Archiv für die Kategorie „Schach-Open“

14. Wildauer Dahmelandpokal – Beschwipst am Brett

4. Runde am Tag 3. So eine verrückte Auslosung hat das Schachkid noch nie erlebt. Die Gegner werden von Runde zu Runde stärker, obwohl das nicht punktet. Heute geht es gegen einen Vereinskameraden. Jose ist an Nr. 2 gesetzt, hat aber offenbar noch nichts gerissen. Was auch kein Wunder ist. Der Arme ist schwer erkältet und schnieft am Brett vor sich hin.

Wieder so eine verrückte Caro-Kann-Variante, die sich das Schachkid dringend mal anschauen muss. Jedenfalls wird das Schachkid in der Variante regelmäßig vom Schachwizartd im Blitz zerpflückt. Das Schachkid weiß gar nicht, warum Weiß nicht 9. Sxh5 nimmt. Immerhin ein Bauer mehr. Jose spielt recht dynamisch und greift gleich an. Andererseits weiß der weiße König aber auch nicht recht, wohin er rochieren soll. Schwarz steht dafür gedrückt, kann sich aber etwas Luft verschaffen. Dann will Schwarz am Königsflügel angreifen mit g5. 23. … Le7, um g5 zu decken, bringt aber offenbar die schwarze Stellung zum kippen. Jose greift konsequent an und fährt seinen ersten Punkt ein.

Das Wetter gibt nicht viel her. Das Schachkid speist im nahe gelegenen Bootshaus am See. Der Kellner überhört die Bestellung der Vorsuppe, wird diese eben nach dem Hauptgang verspeist. Am Nebentisch empfiehlt der Kellner Erdbeerbowle zum Aperativ, dem Schachkid nicht. Am weiteren Nebentisch empfiehlt der Kellner Dessert und Esspresso. Das Schachkid wird nur kurz nach weiteren Wünschen gefragt. Offenbar sieht das Schachkid heute mit roter Hose, roten Pullover und Dreitagebart nicht sehr seriös aus. Das Schachkid protestiert, der Kellner bringt die Erdbeerbowle zum Nachtisch und macht den Rest mit Humor wett. In Kombination mit einem großen Bier namens Rotkehlchen wird der Rückweg zum Spiellokal recht beschwingt. Dort dreht sich das Schachbrett.

Am selbigen sitzt nun ein 11-jähriger aus Fürstenwalde, der sich wie Bolle freut, dass er in 37 Tagen 12 Jahre wird.  Das Schachkid ist veersucht, kurz zu erwähnen, dass es ab 18 nur noch abwärts geht, lässt es dann aber doch bleiben.

Zur Partie muss nicht viel gesagt werden. „Er zieht die Bauern noch rückwärts.“ wie der geschätzte und in 2018 viel zu früh verstorbene Dr. Jochen Weigend, der Jugendtrainer des Schachkids, gesagt hätte. Hoffentlich sitzt er gerade auf einer Wolke und schaut zu. Es ist schön zu sehen, dass der Schachverein Fürstenwalde offenbar mit viel Engagement und Herz Nachwuchsarbeit betreibt.

Nur 1,5 Punkte sind kein dolles Ergebnis, aber bei den starken Gegnern auch keine Überraschung. Die Wildauer haben wieder ein schönes Turnier ausgerichtet. Und auch aus verlorenen Partien kann man ja was lernen.

14. Wildauer Dahmelandpokal – Keine Punkte, Starke Gegner

Heute mal eine problemlose Anreise, die Gegnerin wartet schon. WFM Müller-Ludwig spielt sonst in der Oberliga oder auch bei den Frauen in der 2. Bundesliga. Heute muss sie mit dem Schachkid vorlieb nehmen. Die Erfurterun begleitet ihre Tochter, die den Dahmelandpokal als Trainingsturnier nutzt.

In dieser Partie findet das Schachkid überhaupt keinen vernünftigen Plan. Vielleicht wäre 6. …Sbd7 korrekt gewesen. Aber der Läufer ist auch nach Sh4 weg. Schwarz steht im Laufe der Partie immer beengter. Mit 25, … g5 wird noch eine Drohung übersehen. Danach fliegt die Stellung sofort auseinander.

Zeit für die täglich Dosis Bewegung. Das Schachkid möchte abnehmen und versucht sich täglich zu bewegen. Dazu gibt es zwei Hilfsmittel. Ein Fitnssarmband Fitbit Charge 2 und Pokemon Go. Wenn man letzteres spielt, muss man sich zwangsläufig bewegen. Im nu sind 3000 Schritte getan und in den letzten vier Wochen 2 kg verdampft.

Pokemon und Schrittzähler führen das Schachkid zu einem Asiaten. Es schmeckt na ja…

Dritte Runde, die Auslosung meint es diees Jahr nicht gut. Das Schachkid macht keine Punkte, die Gegner werden trotzdem immer stärker. Mit Ole Zeuner wartet ein Schachzwerg mit einer stolzen 1900. Der Kleine spielt den Dahmelandpokal jedes Jahr mit. Aber am Brett  trifft man sich das erste Mal.

Nach 6. Sb5, der den Blumfeld-Angriff in der schottischen Eröffnung einleitet, runzelt der Kleine die Stirm. Er denkt nach, dann hat er es aber drauf. Er kennt sich aus und spielt die Variante völlig korrekt runter. Es wird recht taktisch. Am Ende macht das Schachkid mit 13. Sb5 den falschen Zug. Nach … Dxe3+ ist es für Weiß sofort vorbei. Das Schachkid spielt noch etwas weiter und kann die Partie noch etwas halten. Aber eigentlich ist es spätestens nach dem Damentausch vorbei aufgrund des Bauern weniger und der schlechten Bauernstruktur von Weiß.

Was am Sonntag kommt, weiß niemand. Die Turnierleitung hatt statt der 4. Runde die Auslosung der 1. Runde online gestellt. Die Tabelle deutet aber mit Jose Lopez auf einen starken Gegner hin.

14. Wildauer Dahmelandpokal – Start mit Tücken

Der 14. Wildauer Dahmelandpokal findet statt. Das ist umso erfreulicher, da es im letzten Jahr ungewiss schien, ob das Turnier auch im Jahr 2018 stattfinden würde.

Der Start in das Turnier verläuft mit einigen Schwierigkeiten. Dem Schachkid fallen die abendlichen Partien immer sehr schwer. Das Schachkid ist eher ein Morgenmensch. Um so schwerer fällt es, sich abends zu konzentrieren, erst recht nach einem Arbeitstag.

So auch dieses Mal. Der Arbeitstag dauert etwas länger als erwartet. Große und kleine Katastrophen wollen bewältigt werden. Das Schachkid arbeitet als Krisenmanager. Als solcher hat das Schachkid die Erfahrung gemacht, dass Ereignisse mit einem gewissen Krisenpotenzial grundsätzlich am Freitag, vor dem Wochenende, vor dem Urlaub und meist alles zusammen passieren.

Es bleiben immerhin 30 Minuten Zeit, um auf dem Sofa einen grünen Tee zu trinken. Der Sommer verabschiedet sich gerade mit einer Riesenshow, Regen und Sturm. Chaos auf dem Weg zum Turnier. Staubwolken von trockenen Feldern werden aufgewirbelt. Auf der Autobahn geht bei 10m Sichtweise nur Schrittgeschwindigkeit. Dann passiert es. Kurz vor dem Schachkid sind auf der Mittelspur drei Autos aufeinander gefahren. Der Wagen in der Mitte sieht übel aus, die Passagiere scheinen unverletzt.

Über 80 Spieler haben sich in Wildau eingefunden, erstaunlich wenig Brandenburger aus der Umgebung sind da. Keine Fürstenwalder oder Briesener, dafür Rüdersdorfer und Müncheberger und die unvermeidlichen Magdeburger Schachzwerge. Der dortige Nachwuchs weist beeindruckende ELO-Zahlen aus.

Das Schachkid hat Schwarz gegen Wolfgang Fiedler.Der Gegner ist ein netter Senior aus Berlin. Er will sich mit dem Schachkid unterhalten. Das Schachkid will seine Ruhe. Es kommt das Gespräch auf die Energiewende. Das Schachkid ist mittlerweile richtig genervt und erlaubt sich einen Hinweis, dass es seit mehr als einem Jahrzent bei E.ON arbeitet. In der Hoffnung, die Diskussion zu beenden. Der Gegner zeigt wenig Emphatie, versteht die Körpersprache des Schachkids nicht und redet unbeirrt auf das Schachkid ein. Das Schachkid hat wirklich nichts gegen nette Gespräche, aber für alles gibt es eine Zeit. Und am Brett will das Schachkid seine Ruhe haben.

Es kommt eine Variante im Caro-Kann mit Se5 auf das Brett, was das Schachkid nicht kennt. Manchmal geschehen Wunder. Die Tunierleitung erscheint. Es muss neu ausgelost werden. Gleicher Gegner, aber Farbwechsel.

Aljechin kommt aufs Brett. Das Schachkid nimmt sich Zeit. Neu erlernte Methoden der Stelungsbwertung kommen zu Einsatz FM-Bike und DFA. Es hilft tatsächlich, sich ausreichend Zeit zu nehmen, keine taktischen Einsteller vorzunehmen und Pläne zu finden. Ob diese korekt sind, ist eien völlig andere Frage.

Der Gegner spielt sehr zögerlich. 9. … Lb4 wäre ev. besser gewesen. Nach dem 17. Zug steht Schwarz wohl etwas besser. Insbesondere die weißen Läufer haben keine Perspektiven. Abtauschen oder nicht ist die Frage. Der Abtausch der Türme scheint nichts zu bringen. Daher entscheidet sich das Schachkid für Sd4. Vieleicht kann man den weißfeldrigen schwarzen Läufer vom Brett nehmen.

18. … a6 scheint besser. Nach c6 kommt der Springer nach d6. Weiß kann gleichsam einen Brückenkopf im gegnerischen Lager installieren, der Schwarz lähmt. Nach dem Abtausch der Figuren sieht das Schachkid aber nicht recht einen Gewinnweg und bietet daher Remis an.

Mit dem Start in das Turnier ist das Schachkid zufrieden, Mit WFM Kristin Müller-Ludwig wartet allerdings ein schwerer Brocken in der nächsten Runde.

6. Amateurcup der Schachfreunde Berlin

Manche können ja nie genug vom Schach bekommen, so auch Lucky und das Schachkid. Nach der gestrigen Exkursion nach Barlinek geht es heute schon wieder zum Amateurcup der Schachfreunde Berlin. Das Turnier hat den Charme, dass es bis 2000 DWZ begrenzt ist. Man hat ein breites Feld, aber nicht die superstarken Gegner.

Bahn oder Auto ist die Frage, die sich dem Schachkid stellt. Das Auto ist schneller und bequemer. Die S-Bahn trumpft mit zwei laut schmatzenden Japanern auf den Nebensitz auf, die sich ein Baguette reinschieben. Die S-Bahn ist noch nicht in Potsdam losgefahren. Und das Schachkid ist jetzt schon genervt. Dafür muss man einige Schritte laufen. Das Schachkid trägt einen Schrittzähler und will fitter werden.

Am Spielort angekommen sind diesmal noch keine Nutten in Sicht. Vermutlich ist es selbst für sie zu früh. Um die 100 Spieler haben sich eingefunden, darunter auch wieder einige Potsdamer, die üblichen Verdächtigen.

In der ersten Runde verschlägt es das Schachkid gleich ans 7. Brett. Diesmal braucht das Schachkid nur 6 Züge, um einen Läufer stehen zu lassen. Neuer Rekord. Dafür kann man wenigstens in der Sonne sitzen. Lucky muss in den Nebenraum an Brett 34 spielen, ein leichter Gegner. Er hat so seine Schwierigkeiten, gewinnt aber.

Über überehrgeizige Väter hat sich das Schachkid ja schon an anderer Stelle ausgiebig ausgelassen…

In der 2. Runde bekommt das Schachkid einen Gegner, der gar nicht da ist. Also Freipunkt und Zeit für eine Boulette. Lucky hat einen Bauern mehr, kriegt auch eine Dame, der Gegner aber auch. Dieser nutzt die Dame besser und macht den Punkt.

In der 3. Runde zeigt sich, dass man die Bauern vor dem eigenen König stehen lassen sollte. Aufziehen reizt nur die gegnerischen Schwerfiguren, die den eigenen König gerne mal mattsetzen. Lucky arbeitet und gewinnt. Er überrascht den kleinen Russen mit b4, nach dem der Vater Anweisung für e4 und d4 gegeben hatte.

Nun gegen die Nr. 72 des Turniers. Er fasst einen Bauern an, sieht, dass er ihn verliert und will was anderes ziehen. Das Schachkid besteht vorsichtshalber auf berührt, geführt. Also Bauer gewonnen und später einzügig matt angedroht, was nicht abzuwehren ist. Der Gegner guckt 5 Minuten, ehe er es realisiert und aufgibt. Er bedankt sich und steht auf, ohne aufzubauen. Das kann das Schachkid gar nicht leiden. Lucky verliert, man liegt wieder gleich auf.

Die fünfte Runde ist dann mal wieder so eine Partie, wo das Schachkid so ziemlich alles stehen lässt, was man auch nur stehen lassen kann. Die Nr. 18 freut es. Und das Schachkid sitzt wieder einmal früh in der Sonne.

Zu Mittag gibt es Döner. Danach findet sich Lucky an Brett 10 wieder. Aber die Nr. 2 des Turnieres ist zu stark. Am anderen Ende am Brett 34 wartet die Nr. 72 des auf das Schachkid. Der Gegner hat das Konzept von Schnellschach noch nicht verinnerlicht und denkt bei jedem Zug eine Minute nach. Folglich verliert er auf Zeit, allerdings in leicht besserer Stellung.

Lucky gewinnt gegen eine angehende Hotelmanagerin. Das Schachkid sitzt daneben und hatte einen Turm mehr, der Gegner aber zwei Freibauern. Bestimmt ist es theoretisch gewonnen, aber auf die Schnelle den Gewinnweg finden? Also Remis.

Die Nr. 17 des Turnieres, ein junger Asiate spielt gut, aber das Schachkid hält mit. Aber ein kleiner Fehler entscheidet. Jeder hat einen Freibauern. Das Schachkid muss seinen König ziehen. Und zieht dummerweise auf ein Feld, wo der König im Schach steht, wenn der Gegner einzieht. Wählt das Schachkid das andere Feld, zieht man gleichzeitig ein.

In der letzten Runde geh es gegen einen Potsdamer vom SV Babelsberg 03. Der Junge ist auf Dauerschach aus, also wieder nur Remis. Lucky gewinnt, hat ein Punkt mehr als das Schachkid, was schon sehr frech ist.

Spielerisch war es heute ok, aber nicht berauschend. Das Turnier war nach der gestrigen polnischen Erfahrung angenehm straff durchorganisiert. Da bleibt sogar noch Zeit für ein Bier im schönen Schöneberg.

20. Briesener Open – Trainerfrust und Trainerlust

 

20. Briesener Open – Verflixte Endspiele

Abends um 23.00 Uhr aufs Handy geschaut. Prima, die Auslosung ist da. Bett 1, der nächste Briesener. Auch wenn Sebastian Lischke ein Eisenhüttenstädter ist und somit Neubriesener. Zuletzt spielte man in Jacobsdorf gegeneinander, damals mit Sieg für das Schachkid.  Der Trainer gibt um Mitternacht ein spontanes Mentaltraining und hilfreiche Tipps. Psychologie ist alles.

Tatsächlich, die Trainertipps funktionieren. Die Angriffsfiguren sind schnell abgetauscht, die Stellung lange ausgeglichen.

Trotz des verkorksten Endspiels ist das Schachkid zufrieden mit der Partie. Gründlich nachgedacht und keine schnellen Züge heben die Qualität der eigenen Züge deutlich an.

20. Briesener Open – Alle weg

140 Spieler haben sich im beschaulichen Briesen zum 20. Briesener Open eingefunden. Das ist umso erstaunlicher, da Briesen in Richtung Berlin von der Autobahn abgeschnitten ist. Seit 12 Jahren ist das Schachkid in der Gegend. Und jedes Jahr wird ewig an der A12 gebaut. So eine Autobahn muss doch mal fertig werden. Wenn Unternehmen so „effizient“ arbeiten würden wie Behörden, die Autobahnbaustellen planen…

140 Spieler, aber erstaunlich viele Stammspieler fehlen. Viele Briesener, aber auch sonstige Spieler, die eigentlich zum Inventar gehören.

Das Startgeld ist in diesem Jahr für Erwachsene um 10 € aufgrund gestiegener Kosten höher. U.a. prüft die Gemeinde eine Erhöhung der Hallenmiete. Was gar zum Haus des beliebten Opens führen könnte, wie es am 18.4.2018 in der Märkischen Oderzeitung zu lesen war.

Das Wetter hat dafür ein Einsehen und unterbricht für drei Tage pünktlich zum Freitag die seit Wochen andauernde Hitzewelle, um diese erst nach dem Briesener Open am Montag fortzusetzen.

Natürlich gleich in der 1. Runde trifft das Schachkid mit Lothar Bindernagel auf einen ehemaligen Mannschaftskameraden.

In der Eröffnung geht es gemählich zu. Mit 9. Sxe7 kann Weiß das Läuferpaar von Schwarz spalten. 11. Lxf6 sollte Schwarz nict zulassen, da der Königsflügel dann schon fast strukturell in Trümmern liegt. Aber Schwarz verteidigt hartnäckig. Weiß wird ungeduldig, denkt nicht nach und zieht schnell 21. e5. Schwarz gewinnt den Bauern f5 und der weiße Angrff ist Geschichte.

Nun entwickelt sich ein Manövrieren auf beiden Seiten. Es wird abgetauscht. Letzentlich bringt die Entscheidung die Besetzung der e-Linie durch Weiß und den Gewinn eines Bauern mit 38. Txa7, den Schwarz gar nicht recht verhindern kann. 47. … d4 ist dann noch ein Fehler, wie sie  am Ende von Partien eben häifig passieren.

Der Auftakt hätte auch schief gehen können. Schön, mit dem ehemaligen netten Schuldirektor mal wieder die Klingen gekreuzt zu haben.

24. Rehberge – Open 2018

Der Tiarks und das Schachkid sind beim 24.Rehberge-Open in Berlin. Hier war das Schachkid noch nie.

Das Turnier eröffnet den Turnierreigen des Berliner Schnellschach-Grand-Prix. Es ist Ferienzeit, es ist sehr warm. Es geht erst um 13.00 Uhr los bis 21.00 mit 11 Runden. An diesen Umständen mag es liegen, dass es für Berliner Verhältnisse wenig Teilnehmer und wenig Titelträger sind. Trotzdem ist es stark besetzt. Der Tiarks ist auf 11, das Schachkid auf 38 gesetzt.

Das Spiellokal liegt in einem sehr rustikalen Bezirk. Ebenso rustikal ist die Wirtin mit dem Charme eines Flintenweibs. Im Spiellokal stehen Schilder, die den Verzehr von mitgebrachten Speisen und Getränken verbieten. Die Wirtin hat sich gleich jemanden erspäht, der eigenes Wasser trinkt und droht mit Rausschmiss.

Tiarks und Schachkid bestellen Brötchen. Die Zubereitung dauert stolze 15 Minuten. Das Schachkid guckt die Wirtin kritisch an. Diese rennt in die Küche und meint dann, die Brötchen hätten erst gebacken werden müssen. Komischerweise sind sie kalt. Merkwürdige schnoddrige Vereinsgastronomie, typisch Berlin. Aber es ist natürlich top und Luxus, als Schachverein ein durchaus schönes Spiellokal mit vielen Räumen und Bewirtung zu haben.

Mit den Brötchen überbrückt man die Wartezeit. 13.00 Uhr soll Beginn sein, 13.20 Uhr geht es los. Schachturniere sind wie Konzerte, gehen nie pünktlich los.

Erste Runde, das Schachkid muss fast gegen den Tiarks spielen. Aber man sitzt dann doch nebeneinander. Die Uhren findet der Tiarks nicht gut. Er punktet trotzdem. Die Uhren sind analog und tatsächlich sehr niedlich, nix für dicke Finger. Was aber keine Ausrede für das Schachkid sein soll, der beim abtauschen den Überblick und dann einen Bauern verliert. Dann im Endspiel keine Tempi mehr, ein sicherer Punkt für den Gegner.

Zweite Runde, ein kleines Nachwuchstalent von Zugzwang zieht die Bauern noch rückwärts, was sich sicher bald ändern wird. Punkt, das Schachkid gönnt sich einen Streuselkuchen.

Der Tiarks kommt und ist sehr empört. Zwei Bauern mehr aber die Leichtfigur stehen lassen. Die Wärme setzt ihn zu. Die heutige Jugend ist nicht sehr robust. An Tagen wie diesen ist alles möglich.

Der Tiarks schleppt ein Glas Wasser an und hat eine Zitronenscheibe drin. Das Schachkid hat in sein Wasser keine Scheibe bekommen. Vermutlich liest die Wirtin diesen Blog und übt so Rache.

Dritte Runde, eine 1980. Das Schachkid kennt den Gegner schon. Der mufft immer etwas und wäscht sich nach dem Toilettengang nicht die Hände, wie das Schachkid bei anderen Turnieren beobachtet hat. Dem mag das Schachkid gar nicht die Hand geben. Der Gegner gewinnt schnell die Qualität. Das Schachkid gibt auf und geht sich im Keller die Hände waschen.

Tiarks grummelt vor sich hin. Er hat gegen eine 1700 verloren und wirkt nun ein wenig angespannt.

Die Wirtin führt ein strenges Regiment. Der Koch wird in der Küche zusammengefaltet, weil das abgewaschene Besteck rumsteht. Der Turnierveranstalter, ein Senior ca. Mitte 70, wird angeblafft, dass er den Raum nebenan in Ordnung bringen solle. Das müsse man doch nicht erst um 22.00 Uhr Ordnung schaffen. Und er habe doch tausend junge Leute da. Der Senior schlürft und baut die Schachbretter ab. Frank Hoppe schaut betroffen drein.

Der Tjarks hat endlich mal gewonnen. Er spielt gegen Mann mit Hund. Zitat „Für 1600 reicht es gerade noch.“ und atmet schwer. Das Schachkid hat nun eine 1000, der übliche Fahrstuhleffekt in so einem Turner. Ein Punkt und gleichauf mit Tiarks.

Auslosung der fünften Runde. Zwei Senioren am Aushang. Senior 1: „Ich krieg nur starke Gegner, Sauerei.“ Senior 2: „Die sind alle stärker als Du.“ Senior 1: „Außer Du.“

Nun macht das Schachkid kurzen Prozess mit der 1900, und gibt nach 2 Minuten auf. Es ist zu warm und das Schachkid stellt alles hin. An der Bar angekommen ordert das Schachkid Eis. Ein zweiter Spieler will Bier und tut kund, dass er 18 Kilo abgenommen hat. Das Schachkid fragt interessiert nach, ob die Haut denn mitgegangen ist. Der Kollege knöpft das Hemd auf und demonstriert seine Brüste. Tatsächlich alles straff.

Der Tiarks kommt schnaufend und hat gewonnen. Ansonsten schwitzt er still vor sich hin.

Das Schachkid überrennt gerade seinen Gegner, den Mann mit dem straffen Busen von eben. Der Tiarks kommt angeschlurft und schaut das Schachkid hungrig an. Das Schachkid stellt den Läufer hin. Der Gegner, eingeschüchtert ob der Überlegenheit der beiden Potsdamer am Brett, bietet Remis.

Der Tiarks hat gegen des Schachkids Gegner aus der dritten Runde gewonnen. Das Schachkid gibt einen Hinweis. Der Tiarks eilt in den Keller zur Toilette und desinfiziert sich die Hände.

Pause nach der 6. Runde. Der Tiarks geht sich Döner suchen. Schlange an der Theke des Spiellokals. Die Wirtin schnauzt die Gäste an. Fünf Spieler in der Schlange entscheiden sich spontan, woanders zu essen.

15 Minuten später. Die Gäste müssen lange auf Ihr Essen warten. Die Wirtin lamentiert, sie habe nix von der Pause gewusst. Zitat „wenn die Vollpfosten da drinnen ihr nix sagen.“ Gemeint ist damit die Turnierleitung. Das Schachkid möchte an dieser Stelle dem Schachverein Rehberge empfehlen, sich ein anderes Spiellokal zu suchen.

Die Wirtin kommt aus der Küche. Der Hund vom Senior flüchtet. Die Wirtin schaut sich suchend um und keift „Der Hund muss mal aus dem Weg.“

Siebte Runde. Der Tiarks hat es endlich den oberen Raum der achten Bretter geschafft, schiebt aber Remis. Nächste Runde hockt er wieder beim Pöbel, quasi in des Schachkids Nähe. Dieses hat endlich mal einen Gegner schön überrannt, der sogar ein wenig stärker war.

Es ist zu warm. Das Schachkid hat keine Lust, über die Runde zu schreiben. Der Tiarks saß zwar nochmals oben, stellt aber den Turm ein. Nächste Runde also wieder Pöbel. Das Schachkid stellt den Bauern ein, gewinnt ihn wieder und noch einen Läufer. Leider sind keine Bauern mehr da, also Remis.

Neunte Runde, Erschöpfung macht sich breit. Der Tiarks sorgt für ein sehenswertes Matt und darf in der nächsten Runde wieder oben bei den Großen spielen. Am Brett 16 angekommen wartet eine 1990 auf das Schachkid. Er denkt lange nach, aber die Denkpausen lohnen sich. Er hat ganz klar das bessere positionelle Verständnis und schiebt das Schachkid langsam Zug um Zug zusammen.

Der Senior mit dem Hund hat offenbar eine Figur eingestellt. Jedenfalls verkündet er lauthals, dass er nun die Nase voll hat und nach Hause geht. Tatsächlich ist er in der nächsten Runde nicht mehr da. Die Wirtin lärmt wieder im Hintergrund rum. Offenbar geht ein Gast vor der Bar auf und ab. Die Wirtin pfeift ihn zusammen. Es sei ihr Laden. Entweder setze er sich hin oder sie würde ihn rausschmeißen. Das Schachkid ist sich nicht ganz sicher, ob diese dralle Gastronomin ihren Beruf richtig verstanden hat.

In der 10. Runde spielt das Schachkid gegen einen Indianer. Langsame und bedächtige Bewegungen, man merkt ihm seine Überlegenheit an. Der Tiarks hat gewonnen, freut sich, kommt langsam in Fahrt und darf auch in der letzten Runde oben spielen.

Das Losglück meint es gut mit dem Schachkid. Ein Jugendlicher mit einer zarten 1200 leistet keinen Widerstand und wird schnell umgehauen. Nächstes Jahr wird er sich bestimmt rächen. Der Tjarks bekommt mit einer 2145 nochmal einen dicken Brocken vorgesetzt. Aber er hat sich nach 10 Runden warm gespielt und gewinnt das Ding. Dumm nur, dass das Turnier jetzt zu Ende ist. Ein versöhnliches Ende.

5 aus 11 sind für die Wärme und die relativ starke Besetzung Gang in Ordnung, wenn die Partien auch qualitativ nicht doll waren. Der Tiarks hatte in den letzten Runden einen Lauf und gewinnt auf Platz 7 noch einen Preis, ein versöhnliches Ende.

Das Turnier war gut organisiert, der gastgebende Verein eine nette Truppe. Und die ungastliche Wirtin bot einen hohen Unterhaltungswert.

 

 

 

 

 

 

 

 

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