Archiv für die Kategorie „Schach-Open“

28. Erfurter Schachfestival – Alle zu schnell

Dritter Tag – es zeigt sich, nach 9.00 Uhr sollte man nicht zum Frühstück erscheinen. Sonst gibt es keine Tische mehr. Das Schachkid sitzt schon eine Weile und liest mit Wonne seine Tageszeitung, neuerdings auf dem IPad. Das macht das Schachkid sehr gerne, daher ist es ihm sehr wichtig. Der Gast, der sich wegen des vollen Raumes an den Tisch des Schachkids begibt, versteht jedoch die Signale nicht. Er murmelt ab und an etwas und stellt dem Schachkid eine Frage. Das Schachkid gibt eine kurze Antwort und widmet sich wieder seiner Lektüre. Was der Tischgenosse zum Anlass nimmt zu fragen: „Darf ich Sie beim Lesen stören?“ – Das Schachkid ist versucht zu antworten: „Nein“ oder „Hast Du gerade, Du Idiot“. Aber nein, das Schachkid ist ja höflich, sieht aus dem Augenwinkel die Lubbes, die auch verzweifelt einen Tisch suchen, und tauscht sich mit dem Tischnachbarn über fehlende Kaffeekannen aus. Zweifellos interessanter als die Analyse der Welt von Trumps neusten Eskapaden.

Nun ein Thüringer aus Mühlhausen. Die können nicht nur Pflaumenmus, sondern auch Schachspieler. Die Eröffnung der Runde folgt. Erfreulicherweise haben sich diverse Dinge wieder angefunden. Die Eröffnungsmusik der Runden, das Hotel hatte die CD verschlampt. Und der Fotograf, dem es erfreulicherweise wieder besser geht und der sogleich loslegt. Dazu noch schöne personalisierte Stifte mit eingeprägten Namen. Das Schachkid hat schon eine schöne Sammlung.

Der Gegner legt los und will offenbar Londoner System spielen. Das Schachkid fühlt sich an die Partie von gestern gegen den Schachfreund Töpfer erinnert und versucht ähnlich zu spielen. Weiß muss einen Läufer tauschen und erhält einen Einzelbauern auf e4. Schwarz beherrscht die c-Linie, eine annehmbare Stellung.

Aber beide Seiten spielen zu schnell, 40 Züge in einer Stunde, und übersehen so ihre taktischen Möglichkeiten. 22. Sxf7 sieht sehr gefährlich aus. Schwarz verpasst dafür den Bauerngewinn mit 29. …. Tc1+ 30. Txc1 Sx2 + 32. Kf1 Sc1 und der a- oder b-Bauer muss dran glauben. Das Remis ist gerechtfertigt. Zu schnelles Spiel und taktische Fehler, diese Schwächen hatte das Schachkid eigentlich schonmal abgestellt.

Ralf findet sich in einem Turmendspiel mit einem Bauern weniger wieder. Laut Karsten Müller ist hier die Remisbreite sehr hoch. Aber der Gegner weiß es besser. Also wieder kein Punkt für den armen Ralf.

Man sucht den mysteriösen Weihnachtsmarkt. Google zeigt ihn vor dem Dom. Ralf mit seinem scharfen Verstand zweifelt und hat ein anderes Navi, er soll hinter dem Dom sein. Ralf ist unerbittlich und jagt das Schachkid die Domstufen hoch. Und tatsächlich, ein wunderschöner Weihnachtsmarkt wie im Mittelalter. Ein Stand mit Brot – das Schachkid fragt nach dem Inhalt des Backbrotes. Die Verkäuferin fragt „Kannst Du Lesen?“ und deutet auf ein Schild. Das Schachkid möchte antworten „Kannst Du verkaufen?“ , spart sich aber die Antwort und isst am nächsten Stand ein Honigsteak bei freundlichen Personal.

Die Mohrenköpfe sind ein Flop – mi Erdbeerschaum, bäh… Das Schachkid erwirbt eine Lederhalskette mit einem Krummsäbel. Der wird Glück bringen. In den Katakomben des Doms sitzt ein Kreuzritter und fragt, ob das Schachkid „Die Rosen von Jericho“ kenne. Das Schachkid kennt nur die Posaunen. Offenbar handelt es sich um 300 Jahre alte Wüstenpflanzen, die grün werden, wenn man sie mit kochendem Wasser übergießt. Das Schachkid ist begeistert und nimmt drei Stück.

Der wunderbare Weihnachtsmarkt ist bedroht und soll nicht mehr stattfinden. Offenbar hat in der Nähe ein Ehepaar ein Haus gekauft und klagt nun wegen Lärmbelästigung. Da muss der Markt nun weg. Der Dom, der 2 m neben dem Weihnachtsmarkt steht und immer zur vollen Stunde bimmelt, kann offenbar noch nicht weggeklagt werden. Armes Erfurt! Eine Petition zum Erhalt des Weihnachtmarktes wird noch vor Ort unterschrieben.

Zweite Partie heute – das Mädel spielt Pirc. Das Schachkid glaubt sich im Franzosen, ist sich aber nicht ganz sicher und geht daher erstmal vorsichtshalber zur Bar, einen grünen Tee holen. Eine Stunde und 13 Züge später machen Weiß und Schwarz Verlegenheitszüge. Offenbar hat das Mädel keine Idee, das Schachkid aber auch nicht und bietet daher probehalber Remis an. Halber Punkt und wieder ab in die Bar, während Ralf noch zu tun hat. Aber dann auch nur ein Remis schafft. Schachlich läuft es dieses Jahr bei keinen so richtig rund.

Ab ins Lousiana  und Alligator essen. Hier es es voll, was für das Restaurant spricht. Danach ab in die Hotelsauna. Hier ist es voll, was für die Sauna spricht. Ab an die Bar. Hier ist es voll, was für die Bar spricht. Heute sind andere Mitarbeiter da und haben die Lage deutlich besser im Griff. Es ist voller und trotzdem geht es schneller und der Service ist aufmerksam.  Sicher ist der Job auch nicht einfach.

Dritter Tag vorbei und mit Bedauern muss das Schachkid feststellen, dass das Turnier sich schon wieder dem Ende neigt und das neue Jahr mit Riesenschritten naht.

28. Erfurter Schachfestival – Das Hotel schwächelt

Zweiter Tag – Es geht gegen den alten Recken Roland Töpfer. Man kennt sich schon seit Jahren und hat schon oft in Erfurt die Klingen gekreuzt.

Die Eröffnung entwickelt sich etwas konfus. Das Schachkid entwickelt spontan den Plan, nach dem Läuferabtausch lang zu rochieren und mit den Bauern am Königsflügel anzugreifen. Allein nach h3 geht es nicht voran und Schwarz hat mit Blick auf das Endspiel eine unschöne Bauernstruktur. Allein soweit kommt es gar nicht. Das Schachkid übersieht eine simple Gabel. Immer wieder der gleiche Fehler – es scheint sehr schwer zu sein, diese taktischen Fehler abzustellen.

Auf zum mittelalterlichen Weihnachtsmarkt am Wenigemarkt. Der scheint jedes Jahr kürzer zu werden – Nachmittag ist schon Schluss. Es reicht aber noch für ein schönes Rostbrätl und einen anständigen Glühwein. Gerüchterweise soll sich hinter dem Dom ein Weihnachtsmarkt befinden, der morgen aufgesucht wird.

Die Sonne scheint. Der Ralf hat auch schnell verloren. So reicht die Zeit noch für einen Spaziergang und einige Pokémons, die gefangen werden wollen. Das Schachkid geht mit der Zeit und hat neue Hobbies.

Nachmittags spielt Ralf stolze drei Stunden, verliert aber doch. Das Schachkid steht ohne Gegner da, da dieser aus privaten Gründen aus dem Turnier aussteigen musste. Bleibt Zeit zum Chillen, auch ganz nett.

Der Abend wird im Goldenen Schwan beschlossen – uriges selbst gemachtes Weihnachtsbier, durchschnittliche Thüringer Klöße, aber zu empfehlen. Schachlich ist man noch nicht so zufrieden. Ralf hat 0,5 Punkte, das Schachkid 1 Punkt – aber beide ohne Leistung.

Das Hotel leistet sich heute so einige Schnitzer. Ganz harmlos liegt das Schachkid auf dem Bett und gibt seine Partie ein. Da öffnet sich die Zimmertüre und eine Dame erscheint. Sie möchte gerne prüfen, ob das Zimmer gereinigt wurde. Das kann die Dame auch gerne tun. Nur Vorheriges Anklopfen wäre ganz nett. Gott sei Dank war das Schachkid bekleidet und saß nicht gerade auf dem WC.

Abends an der Bar, es ist voll. Das Schachkid nimmt am Tresen Platz. Und wartet geschlagene 20 Minuten und wird nicht beachtet. Die anschließende Frage nach der Karte wird mit einem barschen „Einen Moment“ beantwortet. Das Schachkid ist mit einem Gastronomen befreundet und hat daher wirklich Verständnis dafür, wenn es länger dauert, wenn es voll ist. Wenn die Bedienung aber 10 Minuten lang direkt vor dem Schachkid Cocktails mixt und parallel nicht in der Lage ist, kurz zu fragen oder die Karte zu reichen und dann barsch wird, ist das kein guter Service. Das kennt das Schachkid aus vollen Potsdamer Bars anders. Die angepriesene Happy Hour gilt auch nur für wenige ausgewiesene Getränke. Die aber sehr lecker sind.

Die Fahrstühle sind legendär. Heutiger Rekord – 12 Minuten auf dem Weg von der 13. Etage in die 1. Etage. Start – 9.40 Uhrvo der Zimemrtür – Ankunftszeit 9:52 Uhr im Turniersaal.

28. Erfurter Schachfestival – Unmotiviertes Skandinavisch

Es ist wieder so weit, das Jahr nährt sich dem Ende. Das 28. Erfurter Schachfestival steht an. Eine schöne Tradition, hier mitzuspielen. Der Turnierdirektor schmeißt neben dem Erfurter Turnier noch um Weihnachten herum die Vorrunden der Deutschen Amateurturnier in Dresden und Potsdam. Wahnsinn,was mag diesen Mann motivieren? Dieser Mann lebt für das Schach. Das Schachkid vermutet, dass er zweifellos eines Tages den Deutschen Schachbund leiten wird.

Er liest ab und an auch diesen Blog. Lieber Daniel, Vielen Dank, dass Du das in Erfurt so viele Jahre schon möglich machst.

 Im Hotel angekommen sieht schon alles sehr professionell aus. Hartmut Seele, der Schatzmeister des Thüringer Schachbundes, der auch nicht zu altern scheint, wartet auf ankommende Spieler und hütet natürlich die Kasse.

 Lebkuchenteller, den gibt es dieses Jahr nicht. Dafür gibt es nun eine Klimaanlage und ein Tablet. Das Schachkid schläft nun wirklich in vielen Hotels. Aber das hat das Schachkid noch nicht gesehen. Das Tablet bietet Infos zum Hotel. Man kann Essen bestellen und Zeitschriften lesen. Das Schachkid öffnet probehalber mal die Bravo, will dann aber doch nicht die Boyband des Jahres wählen.

Ein Aufzug wird saniert, nur zwei sind verfügbar. Wer das Hotel kennt, weiß – da wird man in den nächsten Tagen viel Geduld brauchen.

Ab zur Bar, diesmal keine lauten Sachsen, aber ein extrem aufmerksamer Service. Und 5 Sorten Kuchen, in den letzten Jahren gab es immer nur eine Sorte. Das Schachkid bestellt spanischen Mandelkuchen und plant imKopf schon die nächste Reise nach Madrid.

 Für das Turnier hat das Schachkid keine besonderen Ziele.Am Black Friday hat das Schachkid einen Schachkurs bei GM Huschenbeth gekauft an dessen neuer Schachschule Chessence. Aber bisher hat das Schachkid noch nicht reingeschaut. Die Turniervorbereitung besteht darin, 5 Minuten die Vorstossvariante in Caro-Cann anzusehen. Wird halt wieder nach Bauchgefüh gespielt. Dieses Jahr im Hauptturnier, für das Amateurturnier hat das Schachkid 8 Punkte zu viel DWZ.

15.36 Uhr – die Sachsen sind da.

Ab auf den Weihnachtsmarkt und 30 € in Nüsse investiert. Das Schachkid fragt sich jedes Jahr, was es mit den ganzen Nüssen soll. Aber bei Nüssen kennt das Schachkid kein Halten. Die reichen bis Juni. Am Eingang zur Krämerbrücke ertönt weihnachtliche Musik. Zwei Geigen mit Gitarrenbekleidung spielen festliche Musik, das Schachkid lauscht ergriffen. Ein Russe, der laut ins Telefon plärrt, stört die weihnachtliche Stimmung. Das Schachkid mahnt höflich zur Ruhe, der Russe gukt grimmig und droht Schläge an. Offenbar war der rotbejackte Russe nicht sehr besinnlich drauf.

Die Eröffnung ist Business as Usual. Kurze Rede, 8 smarte gutaussehende Schiris und die ersten Preise werden verlost. Schlimme Kunde vomWebmaster des Turnieres – er ist am Tag zuvor ins Krankenhaus eingeliefert worden. Von dieser Stelle aus kann man ihm nur alles Gute und baldige Genesung wünschen. Der Schiri hält sich nicht mit langen Erläuterungen des Regelwerks auf und eröffnet flott die erste Runde.

Das Schachkid kommt am Brett an und muss erstmal den Gegner auf die andere Brettseite verscheuchen. Die Farbauslosung des Hoteldirektors für das erste Brett führte hier und da zu Verwirrungen.

Der Gegner sieht ähnlich unmotiviert aus wie das Schachkid. Und so hat man nach 10 Minuten bereits die ersten 15 Züge gespielt, während am Nebenbrett noch die Bauern poliert werden. Das Schachkid kann sich abends immer nicht so recht konzentrieren und fragt sich, warum es nicht zur zweiten Runde eingestiegen ist. Zur Partie ist nicht viel zu sagen. Ein solides Skandinavisch kommt aufs Brett. Es wird schnell gespielt. Und dann kommen taktische Fehler aufs Brett und der Gegner gewinnt ganz simpel, wenn man nicht nachdenkt.

Erleichtertes Durchatmen auf beiden Seiten des Bretts. Man kann endlich zur Bar. Ab der zweiten Runde wird motiviert gespielt.

 

 

21. Eckbauer-Open – Konfuses Sizilianisch

Zweite Runde in Berlin, wieder ein Montag. Der Montag als Turniertag hat den Vorteil, man ist noch vom Wochenende fit. Einige sind offenbar schon aus dem Turnier ausgestiegen. Jedenfalls warten einige vergebens auf ihre Gegner.

Das Schachkid hat es nicht leicht, eine veritable 2000 wartet. Immerhin die Nr. 5 der Setzliste. Auch nicht leicht hat es der Spieler einige Bretter weiter. Sein Gegner beschwert sich lautstark und im grimmigen Tonfall, da er immer so doll auf die Uhr hauen würde. Da hat wohl jemand eine schlechte Stellung.

Das ist wieder so eine typische Ich-will-nach-Hause-aufs-Sofa-Montagspartie. Das Schachkid sitzt da, fragt sich, was es eigentlich hier macht und will nach Hause aufs Sofa. Defenders gucken bei Netflix zum Beispiel. Von der Eröffnung kein Plan, das Schachkid arbeitet gefühlt seit 100 Jahren an einem Repertoire. Im 13. Zug wird erstmal ein Bauer eingestellt. Doch das Schachkid schlägt zurück, und zwar im 19. Zug. Schwups, wird der Bauer zurück gewonnen. Dies scheint den Gegner zu beschäftigen, denn jetzt überlegt er 30 Minuten lang. Dann entschließt er sich zum Angriff, den das Schachkid wenig entgegenzusetzen hat. Das Schachkid versucht Gegenspiel am Damenflügel und spekuliert auf den schwarzen Bauermflügel auf b5. Aber der Gegner spielt klar energischer. Und den Schlusszug hat das Schachkid gar nicht gesehen. Schwarz gewinnt völlig verdient.

Der Superdave bekommt bei so Open immer die stärksten Gegner. Erst in Zehlendorf den IM Brustkern, den er ummacht. Jetzt IM Ulf von Hermann am Brett 1. Das Schachkid sitzt praktischerweise gleich ums Eck und muss nur mit den Stuhl kippeln und den Hals recken, um die Stellung zu sehen. Wenn das Schachkid um die Ecke lugt, sieht es aber meist nur einen die Stirn runzelnden Superdave, der offenbar unzufrieden ist. Ulf von Hermann spielt offenbar unorthodox und gewinnt im Verlaufe der Partie 2 Bauern. Der Superdave flüchtet mit der kurzne Rochade und geht mit g4 zum Gegenangriff über. Nicht der einzige Königsbauer, den er in die Schlacht wirft. Doch IM von Hermann ist routiniert und holt den Punkt. Und schien doch vom Superdave beeindruckt zu sein, so dass der IM früh ausgetretene Theoriepfade in der Partie vermeidet.

Noch ein kleiner Zwischenstopp wo in Berlin eingelegt. Schwupps, ist es 0.30 Uhr. Arbeitendes Volk, das Schach spielen will, hat es nicht leicht.


21. Eckbauer Open – Auftakt nach Maß

Das 21. Eckbauer-Open stehen an. Das Schachkid und der Superdave spielen mit.  7 Runden jeweils Montag werden bei dem nach eigener Aussage ältesten Schachverein der Welt gespielt. 65 Teilnehmer haben sich eingefunden.

Das Schachkid ist nicht sehr motiviert. Abends spielen ist nicht so sien Ding. Aber ehe man daheim auf dem Sofa hockt. Und die Gegner haben ja auch einen Arbeitstag hinter sich. Das Schachkid ist schon eine Stunde eher da. Die braucht es auch. Parkplätze sind hier rar und die Suche danach eine Katastrophe. Aber das Schachkid hat bei zwei Sachen immer Glück – einen leeren Tisch im vollen Cafe zu finden und einen Parkplatz zu ergattern. Das Spiellokal liegt in einemm netten Kiez. Gegenüber ist eine Bierstube, die wird nach der zweiten Runde ausprobiert. Heute muss die urige Pizzeria gegenüber her halten, Dem Schachkid ist nach Rotwein und Pizza. Der Service legt Zucherro auf. Der Superdave trinkt Cappuccino, hungert vor sich hin und macht große Augen, als die Pizza des Schachkids kommt. Ist aber auch ein riesiges Ding, die Pizza…

Gleich in der ersten Runde kommt ein starker Gegner. Erwin erinnert sich mit Wonne an eine Partie, die man vor vier Wochen beim Amateurcup der Schachfreunde Berlin gespielt hat. Da hat das Schachkid im 9. Zug eine Fifur stehen gelassen und aufgegeben. Da hat der Gegner aber Glück, dass er nett ist. Sonst wäre das Schachkid jetzt sauer. Und nimmt sich heimlich vor, diesmal mindestens 10 Züge zu machen.

Es entwockelt sich ein Königsinder. Mit dieser Eröffnung hat das Schachkid sehr wechselvolle Erfahrungen gemacht. Heute läuft es, Erwin spielt nicht sehr aggressiv. Bolognan hält 5. … d5 nicht für sehr ambitioniert. 9. Lxf6 tauscht ohne Sinn den Läufer ab. Zumindest sieht das Schachkid keinen Sinn. Vo 13. Sd6 hatte das Schachkid etwas Angst, kommt aber nicht. 18. Dh4 findet das Schachkid stark. Plötzlich  drohen Drohungen am Königsflügel auf. Der weiße Springer wird jetzt aber erstmal über das Brett gejagt und macht keine gute Figur. 21. h4 ist etwas fraglich und nach 21. Se5 hhat der weiße Springer keine Felder mehr. Leider fällt das Schachkid in alte Muster zurück und denkt nicht nach. Statt 22. … Txd1 mit Springergewinn zu spielen, wird es nur  ein Mehrbauer, aber immerhin…

Erwin scheint nach einigen Zügen aber doch besser zu stehen. Zumidnest die d-Linie sieht stark aus. Und die schwarzen Türme können sich kaum bewegen. Das Schachkid versucht ein Läuferopfer und setzt auf Remis durch Dauerschach. Das kann Weiß kaum vermeiden. Ein Auftakt nach Maß. Das Schachkid ist zufrieden.

Der Superdave hat offenbar rasch viel abgetauscht und findet sich in einem zähen Turmendspiel wieder, was er stundenlang kneten muss. Aber erst schraubt er dem Gegner einen Bauern ab, dann noch einen Bauern. Endspiele scheint der Superdave zu können und gewinnt.

Kommende Woche wird es ganz schwer. Der Superdave muss gegen IM Ulf  von Hermann ran. Aber in Zehlendorf hat der Superdave ja schon FM Brustkern erledigt. Da muss sich der Superdave warm anziehen. Mit Martin Gebigke bekommt das Schachkid auch kein Leichtgewicht. Mal sehen…


14. Wildauer Dahmelandpokal – Beschwipst am Brett

4. Runde am Tag 3. So eine verrückte Auslosung hat das Schachkid noch nie erlebt. Die Gegner werden von Runde zu Runde stärker, obwohl das nicht punktet. Heute geht es gegen einen Vereinskameraden. Jose ist an Nr. 2 gesetzt, hat aber offenbar noch nichts gerissen. Was auch kein Wunder ist. Der Arme ist schwer erkältet und schnieft am Brett vor sich hin.

Wieder so eine verrückte Caro-Kann-Variante, die sich das Schachkid dringend mal anschauen muss. Jedenfalls wird das Schachkid in der Variante regelmäßig vom Schachwizartd im Blitz zerpflückt. Das Schachkid weiß gar nicht, warum Weiß nicht 9. Sxh5 nimmt. Immerhin ein Bauer mehr. Jose spielt recht dynamisch und greift gleich an. Andererseits weiß der weiße König aber auch nicht recht, wohin er rochieren soll. Schwarz steht dafür gedrückt, kann sich aber etwas Luft verschaffen. Dann will Schwarz am Königsflügel angreifen mit g5. 23. … Le7, um g5 zu decken, bringt aber offenbar die schwarze Stellung zum kippen. Jose greift konsequent an und fährt seinen ersten Punkt ein.

Das Wetter gibt nicht viel her. Das Schachkid speist im nahe gelegenen Bootshaus am See. Der Kellner überhört die Bestellung der Vorsuppe, wird diese eben nach dem Hauptgang verspeist. Am Nebentisch empfiehlt der Kellner Erdbeerbowle zum Aperativ, dem Schachkid nicht. Am weiteren Nebentisch empfiehlt der Kellner Dessert und Esspresso. Das Schachkid wird nur kurz nach weiteren Wünschen gefragt. Offenbar sieht das Schachkid heute mit roter Hose, roten Pullover und Dreitagebart nicht sehr seriös aus. Das Schachkid protestiert, der Kellner bringt die Erdbeerbowle zum Nachtisch und macht den Rest mit Humor wett. In Kombination mit einem großen Bier namens Rotkehlchen wird der Rückweg zum Spiellokal recht beschwingt. Dort dreht sich das Schachbrett.

Am selbigen sitzt nun ein 11-jähriger aus Fürstenwalde, der sich wie Bolle freut, dass er in 37 Tagen 12 Jahre wird.  Das Schachkid ist veersucht, kurz zu erwähnen, dass es ab 18 nur noch abwärts geht, lässt es dann aber doch bleiben.

Zur Partie muss nicht viel gesagt werden. „Er zieht die Bauern noch rückwärts.“ wie der geschätzte und in 2018 viel zu früh verstorbene Dr. Jochen Weigend, der Jugendtrainer des Schachkids, gesagt hätte. Hoffentlich sitzt er gerade auf einer Wolke und schaut zu. Es ist schön zu sehen, dass der Schachverein Fürstenwalde offenbar mit viel Engagement und Herz Nachwuchsarbeit betreibt.

Nur 1,5 Punkte sind kein dolles Ergebnis, aber bei den starken Gegnern auch keine Überraschung. Die Wildauer haben wieder ein schönes Turnier ausgerichtet. Und auch aus verlorenen Partien kann man ja was lernen.


14. Wildauer Dahmelandpokal – Keine Punkte, Starke Gegner

Heute mal eine problemlose Anreise, die Gegnerin wartet schon. WFM Müller-Ludwig spielt sonst in der Oberliga oder auch bei den Frauen in der 2. Bundesliga. Heute muss sie mit dem Schachkid vorlieb nehmen. Die Erfurterun begleitet ihre Tochter, die den Dahmelandpokal als Trainingsturnier nutzt.

In dieser Partie findet das Schachkid überhaupt keinen vernünftigen Plan. Vielleicht wäre 6. …Sbd7 korrekt gewesen. Aber der Läufer ist auch nach Sh4 weg. Schwarz steht im Laufe der Partie immer beengter. Mit 25, … g5 wird noch eine Drohung übersehen. Danach fliegt die Stellung sofort auseinander.

Zeit für die täglich Dosis Bewegung. Das Schachkid möchte abnehmen und versucht sich täglich zu bewegen. Dazu gibt es zwei Hilfsmittel. Ein Fitnssarmband Fitbit Charge 2 und Pokemon Go. Wenn man letzteres spielt, muss man sich zwangsläufig bewegen. Im nu sind 3000 Schritte getan und in den letzten vier Wochen 2 kg verdampft.

Pokemon und Schrittzähler führen das Schachkid zu einem Asiaten. Es schmeckt na ja…

Dritte Runde, die Auslosung meint es diees Jahr nicht gut. Das Schachkid macht keine Punkte, die Gegner werden trotzdem immer stärker. Mit Ole Zeuner wartet ein Schachzwerg mit einer stolzen 1900. Der Kleine spielt den Dahmelandpokal jedes Jahr mit. Aber am Brett  trifft man sich das erste Mal.

Nach 6. Sb5, der den Blumfeld-Angriff in der schottischen Eröffnung einleitet, runzelt der Kleine die Stirm. Er denkt nach, dann hat er es aber drauf. Er kennt sich aus und spielt die Variante völlig korrekt runter. Es wird recht taktisch. Am Ende macht das Schachkid mit 13. Sb5 den falschen Zug. Nach … Dxe3+ ist es für Weiß sofort vorbei. Das Schachkid spielt noch etwas weiter und kann die Partie noch etwas halten. Aber eigentlich ist es spätestens nach dem Damentausch vorbei aufgrund des Bauern weniger und der schlechten Bauernstruktur von Weiß.

Was am Sonntag kommt, weiß niemand. Die Turnierleitung hatt statt der 4. Runde die Auslosung der 1. Runde online gestellt. Die Tabelle deutet aber mit Jose Lopez auf einen starken Gegner hin.


14. Wildauer Dahmelandpokal – Start mit Tücken

Der 14. Wildauer Dahmelandpokal findet statt. Das ist umso erfreulicher, da es im letzten Jahr ungewiss schien, ob das Turnier auch im Jahr 2018 stattfinden würde.

Der Start in das Turnier verläuft mit einigen Schwierigkeiten. Dem Schachkid fallen die abendlichen Partien immer sehr schwer. Das Schachkid ist eher ein Morgenmensch. Um so schwerer fällt es, sich abends zu konzentrieren, erst recht nach einem Arbeitstag.

So auch dieses Mal. Der Arbeitstag dauert etwas länger als erwartet. Große und kleine Katastrophen wollen bewältigt werden. Das Schachkid arbeitet als Krisenmanager. Als solcher hat das Schachkid die Erfahrung gemacht, dass Ereignisse mit einem gewissen Krisenpotenzial grundsätzlich am Freitag, vor dem Wochenende, vor dem Urlaub und meist alles zusammen passieren.

Es bleiben immerhin 30 Minuten Zeit, um auf dem Sofa einen grünen Tee zu trinken. Der Sommer verabschiedet sich gerade mit einer Riesenshow, Regen und Sturm. Chaos auf dem Weg zum Turnier. Staubwolken von trockenen Feldern werden aufgewirbelt. Auf der Autobahn geht bei 10m Sichtweise nur Schrittgeschwindigkeit. Dann passiert es. Kurz vor dem Schachkid sind auf der Mittelspur drei Autos aufeinander gefahren. Der Wagen in der Mitte sieht übel aus, die Passagiere scheinen unverletzt.

Über 80 Spieler haben sich in Wildau eingefunden, erstaunlich wenig Brandenburger aus der Umgebung sind da. Keine Fürstenwalder oder Briesener, dafür Rüdersdorfer und Müncheberger und die unvermeidlichen Magdeburger Schachzwerge. Der dortige Nachwuchs weist beeindruckende ELO-Zahlen aus.

Das Schachkid hat Schwarz gegen Wolfgang Fiedler.Der Gegner ist ein netter Senior aus Berlin. Er will sich mit dem Schachkid unterhalten. Das Schachkid will seine Ruhe. Es kommt das Gespräch auf die Energiewende. Das Schachkid ist mittlerweile richtig genervt und erlaubt sich einen Hinweis, dass es seit mehr als einem Jahrzent bei E.ON arbeitet. In der Hoffnung, die Diskussion zu beenden. Der Gegner zeigt wenig Emphatie, versteht die Körpersprache des Schachkids nicht und redet unbeirrt auf das Schachkid ein. Das Schachkid hat wirklich nichts gegen nette Gespräche, aber für alles gibt es eine Zeit. Und am Brett will das Schachkid seine Ruhe haben.

Es kommt eine Variante im Caro-Kann mit Se5 auf das Brett, was das Schachkid nicht kennt. Manchmal geschehen Wunder. Die Tunierleitung erscheint. Es muss neu ausgelost werden. Gleicher Gegner, aber Farbwechsel.

Aljechin kommt aufs Brett. Das Schachkid nimmt sich Zeit. Neu erlernte Methoden der Stelungsbwertung kommen zu Einsatz FM-Bike und DFA. Es hilft tatsächlich, sich ausreichend Zeit zu nehmen, keine taktischen Einsteller vorzunehmen und Pläne zu finden. Ob diese korekt sind, ist eien völlig andere Frage.

Der Gegner spielt sehr zögerlich. 9. … Lb4 wäre ev. besser gewesen. Nach dem 17. Zug steht Schwarz wohl etwas besser. Insbesondere die weißen Läufer haben keine Perspektiven. Abtauschen oder nicht ist die Frage. Der Abtausch der Türme scheint nichts zu bringen. Daher entscheidet sich das Schachkid für Sd4. Vieleicht kann man den weißfeldrigen schwarzen Läufer vom Brett nehmen.

18. … a6 scheint besser. Nach c6 kommt der Springer nach d6. Weiß kann gleichsam einen Brückenkopf im gegnerischen Lager installieren, der Schwarz lähmt. Nach dem Abtausch der Figuren sieht das Schachkid aber nicht recht einen Gewinnweg und bietet daher Remis an.

Mit dem Start in das Turnier ist das Schachkid zufrieden, Mit WFM Kristin Müller-Ludwig wartet allerdings ein schwerer Brocken in der nächsten Runde.


6. Amateurcup der Schachfreunde Berlin

Manche können ja nie genug vom Schach bekommen, so auch Lucky und das Schachkid. Nach der gestrigen Exkursion nach Barlinek geht es heute schon wieder zum Amateurcup der Schachfreunde Berlin. Das Turnier hat den Charme, dass es bis 2000 DWZ begrenzt ist. Man hat ein breites Feld, aber nicht die superstarken Gegner.

Bahn oder Auto ist die Frage, die sich dem Schachkid stellt. Das Auto ist schneller und bequemer. Die S-Bahn trumpft mit zwei laut schmatzenden Japanern auf den Nebensitz auf, die sich ein Baguette reinschieben. Die S-Bahn ist noch nicht in Potsdam losgefahren. Und das Schachkid ist jetzt schon genervt. Dafür muss man einige Schritte laufen. Das Schachkid trägt einen Schrittzähler und will fitter werden.

Am Spielort angekommen sind diesmal noch keine Nutten in Sicht. Vermutlich ist es selbst für sie zu früh. Um die 100 Spieler haben sich eingefunden, darunter auch wieder einige Potsdamer, die üblichen Verdächtigen.

In der ersten Runde verschlägt es das Schachkid gleich ans 7. Brett. Diesmal braucht das Schachkid nur 6 Züge, um einen Läufer stehen zu lassen. Neuer Rekord. Dafür kann man wenigstens in der Sonne sitzen. Lucky muss in den Nebenraum an Brett 34 spielen, ein leichter Gegner. Er hat so seine Schwierigkeiten, gewinnt aber.

Über überehrgeizige Väter hat sich das Schachkid ja schon an anderer Stelle ausgiebig ausgelassen…

In der 2. Runde bekommt das Schachkid einen Gegner, der gar nicht da ist. Also Freipunkt und Zeit für eine Boulette. Lucky hat einen Bauern mehr, kriegt auch eine Dame, der Gegner aber auch. Dieser nutzt die Dame besser und macht den Punkt.

In der 3. Runde zeigt sich, dass man die Bauern vor dem eigenen König stehen lassen sollte. Aufziehen reizt nur die gegnerischen Schwerfiguren, die den eigenen König gerne mal mattsetzen. Lucky arbeitet und gewinnt. Er überrascht den kleinen Russen mit b4, nach dem der Vater Anweisung für e4 und d4 gegeben hatte.

Nun gegen die Nr. 72 des Turniers. Er fasst einen Bauern an, sieht, dass er ihn verliert und will was anderes ziehen. Das Schachkid besteht vorsichtshalber auf berührt, geführt. Also Bauer gewonnen und später einzügig matt angedroht, was nicht abzuwehren ist. Der Gegner guckt 5 Minuten, ehe er es realisiert und aufgibt. Er bedankt sich und steht auf, ohne aufzubauen. Das kann das Schachkid gar nicht leiden. Lucky verliert, man liegt wieder gleich auf.

Die fünfte Runde ist dann mal wieder so eine Partie, wo das Schachkid so ziemlich alles stehen lässt, was man auch nur stehen lassen kann. Die Nr. 18 freut es. Und das Schachkid sitzt wieder einmal früh in der Sonne.

Zu Mittag gibt es Döner. Danach findet sich Lucky an Brett 10 wieder. Aber die Nr. 2 des Turnieres ist zu stark. Am anderen Ende am Brett 34 wartet die Nr. 72 des auf das Schachkid. Der Gegner hat das Konzept von Schnellschach noch nicht verinnerlicht und denkt bei jedem Zug eine Minute nach. Folglich verliert er auf Zeit, allerdings in leicht besserer Stellung.

Lucky gewinnt gegen eine angehende Hotelmanagerin. Das Schachkid sitzt daneben und hatte einen Turm mehr, der Gegner aber zwei Freibauern. Bestimmt ist es theoretisch gewonnen, aber auf die Schnelle den Gewinnweg finden? Also Remis.

Die Nr. 17 des Turnieres, ein junger Asiate spielt gut, aber das Schachkid hält mit. Aber ein kleiner Fehler entscheidet. Jeder hat einen Freibauern. Das Schachkid muss seinen König ziehen. Und zieht dummerweise auf ein Feld, wo der König im Schach steht, wenn der Gegner einzieht. Wählt das Schachkid das andere Feld, zieht man gleichzeitig ein.

In der letzten Runde geh es gegen einen Potsdamer vom SV Babelsberg 03. Der Junge ist auf Dauerschach aus, also wieder nur Remis. Lucky gewinnt, hat ein Punkt mehr als das Schachkid, was schon sehr frech ist.

Spielerisch war es heute ok, aber nicht berauschend. Das Turnier war nach der gestrigen polnischen Erfahrung angenehm straff durchorganisiert. Da bleibt sogar noch Zeit für ein Bier im schönen Schöneberg.


20. Briesener Open – Trainerfrust und Trainerlust