Archiv für die Kategorie „Schach-Open“

14. Wildauer Dahmelandpokal – Start mit Tücken

Der 14. Wildauer Dahmelandpokal findet statt. Das ist umso erfreulicher, da es im letzten Jahr ungewiss schien, ob das Turnier auch im Jahr 2018 stattfinden würde.

Der Start in das Turnier verläuft mit einigen Schwierigkeiten. Dem Schachkid fallen die abendlichen Partien immer sehr schwer. Das Schachkid ist eher ein Morgenmensch. Um so schwerer fällt es, sich abends zu konzentrieren, erst recht nach einem Arbeitstag.

So auch dieses Mal. Der Arbeitstag dauert etwas länger als erwartet. Große und kleine Katastrophen wollen bewältigt werden. Das Schachkid arbeitet als Krisenmanager. Als solcher hat das Schachkid die Erfahrung gemacht, dass Ereignisse mit einem gewissen Krisenpotenzial grundsätzlich am Freitag, vor dem Wochenende, vor dem Urlaub und meist alles zusammen passieren.

Es bleiben immerhin 30 Minuten Zeit, um auf dem Sofa einen grünen Tee zu trinken. Der Sommer verabschiedet sich gerade mit einer Riesenshow, Regen und Sturm. Chaos auf dem Weg zum Turnier. Staubwolken von trockenen Feldern werden aufgewirbelt. Auf der Autobahn geht bei 10m Sichtweise nur Schrittgeschwindigkeit. Dann passiert es. Kurz vor dem Schachkid sind auf der Mittelspur drei Autos aufeinander gefahren. Der Wagen in der Mitte sieht übel aus, die Passagiere scheinen unverletzt.

Über 80 Spieler haben sich in Wildau eingefunden, erstaunlich wenig Brandenburger aus der Umgebung sind da. Keine Fürstenwalder oder Briesener, dafür Rüdersdorfer und Müncheberger und die unvermeidlichen Magdeburger Schachzwerge. Der dortige Nachwuchs weist beeindruckende ELO-Zahlen aus.

Das Schachkid hat Schwarz gegen Wolfgang Fiedler.Der Gegner ist ein netter Senior aus Berlin. Er will sich mit dem Schachkid unterhalten. Das Schachkid will seine Ruhe. Es kommt das Gespräch auf die Energiewende. Das Schachkid ist mittlerweile richtig genervt und erlaubt sich einen Hinweis, dass es seit mehr als einem Jahrzent bei E.ON arbeitet. In der Hoffnung, die Diskussion zu beenden. Der Gegner zeigt wenig Emphatie, versteht die Körpersprache des Schachkids nicht und redet unbeirrt auf das Schachkid ein. Das Schachkid hat wirklich nichts gegen nette Gespräche, aber für alles gibt es eine Zeit. Und am Brett will das Schachkid seine Ruhe haben.

Es kommt eine Variante im Caro-Kann mit Se5 auf das Brett, was das Schachkid nicht kennt. Manchmal geschehen Wunder. Die Tunierleitung erscheint. Es muss neu ausgelost werden. Gleicher Gegner, aber Farbwechsel.

Aljechin kommt aufs Brett. Das Schachkid nimmt sich Zeit. Neu erlernte Methoden der Stelungsbwertung kommen zu Einsatz FM-Bike und DFA. Es hilft tatsächlich, sich ausreichend Zeit zu nehmen, keine taktischen Einsteller vorzunehmen und Pläne zu finden. Ob diese korekt sind, ist eien völlig andere Frage.

Der Gegner spielt sehr zögerlich. 9. … Lb4 wäre ev. besser gewesen. Nach dem 17. Zug steht Schwarz wohl etwas besser. Insbesondere die weißen Läufer haben keine Perspektiven. Abtauschen oder nicht ist die Frage. Der Abtausch der Türme scheint nichts zu bringen. Daher entscheidet sich das Schachkid für Sd4. Vieleicht kann man den weißfeldrigen schwarzen Läufer vom Brett nehmen.

18. … a6 scheint besser. Nach c6 kommt der Springer nach d6. Weiß kann gleichsam einen Brückenkopf im gegnerischen Lager installieren, der Schwarz lähmt. Nach dem Abtausch der Figuren sieht das Schachkid aber nicht recht einen Gewinnweg und bietet daher Remis an.

Mit dem Start in das Turnier ist das Schachkid zufrieden, Mit WFM Kristin Müller-Ludwig wartet allerdings ein schwerer Brocken in der nächsten Runde.

6. Amateurcup der Schachfreunde Berlin

Manche können ja nie genug vom Schach bekommen, so auch Lucky und das Schachkid. Nach der gestrigen Exkursion nach Barlinek geht es heute schon wieder zum Amateurcup der Schachfreunde Berlin. Das Turnier hat den Charme, dass es bis 2000 DWZ begrenzt ist. Man hat ein breites Feld, aber nicht die superstarken Gegner.

Bahn oder Auto ist die Frage, die sich dem Schachkid stellt. Das Auto ist schneller und bequemer. Die S-Bahn trumpft mit zwei laut schmatzenden Japanern auf den Nebensitz auf, die sich ein Baguette reinschieben. Die S-Bahn ist noch nicht in Potsdam losgefahren. Und das Schachkid ist jetzt schon genervt. Dafür muss man einige Schritte laufen. Das Schachkid trägt einen Schrittzähler und will fitter werden.

Am Spielort angekommen sind diesmal noch keine Nutten in Sicht. Vermutlich ist es selbst für sie zu früh. Um die 100 Spieler haben sich eingefunden, darunter auch wieder einige Potsdamer, die üblichen Verdächtigen.

In der ersten Runde verschlägt es das Schachkid gleich ans 7. Brett. Diesmal braucht das Schachkid nur 6 Züge, um einen Läufer stehen zu lassen. Neuer Rekord. Dafür kann man wenigstens in der Sonne sitzen. Lucky muss in den Nebenraum an Brett 34 spielen, ein leichter Gegner. Er hat so seine Schwierigkeiten, gewinnt aber.

Über überehrgeizige Väter hat sich das Schachkid ja schon an anderer Stelle ausgiebig ausgelassen…

In der 2. Runde bekommt das Schachkid einen Gegner, der gar nicht da ist. Also Freipunkt und Zeit für eine Boulette. Lucky hat einen Bauern mehr, kriegt auch eine Dame, der Gegner aber auch. Dieser nutzt die Dame besser und macht den Punkt.

In der 3. Runde zeigt sich, dass man die Bauern vor dem eigenen König stehen lassen sollte. Aufziehen reizt nur die gegnerischen Schwerfiguren, die den eigenen König gerne mal mattsetzen. Lucky arbeitet und gewinnt. Er überrascht den kleinen Russen mit b4, nach dem der Vater Anweisung für e4 und d4 gegeben hatte.

Nun gegen die Nr. 72 des Turniers. Er fasst einen Bauern an, sieht, dass er ihn verliert und will was anderes ziehen. Das Schachkid besteht vorsichtshalber auf berührt, geführt. Also Bauer gewonnen und später einzügig matt angedroht, was nicht abzuwehren ist. Der Gegner guckt 5 Minuten, ehe er es realisiert und aufgibt. Er bedankt sich und steht auf, ohne aufzubauen. Das kann das Schachkid gar nicht leiden. Lucky verliert, man liegt wieder gleich auf.

Die fünfte Runde ist dann mal wieder so eine Partie, wo das Schachkid so ziemlich alles stehen lässt, was man auch nur stehen lassen kann. Die Nr. 18 freut es. Und das Schachkid sitzt wieder einmal früh in der Sonne.

Zu Mittag gibt es Döner. Danach findet sich Lucky an Brett 10 wieder. Aber die Nr. 2 des Turnieres ist zu stark. Am anderen Ende am Brett 34 wartet die Nr. 72 des auf das Schachkid. Der Gegner hat das Konzept von Schnellschach noch nicht verinnerlicht und denkt bei jedem Zug eine Minute nach. Folglich verliert er auf Zeit, allerdings in leicht besserer Stellung.

Lucky gewinnt gegen eine angehende Hotelmanagerin. Das Schachkid sitzt daneben und hatte einen Turm mehr, der Gegner aber zwei Freibauern. Bestimmt ist es theoretisch gewonnen, aber auf die Schnelle den Gewinnweg finden? Also Remis.

Die Nr. 17 des Turnieres, ein junger Asiate spielt gut, aber das Schachkid hält mit. Aber ein kleiner Fehler entscheidet. Jeder hat einen Freibauern. Das Schachkid muss seinen König ziehen. Und zieht dummerweise auf ein Feld, wo der König im Schach steht, wenn der Gegner einzieht. Wählt das Schachkid das andere Feld, zieht man gleichzeitig ein.

In der letzten Runde geh es gegen einen Potsdamer vom SV Babelsberg 03. Der Junge ist auf Dauerschach aus, also wieder nur Remis. Lucky gewinnt, hat ein Punkt mehr als das Schachkid, was schon sehr frech ist.

Spielerisch war es heute ok, aber nicht berauschend. Das Turnier war nach der gestrigen polnischen Erfahrung angenehm straff durchorganisiert. Da bleibt sogar noch Zeit für ein Bier im schönen Schöneberg.

20. Briesener Open – Trainerfrust und Trainerlust

 

20. Briesener Open – Verflixte Endspiele

Abends um 23.00 Uhr aufs Handy geschaut. Prima, die Auslosung ist da. Bett 1, der nächste Briesener. Auch wenn Sebastian Lischke ein Eisenhüttenstädter ist und somit Neubriesener. Zuletzt spielte man in Jacobsdorf gegeneinander, damals mit Sieg für das Schachkid.  Der Trainer gibt um Mitternacht ein spontanes Mentaltraining und hilfreiche Tipps. Psychologie ist alles.

Tatsächlich, die Trainertipps funktionieren. Die Angriffsfiguren sind schnell abgetauscht, die Stellung lange ausgeglichen.

Trotz des verkorksten Endspiels ist das Schachkid zufrieden mit der Partie. Gründlich nachgedacht und keine schnellen Züge heben die Qualität der eigenen Züge deutlich an.

20. Briesener Open – Alle weg

140 Spieler haben sich im beschaulichen Briesen zum 20. Briesener Open eingefunden. Das ist umso erstaunlicher, da Briesen in Richtung Berlin von der Autobahn abgeschnitten ist. Seit 12 Jahren ist das Schachkid in der Gegend. Und jedes Jahr wird ewig an der A12 gebaut. So eine Autobahn muss doch mal fertig werden. Wenn Unternehmen so „effizient“ arbeiten würden wie Behörden, die Autobahnbaustellen planen…

140 Spieler, aber erstaunlich viele Stammspieler fehlen. Viele Briesener, aber auch sonstige Spieler, die eigentlich zum Inventar gehören.

Das Startgeld ist in diesem Jahr für Erwachsene um 10 € aufgrund gestiegener Kosten höher. U.a. prüft die Gemeinde eine Erhöhung der Hallenmiete. Was gar zum Haus des beliebten Opens führen könnte, wie es am 18.4.2018 in der Märkischen Oderzeitung zu lesen war.

Das Wetter hat dafür ein Einsehen und unterbricht für drei Tage pünktlich zum Freitag die seit Wochen andauernde Hitzewelle, um diese erst nach dem Briesener Open am Montag fortzusetzen.

Natürlich gleich in der 1. Runde trifft das Schachkid mit Lothar Bindernagel auf einen ehemaligen Mannschaftskameraden.

In der Eröffnung geht es gemählich zu. Mit 9. Sxe7 kann Weiß das Läuferpaar von Schwarz spalten. 11. Lxf6 sollte Schwarz nict zulassen, da der Königsflügel dann schon fast strukturell in Trümmern liegt. Aber Schwarz verteidigt hartnäckig. Weiß wird ungeduldig, denkt nicht nach und zieht schnell 21. e5. Schwarz gewinnt den Bauern f5 und der weiße Angrff ist Geschichte.

Nun entwickelt sich ein Manövrieren auf beiden Seiten. Es wird abgetauscht. Letzentlich bringt die Entscheidung die Besetzung der e-Linie durch Weiß und den Gewinn eines Bauern mit 38. Txa7, den Schwarz gar nicht recht verhindern kann. 47. … d4 ist dann noch ein Fehler, wie sie  am Ende von Partien eben häifig passieren.

Der Auftakt hätte auch schief gehen können. Schön, mit dem ehemaligen netten Schuldirektor mal wieder die Klingen gekreuzt zu haben.

24. Rehberge – Open 2018

Der Tiarks und das Schachkid sind beim 24.Rehberge-Open in Berlin. Hier war das Schachkid noch nie.

Das Turnier eröffnet den Turnierreigen des Berliner Schnellschach-Grand-Prix. Es ist Ferienzeit, es ist sehr warm. Es geht erst um 13.00 Uhr los bis 21.00 mit 11 Runden. An diesen Umständen mag es liegen, dass es für Berliner Verhältnisse wenig Teilnehmer und wenig Titelträger sind. Trotzdem ist es stark besetzt. Der Tiarks ist auf 11, das Schachkid auf 38 gesetzt.

Das Spiellokal liegt in einem sehr rustikalen Bezirk. Ebenso rustikal ist die Wirtin mit dem Charme eines Flintenweibs. Im Spiellokal stehen Schilder, die den Verzehr von mitgebrachten Speisen und Getränken verbieten. Die Wirtin hat sich gleich jemanden erspäht, der eigenes Wasser trinkt und droht mit Rausschmiss.

Tiarks und Schachkid bestellen Brötchen. Die Zubereitung dauert stolze 15 Minuten. Das Schachkid guckt die Wirtin kritisch an. Diese rennt in die Küche und meint dann, die Brötchen hätten erst gebacken werden müssen. Komischerweise sind sie kalt. Merkwürdige schnoddrige Vereinsgastronomie, typisch Berlin. Aber es ist natürlich top und Luxus, als Schachverein ein durchaus schönes Spiellokal mit vielen Räumen und Bewirtung zu haben.

Mit den Brötchen überbrückt man die Wartezeit. 13.00 Uhr soll Beginn sein, 13.20 Uhr geht es los. Schachturniere sind wie Konzerte, gehen nie pünktlich los.

Erste Runde, das Schachkid muss fast gegen den Tiarks spielen. Aber man sitzt dann doch nebeneinander. Die Uhren findet der Tiarks nicht gut. Er punktet trotzdem. Die Uhren sind analog und tatsächlich sehr niedlich, nix für dicke Finger. Was aber keine Ausrede für das Schachkid sein soll, der beim abtauschen den Überblick und dann einen Bauern verliert. Dann im Endspiel keine Tempi mehr, ein sicherer Punkt für den Gegner.

Zweite Runde, ein kleines Nachwuchstalent von Zugzwang zieht die Bauern noch rückwärts, was sich sicher bald ändern wird. Punkt, das Schachkid gönnt sich einen Streuselkuchen.

Der Tiarks kommt und ist sehr empört. Zwei Bauern mehr aber die Leichtfigur stehen lassen. Die Wärme setzt ihn zu. Die heutige Jugend ist nicht sehr robust. An Tagen wie diesen ist alles möglich.

Der Tiarks schleppt ein Glas Wasser an und hat eine Zitronenscheibe drin. Das Schachkid hat in sein Wasser keine Scheibe bekommen. Vermutlich liest die Wirtin diesen Blog und übt so Rache.

Dritte Runde, eine 1980. Das Schachkid kennt den Gegner schon. Der mufft immer etwas und wäscht sich nach dem Toilettengang nicht die Hände, wie das Schachkid bei anderen Turnieren beobachtet hat. Dem mag das Schachkid gar nicht die Hand geben. Der Gegner gewinnt schnell die Qualität. Das Schachkid gibt auf und geht sich im Keller die Hände waschen.

Tiarks grummelt vor sich hin. Er hat gegen eine 1700 verloren und wirkt nun ein wenig angespannt.

Die Wirtin führt ein strenges Regiment. Der Koch wird in der Küche zusammengefaltet, weil das abgewaschene Besteck rumsteht. Der Turnierveranstalter, ein Senior ca. Mitte 70, wird angeblafft, dass er den Raum nebenan in Ordnung bringen solle. Das müsse man doch nicht erst um 22.00 Uhr Ordnung schaffen. Und er habe doch tausend junge Leute da. Der Senior schlürft und baut die Schachbretter ab. Frank Hoppe schaut betroffen drein.

Der Tjarks hat endlich mal gewonnen. Er spielt gegen Mann mit Hund. Zitat „Für 1600 reicht es gerade noch.“ und atmet schwer. Das Schachkid hat nun eine 1000, der übliche Fahrstuhleffekt in so einem Turner. Ein Punkt und gleichauf mit Tiarks.

Auslosung der fünften Runde. Zwei Senioren am Aushang. Senior 1: „Ich krieg nur starke Gegner, Sauerei.“ Senior 2: „Die sind alle stärker als Du.“ Senior 1: „Außer Du.“

Nun macht das Schachkid kurzen Prozess mit der 1900, und gibt nach 2 Minuten auf. Es ist zu warm und das Schachkid stellt alles hin. An der Bar angekommen ordert das Schachkid Eis. Ein zweiter Spieler will Bier und tut kund, dass er 18 Kilo abgenommen hat. Das Schachkid fragt interessiert nach, ob die Haut denn mitgegangen ist. Der Kollege knöpft das Hemd auf und demonstriert seine Brüste. Tatsächlich alles straff.

Der Tiarks kommt schnaufend und hat gewonnen. Ansonsten schwitzt er still vor sich hin.

Das Schachkid überrennt gerade seinen Gegner, den Mann mit dem straffen Busen von eben. Der Tiarks kommt angeschlurft und schaut das Schachkid hungrig an. Das Schachkid stellt den Läufer hin. Der Gegner, eingeschüchtert ob der Überlegenheit der beiden Potsdamer am Brett, bietet Remis.

Der Tiarks hat gegen des Schachkids Gegner aus der dritten Runde gewonnen. Das Schachkid gibt einen Hinweis. Der Tiarks eilt in den Keller zur Toilette und desinfiziert sich die Hände.

Pause nach der 6. Runde. Der Tiarks geht sich Döner suchen. Schlange an der Theke des Spiellokals. Die Wirtin schnauzt die Gäste an. Fünf Spieler in der Schlange entscheiden sich spontan, woanders zu essen.

15 Minuten später. Die Gäste müssen lange auf Ihr Essen warten. Die Wirtin lamentiert, sie habe nix von der Pause gewusst. Zitat „wenn die Vollpfosten da drinnen ihr nix sagen.“ Gemeint ist damit die Turnierleitung. Das Schachkid möchte an dieser Stelle dem Schachverein Rehberge empfehlen, sich ein anderes Spiellokal zu suchen.

Die Wirtin kommt aus der Küche. Der Hund vom Senior flüchtet. Die Wirtin schaut sich suchend um und keift „Der Hund muss mal aus dem Weg.“

Siebte Runde. Der Tiarks hat es endlich den oberen Raum der achten Bretter geschafft, schiebt aber Remis. Nächste Runde hockt er wieder beim Pöbel, quasi in des Schachkids Nähe. Dieses hat endlich mal einen Gegner schön überrannt, der sogar ein wenig stärker war.

Es ist zu warm. Das Schachkid hat keine Lust, über die Runde zu schreiben. Der Tiarks saß zwar nochmals oben, stellt aber den Turm ein. Nächste Runde also wieder Pöbel. Das Schachkid stellt den Bauern ein, gewinnt ihn wieder und noch einen Läufer. Leider sind keine Bauern mehr da, also Remis.

Neunte Runde, Erschöpfung macht sich breit. Der Tiarks sorgt für ein sehenswertes Matt und darf in der nächsten Runde wieder oben bei den Großen spielen. Am Brett 16 angekommen wartet eine 1990 auf das Schachkid. Er denkt lange nach, aber die Denkpausen lohnen sich. Er hat ganz klar das bessere positionelle Verständnis und schiebt das Schachkid langsam Zug um Zug zusammen.

Der Senior mit dem Hund hat offenbar eine Figur eingestellt. Jedenfalls verkündet er lauthals, dass er nun die Nase voll hat und nach Hause geht. Tatsächlich ist er in der nächsten Runde nicht mehr da. Die Wirtin lärmt wieder im Hintergrund rum. Offenbar geht ein Gast vor der Bar auf und ab. Die Wirtin pfeift ihn zusammen. Es sei ihr Laden. Entweder setze er sich hin oder sie würde ihn rausschmeißen. Das Schachkid ist sich nicht ganz sicher, ob diese dralle Gastronomin ihren Beruf richtig verstanden hat.

In der 10. Runde spielt das Schachkid gegen einen Indianer. Langsame und bedächtige Bewegungen, man merkt ihm seine Überlegenheit an. Der Tiarks hat gewonnen, freut sich, kommt langsam in Fahrt und darf auch in der letzten Runde oben spielen.

Das Losglück meint es gut mit dem Schachkid. Ein Jugendlicher mit einer zarten 1200 leistet keinen Widerstand und wird schnell umgehauen. Nächstes Jahr wird er sich bestimmt rächen. Der Tjarks bekommt mit einer 2145 nochmal einen dicken Brocken vorgesetzt. Aber er hat sich nach 10 Runden warm gespielt und gewinnt das Ding. Dumm nur, dass das Turnier jetzt zu Ende ist. Ein versöhnliches Ende.

5 aus 11 sind für die Wärme und die relativ starke Besetzung Gang in Ordnung, wenn die Partien auch qualitativ nicht doll waren. Der Tiarks hatte in den letzten Runden einen Lauf und gewinnt auf Platz 7 noch einen Preis, ein versöhnliches Ende.

Das Turnier war gut organisiert, der gastgebende Verein eine nette Truppe. Und die ungastliche Wirtin bot einen hohen Unterhaltungswert.

 

 

 

 

 

 

 

 

10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Die Machtdemonstation des Schachwizard

10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Limonchello voraus

10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Biertümpel-Freddie – A Star was born

Der Urlaub neigt sich langsam dem Ende, was etwas schade ist. Aber das Schachkid freut sich durchaus schon etwas auf den Alltag, was für etwas Erholung spricht. Gerade kommt beim Schreiben dieser Zeilen eine Omi im Bikini vorbei, was sich wirklich nicht gehört.

Das Schachkid wollte sich soviel auf der Insel angucken. Aber es ist so warm. Und vielleicht hat der Lucky ja recht. Vielleicht entspannt man ja wirklich am besten, wenn man nichts macht. Der Superdave macht auch nix und soll eigentlich losfliegen. Erfreulicherweise kann er dazu bewegt werden zu bleiben, was die Brisanz dieses Urlaubs deutlich aufwertet. Das Schachkid glaubt, das sei ein Lob für den Superdave, aber die Formulierung klingt auch sehr schön.

Maan fährt einkaufen in den Supermarkt. Man nutzt die Gelegenheit, den Superdave, auch bekannt als „Der Psychater!“ zu einer Inselrundfahrt zu entführen. Zweieinhalb Stunden später hat man den Supermarkt immer noch ncith gefunden, aber wirklich fast jede Ecke der Insel erkundet. Außer den heißen Quellen natürlich…

Das Schachkid hat vom Trainer ein Remisverbot bekommen und verliert. Aber nicht wegen des Verbots. Sondern wegen des völlig sinnnlosen 18. … Sxe5. Das Schachkid hat berechnet, die Leichtfigur wieder zu bekommen. Das Schachkid hat zwar die Drohung d7 gesehen, glaubte aber, durch ein Zwischenschach ein Tempo zu gewinnen, um die Drohung abzuwehren. Das bringt natürlich nix. Und den starken Zug 22. … Dxf8 hatte das Schachkid gar nicht gesehen. Aber auch vorher steht das Schachkid sehr beengt. Den 4-Bauern-Angriff kann das Schachkid noch nicht. Vielleicht ist auch 13. … Dxa4 besser. Wobei auch danach kein rechter schwarzer Plan zu sehen ist. So kommt Schwarz zu Sd6 und kann dort einen starken Freibauern bildern.

Der Schachwizard schiebt ein taktisches Remis nach dem anderen ein, ist aber trotzdem Elo-mäßig im Plus, was für seine Taktik und das starke Teilnehmerfeld spricht. Während der Lucky auch zum dritten Mal in Folge remisiert, was aber nicht verwunderlich ist, da er schon wieder nach 10 Zügen 3 Leichtfiguren abgetauscht hat. Das entspricht eigentlich nicht seinem Spielstil.

Das Hotel hat auch ein typisches Klischee zu bieten. Gleich am ersten Abend, als die Reisegruppe dem Skatspiel frönt, wankt ein italienscher verzottelter FM herbei und zeigt den Hitlergruß. Dann setzt er sich zu der Reisegruppe und beginnt sogleich eine Diskussionn zur Geschicht Deutschlands. Er erzählt etwas von einer Nacht der langen Messer, wo die SS die SA oder andersrum um die Ecke gebracht hat. Das Schachkid reagiert etwas ungehalten, hat nun wirklich keine Lust, über Geschichte zu diskutieren. Verpasst aber die günstige Gelegenheit, den Italiener auf Mussolini anzusprechen.

Belgien gewinnt derweil, Uruquay glänz nicht gerade. Das Schachkid nickt gewohnheitsmäßi in der Lobby ein.

10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Superdave in Action

Die Überschrift macht hier keinen Sinn. Aber da der Superdave immer so bescheiden ist und nicht gelobt werden möchte, muss ihm das Schachkid mal eine eigene Überschrift widmen.

Das  Schachkid will erstmal einkaufen fahren. Unterwäsche und Strümpfe müssen her. Noch kurz dem Lucky und dem Schachwizard beim Blitzen zugeschaut, der Supedave auf dem Weg zum Strand stößt dazu. Ab nach Furio. Der nächst gelegene Ort hat einige Läden. Einen Parkplatz zu finden, ist eine Kunst. Rückwärts einparken auf einer Hauptstraße erst recht. Wer in Italien Auto fahren kann, kann dies überall.

Die Läden haben alles mögliche, nur keine Unterwäsche. Das Schachkid erklärt der Verkäuferin wortreich, dass es gerne Boxershorts haben will. Diese packt eine kurze Hose für den Strand aus. Im Laden sitzen kleine Kinder auf dem Boden und essen Chips, die sie wiederum vom Boden aufsammeln. Auf der Suche nach Schlüpfer wird das Schachkid auf das mysteriöse „Centro“ verwiesen. Diesen Hinweis sollte das Schachkid noch viermal erhalten.

Der nächste Laden sieht aus wie ein Vietmanesenbasar, nur schlimmer. Der Verkäufer hockt vor dem Laden, raucht, kann kein Englisch und bläst dem Schachkid Rauch ins Gesicht. Auf zum nächsten Laden. Hier steht hinter dem Tresen eine Omi mit Sonnenbrille. Als das Schachkid hinein kommt, geht sie erstmal nach hinten aufs Klo. Das Schachkid wartet 5 Minuten, die Omi, immer noch mit dunkler Sonnenbrille auf der Nase kommt wieder, drückt sich am Schachkid vorbei und und hockt sich in einen Sessel. Ansonsten schweigt sie und guckt stur gerade aus. Das Schachkid überlegt kurz, ob sie noch lebt. Nach weiteren zwei Minuten Warten, die Omi macht weiterhin keine Bewegung, fragt das Schachkid zaghaft an, ob sie hier bediene. Die Omi verzieht das Gesicht, gibt mürrisch etwas von sich. Das Schachkid geht.

Im nächsten Laden, hier ist offenbar das mysteriöse Centro, gibt es endlich Schlüpfer. Nun ein Eis. Das Schachkid steht wieder irgendwo 5 Minuten rum, bis mal einer an die Theke kommt. Die Frau kriegt erst die Theke nicht auf, dann schaut sie auf das Thermometer und schimpft. Das Schachkid will eine Waffel haben, wird aber ignoriert. Der Chef wird geholt, der rupft auch an der Eistheke rum. Endlich offen, das Schachkid kriegt einen Pappbecher mit Eissoße. Offenbar ist es in der Theke zu warm. Das Schachkid lehnt dankend ab und geht, was die Italienerin etwas zum Zetern bringt.

Auf zu den heißen Quellen. Die Einbahnstraße dahin ist offenbar keine, jedenfalls gibt es heute Gegenverkehr. Problem dabei, in die Straße passen nur zwei Autos nacheinander aber nicht nebeneinander. Die Italienerin gibt nicht nach. Das Schachkid bugsiert den BMW 300m im Rückwärtsgang den Berg hinauf, ehe sich eine kleine Stelle findet, wo man halbwegs vorbei fahren kann.

Die heißen Quellen liegen in einer hübschen kleinen Badebucht mit imposanten Steilwänden.  Sehr romantisch und idyllisch…

Aber zurück ins Hotel – der Superdave ist noch nicht weit gekommen und hockt immer noch beim Blitzen. Wahre Schachfans eben.

Heute wieder ein Italiener. Zur Partie muss nicht viel gesagt werden. Hauptvarinte im Caro-Kann, Schwarz rochiert allerdings kurz. Weiß muss nur seine Bauern nach vorne werfen. Schwarz kann sich kaum gegen diesen Angriff wehren. Aus die Maus…

Lucky tauscht wieder fleißg Figuren ab und remisiert. Gegen den jungen Gegner aus Lettland ist das aber vielleicht nicht schlecht, spielen doch diese Kinder oft stärker als Ihre Zahl. Der Schachwizard hat den Freund der WFM als Gegner. Diese hat ihn bestimmt vorbereitet. Also doch ein schnelles Remis heute für den Schachwizard.

Nach den 10. Zug schlurft das Schachkid erstmal zur Hotelbar und trinkt einen Espresso. Der schnieke Kellner ist da, ein Italiener  aus dem Bilderbuch, ursprünglich und rassig. Er freut sich, dass das Schachkid da ist und gibt Espresso und Praline aus.

Das Hotel hat auch sonst kurioses zu bieten. Die Hotelchefs sind Zwillinge und wiegen deutlich über 150 kg. Der Laden ist ein Familienbetrieb. Die Töchter sind auch Zwillinge. Ein Zwilling arbeitet an der Bar und sagt so schön „Ciao“, das das Schachkid diese gleich heiraten würde.Eine der beiden Hauskatzen liegt stets in der Lobby auf einen Stuhl rum und döst. Die Katze wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit vom Schachkid überfallen und mit Streicheleinheiten versehen. Der Frühstückskellner soll nicht unerwähnt bleiben.

Abends nach dem Italiene noch ein Bier in der Hotelbar. Das Schachkid schlummert gegen 23.30 Uhr friedlich vor sich hin, als die besoffenen angeheirateten Russinnen aus Schweden mit ihren Nachwuchs wieder auftauchen. Die Russin, vermutlich aus Kasachstan dem Gesicht nach zu urteilen, regt sich auf, das die Bar nicht mit Personal besetzt ist. Das Schachkid wird lautstark geweckt. Bei lärmenden Russinnen wird das Schachkid grundsätzlich sauer. Es sieht sich genötigt, die Russinnen zur Ruhe aufzufordern, was nicht viel bringt, da sie „Silencio“ nicht verstehen. Na ja, geht das Schachkid eben ins Bett.