Archiv für die Kategorie „Schach-Open“

26. Erfurter Schachfestival – Gänsekeule zum Synthesizer

Das Schachkid wird wach und wühlt sich gestresst und noch nicht im Turniermodus angekommen. Manchmal dauert das irgendwie ein paar Runden.

Heuer betätigt sich das Schachkid wissenschaftlich und nimmt an einer Studie des mitspielenden Theo Gungl teil. Dieser erforscht gemeinsam mit der TU Dresden, wie Schachspieler unter Stress stehen. Dazu gilt es, den Stresshormonspiegel zu messen. Also wird vor und nach jeder Partie eine Speichelprobe genommen und ein kleiner Fragebogen ausgefüllt. Da ist das Schachkid auf das Ergebnis gespannt.

Heute mal eine Schachspielerin. Das Schachkid glaubt an einen Gewinn, ist innerlich aber noch nicht so recht angekommen. So wird auch gespielt.

10. … Sxe4, wo kam der jetzt her? Das Schachkid schaut überrascht seinem Bauern hinterher. Die Gegnerin verzieht keine Miene. Wie nun weiter? Schwarz hat einen Mehrbauern, aber eine rückständige Entwicklung. Vielleicht sollte man nun auf Angriff spielen. Oder Weiß verfolgt einen etwas sicheren Plan und sollte auf die offene B-Linie spielen in der Hoffung, den Bauern zurück zu gewinnen. Weiß macht weder das eine oder andere, sondern opfert irrsinnig auf e6 und hat danach eigentlich nichts rechtes in der Hand.

Beim Schachkid vibriert es.  Das Schachkid trägt seit neuestem einen Fitnesstracker am Arm spazieren. Dieses Teil misst den Puls, die Schrittzahl und weiß der Geier was alles. Das Teil soll beim Abnehmen helfen und erinnert daran, dass man doch 250 Schritte innerhalb einer Stunde sich bewegen solle. Das Schachkid steht also auf und läuft im Foyer mehrere Runden. Die Stellung wird nicht besser.

Das Schachkid gewinn den Bauern mit 21. Dxg7 zurück. Die Gegnerin denkt angestrengt nach, beim Schachkid vibrierts schon wieder. Also wieder aufstehen und bewegen. Zurück am Brett hat die Gegnerin erfolgreich nachgedacht und hackt kurzerhand auf g2 rein. Den Todesstoß gibt es mit dem schönen letzten Zug von Schwarz.

Das Schachkid gibt auf. Die Gegnerin tröstet und merkt an, das Schachkid solle sich nicht grämen. Sie habe vor zwei Wochen eine 1800 umgehauen. Na toll, das tröstet jetzt auch nicht. Aber gut hat sie gespielt, die Marlies.

So geht es nicht weiter. Erstmal eine Gänsekeule im Hotel futtern, während aus der Decke leichte Synthesizerklänge erklingen. Entspannnungsmusik und Essen kann das Hotel. Danach bewegt sich das Schachkid zur Thaimassage. Kein Termin frei. Also ab zum Teegut. Hier gibt es Wasser aus Norwegen in styischen Flaschen zum aberwitzigen Preis von 2,- € der halbe Liter. Das Schachkid liebt die schönen Dinge und greift probehalber zu.

Zeit, um den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Der ist auch nicht mehr das, was er letztes Jahr war. Viel weniger Buden und macht schon morgen zu, statt bis zum 30. offen zu haben. Das Schachkid begibt sich zu dem Stand mit den Nüssen, um die geliebten Lebkuchen und Wasabinüsse zu kaufen. Der Verkäufer sieht das Schachkid herantreten, guckt und beginnt wortlos, Wasabinüsse in eien Tüte zu schaufeln. Offensichtlich ist das Schachkid schon bekannt.

Ab an die Bar. Die macht laut Schild erst um 15.00 Uhr auf. Der Kellner erscheint dann auch pünktlich um 15.15 Uhr. Das Schachkid ist experimentierfreudig und bestellt erneut einen großen Kaffee. Und tatsächlich, es wird einer gebracht, mit allerlei Gedöns drumherum. Für den Kuchen braucht der Kellner geschlagene 25 Minuten. An dem Punkt muss das Hotel echt noch arbeiten.

Auf dem Weg zur Partie fährt das Schachkid Fahrstuhl mit einem Rollifahrer. Dieser erzählt, dass er seit 15 Jahren im Rollstuhl sitzt aufgrund eines unverschuldeten Unfalls. Ein besoffener Autofahrer sei in ihm rein gefahren und habe dafür nur kurz im Gefängnis gesessen. Das Schachkid ist dankbar und regt sich im Grunde genommen nicht ernsthaft über lahme Kellner auf.

Mit Udo Vetter wartet ein alter Bekannter. Der Sömmerdaer spielst seit vielen Jahren das Erfurter Open mit. Und doch sieht man sich das erste Mal am Brett.

Man spielt so vor sich hin. Weiß bietet mehrfach Remis an. Das Schachkid hat keine Lust auf Remis, das Skatturnier geht erst um 21.30 Uhr los, die Happy Hour an der Bar erst um 20.00 Uhr.Das norwegische Wasser schmeckt nicht. Thüringer Waldquell aus des Schachkids Heimatstadt Schmalkalden tut es auch.

Im 20. Zug fällt die Vorentscheidung. Weiß muss die Dame gegen zwei Leichtfiguren geben. Weiß wird nervös und schnupft aufgeregt Schnupftabak. Wieso muss man zum Rauchen vor die Tür und am Schachbrett darf geschnupft werden? Ein weiteres Mysterium auf dieser Welt.

Nun sollte es zügig gewonnen sein. Schwarz spielt daher auch zügig, um sich nach 31. Ld5 verwundert die Augen zu reiben. Da ist die Dame wieder weg. Statt das Schwarz einfach mal mit dem Zurm auf a2 schlägt und den Läufer auf g2 gewinnt, was seit zig Zügen geht.

Das Schachkid hat Glück. Es geht eine kleine Kombi. Das Schachkid verbleibt mit einem Mehrbauern, der Rest ist Technik, wie man so sagt, da Weiß das Endspiel sehr passiv spielt.

Happy Hour, das Schachkid sitzt schon wieder an der Bar. Das Personal hat gewechselt. Nun läuft es rund. Die Cocktails sind zügig da und ziemlich lecker, das Hotel punktet. In der genmütlichen Lobby findet das Skatturnier statt. 2×12 Spiele gib es, jeweils an verschiedenen Tischen. Das Schachkid wird mit 248 Punken an seinen Tisch zweiter. Am Nachbartisch schwebt der Vorjahressieger Mario Geißhirt schon in anderen Regionen. Dies konnte auch der Skatfreund nicht verhindern, der im Strandoutfit mit Sonnenbrille ein Pokerface mimt.

Ein Bier, Pommes und ein neuer Tisch, es läuft nix mehr. Das Schachkid bekommt nur Murks auf die Hand und geht sogar mit einem Minus vom Tisch.  Das er nicht nur Schach spielen kann, bewies der Bundesbernd. Der Bundesnachwuchstrainer gewann das Skatturnier und löste den Beitunger Seriensieger Marco Geißhirt ab. Dieser schwor Rache für das am Donnerstag statt findene Doppelkopfturnier.

26. Erfurter Schachfestival – Prost!

Das Schachkid ist in Erfurt angekommen.Das Schachhotel hat eine Macke. Es wird im nächsten Leben Hoteltester werden. Denn es meckert immer am Hotel rum, obwohl es im Grunde genommen total ok ist. So auch hier. Das Schachkid findet es im Grunde genommen sehr angenehm, meckert aber erstmal wieder rum.

Diesmal ein Zimmer in der 4. Etage. Das Schachkid will höher hinaus, wozu hat das Hotel schließlich 17. Etagen. Der Rezeptionist entgegnet, das Schachkid sei ein treuer Kunde und habe deshalb ein Zimmer einer höheren Kategorie erhalten. Da ist das Schachkid ja mal gespannt. Und in der Tat… Hatte in den einfachen Zimmern Dusche und WC eine gemeinsame Tür eines Bades mit 1,5 m² hat das Bad nun gefühlt 2 m² und für Dusche und WC eine separate Tür. Eine Kofferablage ist nirgends zu sehen. Das Kingsizebett rettet das Zimmer.  Im Grunde genommen, ganz nett… Die Ruhe und die Aussicht auf dem Dom.

Das Schachkid begibt sich in  die Bar, um entspannt zu lesen. Das Hotel und eine nervende Erfurterin wissen das zu verhindern. Das Hotel hat umgeräumt. Die gemütliche Ecke mit den Sesseln an der Bar gibt es nicht mehr. Die steht jetzt fast in der Lobby. Dort hat sich eine feiernde Erfurter Runde breit gemacht. Dort brüllt eine angeheiterte Mitdreißigerin das Foyer zusammen. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn sie nicht extrem sächseln würde und eine derart quitische Stimmlage hätte, dass im Vergleich Verona Feldbusch als Opernsängerin durchgehen würde.

Das Schachkid setzt sich zu einer Omi und bestellt einen Pot Kaffee (=große Tasse) mit Stollen. Die Omi beschwert sich beim Schachkid über die geringe Größe des Apfelkuchens, die dem Preis absolut nicht angemesssen sei. Der Kellner bringt eine kleine Tasse Kaffee. Der Schubi informiert aus der Ferne, dass das Schachkid bereits zum 10. Mal vor Ort sein.

Die Omi geht, eine neue Omi kommt zum Tisch des Schachkids. Das Schachkid hofft, dass sich der Kellner nur verhört hat und bestellt nun explizit eine große Tasse Kaffee. Die Omi ist genervt, verdreht erst die Augen und dann sich zur sächselnden und quitschenden Erfurterin am Tisch 5 m weiter. Der Kellner bringt erneut eine kleine Tasse Kaffee. Das Schachkid fragt nach. Eine große Tasse gäbe es nicht, auch keine Alternative, sagt der Kellner. Das Schachkid ist verwundert. Ein Hotel mit vier Sternen, dass es nicht fertig bringt, eine große Tasse Kaffee zu servieren. Genau die hat das Schachkid die letzten 9 Jahre am gleichen Ort getrunken. Am Nebentisch bestellt jemand ein Kännchen Kaffee.

Die Omi geht, zwei ältere Herren kommen. Diese beschließen, sich vor der Runde vorzubereiten, am besten mit zwei Bier. Das Schachid schließt sich mit einem böhmischen Schwarzbier an. Der Kellner braucht bei drei besetzten Tischen 20 Minuten, das Bier zu bringen. Das Schachkid nutzt die Wartezeit und bestellt ein Probeabo der Men’s Health, der Lifesstyle-Zeitschrift für den Mann von heute.

Die Eröffnung verläuft in gewohnter Weise. Musik von „Herr der Ringe“ oder was ähnlich epochales zum Auftakt. Das Schachkid muss sich dringend nach dem Soundtrack erkundigen. Der Hoteldirektor fasst sich kurz und launig. Der smarte Turnierorganisator Daniel Wanzek haut gleich wieder Preise raus und wirkt auch sonst wie ein Typ, den sich jede Schwiegermutter sofort daheim unters Sofa legen würde oder gleich selber der Schwiegertochter ausspannnen würde. Er stellt sein buntes Schiriteam vor. Michael Nagler aus Sachsen ist da. Den trifft das Schachkid alle zwei Monate auf einem Open. Exilbrandenburger müssen zusammen halten. Der Bundesbernd (aka Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler) ist auch da. Bundesbernd ist ein Spitzname, der dem armen Nachwuchstrainer von U.W. aus B. verpasst wurde. Dieser ist neuerdings Gastwirt und betreibt in den Thüringer Bergen eine Bergbaude, wie das Schachkid aus sicherer Quelle erfuhr.

Raphael Petri ist der Meinung, er habe schon mal gegen das Schachkid gespielt. Er hatte recht, beim Ramada-Cup in Köln-Brühl hatte das das Schachkid 2015 verloren. Seitdem hat sich das Schachkid stark verbessert, Raphael allerdings auch. Diese Partie ist merkwürdig. Weiß eröffnet mit g3, das Schachkid versucht, ins Königsindische zu lenken. Und unterschätzt dann doch den weißen Angriff am Damenflügel. 12. … Sb6 darf angezweifelt werden, 12. … Sc5 wäre es gewesen. Nach 15. … b6 spielen Springer und Turm von Schwarz erstmal nicht mehr mit. Ab dem 26. Zug hat das Schachkid nun Qualität und zwei Bauern mehr. Aber wie würde Niclas Huschenbeth in einen seiner tollen Videos auf Youtube sagen, Weiß hat genug Kompensation. Hier das Läuferpaar und Angriff auf den schwachen weißen König. Das Schachkid hilft mit 27. … Te7 noch tatkräftig mit. Danach kann Schwarz aufgeben.

26. Erfurter Schachfestival

Das 26. Erfurter Schachfestival naht – höchste Zeit, diesen Blog wieder mit Leben zu füllen. Das Jahr ist vorbei und war ziemlich stürmisch, mit Höhen und Tiefen. Wobei das Schachkid schachlich mit 1752 DWZ auf einem neuen Allzeithoch ist. Das Training verläuft trotzdem unbefriedigend. Von seinem Ziel, 60 Minuten pro Tag zu trainineren, ist das Schachkid weit entfernt. Es gibt eben doch noch andere Dinge im Leben. Immerhin 2-3 Stunden schafft das Schachkid pro Woche, das allerdings trainerlos. Beide vermisst das Schachkid sehr, aber aus unterschiedlichen Gründen ist eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich. Interessierte Trainer mögen sich daher gerne melden. Das Eröffnungsrepertoire bleibt eine Baustelle.

Durch widrige Umstände hat das Schachkid den USV Potsdam verlassen. Interessierten Potsdamern kann das Schachkid den Verein empfehlen, nette Leute da. Nur das Vereinsleben könnte mehr Schwung vertragen. Potsdam ist als Stadt auch zu empfehlen, zum Leben und Anschauen. Aber das ist ein anderes Thema.

Mittlerweile hat das Schachkid beim Berliner Verein  Queer-Springer SSV eine neue Heimat gefunden.  Ein aktives Vereinsleben gibt es da, Weihnachtsfeier mit Feuerzangenbowle inclusive. Das Schachkid hat es auch schon geschafft, sich der Vereinsvorsitzenden vor die Füße zu werfen, wenn auch unfreiwillig. Das Schachkid ist gestolpert.

Nun steht das 26. Erfurter Schachfestival  an. Dieses Mal das erste Mal seit Jahren ohne Schubi, der die Zeit nutzt, die Familie zu besuchen. Richtig so, Schach ist nicht alles.

Das Schachkid freut sich auf erholsame Tage und wird die Zeit nutzen, um Pläne für das neue Jahr zu schmieden nach dem doch sehr intensiven 2016, das viele Veränderungen mit sich brachte. Vieles gilt es, neu zu bewerten. Da ist das Open doch mehr Zertreuung nebenbei…

Das Schachkid möchte noch auf das Internationale Spandauer Weihnachtsopen hinweisen.  Hier spielen neben vielen Potsdamern auch der gewaltige Briesener Dave Möwisch mit, der seinereit unterhaltsames auf den Seiten des SV Briesen schreiben wird.

Briesener Sommeropen

Der Schachwizard packte am 10. Juli 2016 seine beiden Schüler ins Auto, das Schachkid und den Junior, um sich nach Jacobsdorf zum Schachopen zu begeben. Der SV Briesen hatte zum dreirundigen Sommeropen eingeladen. Für den Junior war es das erste Turnier. Ganz aufgeregt war er.

Frühs um sieben geht es los. Man muss sein Hobby schon mögen, um so früh unterwegs zu sein. Auf der Rückbank wird über Fußball gefachsimpelt. Der Junior ist ein großer Fan und hat Ahnung, während der Schachwizard Kaffeeduft verbreitet. Das Schachkid am Lenkrad nimmt Witterung auf.

Die Polen kontrollieren wieder an der Grenze. 20 km Stau. Die warnenden Schilder hat das Schachkid vorher ignoriert. Hätten ja auch vom Vortag sein können. Waren sie aber nicht. Zeit, um kreativ zu werden. Das Schachkid brettert über den Standstreifen und zeigt anschließend den Potsdamern auf der Rückbank exklusiv das schöne Briesen.

Das Schachkid wurde sogleich gegen Dave Möwisch gelost. Das Schachkid staffiert sich aus und löst eine Wette ein. Ein Turnier lang Hut und Brille tragen.

Angstvolle Blicke von Kindern. Der Schiri will das Schachkid nullen. Die Oberchefin erkennt im Schachkid einen Clown und will selbigen zu den Kindern stecken.

Dave ist ein Kumpel und beweist Humor. Man einigt sich auf diese Runde, dann legt das Schachkid ab.

Rache für Guben, da wurde das Schachkid von seinen Vereinskameraden ungenietet. Dave spielt Caro-Cann. Das Schachkid überlegt im 3. Zug 5 Minuten lang. Blackout, Züge vergessen. Dave spielt merkwürdig, verliert eine Leichtfigur, um danach umso druckvoller anzugreifen. Allein das Mehrmaterial entscheidet für das Schachkid.

Der bekennende Schachspieler Sebastian Schrodt meinte zum Schachkid, er habe gestern mit seinen Kindern opfern geübt. Das habe ihm zur Erkenntnis geführt, dass er das heute auch mal machen könne. Gesagt getan, dass war es mit der Stellung vom Schachwizard.

Am Nebenbrett gibt es Stress. Weiß gewinnt und staucht dann den Gegner zusammen, dass dieser absichtlich mit dem Kuli geklackert habe. Der kleine Gegner ist ganz verschreckt.

Jens aus Berlin und der Lockabob sind auch da, leider nicht in der Gruppe vom Schachkid. Schade, das hätte lustig werden können.

In der zweiten Runde bekommt das Schachkid es mit dem Fürstenwalder Tobias Lenz zu tun. Dieser pflegt ein eher ruhiges positionell geprägtes Spiel. Diesmal spielt er die Eröffnung aber komisch. Der Königsflügel bleibt unentwickelt. Entwickelte Figuren machen nix. Trotzdem sieht das Schachkid nix, opfert scheinbar die Qualität und versucht, Chaos zu stiften. Das Schachkid bietet zweimal Remis an, der Fürstenwalder will es lieber ausspielen. Argument: Remis bringt ihm spielerisch nix. Da hat er im Grunde genommen recht.

Der Schachwizard spielt gegen denn Viadriner Noack. Dieser teilt dem Schachkid an der Theke freudig mit, er stehe auf Gewinn. Sieht wirklich auf den ersten Blick so aus. Bauern mehr und nur noch Leichtfiguren und je ein Turm auf dem Brett. Der Schachwizard denkt intensiv nach, kneift die Augen zusammen und wirkt plötzlich sehr fokussiert. Das macht er immer, wenn er intensiv nachdenkt. Diesmal erfolgreich, er gewinnt. Das Schachkid kennt die Partie leider nicht.

Dritte Runde,es geht gegen den eigenen Vereinskameraden Tobias Röhr. Der 13jährige hat eine beachtliche 1900, taucht aber komischerweise in der Brandenburger Berichterstattung nie auf.

Diese ist offensichtlich sehr einseitig und scheint sich nur auf einen Jugendlichen zu konzentrieren, obwohl es anscheinend noch mehr starken Nachwuchs in Brandenburg gibt. Das Schachkid erinnert sich spontan an fünf Pressemeldungen im Juli. Das aber zum Beispiel auch Vereine in der Jugendbundesliga spielen und den Klassenerhalt schaffen, erscheint keinen Artikel wert.

Die Partie entwickelt sich der spannend. Das Schachkid gewinnt einen Bauern, übersieht dann aber eine Springergabel und muss die Qualität geben. Dave Möwisch hatte es bei Turnierbeginn dem Schachkid prophezeit. Eine Springergabel wird kommen und vom Schachkid übersehen werden. Im Endspiel hat das Schachkid zwei Läufer gegen den Turm. Doch der kleine Röhr spielt mutig angriffslustig, holt den König ran und greift die Läufer mit dem Turm an. Fast wie aus dem Lehrbuch, gut gespielt von dem kleinen Potsdamer.

Der Schachwizard demonstriert in der dritten Runde seine Endspielkenntnisse. Jede Seite hat sechs Bauern und einen Springer. Es wird manövriert. Der Gegner aus Magdeburg verliert einen Bauern. Weiteres scheinbar stundenlanges Manövrieren a la Carlsen. Der Schachwizard fährt den Punkt ein.

Zufrieden fährt der Schachwizard mit seinen beiden Schülern heim. Der Junior hat in seinem ersten Turnier gleich den zweiten Platz gemacht und zwei Punkte geholt. Das Schachkid glaubte, in seiner Runde durchzunullen und hat aus Versehen zwei Gegner umgelegt und den dritten knapp verfehlt. Auch der Schachwizard war mit zwei Punkten noch gut dabei. So fuhr der Meister mit seinen Schülern von dannen, alle drei mi Dauergrinsen auf den Backen.

6. Potsdamer Schachopen – Extreme aller Art

Die Auslosung bei diesem Turnier ist einfach extrem. Entweder ist es ein total schwacher Gegner, oder ein total starker Gegner. Obwohl eine 19xx DWZ aus der perspektive einer 1700 DWZ nur 200 Punkte mehr sind und besiegbar sein sollte? Bei diesem Turnier offensichtlich nicht.

USC Viadrina war mit einem Schwung frischer Nachwuchskräfte da, da wächst nochmal eine neue Generation heran. Oskar traf auf das Schachkid. Vielleicht sieht man sich in den nächsten Jahren wieder.

Die Küche macht auf Wunsch Milchshakes und sammelt Pluspunkte beim Schachkid. Des Fuhrmanns Tochter ist Mitglied bei einer Schülerfirma, die eine pfiffige Geschäftsidee haben – Kuchen im Glas. Kann man sich hier anschauen.

Der Nachwuchs-FM gwinnt unter Ausschöpfung der mximalen Bedenkzeit.  Superschubi verhaut die Eröffnung und will nun Potsdam anschauen. Türme aller Art haben es dem Superschubi angetan. Ständig und überall muss er diese besteigen. Die Potsdamer Nicolaikirche wird sein neuestes Opfer. Das Schachkid steigt tapfer mit in die Höhe, flüchtet dann aber doch wieder auf den sicheren Erdbiden, während Superschubi begeistert die Turmspitze erklimmt und umrundet. Wieso ist dieser Mann kein Bergsteiger?

Der Schachwizard hat mit dem IM Günther Spieß seinen stärksten Gegner bekommen. Das Schachkid hat die Partie nicht gesehen, es musste ja einen Turm besteigen. Aber der Schachwizard wirkt doch arg verknarzt. Offensichtlich eine gute Stellung verloren. Kann man auch positiv sehen. Das Schachkid verhaut die Eröffnung und kommt gegen eine 1900 in keine gute Stellung, der Schachwizard gegen einen IM schon. Muss man erstmal schaffen.

Der IM hat dem Schachkid ein Fass Bier gekostet. Aber das ist eine andere Geschichte.

Der Schschwizard spielt mit dem Schachkid Tischtennis. Offensichtlich wieder eine Sportart, wo der Schachwizard viel besser ist. Da wird sich noch was finden.

Und natürlich wieder so ein starker Gegner. Und wieder so eine komische sizilianisch-Variante. Das Schachkid ist total müde und pennt am Bett fast ein. Die Gabel im 16. Zug kommt völlig überraschend. Da hätte man auch gleich aufgeben können.

Der Nachwuchs-FM opfert einen Turm. Und erhält dafür Angriff. Der Superschubi denkt, was der FM kann, kann ich auch. Der Unterschied zum FM ist, dieser kann korrekt rechnen. Der Superschubi übersieht die konkrete Dame, die da verteidigt. Schlussendlich verlieren beide, der eine eher der andere später.  Der Schachwizard macht den Ehrenpunkt der Potsdamer-Thürringer-Stader-Connection.

Zeit für Abendessen mit anschließenden Billiard und Darts. Der Schachwizard kann unmöglich alles können. Er muss geschlagen werden. Billard ist es nicht. Das Team Superschubi und Schachkid verlieren dreimal gegen die Youngsters, Das Schachkid zerrt die Anwesenden zum Dartsautomaten und gewinnt die 1. Runde. Zeit für die 2. Runde. Endlich was, was der Schachwizard nicht kann. Er liegt hinten. Aber nein! Superschubi und Schachkid versemmeln sämtliche Finalwürfe. Der Schachwizard arbeitet sich auf 28 Punkte heran. Und nutzt drei Würfe in Folge, um genau die Zahlen zu treffen, die er für den Sieg braucht. Das kann es nicht geben, wieder eine Sportart weniger, wo das Schachkid besser ist. Der Nachwuchs-FM schlägt vor, es mal mit Golf zu versuchen, um dem Schachwizard zu schlagen.

6. Potsdamer Sommeropen – Muskelkater voraus

Spätabends ist der Superschubi angekommen und begehrt am frühen Morgen eine Milch. Bähhh, meint das Schachkid und hält sich krampfhaft an seiner Tasse Kaffee fest.

Man kommt am Ort des Geschehens an, 8.32 Uhr. Um 8.31 Uhr ist Meldeschluss, man darf trotzdem mitspielen. Die Schachelite aus Berlin, GMs und IMs, ist doch nicht anwesend. Vermutlich gibt es anderswo mehr Geld zu gewinnen. Die Dänen sind wieder da. Das Vater-Sohn-Duo kann das Schachkid gut leiden. Der indische U12-Vize wird vom Schachkid lokalisiert, stellt sich später aber als ein kleiner Farbiger aus Berlin heraus. Da hat das Schachkid wohl was verwechselt. Der Inder taucht auch nicht mehr auf. Vermutlich war es doch zu weit nach Potsdam.

Das Schachkid ist mit Ach und Krach in der ersten Hälfte der Tabelle und bekommt es mit einem Mädel zu tun. Die Kleine ist beim gastgebenden Verein und spielt ihr erstes Turnier. Und dann gleich in so einem Haifischbecken. Aber so haben alle mal angefangen. Die Partie ist fix rum,  die Kleine trägt es mit Fassung. Vermutlich wird sie sich in einigen Jahren, wenn sie fleißig trainiert, am Schachkid rächen.

Petrus hat ein Einsehen, das Wetter ist einfach nur super.

Der Superschubi hat in der ersten Runde keine Chance, hält sich aber lange wacker. Des Schachkids Trainer und der Nachwuchs-FM  aus Stade dagegen gewinnen soverän. Letzter beliebt nach 30 Minuten zu sagen: „Der Rest ist Technik.“ Aber das hat er ja neulich schon mal gesagt. Und dann gings verloren.

Nun muss man hektisch was zu essen suchen. Der Superschubi muss ja wieder die ganze Bedenkzeit nutzen. Endlich Spargel!

2. Runde, der Däne Bjarke Vaansgard. Der Nordmann, voll das Klischee, ist natürlich rothaarig. Der symphatische Däne wird in wenigen Tagen 18 und meint, dass es in Dänemark kaum Schachturniere gibt und man deshalb nach Deutschland fahren müsse. Eine Schwester mit deutlich über 2000 Elo hat er auch noch. Scheint eine starke Familie zu sein. Die Auslosung stimmt nicht. Also wird es doch nicht der Däne. Enttäuschung auf beiden Seiten.

Nun ein Bremer. Was soll 2. Sa3? Das kann nicht gut sein. Das Schachkid meint sich aber zu erinnern, diese Variante schon mal gesehen zu haben. Die Partie geht irgendwie verloren. Der Druck am Königsflügel wird zu groß und aktives Gegenspiel nicht in Sicht.

Der Bremer am Nachbarbrett hält die Ferrengi aus Star Strek für cool. Das geht nun nicht. Das Schachkid leistet Aufklärungsarbeit und verweist auf die viel cooleren Klingonen.

Die Fürstenwalder sind auch am Start. Wo ist eigentlich der Lockabok? Der ist aus Fürstenwalde und hat auch schon eien 1600. Den muss das Schachkid auf Abstand halten. An dieser Stelle Grüße an den treuen Lockabob.

Der Superschubi spielt schon wieder ewig lange. Mit Mehrbauern wird zum Sieg gerannt. Der Schachwizard überrennt seinen Gegner in bewährter Weise, auf taktische Art und hat irgendwann einen Turm mehr. Der Nachwuchs-FM hat eine ganz komische Stellung mit einem Haufen Bauern, Läufer, Turm und Springer drauf. Das Schachkid hat es leider nicht gesehen, aber plötzlich ist er weg und scheint gewonnen zu haben.

Unfassbar, dass das Schachkid als einziger geloost hat.

Was nun? Badminton. Schach kann der Superschubi nicht so gut spielen, aber  beim Badminton scheint er echt firm zu sein, wie sich zeigt. Jedenfalls kann er Bälle schmettern, dass es qulmt. Der Nachwuchs-FM und das Schachkid sind wie Not und Elend, einen Schönheitspreis gibt es dafür nicht. Wobei das Schachkid nur einen Satz gewinnt. Der Schachwizard ist völlig unverständllicherweise offensichtlich in  jeder Sportart besser und wischt mit dem Schachkid den Boden. Na, das Schachkid wird forschen und was finden, wo der Schachwizard rasiert wird. GoKart, das kann das Schachkid.

Fazit: Viel Spaß und Muskelkater gehabt, wer guckt schon auf Ergebnisse…

6. Potsdamer Sommeropen – Es heißt abliefern!

Das 6. Potsdamer Sommeropen wirft seine Schatten voraus. Das Schachkid spielt traditionell mit, heuer aber das erste Mal als Potsdamer. Das Schachkid hat den Superschubi aus Thüringen importiert. Dieser spielst genau ein Schachopen pro Jahr mit, das Erfurter Weihnachtsopen. Dieses Jahr sind es dann wohl zwei Schachopen.

Des Schachkids Trainer spielt auch mit und ist trotz seiner Spielstärke nicht in den Top10. Er hat seinen Kumpel Unkreativ aus dem fernen Norden herbei geholt. Dieser, gerade frischgeweiht zum FM, spielt nicht nur superschnell Bullet, sondern hat auch überraschend guten Musikgeschmack. Das Schachkid hielt ihn bis vor kurzen noch für einen Mozartfan.

Was springt sonst so rum? Nr. 1 der Setzliste ist FM Daniel Malek mit 2431 Elo, während der einzige GM im Feld Sergej Kalinitschew vergleichsweise mickrige 2393 Elo aufweist. Da wäre zwischen den beiden wohl ein Titeltausch angebracht. Mit Dhanush Bharadwaj kommt auch der indische U12-Vizeweltmeister mit stattlichen 2221 Elo. Was diesen von Indien ausgerechnet nach Potsdam verschlägt, ist dem Schachkid ein Rätsel.

Ziele fürs Turnier? Es wird die bereits vom Erfurter Open bekannte Taktik angewendet. Wieviel Kneipen schafft man in 4 Tagen kulinarisch zu testen? Man wird es sehen. Ernsthaftes Spielen ist angesat. Nun gilt es, nach Wochen des Trainings abzuliefern. Ob dies gelingt? Das Schachkid ist nervös.

14. Apotheker-Open – Im Turniermodus angekommen

So ein Schachopen geht immer fürchterlich schnell vorbei. Schon naht der letzte Tag. Gewinnen war heute Pflicht, sollte die DWZ nicht vollkommen ruiniert werden. Auch Dave und Lucky wollten noch vorne mitmischen. Was nur bedingt gelang…

Dave plagte sich gegen einen vereinslosen Spieler mit 1400 DWZ. Das Schachkid war schon nach einer Stunde fertig und hatte seinen Gegner, der sich sehr passiv verteidigte, in der Schottischen Eröffnung nach einer Stunde überrannt. Zeit, um shoppen zu gehen. Das Schachkid ist zu dick geworden und brauchte dringend eine neue Hose. Bis die Wirkung des neu aquirierten Fitnessstudios eintritt, müssen ein paar Wochen mit dem neuen Beinkleid überbrückt werden. Görlitz hat, neben der schönen Innenstadt, auch zum Shopping einiges zu bieten.

Das Schachkid trabte also entspannt zurück, die Runde konnte nur noch 20 Minuten gehen. Dave sah sich mit dem nackten König Läufer und Springer gegenüber. Der Gegner hatte noch 5 Minuten und stieß bei jeden Zug kleine Verzweiflungsschreie aus und verkündete, er habe keine Ahnung, wie das zu spielen sei. Der sichtlich genervte Dave spielte kühl und konzentriert. Bestanden doch Hoffnungen auf ein Remis. Allein es half nix. Der Gegner stieß einen überraschten Schnaufer aus, als er offensichtlich durch Zufall das richtige Motiv fand. Dave rauschte erstmal allein zum Bahnhof ab. Verständlich, nach so einer Partie geht einem alles auf die Nerven.

Selbige zeigte Lucky. Beide Seiten haben noch einen Turm und je zwei vereinzelte Bauern. Aber Lucky hat 10 Minuten mehr Zeit. Die Stellung scheint Remis. ABer Lucky gewinnt einen Bauern, der Gegner denkt zu lange nach. Das Blättchen fällt. Auch wenn die Stellung remis scheint und der Randbauer nicht durchzukriegen ist.

Kurzes Mittag Essen mit der Fetten Henne. Ein ultrascharfer Senf auf Thüringer Bratwurst – scharf und lecker. So wie das dynamische Duo, dass sich die Bratwürste reinpfeift.

Gewinnen ist für alle in der letzten Runde Pflicht. Das Schachkid sitzt neben Lucky. Dieser lüftet unter dem Schachtisch seine Füße, was des Schachkids Gegner kritisiert. Lucky guckt böse zurück.

Dave hat eine kleine Chinesin. Die Stellung ist chaotisch, ein wildes Wirrwarr von schutzlosen Königen, Damen, Einzelbauen und Leichtfiguren. Aber Dave scheint den Durchblick zu behalten und setzt matt.

Lucky hat es mit einem Schachzwerg aus Magdeburg zu tun. Der kleine Bursche greift mächtig an und setzt Lucky mächtig unter Druck.  Das nennt man Königsangriff. Lucky muss die Waffen gegen den Schachzwerg und späteren Zweitplatzierten des Schachkids strecken.

Der Gegner des Schachkids spielt als Weißer die Eröffnung etwas konfus und versucht einen Königsangriff. Das Schachkid fühlt sich nicht wohl, Schwarz steht sehr gedrückt. Aber nach 14. … f6 scheint der schwarze Königsflügel befestigt. Und Weiß hat auf der c-Linie ein Problem. Es droht Sb4. Den c-Bauern zu verteidigen, sieht nicht einfach aus. Und tatsächlich gewinnt Schwarz bald Material und zerlegt den weißen Damenflügel.

Spielerisches Fazit des Opens: 7. Platz und 70 € Preisgeld, ca. 5 DWZ verloren. Aber es hätte mehr drin sein können. Erst am letzten Tag kam das Schachkid in den Turniermodus und hat die Partien ordentlich gespielt, lange nachgedacht und gut gespielt. Davor die Partien waren schlimm.  Glück, dass nur 1,5 Punkte auf der Strecke blieben und am letzten Tag Schadensbegrenzung betrieben werden konnte. Das Schachkid spielt nun wohl tatsächlich auf dem Niveau einer 1700. Aber alte Verhaltensmuster, wie zu schnelles Spiel und nicht richtiges Überlegen, brechen noch zu oft durch. Die Eröffnungen sitzen auch noch nicht. Da ist noch Luft nach oben. Aber Spaß gemacht hat es mit den Leuten, die so mitpielten.

14. Apotheker-Open Görlitz – I lay down

Das Schachkid hat sich eine CD vom Trainer ausgeborgt und hört diese zur Fahrt zum Spiellokal rauf und runter.

Hammer, besonders der 7. Titel „Lay it Down!.

Das Schachkid hat bei der Musik eine Erleuchtung. Dave hat mit seinem Bart und seinem Holzfällerhemd doch eine gewisse Ähnlichkeit mit…

borland

Schach gespielt wurde auch. Das Schachkid hielt den Gegner aus Mandys Truppe für einen Sparziergang. Dieser bestrafte sogleich die Arroganz des Schachkids und ging ins Endspiel mit zwei Mehrbauern. Mit Mühe konnte sich das Schachkid ins Remis retten. Starkes Spiel und gute Entwicklung Dank Training von Lucky. Dave kam derweil vom Weg ab. Kevin Großmann aus Cottbus, den das Schachkid für einen heimlichen Randsachen hält, zerlegte den armen Dave. Turniersieg in Gefahr.

Mit dem Wichernhaus kann man direkt neben dem Spiellokal speisen. Früher war hier mal die Armenspeisung. Auch heute wird hier günstig essen angeboten. Dem Schachkid ist nicht nach Kantine. Man geht zum Griechen. Dave mag keinen Ouzo, den der Kellner anschleppt. Also muss das Schachkid das übernehmen. Das Schokoladensoufflet scheint dafür bei Dave wie ein Orgasmus auf der Zunge zu sein. Irgendwas von einem flüssigen Kern murmelt er.

Nun war ein Dresdner fällig. Der nette Gegner  opferte auf e6 eine Leichtfigur und erhielt dafür zwei Bauern. Das Opfer schien nicht korrekt zu sein, da Schwarz mit der Dame ein Zwischenschach geben kann. Im Endspiel verbleibt Schwarz das Läuferpaar, dass sich die Mehrbauern leicht zurück holen kann.

Dave spielt diesmal richtig lange, gewinnt und bleibt in der Spur.

Man lässt durch einen Boten ausrichten, man wolle über alles reden. Das Schachkid hat, zornig wie es war, eine Bewertung bei Holidaycheck, hinterlassen. Das Picobello glaubt weiter, das Schachkid habe doppelt gebucht und möchte  offensichtlich eine Stornorechnung senden. Das Schachkid dagegen hat die Zimmerabsage archiviert. Da droht wohl noch Ungemach, den das zornige Schachkid mit Wohlwollen entgegen sieht.  Schlechter Service und falsche Behauptungen, das mag das Schachkid gar nicht.

Man geht in eine Pizzeria, dann wieder ab ins Kino-Cafe Klappe. Es wird das Würfelspiel Bluff gespielt. Der Studierte in der Runde, Dave wird beauftragt, mittels Gebrauchsanleitung herauszufinden, wie das Spiel funktioniert. Nach einer halben Stunde hat er es raus. Die anderen Gäste gucken pikiert, als die Würfelbecher knallen.

Die Teenies wollen zurück zur Pension und Batman gucken. Die lebenshungrigen Männer dürstet es nach mehr, also ab eine Bar gesucht. In Görlitz tobt nachts nicht so das pralle Leben. Das Schachkid vertraut seiner App, findet was und navigiert mit Google hin. Man läuft im Kreis. Pfadfinder Dave lotst auf alte Art und Weise. Das Salü, ein uriges Ding. Was nun? Dave geht ins Hotel, nix los mit den unter 30-jährigen. Das Schachkid zieht mit Lucky weiter. Aber das Etasblisment in Polen ist dann doch zu seltsam. Man beschließt den Tag.

14. Apotheker-Turniern in Görlitz – Unzufrieden mit der Gesamtsituation

Der Tag zusammengefasst: Die Pension ist Mist, der Spielstil ist schlimm. Der Schachtrainer simst und hat sehr gute Nachrichten, was das Schachkid wirklich freut.

Das Schachkid nächtigt im Picobello. Das Zimmer ist eiskalt. Warm duschen ist nicht, es kommt nur kaltes Wasser. Späterer Kommentar der Rezeption: „Das kann bei 98 Gästen schon mal passieren.“  Tageslicht herein gelassen werden geht nicht. Das Schachkid ist im Erdgeschoss zur Straße raus und hat Panorama-Fenster. Seinen Astralkörper will das Schachkid nun wirklich nicht halb Görlitz zeigen. Der beeindruckende Fernseher hat eine Bildschirmdiagonale von 19 cm. Eine Fernbedienung gibt es nicht, WLAN oder Handynetz auch nicht. WLAN kann man kaufen. Begründung der Rezeption: „Man sei zu dicht an der polnischen Grenze dran.“ Vermutlich hat man Angst, dass die Polen das Internet klauen.  Auf zum Frühstück. Für 6 € muss das Schachkid selber eindecken und sein Geschirr wegbringen. Orangensaft ist alle. Auch sonst sieht das Buffet sehr mager aus. Das Schachkid denkt, da muss was passieren und geht erstmal zu seiner Partie.

Eine 1406 muss ja zu schaffen sein. Aber das Schachkid fällt in alte Verhaltensmuster zurück. Schnelles Spiel, nicht gründlich genug rechnen. Das Schachkid glaubt, nach dem 18. Zug einen Bauern zu gewinnen, lehnt ein Remisangebot ab und sieh nicht, dass nach 19. … Lxf3 der Turm weg ist oder es wahlweise matt wird. Das Thomas Beck in der Folgerunde die Nr. 1 der Setzliste zerlegt, ist nur ein schwacher Trost. Die Nr. 1 und das Schachkid trösten sich Abends bei Bier und Pizza gegenseitig.

Das Schachkid geht wütend zurück zum Picobello und wirft die Sachen ins Auto. Die Rezeption äußert Unverständis, als sich das Schachkid äußert, es wolle frühs warm duschen. Das Hotel Zur Börse wird angefahren. Die Rezeptionistin drückt dem Schachkid 3 Schlüssel in die Hand und meint, das Schachkid solle sich die Zummer anschauen. Sehr hübsch, nur die Betten sind zu kurz. Das 2m-große Schachkid braucht ein großes Bett.  Am Goldenen Strauß findet das Schachkid eine neue Heimstatt.  Doppelter Preis, aber warmes Wasser in der Dusche! Und für 5,- € Frühstück gibt es ein Buffet und Service.

Der Schachtrainer fragt an, wie es läuft. Das Schachkid fragt zurück. Good News. Es fügt sich irgendwie zusammmen, was zusammen gehört. Das Schachkid ist sehr erfreut und freut sich sehr für den Trainer.

Dave hat übrigens schon wieder gewonnen.

Nun wartet ein kleines niedliches Mädchen auf das Schachkid. Die junge Dame plant einen längeren Aufenthalt am Schachbett und stellt ein kleines Buffet auf. Die Colaflasche geht nicht auf. Das Schachkid hilft der Gegnerin mit Muskelkraft aus. Der lange Aufenthalt wird ganz kurz, wenn das Mädel 12. Lxc6 sieht. Dem Kinde fehlt noch die Erfahrung, aber das wird. Sehr knuffig, die Kleine…

Lucky hat verloren. Man beschließt, mit den großen Jungs aus Eberswalde Pizza essen zu gehen. Dave wird aus dem Hotelzimmer geklopft. Der schläft schon wieder. Polnische Steinofenpizza mit polnischen Schwarzbier, das kann das Schachkid sehr empfehlen. Man wankt weiter zum Cafe-Kino Klappe. Bei Kakao und Drinks a la Gletscher spielt man Mensch ärge Dich nicht. Dave, der schon 3 aus 3 hat, beweist abermals Können und gewinnt auch hier. Ein Teufelskerl, dieser Dave Möwisch.