks spielt lieber Schach, baut aber doch nur ein Remis. Und wirkt sehr unzufrieden.

In der sechsten Runde spielt der Roland Schimmel einen scharfen Sizilianer gegen das Schachkid. Das lässt schon wieder einen Turm spielen. Na ja, was macht das, wenn man im Anschluss mit Eis und Espresso in der Sonne sitzen kann und das Leben genießen kann.

Siebte Runde. Der CM Tiarks, ja er hat seit neuestem einem Titel, spielt immer noch vorne mit. Das Schachkid droht gerne mal ein Matt an. Dummerweise hat der Gegner einen Zwischenzug und schon wieder ist ein Turm weg. In der nächsten Runde wird das Schachkid vorbeugend gleich alle Türme entfernen. Und setzt sich erstmal in die Sonne. Am Nebentisch bestellt eine Dame auf Inlineskates ein Eiscafé, will aber nur halb so viel Sahne draufhaben. Als ob es das jetzt bringt und die Hüften schmelzen lässt.

Achte Runde, Tiarks gewinnt schon wieder und ist ganz vorne mit dabei. Das Schachkid ist ganz hinten mit dabei und stellt in gewohnter Weise einen Turm hin. Macht nix, das historisch Interessierte Schachkid geht die Kirche begucken. Und bekommt dank der reizenden Schwester des Turnierorganisators eine Privatführung. Auch die Kirche ist ein Kleinod und zeichnet sich durch einen Altar mit integrierter Kanzel aus, was wohl ganz selten ist.

kirche Altar mit Kanzel in der Kirche zu Dennewitz

Letzte Runde, der Tiarks am ersten Brett, das Schachkid am letzten Brett, maximaler Abstand voneinander. Aber die Ergebnisse stimmen. Der Tiarks remisiert gegen FM Ferenc Langheinrich. Das Schachkid gewinnt zur Abwechslung und macht aus Versehen einen Punkt.

Das Schachkid hat heute ganz schlecht gespielt, aber den schönen Tag genossen und ist daher zufrieden. Der Tiarks hat es auf Platz 6 geschafft, was für dieses Feld sicher ein gutes Ergebnis ist. Und das Örtchen Dennewitz empfiehlt sich durchaus für historisch Interessierte.

 

 

22. Huckeduster Langsamblitz

Heuer ist das Schachkid zum 22. Huckeduster Schnellschachturnier nach Gransee gereist. Da kann man sehen, wie irre man ist, bei 32 Grad Schach zu spielen statt sich an einem See zu legen. Der Huckeduster ist eine urige Kneipe im malerischen Gransee, dass nun wirklich immer eine Reise wert ist.

40 Teilnehmer sind es dieses Jahr. Es ist wieder gut besetzt. Das Schachkid ist auf Platz 26 gesetzt. FM Schulze und Detlef Zoll kennt das Schachkid noch, den Rest nicht.

Gefühlt sind 37 Senioren, zwei Jungs und das Schachkid da. Der hohe Altersdurchschnitt des Turniers fällt auf. Was aber der angenehmen Lockerheit des Turniers kein Abbruch tut. Der Turnierleiter braucht für die Eröffnungsrede genau 3 Sätze. Und erkennt das Schachkid bei der Anmeldung, ohne dass sich selbiges vorstellen muss. Offenbar eilt dem Schachkid ein Ruf voraus.

Auf Nr. 26 von 40 gesetzt sind heute 4,5-5 Punkte realistisch.

Die Kirche gegenüber dem Spiellokal ist eine Arena. Das Schachkid spielt auf Geheiß eines Kollegen Pokémon Go. Die Monster in der Arena sind zu stark. Wieder nix gewonnen.

Die Nr. 16 teilt dem Schachkid Heide mit, dass er Skat kann, aber nicht mag. Das versteht das Schachkid ja nun gar nicht. An der Wand des Turnierlokales hängen grandiose Skatblätter. Die Nr. 16 hat das bessere Händchen im Endspiel mit Dame und Bauer. Das Schachkid spielt zu passiv.

Was das Schachkid ja nun gar nicht mag, sind Leute, die im Weg stehen und es nicht merken. Das kann das Schachkid ja nun wirklich nicht leiden und möchte gerne Tritte in den Allerwertesten verteilen.

Die erste Runde geht es gegen die Nr. 6 des Turnieres. Es läuft ganz gut. Aber dem Gegner gelingt es, seine beiden Türme auf die 2. Reihe zu platzieren. Das kostet das Schachkid einige Bauern.

In der zweiten Runde dann gegen die Nr. 37 des Turnieres. Das Schachkid pflückt hier einen Läufer, dort einen Bauern weg. Ein relativ leichter Sieg. Die normalen Schwankungen der Stärke der Gegner im Schweizer System.

Die Nr. 39 des Turniers kann kaum über den Tisch gucken, kennt dafür aber das Schachkid schon vom Potsdamer Sommeropen. Offenbar eilt dem Schachkid wirklich ein Ruf voraus. Oder es ist die beeindruckende Gestalt. Der Knirps trainiert bei Zugzwang. Er gewinnt eine Leichtfigur, ist sich dann doch etwas unsicher und bietet vorsichtshalber Remis an. Das macht er in einem Jahr nicht mehr.

Die Nr. 36 greift beherzt an, lässt aber Bauern stehen. Der König kann nicht rochieren. Der Turm ist ein großer Bauer. Somit wird der Punkt eingefahren. 2,5 aus 5 ist das Ergebnis in der Mittagspause.

Die Masse ist beim Huckeduster. Das Schachkid mag die rustikale Kost nicht und speist wie jedes Jahr im Büchercafe. Zwei blöde Touris blockieren mit ihrem Softeis den einzigen Tisch im Schatten. Beide tätowiert und mit Glatze, sie und er. Wie die wohl nach Brandenburg kommen. Das Schachkid isst Auberginentörtchen und schwedische Apfeltorte. Die ollen Touris am Nebentisch schmatzen lautstark. Softeis essen will eben gelernt sein.

Die Touris entdecken, dass man in Gransee eine Wohnung mit 140m2 für 1200 mieten kann. Aber in Gransee sei ja nix los. Dann dampfen die nervtötenden Gestalten endlich ab. Das Schachkid wechselt auf den Schattenplatz und fährt mit Rote Beete Kuchen fort.

Nun wird es langsam unangenehm warm. Im Spiellokal angekommen trinkt das Schachkid vorbeugend erstmal ein Bier. Die Hälfte der Spieler hatte schon am Vormittag getankt. Das Bier hilft. Die Nr. 14 greift beherzt mit dem Springer den Läufer des Schachkids an. Leider ist der Springer ungedeckt, sodass das Schachkid beherzt zugreift. Bald fällt auch die gegnerische Dame gegen einen Turm. Sieg und Tagesziel fast erreicht.

1. Runde — die Nr. 18 der Setzliste spielt Paulsen und verliert einen Bauern, wie das Schachkid nach beherzten Durchzählen nach einer Abtauschserie feststellt. Der Gegner bietet Remis. Das ist frech, aberdas Schachkid willigt ein. Es ist warm und das Schachkid zum Denken zu faul.

In der 8. Runde hat sich das Schachkid mittlerweile an Brett 7 vorgekämpft. Die Nr. 21 opfert galant einen Springer. Und plötzlich fällt die Stellung des Schachkids zusammen. Wirklich sehenswert.

5 Punkte aus 9 Runden, Tagesziel erfüllt. Eigentlich kann das Schachkid nun nach Hause fahren. Die Nr. 19 des Turnieres hat einen ungedeckten Turm. Der ist weg, wenn der Bauer davor die Figur des Schachkids nimmt. Einen Läufer mehr, dann noch eine kleine Springergabel, Zack. So werden Punkte gemacht.

Treue Leser des Blogs haben schon bemerkt, dass der Arschlochvater diesmal nicht dabei ist.

An Brett 8 angekommen spielt der Gegner Russisch. Das Schachkid erinnert sich an die Strategie seines ehemaligen Gegners Felix Meißner. Entgegengesetzt rochieren und den Gegner am Königsflüge überrennen. Klappt auch diesmal. Das Schachkid macht kurzen Prozess, ist nach 5 Minuten fertig und freut sich über 6 aus 10.

Das Losglück meint es in der letzten Runde nicht gut mit dem Schachkid. Am Brett 5 wartet ausgerechnet die Nr. 1 der Setzliste mit 2244 Elo. Die Nr. 1 spielt das Schachkid im Königsindisch an die Wand, positionell gesehen. Das Schachkid hat irgendwann schlicht keine sinnvollen Züge mehr.

Die Siegerehrung läuft so angenehm wie die Eröffnung. Kurz und pragmatisch. Mit 6 aus 11 ist das Schachkid hochzufrieden. Platz 15, und für zwei Biere als Preis reicht es auch noch. Die eine oder andere 1800 weggepocht. Sehr gemütliches Turnier.

 

Von meinem iPad gesendet

 

20. Offenes Schnellschachturnier bei Schachfreunde Berlin 1903

Die Schachfreunde Berlin haben zum Schnellschach geladen. Das Turnier ist Teil der Berliner Grand Prix Serie und entsprechend gut besetzt. Mit 17 Euro Startgeld aber auch recht happig. Weniger Preisgeld für wenige und weniger Startgeld für alle tun es vielleicht auch. Aber vielleicht kostet der Spielsaal auch viel Miete, man weiß es nicht.

Es ist gut besetzt, wenn auch die ganz Großen fehlen. Ansonsten sind die üblichen Berliner Verdächtigen da, die Schachfamilie Lagunow zum Beispiel, der übliche Nachwuchs, die üblichen Betriebsschachleute, und diverse Brandenburger… die Röhrs, sind zwar in Magdeburg angemeldet, aber trotzdem Potsdamer. Der umtriebige Tjarks, der immer stärker werdende Daniel aus Briesen und der unverwüstliche Möwisch. Letzterer suchte einen Geldautomaten, traf aber nur auf leichte Mädchen, die ihre Dienste anboten. Diese öffnen ihre Spardose wohl für Geld, aber nur zum Kassieren. Raus kommt da nix. Also kein Geldautomat gefunden. In der Gegend mangelt es so an einigen, wie sich später noch heraus stellen sollte.

Erste Runde, der 2000er sieht sich zu einem Dauerschach genötigt. Remis, schon liegt das Schachkid vor den beiden Briesenern Dave und Daniel, die beide eigentlich nur zugewandert sind. Das wird nicht lange so bleiben, diese natürliche Hackordnung nach der ersten Runde.

In der zweiten Runde erobert das Schachkid einen Bauern. Aber der Gegner schlägt gnadenlos zurück. Ein blöder Abtausch, und auf einmal hängen alle Bauern des Schachkids in der Luft. Schon liegen Doppel D aus Briesen vorne.

Dritte Runde gegen einen Hammel. Das mag das Schachkid gar nicht. Der Gegner kommt vier Minuten zu spät, zieht total hektisch, greift während der Partie über das Brett dahin, wo das Schachkid die geschlagenen Figuren lagert und greift sich die Dame. Völlig unnötig, da kein Freibauer weit und breit in Sicht ist. Dann ist er eher fertig mit Aufbauen als das Schachkid und rennt los, ohne mal wenigstens auf die Idee zu kommen, die Uhren zu stellen. Gut, das Schachkid hat eine Gabel übersehen, trotzdem fand es den Gegner sehr arrogant.

In der vierten Runde geht es gegen einen kleinen Lockenkopf. Der Kleine steht klar auf Gewinn, versiebt es in der Zeitnot aber.  Er bricht bitterlich in Tränen aus. Das Schachkid geht zum anwesenden Vater, ein recht starker Spieler im Betriebsschach. Reaktion des Vaters, er wolle nix vom Schachkid. Das Schachkid wendet ein, dass der Kleine bitterlich weine und des Trostes bedürfe. Der Vater dazu, das Schachkid habe vierzigmal breit gestanden und der Sohn solle weinen, er ginge nicht hin, das müsse der Sohn lernen und klarkommen. Das Ganze sagte der Vater in einer mehr als arroganten Art. Das Schachkid bedauert den kleinen Lockenkopf und kann nur sagen, dass der Vater als Vater und Mensch schlicht ein Arsch ist.

Zur fünften Runde muss man nicht viel sagen. Das Schachkid vergreift sich und spielt Stadt Caro-Kann sizilianisch. Damit kommt das Schachkid nicht klar, Bauer weg und Stellung weg. Sizilianisch ist ein einziger Irrweg.

Sechste Runde, das Schachkid übersieht eine Gabel. Schachfreund Tjarks hat einen Turm stehen lassen und hat keine Lust mehr. Das Schachkid hat auch keine Lust mehr. Nach kurzer Diskussion entscheidet man sich, dass man keine Lust mehr hat.

Siebte Runde, das Schachkid übersieht eine Gabel und hat nun erst recht keine Lust mehr. Draußen fängst es an zu regnen. Offenbar hat das Wetter auch keine Lust mehr. Dave spielt gegen Tjarks. Das Schachkid ist zu faul zum Gucken, vermutet aber anhand der letzten bekannten Stellung, dass der Tjarks gleich noch weniger Lust hat. Es wird dann aber doch Remis. Matt mit Springer und Läufer kann der Gegner nicht. Kriegt man aber auch selten aufs Brett.

Achte Runde, Tjarks ist schon fertig. Das Schachkid bietet eilig Remis. Der Gegner sieht aus wie Dr. Alban, will es wissen, das Schachkid stellt folgsam die Dame ein.

Tjarks und das Schachkid gehen ein Eis suchen. Vor der Tür kann man sich einen blasen lasen, im Umkreis in acht Läden einen Döner essen, aber kein Eis. Verfickte Gegend.

9. Runde, das Schachkid kriegt einen Freipunkt. Die Zeit wird genutzt, um im 800m entfernten Späti Eis zu kaufen. Immerhin, die Entfernung schafft das Schachkid in rasanten 6 Minuten.

Zurück angekommen spielt der Dave irgendwas, das Schachkid hat es einfach nicht mitbekommen. Immerhin musste ein Eis gegessen werden.

Heute lief gar nix. Entweder war es zu warm. Oder zwei Schnellschachturniere am Wochenende sind ein bisschen viel. Bei den Schachfreunden Berlin kann man sich die desolaten Ergebnisse ansehen. Die Häufigkeit der Kraftausdrücke ist, das sei gesagt, ausschließlich dem Wetter geschuldet.

12. Senioren-Freizeit-Cup des SV „Glück auf“ Rüdersdorf e.V.

Das Schachkid ist beim Rüdersdorfer Seniorencup unterwegs. Das Schachkid ist aber keineswegs schon so alt, sondern es dürfen auch jüngere Leute mitspielen. Das schöne Kulturhaus, erbaut im klassischen sozialistischen Spiel, hat wieder offen. Es war aus Brandschutzgründen geschlossen.

Der umtriebige Jörg Zähler hat unzählige Pokale und ein Buffet aufgefahren. Gerade kommen die Bockwürste. Da fühlt man sich gleich wohl, auch wenn das Schachkid auf Diät ist. Das Schachkid hat sich vorgenommen, heute Eröffnungen mitzuschreiben, um sei Repertoire zu schärfen. Aber eigentlich sollte heute ein Platz auf den Treppchen oder der Turniersieg möglich sein. Außer den Berufsschullehrer Fitzke aus Berlin hat das Schachkid noch keine bekannte ernstzunehmende Konkurrenz entdeckt.

Das Schachkid spielt gegen die kleine Viktoria. Jörg Zähler gibt die Maxime „Denken, Ziehen, Drücken“ aus. Das macht das Schachkid nicht, sondern lässt gleich im 12. Zug die Dame stehen und übersieht dann noch eine Gabel. Das Schachkid gibt sogleich auf. Die Gegnerin glaubt an einen Scherz und kann kaum fassen, dass sie gewonnen hat. Jörg Zähler kann es auch nicht fassen und ergänzt das Buffet um saure Gurken für die Verlierer. Jetzt wird es aber schon eng mit dem Turniersieg.

Dafür Plausch am Pausentisch. Ein Postcrossingexperte sitzt am Tisch, man tauscht sich aus. Bei Postcrossing kann man Postkarten in die Welt senden und empfangen.

In der zweiten Runde hat das Schachkid schon wieder Schwarz. Diese Auslosung ist sehr merkwürdig. Der Gegner reicht dem Schachkid bis zum Bauchnabel. Was ihn nicht davon abhält, gleich im fünften Zug matt zu drohen. Von der letzten Partie noch alarmiert, merkt es das Schachkid diesmal und gewinnt. Im Foyer probt eine Ansammlung von Kindern und Teenagern ABBA und brüllt lauthals Mammamia.

Viktoria aus der ersten Runde nutzt die Pause, um das Schachkid und den Berufsschullehrer ausführlich zu interviewen. Schuhgröße und Lieblingsfarbe, das Mädchen ist wissbegierig und wird bestimmt mal Journalistin.

In der dritten Runde kommt die einige Dame des Turniers dem Schachkid vor die Flinte. Die restliche holde Weiblichkeit muss erst noch eine Dame werden. Es wird ein schnelles Matt mit zwei Läufern, ausgesprochen hübsch.

Vierte Runde, die Gegner werden wieder kleiner, Brett 1 dafür hoffentlich näher. Nach diesen Punkt dürfte es aufwärts gehen. Ein Spieler bricht das Turnier ab, da er arbeiten muss, bleibt aber in der Wertung. Das versteht das Schachkid nicht, warum man ein Turnier spielt, wenn man weiß, dass man es nicht beenden kann. Das ist für die anderen Spieler nicht schön.

Ein siebenjähriger informiert derweil das Schachkid, dass es nur einen Weg gäbe, geschlagene Figuren zu retten. Das Schachkid fragt interessiert nach. Der Bauernzauberzug sei das Mittel der Wahl!

Fünfte Runde, das Schachkid spielt gegen einen langhaarigen Menschen und gewinnt einen Bauern. Der Gegner fragt entgeistert, ob er einen stehen gelassen hat. Danach opfert er völlig sinnlos einen Läufer. Das Schachkid hält mit und stellt einen Turm ein. Nach dem sich der Schlachtennebel verzogen hat, einigt man sich vorsichtshalber auf Remis. Das wars mit Platz 1. Die nun dritte Bockwurst macht die Lage nicht besser.

Die sechste Runde gegen einen Senior läuft wieder besser. Die Läufer auf g7 sind tückisch und schnappen sich gerne Türme gerne auf a1. Der König kommt hinzu. Keine gute Idee, mit dem König anzugreifen. Das Schachkid tauscht ab und lässt schon wieder einen Turm stehen. Gott sei Dank entscheidet die Uhr zugunsten des Schachkids.

In der letzten Runde sitzt das Schachkid etwas überraschend dem Favoriten gegenüber. Dieser hat beeindruckende sechs aus sechs. Das Schachkid ist hochmotiviert, keine sieben aus sieben zuzulassen, was der Berufsschullehrer am Nebenbrett begrüßt. Hat dieser doch auch noch Siegesschancen. Der Gegner kann kein Schottisch. Er bekommt einen Doppelbauern verpasst, der sich noch als anfällig erweist. Bauern mehr, Dame mehr und aus die Maus. Der Berufschullehrer am Nebenbrett jubelt, hat aber vermutlich die schlechtere Buchholz und gewinnt am Ende doch das Turnier.

Ein schönes Turnier mi hohen Spaßfaktor. Beim SV Rüdersdorf gibt es mehr Informationen.

 

 

5. Amateurcup in Berlin

Amateurcup in Berlin. 55 Voranmeldungen gab es, weiter 35 Spieler kamen spontan, also 80 insgesamt. Getuschel in der Küche. Essen für so viele Leute ist nicht geplant. Lucky will ja eh einen Döner essen gehen. Wollte er schon Frühstück um neun in der U-Bahn.

Jörg Schulz, Geschäftsführer der Deutschen Schachjugend ist auch da, steht aber nur draußen und raucht Zigarillos. Wieso? Sollte er der Jugend nicht hier ein Vorbild sein?

In der ersten Runde gleich an Brett eins, da kommt das Schachkid nie wieder hin. Weiß spielt das Morra-Gambit. Nach 5 Zügen ist Weiß verwirrt und setzt sich erstmal eine Brille auf, um die Scharfsicht herzustellen. Das Schachkid gibt vorsichtshalber nach 10 Zügen auf und geht an die frische Luft, um einen Terrier mit Schleifchen und den Aufdruck VIP zu bewundern. Allein das Hundevieh flüchtet beim Anblick des Schachkids. Immerhin Lucky gewinnt.

1.Runde gegen Bekim…, das Schachkid ist zu faul, sich nach vorne zu begeben und den korrekten Namen zu lesen. Der Gegner spielt nur in seiner Freizeit Schach, das aber sehr gut. Gott sei Dank übersieht er die taktischen Einsteller des Schachkids, sodass es gerade so zum Punkt reicht. Lucky hat sich komischerweise an Brett 3 platziert, und gewinnt auch noch.

2. Runde gegen Philipp Geiß. Das Schachkid gewinnt gegen den Nachwuchs die Qualität, um dann diese und dann noch einen Läufer einzustellen. Das Turnier geht so los, wie das gestrige aufgehört hat, nur schlimmer.

In der vierten Runde nun gegen eine kleine Dame. Die neu Gelernte Eröffnung macht sich bezahlt. Und bums, ist durch einen kleinen taktischen Kniff der gegnerische Läufer eingesackt und dann der Punkt. Auch wenn das Schachkid wieder bis zum Matt spielen muss. Lucky am ersten Brett gegen Veit Godoij hat es schwer, gewinnt aber schon wieder. Vier aus vier, nicht dass er noch das Turnier gewinnt.

Am Nebenbrett spielt Schwarz mit zwei schwarzfeldrigen Läufern. Ist halt ein Amateurturnier. Des Schachkids Gegnerin wünscht einen Jungen eine fiese Partie. Ja, was sich liebt, das neckt sich.

Die fünfte Runde hat das Schachkid vergessen, zu schlimm war das. Lucky muss gegen Henry Oelmann am ersten Brett ran. Es reicht zum Remis, aber der Abstieg zum zweiten Brett beginnt. Wo er schon wieder gewinnt. Lucky spielt das Turnier seines Lebens.

Nach dem Mittag hat das Schachkid Energie getankt und  Falko Maxim wird umgehauen. Bei diesem Turnier sind die Gegner alle nett. Sind ja auch Amateure.

Frank Kiesewalter ist in der 7. Runde schwächer als das Schachkid, verliert folgerichtig einen Bauern und bietet Remis. Das Schachkid will gewinnen, lehnt ab und lässt sich zwei Züge später einzügig mattsetzen. Das Teeniemädchen am Nachbarbrett das Gesicht. Die ist auch noch fällig. Lucky spielt gegen den an Nr. 1 gesetzten Spieler. Und muss einsehen, dass dieser zu Recht die Nummer 1 ist.

Der Samy Hamdad spielt nur in der Schule ein wenig Schach. Das Schachkid hat trotzdem große Mühe zu gewinnen. Entweder wird das Schachkid immer schlechter oder die Amateure immer besser. Belastend.

An die letzte Runde kann sich das Schachkid gar nicht mehr erinnern. Es ging aber verlustig.

Der Amateurcup ist ein sehr gemütliches Turnier. Da es doch sehr ungezwungen einher geht. Und eine prima Werbemaßnahme für den gastgebenden Verein. Das Turnier richtet sich ausdrücklich an Amateure und nicht im Verein gemeldete Spieler. Was prompt dazu führt, dass sich nach dem Turnier etliche Spieler beim Gastgeber anmelden.

Das Schachkid hat nur Käse gespielt und landet verdient weit hinten im Feld. Lucky hat lange ganz vorne mitgespielt und musste gegen die Plätze 1-4 spielen. Nach einer kleinen Schwächephase reicht es für einen stolzen 6. Platz.  Das kann wiederholt werden.

15. Schlacht zu Dennewitz

Das Schachkid machte am 9. September 2017 sich auf, die Schlacht zu Dennewitz zu schlagen. Nicht die Originalschlacht. Am 6. Semptember 1813 schlug hier eine zahlenmäßig unterlegene preußische Armee Napoleon in die Flucht.

Das Schachkid hat Dennewitz kurz hinter Potsdam vermutet, ist aber doch fast eine Stunde unterwegs. Das Wirtshaus zum Grafen Bülow scheint im nirgendwo zu liegen. Das Turnier findet in einem rustikalen Dorfsaal statt, wo es einfach nur kalt ist.

Hier muss in den letzten Jahrzehnten Dorfleben gefeiert worden sein, wie man es sich klischeehaft vorstellt. Ein Einheimischer hat hier wohl seine Taufe gehabt, dann die Jugendweihe, dann die erste Liebe kennengelernt, diese geheiratet, zwischendurch mal Fasching und diverse runde Geburtstage und Hochzeitstage, um dann als Geist den eignen Leichenschmaus zu verfolgen. Alles im gleichen Dorfsaal. Man atmet Geschichte.

Staatliche vier Großmeister haben den Weg ins beschauliche Dennewitz gefunden, sogar ein GM aus Solingen ist dabei namens Naumannn, Deutscher Vizemeister im Schnellschach. Dazu ein paar niedere Titelträger, die üblichen Berliner sind auch da, die wie das Schachkid auch alles mitspielen, was nicht bei drei auf dem Baum hockt. Ansonsten eine breite Brandenburger Seniorenmischung mit ein paar wenigen irritiert schauenden Berliner Jugendlichen. Spieler im mittleren Alter fehlen fast völlig. Man sieht es ganz deutlich, die Brandenburger Schachszene ist überaltert und hat ein riesiges Nachwuchsproblem.

Die erste Runde geht es mit Weiß gegen Walter Günter von Lok Brandenburg. Besonders anstrengen muss er sich nicht. Er gewinnt relativ einfach zwei Bauern. Der Rest ist Endspieltechnik.

Das Schachkid stellt fest, dass es auf Platz 35 von 42 gesetzt ist. Da wird es wohl heute nicht viel zu holen geben. Besser als Platz 35 ist dann wohl auch das Turnierziel.

Zweite Runde, diesmal keine Einsteller.  Nadine Naumann, die einzige Dame im Feld, kann mit ihrer 1877 DWZ trotzdem besser Endspiele als das Schachkid und bringt ihren Freibauern mittels Turmopfer eher durch.

In der dritten Runde ist das Schachkid schon am vorletzten Brett angekommen. Mit Richard Biller gibt es einheimischen Nachwuchs. Der Kleine ist ca. 12 und hat einen überraschend kräftigen Händedruck. Das Kind hat vermutlich mehr Muskeln als das Schachkid. Nach einem schnellen Sieg recherchiert das Schachkid zu smarten Körperwaagen. Ab 40 muss man dringend was für die Gesundheit tun, hat das Schachkid im aktuellen Focus gelesen.

In der vierten Runde schaut der Günter Idcazek doch sehr irritiert, als da Schachkid hoffnungsvoll seinen Läufer in den schwarzen Königsflügel hinein opfert. Fünf später war zwar die eigene Dame weg. Zum großen Rechnen hat das Schachkid heute aber keine Lust.

Alle kriegen Mittag, nur das Schachkid nichts. Jemand hat sich des Schachkids Rostbrätl geschnappt, der es nicht bestellt hatte. Die Küche liefert nach. Die drei Rentner, die beim Schachkid Platz nehmen, zeigen sich jedoch beeindruckt und ordern Rostbrätl. Zwei der Senioren haben 1961 rüber gemacht, berührende Lebensgeschichte.

Nach dem Essen sieht das Schachkid gar nix mehr und glaubt, gegen Maximilian Diekmann einen Turm stehengelassen zu haben. Der Gegner nimmt erstaunt die Aufgabe zur Kenntnis und zeigt dem Schachkid, wie der Turm einzügig gedeckt werden kann. Das Schachkid hat dann wohl böse geguckt. Jedenfalls entschuldigt sich Maximilian eilig.

Konstantin Boje beweist in der 6. Runde den Trend zu Doppelnamen, indem er keinen hat und spielt auch besser als seine Zahl, übersieht aber eine Springergabel. So richtig glücklich ist das Schachkid mit dem Punkt gegen einen wehrlosen Jugendlichen nicht. Neben dem Schachkid sitzt der Schachfreund Schlittermann aus Berlin, der heute anscheinend auch keinen guten Tag erwischt hat und unter gewohnten Niveau spielt.

7, Runde, das Schachkid begibt sich zum Brett und friert sich fast zu Tode. In Briesen wird zu Schachturnieren wenigstens geheizt. Allerdings ist das Schachkid auch eine Mutti und hat es gerne molllig.  Mit Alexander Luis Naumann hat das Schachkid nun auch den letzten einheimischen Nachwuchs durchgenudelt. Nervig, wenn die Kinder immer mit drei Figuren weniger bis zum Matt spielen.

Nun geht es gegen Klaus Müller von Lok Brandenburg in Runde 8. Der Mann hat entweder keinen Humor oder ist total auf die Partie fokussiert. Nur beim Handschlag schaut man sich kurz an, sonst kein Blick nix. Das Schachkid hat die Qualität und zwei Bauern mehr sowie die Türme auf der 7. Reihe. Der Senior gibt nicht auf und legt das Schachkid tatsächlich mit dem Freibauern rein. Das Schachkid weiß wirklich nicht, was nerviger ist. Kinder oder Senioren, die nicht aufgeben. Oder man selber, der den Gewinn nicht auf die Reihe bekommt.

Schnellschachturniere sind gut geeignet, um frisch erlernte Eröffnungen auszutesten. Frank Stemmler macht in der letzten Runde beim Schotten mit. Es wird der Blumfeldt-Angriff. Irgendwo geht es dann doch schief. Schwarz hat irgendwann zwei Leichtfiguren mehr. Aber die Eröffnung scheint wirklich sehr scharf zu sein.

Dem Schachkid hat es nicht so gefallen. Was einerseits am Teilnehmerfeld lag, was sehr ehrgeizig und stark wahr. Und nicht viel hergab. Der Spielsaal war dem Schachkid zu kalt und düster, es fehlte an Gemütlichkeit. Aber das ist ja immer eine Frage des Geschmacks.

 

Schachkid und Sergej in Schorfheide

Das Schachkid machte sich mit dem Sergej Karjakin aus Brandenburg, auch Dave Möwisch genannt, auf dem Weg zum Internationalen Schnellschachturnier nach Schorfheide. Dieses Turnier gibt es seit mehreren Jahren. Das Schachkid hatte aber nach dem Lesen der Ausschreibung immer geglaubt, das Turnier sei nur für Kinder.

Sergej mißtraut den Navigationskünsten des Schachkids und hatte am Vortag noch verkündet, auf die Karte zu schauen. Anscheinend war er aber vom Briesener Blitzturnier am Vorabend zu müde gewesen und hat es nicht getan. Bei selbigen Turnier hatte das Schachkid unerklärlicherweise gegen die Brandenburger Sergej-Immitiation verloren. Auf Zeit, mit 2 Sekunden Rückstand. Berlin ist eine Stadt der vielen Gesichter. Die hektische Großstadt wechselt urplötzlich zur urbanen Dörflickeit. Man fährt über obskure Nebenstraßen in Pankow.

Die Grundschule in Schorfheide ist riesig, und gefüllt mit vielen Kindern. Das Schachkid gelangt nach diesem Turnier voller Dankbarkeit zur Erkenntnis, dass es eine gute Entscheidung war, den Lehrerberuf nicht zu ergreifen. Das Schachturnier ist eher bi- denn international. Viele polnissche Spieler sind da und immerhin ein englisch sprechendes Kind. Das Turnier wird tatsächlich für die Schnellschach-Elo ausgewertet. Das hat wohl den waschechten Fidemeister aus Hamburg motiviert, extra in die Schorfheide zu fahren. Das Preisgeld oder spielerische Herausforderungen können es nicht gewesen sein.

1. Runde – der Turnierleiter schmeißt alle Besucher und mitschreibenden und mitfilmenden Eltern aus dem Raum. Das Schachkid klatscht innerlich laut Applaus, Mitleid mit filmenden Vätern hat das Schachkid nur begrenzt. Wobei an dieser Stelle das Schachkid auch die Frage stellen muss, ob man einen ohnehin schon etwas rundllichen Kind bei jedem Schachturnier Pizza verabreichen muss.

Freya Müller heißt die erste Gegnerin. Diese hat zwar nur 1000 DWZ, sieht sich aber trotzdem genötigt, dem Schachkid gleich im vierten Zug einen Bauern abzunehmen, der unverteidigt herum stand. Den holt sich das Schachkid zwar irgendwann wieder, übersieht dann aber gleich eine Möglichkeit, das Mädel einzügig mattzusetzen. Das Schachkid gewinnt. Das muss mit der Konzentration aber besser werden. Segej macht es auch nicht besser und hat, trotz siegreicher Partie, auch Bauern stehen lassen.

Die Schule liegt direkt neben einem Friedhof, wie das Schachkid beim Hinausschauen aus dem Klassenzimmer feststellt. Das ist vorrausschauende Bauweise. Da sieht das Schulkind in der Schule gleich die Zukunft. Wo es begann, wird es eben auch enden, geographisch gesehen.

Zweite Runde. Sergej muss gegen den FM ran und will diesen zeigen, was ein Karjakin ist. Der FM ist unbeeindruckt und gewinnt. Das Schachkid denkt an das Buch Tschick, als es den Sergej sieht. Der FM hat auch einen Junior mit. Der muss aber spielerisch noch reifen.

Das Schachkid spielt gegen Stefan Sprutta Remis. Trotz Mehrbaurn dank Einschlag auf h7 ist das Turmendspiel nicht zu gewinnen. Weiter hinten entlädt sich ein Wutschrei eines Erwachsenen, der gerade gegen einen 8-jährigen verliert.

Zwei Jungen nutzen die Pause, um sich darüber aufzuregen, dass die Männertoilette im Ergeschoss und die Mädchentoilette in der ersten Etage bei den Turnierräumen sei. Da hätten die Mädchen ja einen Vorteil, wenn man immer runter müsse. Tja… Auf der Treppe fragt derweil ein Kind seinen Freund: „Bleibst Du auch zur Siegerverehrung?“

Dritte Runde. Dave verteilt Kaffee auf seinen Tisch. Leicht tänzelnd erhebt er sich, wischt elegant auf und schwebt leichtfüßig zum Papierkorb. Das Schachkid bewundert die Eleganz dieses Denkers, der so romantische Orte wie das poetische Reitwein kennt. Danach holt er sich doch wirlich den Punkt. Das Schachkid auch gegen Gerd Wanka. Am vorletzten Brett wird der wutschnaubende Erwachsene aus der Vorrunde von einem 6-jährigen belehrt, dass man eine berührte Figur auch ziehen müsse.

4. Runde – Dave verliert, das Schachkid zögert nicht und lässt nicht nur aus reiner Solidarität die Dame stehen. Dave, studierter Psychologe der es wissen muss, stellt fest, das das Schachkid grundsätzlich über andere Leute lästert, wenn es verliert.

Roy Milke ist sauer, als er in der 5. Runde gegen das Schachkid verliert. Eine taktisch sehr interessante Partie, in dem Roy ein Dauerschach drinnen hat, aber die Konfrontation sucht. Das geht nach hinten los. Schach ist, das kann man immer wieder erfreulicherweise feststellen, ein emotionales Spiel. Dave gewinnt schon wieder. Der Mann wird dem Schachkid unheimlich.Des Schachkids Auto freikehren vom Schnee, der gefallen ist, will er merkwürdigerweise nicht.

6. Runde – das Schachkid muss gegen den pensionierten Lehrer Fitzke ran und schafft nur ein Remis. Lehrer Fitzke verspricht dem Schachkid seit 5 Jahren, das Briesener Open zu besuchen, findet aber immer wieder neue schöne Turniere im Ausland und erscheint nicht in Briesen. Dave spielt irgendwas, das Schachkid hat es sich nicht aufgeschrieben. Er muss gewonnen haben, denn er spielt in der nächsten Runde doch tatsächlich vor dem Schachkid.

Killermaschine Manfred wartet auf den Karjakin aus dem Oderbruch. Da wird es schwierig für den Herausforderer. Des Schachkids Gegner Kevin Groß spielt Dh4 in der schottischen Eröffnung. Die Variante hat das Schachkid mal gelernt. Nach 10 Zügen ist die Partie gewonnen gegen den symphatischen Gegner.

Am Ende laufen die Partien der anderen Spieler ideal. Das Schachkid wird mit 5 aus 7 etwas unverhofft Dritter. Mit deutlichen Abstand mit 6,5 aus 7 Punkten gewinnt der FM das Turnier gefolgt von Manfred Lennhardt aus Berlin mit gleicher Punktzahl und leicht schlechterer Buchholz.

Ein großes Schachevent in dem kleinen Dorf Schorfheide, das man sicher mal besuchen kann. Die Organisatoren geben sich viel Mühe, ein Turnier mit um die 80 Teilnehmer, darunter viele Kinder, auf die Beine zu stellen. Chapeau!

22. Emanuel-Lasker-Gedenkturnier – nix zu holen

Die Nacht war kurz, zu holen gibt es heute beim 22. Emanuel-Lasker-Gedenkturnier am 19.6.2016 nix. Das Schachkid ist spät dran, gibt Gas und wird prompt zweimal geblitzt. Business als Usual. Angekommen, der Rollmops ist auch schon da, sieht aber nicht allzu gut aus. Hinten in die Schlange bei Familie Röhr eingereiht. Das Schachkid wird kurzerhand dazu gewunken. Siehe an, es gibt Vereinsrabatt.

Kurzes Inne halten. Die verzweifelte Suche nach Kaffee beginnt.

Überraschung bei der Eröffnung. Die kaffeeausschenkende Thekenkraft ist die Bürgermeisterin von Thyrow mit beeindruckendendem Haarvolumen. Das Geburtshaus von Lasker zerfällt zusehends, verkündet die Bürgermeisterin. Die Gemeinde will es nun loswerden. Falls ein Schachfreunde Interesse hat…

Erste Runde, das Schachkid findet sich am vierten Brett unter lauter Titelträgern wieder. Da gehört das Schachkid auch hin, in ein paar Jahren mit Titel. Man braucht ja Visionen. Der Machotzky-Aufbau gegen Raphael Rehberg funktioniert nicht. Er spielt ja auch keinen Drachen. Die Dame wird schließlich durch den gegnerischen Läufer an den König angefesselt. Am Nebenbrett legt FM Schulz Oliver Röhr um.

Zweite Runde. Der Gegner hat Weiß, drückt die Uhr und schaut das Schachkid fragend an. Dieses drückt ebenfalls die Uhr und guckt fragend zurück. Weiß macht den ersten Zug. 30 Züge später wie in der Vorpartie. Dame an den König gefesselt. Punkt für das Schachkid.

Am Nebenbrett ist der Gegner durch den Wind und drückt laufend die falsche Uhr. Sein Gegner Oliver Röhr empfiehlt, eine Tasse Kaffee zu trinken. Der Kleine hat Ahnung, das Schachkid ist schon bei Nr. 2.

Neben dem Spiellokal macht eine Gruppe Damen rhythmische Sportgymnastik mit Hanteln. Das Schachkid hat einen Kater und fragt sich, wie man sich nur so quälen kann am Sonntag um halb elf. Mit Sport und Hanteln…

Dritte Runde gegen Rollmops. Mit der schottischen Eröffnung hat dieser so seine Schwierigkeiten. Kein Wunder, das Schachkid wird ja auch auf Schottisch trainiert. Interessante sehr taktische Partie mit Chancen für beide Seiten. Beide haben nur noch 50 Sekunden auf der Uhr. Das Schachkid übersieht ein Schach. Verflixte neue Schnellschachregeln.

Vierte Runde gegen den Nachwuchs. Nun muss ein Punkt her. Das Schachkid opfert eine Figur. Der Kleine kann den Damenabtausch erzwingen. Das wars mit dem Angriff.

Fünfte Runde, das Schachkid hat Hunger und Durst. Seit drei Runden versucht das Schachkid, ein Wasser zu kriegen. Allein die barkeepende Bürgermeisterin ist nirgends zu sehen. Nach der Runde soll es was vom Grill geben, der noch nicht mal steht. Das wird nie was, weiß das Schachkid als Thüringer und erfahrener Griller einzuschätzen. Das Schachkid gewinnt. Der Gegner ist sehr redselig, vor allem mit sich selbst. Zum Gegenschlag will er ausholen. Und Pferde ma eg er anscheinend nicht. Jedenfalls schimpft er ständig auf das „Scheiß Sprungvieh“.

Die sechste Runde wird vorgezogen, der Grill braucht noch. Am selbigen ist das Schachkid schnell angelangt, da gegen den unterirdischen Gegner extrem schlecht gespielt wird. Der Griller weigert sich, mehr als eine Hand voll Würste aufzulegen. Er hat Angst, dass sie nicht alle werden. Die 80 hungrigen Schachspieler, die ihn gleich überrollen werden, hat er wohl übersehen.

Siebte Runde, das Schachkid spielt gegen eine junge und sehr attraktive Dame aus Brandenburg. 14.00 Uhr -Mittagstief. Das Schachkid nickt alle paar Minuten am Brett ein. Und schreckt hoch, um festzustellen, dass es schon wieder dran ist. Es ist ein Rätsel, wie diese Partie gewonnen wurde.

Achte Runde, das Schachkid ist definitiv zu müde und übersieht ein Doppelschach. Auch egal, heute hat das Schachkid keinen Ehrgeiz. Der vorherige Abend war lustig und der heutige wird es zweifellos auch werden.

Letzte Runde. Wieder ein Kleiner aus Potsdam, der schüchtern Remis anbietet. Das lehnt das Schachkid natürlich ab. Was der Kleine zum Anlass nimmt, die taktischen Zähne auszufahren und das Schachkid umzunieten.

Haken an das Turnier. Das nächste Mal bleibt das Schachkid im Bett und macht sich einen gechillten Sonntag.

Tabelle