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25. Blickpunkt-Open in Frankfurt (Oder) – ein Desaster…

Text folgt!

 

25. Blickpunkt-Open in Frankfurt (Oder)

Das Schachkid machte sich auf, um von 15. bis 17. September das 25. Open in Frankfurt (Oder) mitzuspielen. Dieses Open ist recht klein und gemütlich und daher immer eine Reise wert. In diesem Jahr fehlen die ganz großen Spieler. Das Feld hat dafür eine angenehme Breite, wo jeder einen gleichwertigen Gegner findet.

Die 1. Runde lässt das Schachkid aus um fit in die zweite Runde einzusteigen. Es geht gegen Andreas Winkler, Der Preuße, er ist vom SC Preußen, hat mit dem Schachkid schon fünf Mal die Klingen gekreuzt. Mal ging es Remis, mal gewann der eine und mal der andere.

Das Schachkid kommt wie immer auf den letzten Pfiff, genauer gesagt zwei Minuten nach der Karenzzeit, was er Gegner dankenswerterweise toleriert. Er hätte durchaus auf den Gewinn bestehen können, ein feiner Zug vom Andreas.

Es kommt der klassische Najdorf auf Brett.  Mit 12.Lf3 setzt Weiß nicht konsequent fort. Im Najdorf gilt es, aggressiv zu spielen.  12.g4 wäre auf Angriff gepolt gewesen. 14. B4 begeistert nicht, denn es lässt einen Bauern stehen. Das Schachkid ist begeistert und hofft, langfristig noch den Bc3 zu gewinnen. 23. Tg3 hat das Schachkid völlig übersehen. Wenn noch 24. De5 kommt, muss Schwarz schon mit Txd4 die Qualität geben.

Die Partie entwickelt sich gut. Es gelingt Schwarz, den gegnerischen schwarzfeldrigen Läufer abzutauschen. Nun fix überlegt und durchgezählt. Der Bc3 ist dreimal angegriffen, aber nur zweimal verteidigt. Schwarz nimmt begeistert den Bauern, aber Weiß nimmt einfach mit den Turm zurück und Schwarz kann nicht wieder nehmen. Dumm gelaufen… Mit 29. …Te4 hätte Schwaz einen zweiten Bauern gewonnen und anschließend gutes Spiel gehabt.

Mittagspause, Zeit die rustikalen Köstlichkeiten der Sportlerkneipe auszutesten. Die Bar empfiehlt Potsdamer, Bier mit roter Fassbrause. Das kennt das Schachkid noch nicht findet es aber großartig. Die Frage nach etwas Süßen kontert der Barkeeper mit Eierlikör im Schokobecher. Zwei gehen mindestens.

Das Schachkid startet leicht beschwingt, um nicht zu sagen am schwankenden Brett in die 2. Runde gegen Cordelia Koppe aus dem schönen Rüdersdorf, was heute lange nicht mehr so staubig wie zu DDR-Zeiten ist.Mittlerweile sitzt man im Nebenzimmer, wo quasi die genullten Spieler hin müssen. Dafür sitzt man bequemer.

Schottisch, kleine Zugumstellung, Blumenfeldtangriff. So fühlt es sich also an, wenn man sich in einer Eröffnung auskennt und man ein gewisses Stellungsgefühl hat. Das muss der Schachwizard, des Schachkids Ex-Trainer wohl gemeint haben, als er gang verzweifelt predigte, das Schachkid solle sich Eröffnungen anschauen.

Die gegnerische Dame wird gegen drei Leichtfiguren eingetauscht. Das kann Schwarz durchaus noch spielen- Ständig muss Weiß auf seine Dame achten. Aber nach 20. H2 wird Schwarz wohl doch noch eine Leichtfigur einbüßen. Schwarz übersieht jedoch ein einzügiges Matt. Alte Männerweisheit, vor Damen aus dem Hiterhalt muss man sich hüten.

 

 

19. Briesener Open – Remis überall

3.  Tag beim Briesener Open. Der Tag beginnt um 6.30 Uhr im Hotelbett mit einem Anruf bei 1&1, wo erstmal klargestellt wird, dass diese Seite doch bestehen bleibt und die ausgesprochene Kündigung zu widerrufen ist. Ausnahmsweise gerät das Schachkid mal an einen kompetenten und freundlichen Mitarbeiter, was bei 1&1 normalerweise gar nicht so einfach ist.

Auf den Tag wird sich eingestimmt mit Witzen von Wolfgang von der Lippe und Dr. Eckard von Hirschhausen. Das Schachkid ist ein Fan.

Das Schachkid ist heute etwas früh dran und räumt erstmal Kugelschreiber und Pullover ans Schachbrett. Danach erstmal Kaffee trinken und mit Vereinskollegen palavern und zurück ans Brett. Der Pullover ist weg. Wer bitte schön klaut denn einen Pullover? Später findet ihn das Schachkid in der Küche aufgehängt. Eine besorgte Mutter hat ihn gefunden und weggeräumt. Vor besorgten Müttern ist offensichtlich nichts sicher.

Heute geht es gegen Paul Schmidt. Das Schachkid hat gegen den sympathischen Mecklenburger bereits beim Neubrandenburger Open die Klingen gekreuzt. Damals einigte man sich auf Remis. Heute spielt Paul einen Drachen, das Schachkid kontert mit Maroczy.

Nach 13. … b5 sieht sich das Schachkid genötigt, doch mal nachzudenken. Es scheint allerlei zu drohen. Ta1 steht in der Läuferdiagonalen rum, Sc3 scheint doppelt und dreifach durch Turm, Dame und Läufer angegriffen zu sein. Das Schachkid holt sich einen Kaffee und beklagt sich bei der Frau des Vereinschefs über das drohende Ungemach.

Nach Abtausch scheint aber alles in Butter. !5. … Sd7 versteht das Schachkid nicht, es hätte eher mit Sxe4 gerechnet. So spielt das Schachkid zügig 17. Tac1 und hat leider das folgende Lb2 nicht gesehen. Wieder ein Zug zu wenig gerechnet, die alte Schwäche. 17. Scd4 wäre es wohl gewesen. Der Mecklenburger hat auch keine Skrupel, sich die Qualität zu nehmen. Immerhin kann sich das Schachkid die Qualität sichern.

Das Schachkid ist verschreckt, bietet probehalber Remis und ärgert sich später darüber. Es fehlt wieder einmal der Ehrgeiz am Brett. Fehlende Qualität hin oder her, Weiß hat das Läuferpaar. Und die verbundenen Freibauern auf der a- und b-Linie muss Schwarz erstmal aufhalten. Die Stellung ist vermutlich für beide Seiten chancenreich und ausgeglichen. Der Mecklenburger sieht es ähnlich und willigt vorsichtshalber ins Remis ein.

Muss also wieder die letzte Runde entscheiden, ob es ein gutes oder schlechtes Turnier wird. Problem nur dabei, in der letzten Runde ist das Schachkid immer so demotiviert. Es fehlt der Biss, das Schachkid hat keine Lust, sich noch anzustrengen.

Christine Gebhardt vom SC  Friedrichshagen wirkt dagegen sehr motiviert. Dieser Schachclub spielt im äußersten Südosten von Berlin in der Nähe von Köpenick. Das Schachkid war da mal zum Punktspiel. Man fährt ewig durch Berlin und glaubt gar nicht, dass man immer noch in Berlin ist.

Geschlossener Sizilianer, das Schachkid hat keinen Plan. Die Gegnerin wirkt kampfeslustig und knallt die Züge in einem Affentempo aufs Brett. Sie scheint sich auszukennen. Das Schachkid hat nicht mal Gelegenheit, durch die Gegend zu laufen.

Das Schachkid bietet probehalber mal Remis an und Weiß willigt tatsächlich ein. Wobei die Stellung für Schwarz durchaus kämpfenswert ist. Schwarz steht zwar gedrückt. Der weiße König steht aber auch reichlich windig. Und Schwarz hat das Läuferpaar. Öffnet sich die Stellung und der weiße Angriff kann abgewehrt werden, dann wird die Partie für Schwarz ein Selbstläufer.

Der Rollmops hat ein nicht so gutes Turnier gespielt, will es aber in der letzten Runde wissen. Er gibt richtig Gas und wird die letzte Partie des Turniers. In der Zeitnot reißt er die Stellung herum und holt sich denn Punkt, wie die riesige Zuschauermenge um das Brett herum gebannt verfolgt.

Der Schachwizard war auch dabei und hat ein sehr gutes Turnier gespielt. Nur ein Verlust gegen den Favoriten, es reicht fürs Treppchen und einen Pokal. Die DWZ springt auf einen neuen Rekord und nährt sich der 2100. Das Schachkid ahnt, das wird immer schwieriger, den Wizard einzuholen und überholen. Man braucht ja Ziele.

Insgesamt ein sehr schönes Turnier. Es besteht schon Vorfreude auf das 20. Briesener Open 2018. Spielerisch war das Turnier keine Katastrophe. Zumindest hat das Schachkid keine taktischen Einsteller gebracht. Aber eben die Partien auch nicht ausgekämpft. Auch wenn der 6. Platz ok ist, vom Remis schieben wird man zugebenermaßen nicht besser…

19. Briesener Open – Blitz und Donner

Am Samstag Morgen nach dem enttäuschenden Frühstücksbuffet geht in Fürstenwalde erstmal nix. Lauter ausländische LKW sind unterwegs. Als erfahrener Fürstenwalder weiß das Schachkid, da muss was auf der Autobahn passiert sein. Ist es auch, ein Gefahrguttransporter ist umgekippt. Das Schachkid beglückwünscht sich zur Entscheidung, vor Ort zu schlafen. Auf dieser bekloppten A12 ist ja immer was.

Seit 12 Jahren fährt das Schachkid beruflich und privat zwischen Potsdam und Fürstenwalde hin und her, Und jedes Jahr wird auf dieser bekloppen Autobahn gebaut, In den letzten Jahren hat mman auf zig Kilometern den Standstreifen erneuert. Um jetzt auf die glorreiche Idee zu kommen, man könne da doch dreispurig ausbauen. Was die Benvölkerung übrigens seit zig Jahren fordert, Wie gut, dass man den teuer erbauten Standstreifen dabei platt machen kann…

Arno Behtke aus Neubrandenburg ist er Gegner der 2. Runde. Man hat schon dreimal die Klingen gekreuzt, dreimal wars remis. Das Schachkid bereitet sich ausnahmsweise mal vor und schaut sich die Tarrasch-Variante in der französischen Verteidigung an. Leider weicht Schwarz im 5. Zug ab, wieder umsonst vorbereitet.

Das Schachkid schreibt diesen Text und wird von einem Unbekannten angequatscht, dass man morgen zwei Züge nacheinander machen wolle, ohne dass dies der Gegner merke. Ob dies erlaubt sei… Sowas kann das Schachkid ja gar nicht leiden, blöd von der Seite angequatscht zu werden.

Der Neubrandenburger lässt ein paar Bauern stehen, das Schachkid stellt diese fasst wieder ein. Schwarz greift aber nicht zu, im 25 Zug zum Beispiel. Da haben beide Seiten nicht so optimal gespielt.

Das Blitzturnier droht ein Desaster zu werden. Nur sechs Mann haben sich angemeldet. Im Vorjahr waren es fast 20 Mann. Das Schachkid ist extra losgefahren und hat schöne Preise gekauft jetzt bangt es um die Teilnehmer, zu wenige und zu viele Preise.

Nicht mal auf der Toilette hat man seine Ruhe, wenn man eine Sitzung machen will. Zuerst kommt ein Kind und rüttelt an jeder Tür, wird aber vom Vater zurückgepfiffen. Offensichtlich ist jede Box besetzt.

5 Minuten später. Das Schachkid stellt gerade fest, dass auf dem Klo kein Handyempfang besteht. Wie auf der Toilette auf Arbeit, nirgendwo kann man in Ruhe Spiegel Online lesen. Das Kind kommt zurück und findet eine freie Box. Kurz danach panisches Rufen nach dem Papa. Der Kuli sei ins Klo gefallen. Muss ein Edelkuli gewesen sein. Der Papa merkt an, ein Kuli gehöre nicht in die Gesäßtasche und wirkt auch sonst verstört ob dieser schockierenden Nachricht.  Das Schachkid hört es zwar planschen, kann aber nicht beurteilen, ob der Kuli aus der Kloschüssel gerettet wurde.

Immerhin reicht es mit 1,5 Punkte für Brett 3, wo schon ein Kind und angehender Jugendlicher namens Niclas Sperling wartet. Bei Kindern weiß man ja immer nicht, ob die wirklich wie ihre Zahl oder doch wesentlich besser spielen. Das Nachwuchsfedervieh spielt mit und ein klassischer Najdorf kommt aufs Brett.

17. Sg5 von Weiß kann nicht gut sein, nun kommt Schwarz zum Angriff. Versäumt es aber dabei leider, gute Züge zu machen. 19. …Td8 bietet sich zum Beispiel an, um durch die Fesselung den Läufer zu gewinnen. 20. … e4 sieht noch besser aus. Oder 22. … Db6 . Das Schachkid findet aber zielrichtig die richtigen Züge, sodass der Knabe auf der anderen Tischseite zielstrebig in ein Dauerschach bzw. Stellungswiederholung einleitet, was er clever erkannt hat.

Nach 3 Runden stehen 2 Remis und ein Sieg gegen jeweils schwächere Gegner zu Buche. (Der Kerl am Tisch mit der dummen Frage klopft gerade immer noch dumme Sprüche).  Kein Traumergebnis, aber auch keine totale Pleite. Während einer Partie in Ruhe bei jeden Zug nachzudenken, bleibt ein Problem. Mehr Taktiktrainng ist nötig!

Zum Blitz haben sich nun doch 11 Teilnehmer erbarmt, und dass gar nicht mal so wenig. Das Schachkid würde ja eine Tabelle veröffentichen, wenn diese nicht auf einen anderen PC wäre. Der Berliner Nachwuchs Jonas Kreutz gewinnt relativ klar das Blitzturnier mit 7,5 Punkten aus 11. Wobei das Schachkid für sich in Angriff nehmen kann, gegen den Turniersieger gewonnen zu haben. Wenn auch nur, weil Jonas ein Schach seines Königs übersieht.

Gegen Rollmops wird zum ersten Mal der Blumfeld-Angriff im Schotten ausprobiert, den sich das Schachkid angeguckt hat. Tatsächlich entwickelt sich eine turbulente Partie, die der Rollmops gewinnt.  Aber das ist ausbaufähig.

Das Schachkid landet auf Platz 8 und muss den Bierbrauer Carl Jacob durch die Halle jagen, weil dieser den Eierlikör gemopst hat. Diesen liebt das Schachkid, also den Eierlikör und nicht den Carl, und will ihn wieder haben. Anwesende Hipster sind ratlos und verstehen nicht, wie man Eierlikör trinken kann. Da fehlt es einfach an Lebenserfahrung.

19. Briesener Open – Auftakt für die neue Saison

Das 19. Briesener Open steht an, in diesem Jahr sehr spät, fast zum Ende des Sommers. Das Schachkid hat 5 Wochen, abgesehen von einem kleinen Schnellschachturnier kein Schach mehr gespielt. Also dient das Open der Saisonvorbereitung, wo auch immer diese stattfinden wird. Da ist das Schachkid noch ein wenig unentschlossen.

Das Open ist mit 148 Mann gut besetzt. Es fehlt diesmal vorne an Klasse, dafür ist halt mehr Masse.

Immerhin, das Schachkid will seine 1700 wiederhaben. Schlimm genug, dass es nicht für die A-Gruppe reicht. Also wird seit einer Woche jeden Tag bei http://www.chesstempo.com täglich eine Stunde Schachtraining gemacht.

Ehemals jugendliche Vereinsmitglieder sehen nun aus wie jugendliche Hipster. Aus Kindern werden Leute und man selbst wird alt. Das Schachkid überlegt angestrengt, sich die neue Adresse schachman.guru zuzulegen.

Das Schachkid nächtigt im Kaiserhof in Fürstenwalde. Das hätte sich das Schachkid auch nicht träumen lassen, mal in Fürstenwalde, wo es 8 Jahre gewohnt hat, im Hotel zu schlafen. Im Kaiserhof hat das Schachkid vor 11 Jahren seine erste Nacht in Fürstenwalde zugebracht. Damals war es furchtbar laut. Das hat sich offensichtlich in den letzten Jahren auch nicht geändert. Nur das Frühstücksbuffet ist schlechter geworden.

Es ist Sommer und das Schachkid friert sich zu Tode. So kalt ist es draußen, von wegen Klimaerwärmung. Diverse Schachspieler haben tatsächlich knöchelhohe Winterschuhe an. Vermutlich wieder so ein Hipsterding.

Gehrke sen. ist auch nicht da, wieder ein potenzieller Punkt weniger. Irgendwas ist ja immer.

Die erste Runde läuft gegen Wolfgang Kerber. Der Fürstenwalder spielt seit Jahren in keinem Verein, hat aber nix verlernt. Königsindisch, die Türme tauschen sich ab. Die Stellung ist unklar, obwohl das Schachkid glaubt, leicht schlechter zu stehen. In der Endstellung können sich die schwarzen Läufer gar nicht richtig bewegen. Die weißen Springer sind vermutlich in der geschlossenen Stellung besser. Weiß bietet Remis. Das Schachkid schläft schon wieder fast am Brett ein und schlägt daher umgehend ein. Abends spielen ist ganz schwierig.

Der  Auftrakt hätte schlimmer sein können.

Ramada-Cup – Whisky unterm Kilt

Anja ratzt, das Schachkid ist schon wach und beäufgt das Handy im Dunkeln. Erster Tag in Köln, das Schachkid geht als Schottischer Edelmann zum Frühstück. Der Rest geht seriös. Offensichtlich spielen keine Rheinländer mit. Die Eröffnung wird abgekürzt. Der Bürgermeister von Brühl erläutert, er sei nur da, um den Zwischenraum der närrischen Regentschaft zwischen den 11.11. und Aschermittwoch zu überbrücken. Der Vorsitzende des Schachverbandes schafft es in seiner Rede, Yoko Ono, John Lennon und das Schachspiel zu verbinden. Später haut er dem Schachkid auf die Schulter und teilt strahlend mit, er freue sich, einen Schotten zu sehen.

Anja spielt gegen einen blinden Gegner, was sicher ungewohnt ist. Das Schachkid holt der Anja ein Getränk. Die Kellnerin fragt interessiert, ob es dem Schachkid nicht zu kühl unterm Rock sei.

Das Schachkid spielt gegen eine Düsseldorfer. Das der sich nach Köln traut… Läuft nicht gut. Das Schachkid geht an die frusche Luft und wird aus der Raucherecke kritisiert, das die Beine aber mal enthaart werden müssten.

Wieder drinnen befragt eine ältere Dame 20 Minuten lang den Mitarbeiter an der Rezeption, wie der Fernseher zu bedienen sei. Dieser erklärt geduldig, die Pfeiltasten auf der Fernbedienung seien der entscheidende Faktor. Die ältere Dame zieht wütend und fluchend ab. Im Hintergrund hält ein zweiter Mitarbeiter seinen Computerbildschirm fest und haut seinen Kopf dagegen.

Das Schachkid verliert die Qualität, Anja spielt immer noch. Das Schachkid wandelt durch den Saal und ernet lobende Kommentare ob seiner „schönen Waden“.

Anja spielt und spielt und spielt… Das Schachid gibt auf und begibt sich in den zweiten Turniersaal. Zwei weibliche Schiris schauen das Schachkid interessiert an und wollen das Schachkid unter dem Kilt greifen. Die Damen sehen Entsetzen und mutmaßen, das Schachkid habe Angst…

Anja spielt immer noch, das Schachkid geht einkaufen.

Ramada-Cup – Kölle Alaaf

Das Schachkid und die Grand Dame des Schachs in Briesen, Anja, spielen den Ramada-Cup in Brühl mit. Man startet entspannt in Berlin. Die deutsche Bahn stiftet Verwirrung und hängt die Waggons des Zuges durcheinander. Anja findet nicht zum Schachkid. Dieses schleppt seinen schweren Koffer die Treppe hoch, die Rolltreppe geht mal wieder nicht. Praktischwerweise hält der durcheinander gewürfelte Zug quasi mit dem richtigen Waggon direkt vor em Schachkid. So sitzt dieses schon 10 Minuten, ehe Anja den Zug durchpflügt hat.

Weiter geht es mit den Pannen. Das Schachkid hat Hunger. Wie immer in solchen Situationen sorgt sich die Bahn um dei Gesundheit der Passagiere. Und hat im Speisewaagen eine Panne, nicht mal einen Schokoriegel. Anja spendet den ausgehungerten Schachkid einen Muffin.

Um 21.15 ist man da und hat 20 Minuten Zeit am HbF Köln. Das Schachkid knipst begeistert Fotos. Jede Menge Wooling, hier is wat los. Karneval in Köln. Anja drängelt, ab zum Bahnsteig zum Regio nach Brühl. Dort steht ein ICE, der sich gerade teilt. So muss es sein, wenn sich ein ICE wie eine Zelle vermehrt. Eine Hälfte fährt nach links, die andere nach rechts. Vom Regio keine Spur.

Keine Ansage nix. Die Anzeige verschwindet. Vermutlich ist es ein Harry-Potter-Zug. Das Schachkid hat dieses Jahr mitgedacht und schon am Nachmittag ein Taxi zum Brühler Bahnhof bestellt. Nutzt nun nix, da man in Köln festhängt. Das Schachkid fotografiert erstmal den Dom.

Draußen keine Taxis in Sicht, nur eine lange Schlange am Taxistand. Man läuft zur anderen Seite, auch hier keine Taxis. Also zurück laufen, Anja will nicht durch den Bahnhof, sondern drumherum laufen. Gegenüber der Rückseite des Kölner Bahnhofs sieht die Rückseite des Bahnhofs Zoo in Berlin regelrecht seriös aus.

Also nun den Zug um 22.36 bekommen. Der fällt ersatzlos aus. Die Ansage empfiehlt die Straßenbahn nach Bonn. Anja und das Schachkid befragen einen Bahnmitarbeiter nach der Straßenbahn.. Dieser meine, hier gäbe es nur eine U-Bahn. Der nächste befragte Mitarbeiter hält die Straßenbahn für eine S-Bahn und ist sehr empört ob der Zweifel des Duos Infernale. Man steigt zum Gleis der S-Bahn empor, das Bonn fährt nix. Man steigt ersatzweise in den Zug nach Köln-Deutz in den Zug. Vielleicht findet sich dort ein Taxi.

Fehlanzeige, Anja und das Schachkid irren zum Taxistand, Massen an Wartenden und keine Taxen. Es ist kurz vor Mitternacht, es ist kalt, dunkel und ein Orkan zieht auf. Ein wartender Mercedes ruft dem Duo Infernale zu, ob man gerade eine Taxe suche. Er habe einen Mietwagen. Oh Wunder, der liebe Gott hat ein Einsehen. Der Rheinländer berichtet begeistert von seinem antiken Schachcomputer Mephisto. Und hat außerdem vor Jahrem Dieter Gorny durch die Gegend gefahen, dem Chef des Musiksenders Viva, als das noch ein guter Sender war.

Kurz nach Mitternacht an der Rezeption. Es gibt keine Schlüssel, sondern neuerdings Chipkarten für das Zimmer. Anja ist begeistert, der Mitarbeiter am Empfang nicht. 10 Minuten nach Mitternacht hebt dieser zu einem epochalen Vortrag über den Vorteilen von Zimmerschlüsseln an. Anja guckt verzweifelt.

Halb eins nachts – man schläft endlich im Zimmer ein.

26. Erfurter Schachfestival – 360 Tage warten

Nachdem am Vortag nichts lief, kann es heute ja nur besser werden. Ein Kampfkind wartet. Vorher gilt es aus dem Zimmer auszuschecken. Was nicht ganz einfach ist, da das alle machen wollen. Und alle vor den Fahrstühlen stehen. Lange, sehr lange…. Es scheint nur ein Aufzug zu fahren, zwei scheinen kaputt und stecken geblieben  zu sein. Tage später wird das Schachkid feststellen, dass es noch seine Zimmerkarte hat. Diese wird das Schachkid, wenn es kommenden Sonntag im Turnierhotel nächtigt, gleich zurück geben.

Der kleine Ben hat ebenfalls starke 3,5 aus 7. Und die hatte er gegen beachtliche, da stärkere Gegner geholt. Das Schachkid konnte also nicht auf einen schnellen Sieg hoffen. Im Gegenteil, eher auf eine schwere Partie. Und so kam es denn auch. Die Eröffnung war kein Problem, Ben kannte sich aus. Insgesamt dachte der Kleine bei jeden Zug gründlich nach. Was das Schachkid daran merkte, dass der Kleine jeden taktischen Kniff im Ansatz verhinderte. Letzlich gelang ein solcher doch mit mit 24. Lh4. Aber danach dauerte es eine ganze Weile, bis der Punkt eingefahren war. Das war ein talentierter 10-jähriger, von dem man sicher noch hören wird.

Kein Jahr ohne Hugendubel. Der ist in Erfurt direkt am Anger und hat drei Etagen. Es ist wunderbar entspannend, in einem Buchladen zu gehen und dorgt zu stöbern.  Das Drama ist dabei, die großen Buchketten haben eine riesige Auswahl, machen aber die kleinen Einzelläden damit kaputt. Spezialisierung scheint das Geheimrezept zu sein. In Schmalkalden gibt es die wunderbare Buchhandlung Lesezeichen. In Berlin gibt es einige Krimibuchhandlungen, z.B. Miss Marple oder den wunderbaren Laden Prinz Eisenherz.

Die Siegerehrung naht. Selten sieht man so eine schicke Schiedsrichterriege wie hier. Im schicken Zwirn stehen sie neben der Bühne aufgereiht. Das Schachopen war dieses Jahr nicht mit ganz so vielen Titelträgern besetzt, dafür wirkt es internationaler. Es gewinnt tatsächlich ein Däne, der IM Jens Ove Friese-Nielsen.

Zusammenfassend war es ein schönes Open. Spielerisch ist das Schachkid leicht unzufrieden. Es lief nicht so schlecht mit 4,5 Puntken aus 8 Partien, aber auch nicht überragend. Das Hotel hatte seine üblichen Schwächen, lahme Bar und Fahrstühle, auf die man ewig warten musste. Insgesamt bietet das Hotel jedoch hervorragende Spielbedingungen.   Von Daniel Wanzek und seinem Team wurde das 26. Erfurter Schachfestival hervorragend organisiert und geräuchlos durchgeführt. Nun heißt es leider wieder 360 Tage warten bis zum nächsten Jahr…

26. Erfurter Schachfestival – Nerven lassen

3,5 aus 5 Punkte, bisher lief es durchwachsen für das Schachkid, Mal schauen, wie es heute weiter geht.

Gegen Thomas Woost spielt das Schachkid die schlimmste Partie im ganzen Turnier. Lange wurde das Schachkid nicht so auseinander genommen in der Eröffnung. So spielt man den Najdorf nicht, schrieb das Schachkid bereits vor einem Jahr an dieser Stelle. Innerhalb von 12 Monaten hat das Schachkid es nicht hinbekommen, sich mit dem Najdorf zu beschäftigen. Da ist noch Luft nach oben.  11.  …. e5 ist der erste fatale Zug, da der weiße Springer nun nach f5 kann und den wichtigen Le7 abtauscht. Der schützt den Königsflügel und den Bd6. Der zweite Fehlgriff 12. … Te8 folgt sogleich. Das Schachkid gibt nach 1 Stunde frustriert auf und bestückt seine Speichelprobe. Da hat der Theo Gungl was zum messen, der Stresslevel muss hier echt hoch gewesen sein.

Das Schachkid begibt sich erneut auf die Suche nach einer Thaimassage und wird fündig. Entweder verspannt man am Brett zu sehr oder das Schachkid wird alt. Jedenfalls haben diese Thaimassagen eine entspannende Technik drauf. Der Rücken wird geklopft wie ein Schnitzel. Arme und Beine werden alle Richtungen verbogen. Gelegentlich trampelt die Masseurin wortwörtlich auf dem Kunden herum. Es ist auf jeden Fall entspannend.

Gegen Dr. Zalewski hat das Schachkid schonmal vor vielen Jahren gespielt. Ein harter Gegner… Das Schachkid erlebt ein Deja Vu mit Variation. Der gleiche Najdorf wie am Vormittag. Diesmal spielt das Schachkid nicht e5, büßt aber dafür die Qualität ein. Das Schachkid überlegt nach einer Stunde im 16. Zug schon wieder, ob es nicht besser aufgeben sollte.  Nur aus Trotz spielt das Schachkid weiter, obwohl diese Art der Verteidigung sehr zermürbend ist. Im 22. Zug kann sich faktisch keine schwarze Figur bewegen. Vielleicht schafft das Opfer der Qualität etwas Intiative. Danach scheint der Plan klar. So viele Bauern wie möglich vom Brett nehmen, dann Figuren abtauschen. Weiß bleibt mit dem Springer zurück und es wird Remis. Leichter gesagt als getan – und doch gelingt es. Die Stellung wird zunehmend offener, der weiße König sieht sich ständigen Schachs ausgesetzt. Aus weißer Perpesketive ist die Partie sicher schwer zum Gewinn zu führen, trotz der Mehrfigur.

Nach dieser langen Partie springt das Schachkid kurz in die Sauna. Dieses hat das Hotel auf die 17. Etage gebaut. Bei 90 Grad Celsius hat man einen Rundumblick über das weihnachtlich verschneite Erfurt. Das ist wirklich wunderschön.

Beim Abendessen fragt das Schachkid den Bundesbernd, ob dieser noch aktiv spiele, womöglich sogar für seinen Heimatverein, die TSG Apolda. Der Bundesnachwuchstrainer schaut sichtlich irritiert. Und erwähnt, dass sein letztes Spielgeschehen in der Bundesliga gewesen sei. Das Schachkid muss zugeben, dass es die Nachrichtenlage zum Schachgeschehen nur sehr selten verfolgt. Da tun sich dann schon mal Bildungslücken auf.

Seine umfassenden Fähigkeiten demonstriert der Bundesbernd dann sogleich. Doppelkopf kann er auch. Liegt am Tisch aber trotzdem hinter dem Schachkid. Tissch- und Spielerwechsel. Es kommen einfach keine Karten. De Punkestand dreht ins Minus. Leides Jauchzen am Nachbartisch. Der Turnierorganisator hatte im Vorjahr noch den letzten Platz belegt. Offensichtlich hat er geübt. Dieses Jahr gewinnt er freudestrahlend das Doppelkopfturnier, was ihm die Anwesenden von Herzen gönnen. Das Schachkid übernimmt die Medaillenvergabe, der Gewinner kann sich ja nicht selber ehren.

26. Erfurter Schachfestival – Schachkid räumt ab

Das Hotel kann Frühstück und holt erneut Punkte beim Schachkid. Ein Frühstück in Ruhe und dabei Zeitung lesen, so muss Urlaub sein. Vorher erschrickt sich das Schachkid fast zu Tode. Vorige Woche guckt das Schachkid noch die Videoserie Königsindisch von der Melanie Lubbe bei Chess24. Selbige steht prötzlich am Buffet vor dem Schachkid und wird von diesem fast über den Haufen gerannt. Ein bisschen Prromifeeling beim Frühstück…

Das Schachkid komm in den Spielsaal. Der Turnierdirektor fragt, wie es beim Skat gelaufen sei. Das Schachkid meint, so la la…Es geht los, Preise werden verlost, fürs Skatturnier. Es gibt die Schnecke zu gewinnen, für den letzten Platz im Skatturnier. Das Schachkid denkt schon an die Partie und hört aus der Ferne seinen Namen.  Was ist das? Letzter beim Skatturnier geworden? Und das dem Thüringer, der Skat mit der Muttermilch eingesaugt hat?

Der Turnierleiter Daniel Wantzek eilt freudig auf das Schachkid zu. Der Schlingel, der eben noch scheineilig das Schachkid befragt hat. 10 Jahre spielt das Schachkid nun schon in Erfurt mit, nun hat es endlich mit einem schönen Pokal geklappt.

schnecke

Es geht weiter mit einer Verlosung. Das Schachkid wird schon wieder aufgerufen. Heute läuft es. Der Turnierleiter bringt einen hübschen Schachkalender vorbei. Der passt gut zum Kugelschreiber mit dem eignen Namen drauf, den heute jeder Teilnehmer erhalten hat.

kalender

Diese Aufmerksamkeiten machen das Erfurter Schachfestival neben den sehr guten Spielbedingungen wirklich zu etwas besonderen.

Eine junge Dame wartet mit etwas über 1000 DWZ. Das Schachkid hofft auf einen schnellen Sieg. Wird nix. Die junge Dame macht das, was das Schachkid auch ab und an tun sollte, bei jeden Zug lange nachdenken.

Schottisch wirds… Auf 4. … Sf6 hat  das Schachkid noch kein Rezept. Das Schachkid sollte sich wirklich mal die Theorie angucken. Die Gegnerin agiert noch etwas zaghaft. 7. …dc  statt bc ist ein Fehler und ermöglicht Weiß, die schwarze Stellung zu demolieren. 12. … Le6 statt …Lg4 wäre etwas zäher gewesen. So wird der Läufer gleich vertrieben. Es fallen einige Bauern und nach einigen Abtauschen kann Schwarz den Bauerneinzug nicht verhindern. Dran bleiben heißt es für Schwarz. Aber vielleicht wäre das Amateurturnier statt des brutalen Hauptturniers die motivierendere Wahl für die Spielstärke gewesen.

Das Schachkid muss, so will es das vibrierende Ding am Arm, Schritte tun. Also ab in die Innenstadt. Auf zu einer neuen Thaimassage, der Rücken schmerzt.  Der Laden sieht komisch aus. Das Schachkid beschließt, lieber in ein Mittagessen zu investieren. Oh ein Bierladen. Tatsächlich hat Erfurt nun anscheinend einen Bierladen, wo es internationale Biere gibt, Bierseminare inclusive.

Auf dem Weihnachtsmarkt angekommen wird nochmal in Nüsse investiert. Nüsse kann man nie genug haben. Dazu ein kleines Rostbrätl. Das Schachkid beißt beherzt hinein. Geschmacksexplosion auf der Zunge… Braten können nur die Thüringer. Das Schachkid denkt sogleich an eine Rückkehr in die Thüringer Heimat nach und schickt Abends eine Bewerbung los.

Paulsen kommt aufs Brett. Das Schachkid ist sich ziemlich sicher, dass es die Theorie hier falsch spielt. Es wird bei Gelegenheit in den vier Schachbüchern nachschlagen, die es heute beim Stand von Eurochess erworben hat. Die Frage ist, wohin mit dem weißen Läufer im 12. Zug? Der Abtausch macht wenig Sinn. 14. Ld3 hofft auf einen möglichen Königsangriff. Statt 21. Taf1 könnte man aucch g4 spielen, um denn schwarzen weißfeldrigen Läufer zu blocken und den Turm nach h3 zu bewegen. Dies ist dem Schachkid aber nix, seine Königsstellung so aufzureißen.  Schwarz macht mit 22. … f6 einen kapitalen Fehler. Die schwarze Königsstellung öffnet sich nun und ist nicht mehr zu halten. Das Endspiel ist gewonnen, wenn Weiß nicht schon vorher matt wird.

Abends steht noch ein Würfelblitz an. Das Schachkid erwägt kurz die Sauna. Die Aussicht auf lustiges Schach obsiegt. Im Würfelblitz würfelt man die Bedenkzeit aus. Im Extremfall hat eine Seite 2 Minuten Zeit, die andere Seie 6 Minuten. Diese Idee könnte man zum Briesener Open importieren. Es spielen eindeutig zu viele Titelträger mit, die finden das Format offensichtlich auch sehr reizvoll. Das Schachkid macht 3,5 Punkte aus 9, kein tolles Ergebnis, aber lustig.