Archiv für die Kategorie „Schach-Open“

Kurt-Richter-Gedenkturnier 2019 – Jubelnde Dame

Heute gibts zwei Punkte. Das Schachkid ist wach und der Johannes macht wieder seine Eröffnungsvorbereitung im Auto. Da kann heute nix schief gehen. Da wird sich das Schachkid aber irren, wie sich noch zeigen wird.

Mit Cornelia Köppe wartet eine Bekannte. Zuletzt sah man sich bei jeden Open. Nur eine Frage der Zeit, bis man auch mal gegeneinander spielt. Die Königsindische Verteidigung kommt zum Zug. Das Schachkid denkt an die mahnenden Worte von Johannes und greift an. Wobei Weiß auch nicht so sauber spielt und den eignen König doch sehr exponiert. 27. … Lxf2 wäre der Schlüsselzug gewesen, um die Stellung zu gewinnen. Das Schachkid sieht es und spielt doch was anderes.

Das Schachkid zieht, lässt die Dame los, hat die Uhr noch nicht gedrückt und sieht das Dilemma. Die Dame ist Dank Gabelschach im nächsten Zug weg. Die Dame auf der anderen Brettseite bricht spontan in Jubel aus. Es sei ihr gegönnt, die letze Partie, als man gegeneinander spielte, hatte das Schachkid gewonnen. Extrem ärgerlich, wenn man die entscheidenden Wendungen während der Partie sieht und diese dann so wegschmeißt. Das Schachkid schaut  später extra in den FIDE-Regeln nach. Ein Zug ist wirklich ausgeführt, sobald man die Figur loslässt. Da muss man nicht mal die Uhr drücken.

Das Schachkid sucht sich einen Roller und fährt zum Brunch. Zwei Gläschen Rotwein und etwas Palaver mit einem Freund am Mittagstisch und die Welt ist schick. Kurz überlegt das Schachkid, ob es noch zur letzten Runde erscheinen solle. Beim Johannes, der das Turnierfeld morgens noch anführte, lief es auch nicht.

Das Schachkid vermutet ein Kind am Brett, sieht sich aber einen Erwachsenen gegenüber. Das freundliche Gegenüber hat vermutlich gerade angefangen und ist leider chancenlos.

Hier hat sich Weiß fast selber matt gesetzt. Hoffentlich hat der Gegner nicht den Mut verloren. Solche Turniere sind für Anfänger sicherlich ein wenig brutal.

Das Schachkid begibt sich in den Flur. Dort steht ein Sofa. Auf selbigen macht es sich das Schachkid bequem. Wenig später taucht Johannes auf und merkt an, man könne jetzt schleunigst nach Hause fahren. Der Blick sagt alles. Das Schachkid fragt lieber nicht nach. Auf der Heimfahrt ist man sich im Auto total einig, das so eine DWZ völlig bedeutungslos ist.

Bei dem Turnier lief spielerisch überhaupt nichts. War es die Hitze… Oder andere Ursachen… Drei Partien gingen aufgrund einzügiger Einsteller verloren. Also mehr Taktiktraining oder doch lieber Eröffnungstraining? Am Turnier selber lag es jedenfalls nicht. Klein und familär mit netten Leuten. Ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Kurt-Richter-Gedenkturnier 2019 – Das Schachkid versteht es nicht

2. Tag beim Kurt-Richter-Gedenkturnier. Das Schachkid hat gut geschlafen und ist motiviert bis in die Haarspitzen. Während Johannes auf der Autobahn Gegnervorbereitung betreibt, kommt das Schachkid nicht umhin, diese durch lautes Mitsingen zu stören. Berliner Rundfunk 91,4  – Guter Sender.

Das Schachkid plaudert mit dem Organisator Gerhardt. Dieser ist in der Tat ein interessanter Gesprächspartner und weiß so einiges aus der Berliner Schachhistorie zu erzählen. Ein Leben dem Schach gwidmet…

Heute geht es gegen Peter Opialla. Er hat vorgesorgt und hat ein Handtuch mitgebracht. Das Schachkid wird im Laufe des Tages manghels Handtuch etliche Taschentücher verbraten. Es ist heiß und wird auch immer heißer.

Man spielt Caro-Cann. Das Schachkid blitzt die Züge mehr oder weniger herunter. Es will um 12.00 Uhr fertig sein und zum Italiener. Schließlich hat der Freund nicht viel Zeit, mit dem das Schachkid essen will. Der Gegner überlegt lange, macht dann aber mit. Das Schachkid glaubt, Chancen am Damenflügel zu sehen. Wenn der Gegner aber blöd tauscht und plötzlich verbundene Freibauern hat, wäre das doof. Weiß versucht sein Glück am Königsflügel, sieht aber auch keine Angriffschancen und geht in eine Stellungswiederholung, die das Schachkid bereitwillig mitmacht.

Nun zum Italiener. Der hat zu. Der nächste akzeptable Italiener ist in 1,1 km Entfernung. Was für ein Marsch bei dieser Hitze. Erfreulicherweise findet das Schachkid alsbald einen Roller. Dieser muss nur noch eine Fußgängerunterführung hochgeschleppt werden. Sehr schwer diese Dinger. Und befremdlich, wenn man dabei an drei Personen vorbei kommen, die auf der Treppe liegen und sich gerade einen Schuss setzen. Das ist Berlin, wie der Freund lapidar bemerkt.

In der Sonne sitzen, etwas quatschen und zwei Gläschen Rotwein genießen. So stellt sich das Schachkid Schachturniere vor. Da sind die Ergebnisse dann auch egal. Der Freund zieht von dannen, mit neu gekaufter Regenjacke bei Hochsommer. Merkwürdige Sache. Also zurück mit dem Roller. Der Roller ist das neue Spielgerät des Schachkid.

Johannes hat Hunger und will Döner. Will aber bald nicht mehr laufen, da es warm ist. Das Schachkid fährt mit dem Roller nebenher. Also bietet das Schchkid an, mit dem Roller einen Döner zu holen. Offenbar haben in Friedrichshain alle Dönerläden zu. Es gibt nur hippe Bürgerläden. Also kriegt der Johannes einen hippen Drachenburger. Schmeckt ihm nicht so. Dafür hat er ja gewonnen und das Schachkid ist Roller gefahren.

Mittlerweile ist es so warm, dass das Schachkid dem Klaus-Dieter Korell gleich remis anbietet. Dieser will spielen. Sehr leichtsinnig, denkt sich das Schchkid. Schließlich spricht die Bilanz mit 2-0 für das Schachkid. Aber wenn er spielen will…

Die Stellung entwickelt sich erfreulich. Schon nach 15 Zügen sieht die gegnerische Königsstellung irgendwie breit aus und das Schachkid gewinnt einen Bauern. Jetzt noch ein kleiner Bauernsturm und der Gegner ist breit. Leider hat der Gegner die gleiche Idee. Und das Schachkid verpasst den Moment, wo die Stellung zu Gunsten des Gegners kippt. Zwei Mehrbauern wieder her gegeben und den Angriff abgewehrt. Nun müsste das Schachkid sehr genaue Züge machen. Der Johannes, der schon wieder gewonnen hat und das Turnierfeld nun anführt, steht fassungslos daneben. Für genaue Züge muss man rechnen. Dem Schachkid ist dafür wirklich zu warm, guckt aber ganz genau hin. Ein Turm ist plötzlich weg. Das Schachkid versteht wirklich nicht, wie das kommt.

Müssen halt am nächten Tag zwei Punkte her. Das Schachkid hofft auf ein klimatiiertes Auto und eine Dusche und freut sich darauf, eine alte Freundin in Potsdam zu treffen. Diese ist mit ihrer Tochter bei einem Segelwettbewerb. Die Tochter hofft, beste Knoterin zu werden. Eine völlig andere Welt bei diesen Seglern…

38. Kurt Richter Gedenkturnier – Kurt Richter, die unbekannte Größe

Nach dem etwas desaströsen Lichtenberger Sommer geht es am folgenden Wochenende gleich weiter mit dem 38. Kurt Richter Gedenkturnier. Das Turnier, ausgerichtet von SG Narva Berlin, erlebt bereits seine 38. Auflage. Pünktlich zum 50. Todestag von Kurt Richter.

Das Schachkid hat hier offenbar eine Bildungslücke, der mitreisende Johannes offenbar auch. Das Schachkid hat nie was von Kurt Richter gehört. Der Organisator Gerhard Mietzelfeldt hält eine launige Eröffnungsrede und gibt einige Anekdoten vom dem Berliner Schachspieler preis. Er verweist auf neue Bücher, die anlässlich des 50. Todestages erscheinen. Offenbar ist er Experte für Kurt Richter. Selbst in Schottland, so sagt er, schreibt man Bücher über den Verblichenen. Das Schachkid hat offenbar eine immens große Bildungslücke.

Diesmal soll das Turnier besser laufen. Das Schachkid hat extra eher Feierabend gemacht und auf dem heimischen Sofa ein Powernapping gemacht. In Berlin im „RUDI“ haben sich 46 Spieler versammelt. Ein kleines familäres Turnier also…

Schöne Räume… Man hat viel Platz. Allerdings ist es sehr laut. Das Nachbarschaftszentrum liegt direkt an der Hauptstraße. Fenster schließen geht auch nicht. Der Sommer gibt nochmal alles. Manch einer behilft sich mit Ohrenstöpseln. Auffällig die spielfreudige Jugend… Die waren auch alle beim Lichtenberger Sommer.

Beschleunigtes Schweitzer System – ein leichter Gegner.

Die Stellung entwickelt sich ansprechend. 12. … d5 kann nicht gut sein. Aber das Schachkid spielt gefühlsmäßig und ist zu faul zum rechnen. Ein Mehrbauer und zwei Einzelbauern am Königsflügel müssen zum Sieg reichen. Der Schiri guckt zu. Das Schachkid will schön spielen, zieht daher fix, damit der Schiri auch den schönen Zug 29. Td5 sieht. Was das Schachkid sieht, ist das Desaster, als es die Uhr drückt. Letzte Hoffnung, vielleicht sieht es der Gegner nicht. Der muss erstmal die andere Brille aufsetzen und schaut sich mehrfach nach dem Schachkid um, dass vorsichtshalber in den Flur geflüchtet ist, um das Desaster nicht anzusehen. Der Gegner siehts natürlich. Das Schachkid tröstet sich mit einem Ouzo beim Griechen gegenüber. Johannes gewinnt wie immer soverän.

Lichtenberger Sommer 2019 – Passivität wird bestraft

3. Tag des 18. Lichtenberger Sommers 2019. Der Adrenalinpegel steigt schon in Potsdam. Verkehrschaos. Das Schachkid kurvt durch Babelsberg und kommt leicht verspätet bei Johannes an. Der kriegt kein Wort heraus, da das Lautorgan mit Schinken gefüllt ist.

Rauf auf die Autobahn. Um 17.00 Uhr geht es los. Das Navi prognostiziert 17.12 als Ankunftszeit. Während man auf der Berliner Stadtautobahn rumsteht, kann man zuschauen, wie das Navi die Ankunftsprognose Minute um Minute nach hinten schiebt. Man ist jetzt schon bei 17.21 Uhr. 30 Minuten Karenzzeit, und das Auto muss auch noch geparkt werden.

Google sei Dank, das Navi findet eine Umleitung. 17.12 Uhr ist man da. Der Johannes, der kann rennen. Während das Schachkid noch den Parkplatz sucht. Der Behindertenparkplatz muss herhalten. Sind noch zwei Stück frei, und muss auch nur noch 45 Minuten bis 18.00 Uhr freigehalten werden.

Diese blöden Treppen wieder. Das Schachkid nimmt den Fahrstuhl.

Der Turniersaal ist voll. Es scheint schon erste Verluste geben zu haben. Es sind weniger Bretter als in der 2. Runde. Es ist ein ganz wunderbares Gefühl, nach dem Bürojob am Brett zu sitzen und voll in diese gang besondere Turnieratmosphäre einzutauchen. Erfahrene Turnierspieler wissen, was das Schachkid meint.

Karl Lagerfeld hat mal gesagt: „Wer in Jogginghose aus dem Haus geht, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“  – Dies möchte das Schachkid den Jugendlichen zurufen, die entsprechend ausgestattet am Brett sitzen. Früher saß man im Anzug am Brett. Des Schachkids erster Schachlehrer saß bis ins hohe Alter mit Schlips am Brett.

Heute geht es gegen einen Schachspieler aus dem schönen Bad Hersfeld. Die schöne hessische Stadt ist bekannt für das älteste Volksfest von Deutschland, das Lullusfest.

Die Partie lässt sich gut an. Das Schachkid spielt wie geplant die königsindische Eröffnung und kommt gut raus. Das wird mit einem Mettbrötchen vom Catering belohnt, heute in der 2. Etage. Interessanterweise direkt am Analysebereich dran. Gehört das zum Turnierareal? Wie leicht könnte man sich ein Brötchen holen und nebenbei fix die eigene Stellung anschauen. Der Caterer hat heute keine Bratwurst und blockiert den Fahrstuhl in der 2. Etage.

Jetzt weiß das Schachkid wieder, warum es kein Königsindisch mehr gespielt hat. Weil es Angriffspläne nicht kennt, zu passiv spielt und sich am Damenflügel überrollen lässt. Wie Business as Usual.

Auf dem Heimweg bekommt das Schachkid eine Gratis-Lektion, wie man im Königsinder angreift. An roten Stellungen werden Stellungen begutachtet. Der hat Ahnung. Da kann der nächste Gegner kommen.

 

19. Lichtenberger Sommer – Die Punkte purzeln

2. Runde beim Lichtenberger Sommer 2019. Heute purzeln die Punkte. Johannes steht schon nach 30 Minuten am Schachbrett des Schachkids und guckt fragend um sich. Der Gegner, immerhin eine passable 1700, habe wenig geschlafen und den Läufer stehen lassen.

Das Schachkid hat es etwas mühevoller. Der symphatische Zehlendorfer spielt die Eröffnung etwas unglücklich und stellt einen Bauern ein. Danach wird es aber ein wenig zäh. Das Schachkid spielt wie immer schnell, das ist ja ein schwacher Gegner. Und nach dem komischen 14. a3 kann Schwarz doch seine Stellung verbessern, was das weiße Spiel dann etwas mühevoll macht.

Die Frage ist, ob Schwarz nach 36. g4 noch weiterspielen muss oder nicht aufgeben kann. Der weiße Vorteil ist mit dem verbundenen Freibauern jetzt ziemlich offensichtlich.

Die Partie wird mit einer Thüringer Bratwurst gekrönt. Leider mit Kümmel. Die vorgeblichen Thüringer am Wurststand  sind halt doch eher sächsisch geprägt. Diese wollen dem Schachkid, das aus dem schönen Schmalkalden in Südthüringen kommt, erzählen, das der Thüringer seine Bratwurst mit Kümmel esse. Das kann das Schachkid so nun wirklich nicht bestätigen.

Auf zum Mittag essen. Nach 700m Fußmarsch landet man beim Wernesgrüner. Das Schachkid hat ein wenig zugelegt und wäre gerne mit dem Auto gefahren. Aber nein, der Kompagnon des Schachkids besteht auf den Fussmarsch. Es seien nur 300m. Mit Entfernungen hat er es nicht so.

Das Schachkid entscheidet sich das Steak Oufour, was des Schachkids Gegenüber zu einer Bemerkung veranlasst, doch mal was neues auszuprobieren. Das Schachkid storniert und sucht was anderes. Gibt nix anderes, dann doch das Steak Oufour. Der Kellner hat die Stornierung offenbar übel genommen. Er ward nicht mehr gesehen und taucht gefühlt erst Stunden später wieder auf, um die BEstellung aufzunehmen. Und das Essen des Gegenübers zu bringen. Ein geschickterer Kellner hätte beide Essen gleichzeitig gebracht!

Die 3. Runde dürfte wieder schwerer werden, nach einem Arbeitstag und gegen einen stärkeren Gegner.

Lichtenberger Sommer 2019 – Ein Turnier gefühlt voller Verbote

Das Schachkid spielt den Lichtenberger Sommer 2019 mit, das erste Mal überhaupt. Nach dem Kreuzberger Sommer hat das Schachkid Gefallen an dem Format gefunden, täglich eine Runde zu spielen.

Zunächst geht das Schachkid erstmal zum Casting, a Star is born. Netflix sucht für eine Serie 500 männliche Schachspieler. Casting heißt erstmal Anstehen. Die Schlange ist 500m lang. Nach 30 Minuten anstehen kommt eine Dame der Agentur vorbei. Man könne sich auch online anmelden, was das Schachkid auch gleich macht. Gelobt sei das Smartphone. Jetzt muss das Schachkid in eine andere Schlange, um Fotos machen zu lassen. Die ist 400m lang, war vor 30 Minuten aber noch 10 m lang. Da wäre das Schachkid gleich hin, wenn diese dumme Agentur besser informiert hätte. Nun bleibt keine Zeit mehr für Fotos. Das Schachkid muss ja zum Turnier. Montag wird sich sogleich ein Fotograf gesucht. Der Weg zur Filmkarriere ist schwer.

Nun auf zur HTW, der Hochschule für Technik und Wirtschaft. Hier war das Schachkid noch nicht. Parken ist hier ganz schlecht. Das Turnier findet im Audimax statt, das unter Denkmalschutz steht. Das Schachkid weiß mangels architektonischer Kenntnisse nicht, wieso. Der Saal sieht aus wie jeder andere Saal, nicht besonders kunstvoll oder dergleichen, eher sehr nüchtern. Mit dem Roten Rathaus vom letzten Turnier kann er nicht mithalten. Aber jeder hat Platz, gute und angenehme Spielbedingungen.

Vor der Schachpartie hat der Veranstalter riesige Treppen gesetzt, die es zu bewältigen gilt. Das Audimax liegt im 1. Stock. Das faule Schachkid schaut sich suchend um und entdeckt bald den versteckten Fahrstuhl. Nachdem es die Treppe dreimal (!) bewältigt hat.

Der Caterer kommt tatsächlich aus Thüringen und wirbt mit echter Thüringer Bratwurst. Nur heute hat er keine. Er durfte nicht grillen. Aber für Sonntag verspricht er dem Schachkid hoch und heilig Würste.

Überhaupt gibt es viele Verbote. Der dicke Schiri ist da, der dem Schachkid als auch dem CM Tiarks schon einige Male sehr unfreundlich begegnet ist. Die Damentoilette im zweiten Stock ist tabu und darf nicht betreten werden. Irgendwo steht, dass es strengstens verboten ist, den Knopf zur zweiten Etage im Fahrstuhl zu drücken. Was mag die HTW da nur für Auflagen  machen.

Bei der Anmeldung bekommt man ein Turnierbulletin. Eine gute Sache. Die Eröffnungsrede ist feierlich, aber kurz. Alles Wesentliche kann man nachlesen. Sogar ein eigenes Kapitel zur Bedienung der Uhren gibt es. Aber auch hier Verbote:

„Die Spieler dürfen ausschließlich die Knöpfe, die sich oben auf der Uhr befinden, betätigen. Das sind die Knöpfe zum Abschalten der eigenen und Ingangsetzen der gegnerischen Uhr und der mittige Knopf zum Anhalten/Aus- und Einschalten der Uhr. Die Schalter an der Frontseite dienen der Bedienung der Uhr (Einstellfunktionen) und dürfen von den Spielern oder anderen Unbefugten zu keiner Zeit benutzt werden. Eine Zuwiderhandlung kann von den Schiedsrichtern nach Artikel 12.9 bestraft werden.“

Das hat das Schachkid noch nirgendswo gelesen. Das Schachkid hat auch noch nicht nachgeschlagen, wie die Strafe aussieht. Nach Beendigung der Partie verstößt das Schachkid gleich mal gegen das Verbot und hält die erste „Einstelltaste“ lange gedrückt, sodass die Uhr wieder gestellt ist. Hoffentlich wird das Schachkid jetzt nicht bestraft.

Highlight auch ein Zettel am Aushang. „Durch Drücken der Taste F5 aktualisiert sich die Internetseite.“ Offenbar hat der gastgebende Verein schon reichlich Erfahrung mit DAUs (=Dümmster anzunehmender User) gesammelt.

Das Schachkid sitzt am Brett und genießt die Aussicht, die sich so rundherum bietet. Da gibt’s einiges zum Gucken!

Die Partie ist langweilig, Slawische Eröffnung. Es tauscht sich alles ab. Der Gegner, er kann nix dafür, geht dem Schachkid auf die Nerven. Er denkt bei simplen Zügen extrem lange nach. Zum Schluss steht die Uhr beim Schachkid auf 1:19 und beim Gegner auf 0:11 mit dem Ergebnis, dass zum Schluss nach 20 Zügen ein Endspiel mit 6 Bauern auf dem Brett steht. Der Gegner hat das Läuferpaar, das Schachkid Springr und Läufer. Das Schachkid überlegt, zur Königsindischen Verteidigung zurück zu kehren. Da könnte es taktischer werden.

Klare gewonnene Stellung für Weiß. Der König wird frühzeitig aktiviert und an den Damenflügel geholt, während Schwarz völlig passiv steht und diesem langsam aber sicher die Züge ausgehen.

Das Schachkid hofft auf Champagner in Potsdam und hat nun wirklich keine Lust, noch stundenlang dieses Endspiel zu kneten. Also wird aufgegeben und das Leben genossen.

Abends im Bett rätselt das Schachkid, wieso beim Nachwuchs Tyron als auch Johannes verloren haben. Aber das ist offenbar eine andere Geschichte.

28. Open der SG Eintracht Neubrandenburg – Chaos bei der Anreise

Das erste Open seit der Deutschen Amateurmeisterschaft in Potsdam in der ersten Januarwoche. Auf nach Neubrandenburg –  das Schachkid möchte gerne seine 1600 DWZ wiederhaben. Laufender Stand ist 1598, zwei Punkte müssten wohl zu schaffen sein. Das Eintracht-Open hat das Schachkid schon oft mitgespielt, es ist immer sehr gemütlich hier. Zivile Startgelder und die ungezwungene Atmosphäre sind toll.

In Potsdam wird der J. aufgesammelt, der gerne mitwollte. Er versucht, sich mit Taktikaufgaben aufzuwärmen, was wohl nicht so klappt. Bald hat er dafür reichlich Zeit. Vor Gransee steht man im Stau. Unfall, Vollsperrung. Das Schachkid dreht und man fährt über schmale Straßen durch obskure Dörfer durch die Brandenburger Landschaft. Man kommt zu spät. In der Auschreibung steht eine Telefonnummer. Der J. spricht dem Turnierleiter auf die Mailox. Das Schachkid ruft den Turnierleiter im Viertel-Stunden-Takt an. Der geht nie ran. Das Schachkid gibt Gas. Abendessen fällt mangels Zeit aus.

Am Hotel angekommen steigt das Schachkid aus dem Auto aus. Zufällig kommt der Turnierleiter entgegen. Das Schachkid berichtet, 10 mal angerufen zu haben. Ja, meinte der Turlierleiter. Er gehe gerade zum Auto und schaue, wo eigentlich sein Handy sei. Da der Turnierleiter ein wirklich sehr netter und lieber  Mensch ist, verzichtet das Schachkid darauf, ihn kurz bei den Schultern zu packen und durchzuschütteln.

Drinnen bekannte Leute, das Schachkid grüßt den halben Turniersaal. Willi Woll und Dieter sind nicht da, Manfred und Dirk Hummel auch nicht. Dafür aber der nette Doppelgänger von Udo Jürgens, Holger Borchers, die Reyers, die keine Punktspiele mehr machen wollen und jede Menge andere Brandenburger.

Das Schachkid ist angemeldet und schaut sich suchend um. Der J. hat sich offenbar verdünnisiert. Also checkt das Schachkid ein und begibt sich dann zum Auto. Drei Autos weiter wartet der frierende J. Das Schachkid teilt ihm mit, das er am falschen Auto warte. Bei zwei roten Autos war es immerhin eine fiftyfifty Chance. Also wieder zurück zur Hotelrezeption.

Das Schachkid schleppt das Gepäck aufs Zimmer und begibt sich dann zurück zur Rezeption. Da steht der J. immer noch da. Das Hotel hat festgestellt, dass er aufgrund seines Alters noch nicht geschäftsfähig sei und möchte ihn nicht einchecken lassen. Das Schachkid gibt sich als Bekannter zu erkennen, unterschreibt ein Schriftstück und haftet nun voll. So schnell wird man „Papa“. Das Schachkid hofft, dass der jugendliche J. nicht sein Zimmer zerlegt.

10 Minuten vor Turnierbeginn – durch den Stau hat man noch nichts gegessen. Man wetzt ins Einkaufszentrum. Das Schachkid landet bei „Wolf Gute Wurst“ und ersteht drei Mettbrötchen mit viel Zwiebeln. Die Zeit reicht nicht mehr fürs Zimmer. Das Schachkid muss die Brötchen mit ans Brett nehmen und nebelt seinen 12-jährigen Gegner die nächsten Stunden mit strengen Zwiebelgeruch ein.

Der scheint ein lokaler Nachwuchsstar zu sein. Viele Leute bleiben am Brett stehen und gucken zu. Das Schachkid hofft auf eine schnelle und entspannte Partie. Aber der Kleine spielt gut und steht sogar während der ganzen Partie leicht besser. Obwohl das Schachkid nach 8. …. Kf8 die Partie schon gewonnen glaubt. 21.00 Uhr – das Schachkid beginnt wie immer zu dieser Uhrzeit langsam einzunicken und wird leichtsinnig Der Knabe auf der Gegenseite gewintn eiskalt einen Bauern. Nur dank der ungleichen Läufer und der günstigen Königsstellung kann das Schachkid das Remis halten.

Der J. gewinnt auch, ist in seiner Gruppe ja auch vorne mit dabei.

Das Schachkid kommt auf sein Hotelzimmer und möchte gerne sein Handy aktivieren. Nach zwei Veruchen, die PIN einzugeben, weigert sich das Handy immer noch. Das Schachkid erinnert sich dunkel, in dieser Woche eine neue PIN vom Provider erhalten zu haben. Die hat das Schachkid natürlich vergessen und die PIN liegt zu Hause. Also wird Abends um 23.00 Uhr hektisch mit dem Diensthandy mit der Hotline von Vodafone telefoniert. Die kann Gott sei Dank helfen. Zwei Tage ohne Handy – Katastrophe!

28. Erfurter Schachfestival – Fazit und Ausblick

Schon ist es wieder vorbei, das 28. Erfurter Schachfestival. Kaum zu fassen, wie schnell hier immer die Zeit vergeht. Daniel Wanzek und sein Team mit sichtbaren und weniger sichtbaren Helfern hinter den Kulissen haben das Turnier wie jedes Jahr souverän über die Bühne gebracht. Eine Organisation ist dann gut, wenn der Gast von möglichen Pannen nichts mitbekommt und sich wohl fühlt.

Das Hotel ist wie ein alter Opa, mit ein paar Macken aber liebenswert. Es ist sehr schön, bei einem Turnier alles unter einem Dach zu haben. Das Zimmer war gemütlich und bot aus dem 13. Stock einen bezaubernden Ausblick auf das weihnachtliche Erfurt. Nur getoppt von dem Ausblick in der Sauna in der 17. Etage. Das Frühstücksbuffet, ein preiswertes Mittagessen und die Bar am Abend bot reichlich Gelegenheit, sich kulinarisch verwöhnen zu lassen. Auch wenn gefühlt jeden Abend nach dem Barbesuch das Bett schwankte, woran das Hotel nun wirklich keine Schuld hatte. Die fleißigen Hotelmitarbeiter, die sich für die Gäste die Feiertage um die Ohren schlagen, sind sehr freundlich und tragen sehr zu dieser entspannten Atmosphäre bei. Die legendären Fahrstühle werden 2019 erneuert und werden smart. Künftig geht es flott zum Turniersaal. Was das Schachkid auch mit ein bisschen Wehmut sieht. Die langsamen Fahrstühle waren stets ein Anlass für nette Gespräche beim Warten. Und wenn man erstmal drin war… Selbst der Hoteldirektor nahm es bei der Siegerehrung mit Humor.

Schachlich lief es nicht so toll. Schnelles Spiel und taktische Flüchtigkeitsfehler bestimmten das Spiel des Schachkids. Der Ralf dagegen war mit seinen Punkten sehr zufrieden.  Und der fuhr gleich weiter zum nächsten Turnier. Wenn das Schachturnier nur den halben Tag beansprucht, reicht es noch für ein Badmintonturnier. Wobei der Ralf genausoviel Badmintonturniere spielt wie das Schachkid Schachturniere. Nur das der Ralf viel fitter ist als das Schachkid.

Ausliegende Aufkleber lassen auf ein 29. Erfurter Schachfestival 2019 hoffen. Das Schachkid freut sich schon und wird in einem Jahr an dieser Stelle von kuriosen Begebenheiten aus der Schachwelt berichten.

28. Erfurter Schachfestival – Taktiktraining tut not

Heute startet die Runde schon um 9.30 Uhr los, also früher ab zum Frühstück. Das Schachturnier nährt sich dem Ende, Silvester naht.  Seniorengruppen balgen mit Schachspielern am Frühstücksbuffet um die Wurst. Wobei alle satt werden und einen Platz finden. Und so unverhofft Tischgemeinschaften zueinander finden.

Der Senior am Nebenbrett wärmt sich mit Sudoku auf. Was ihm nicht hilft, da er gegen seine jugendliche Gegnerin schnell verliert.

Das Turnier endet so, wie es angefangen hat.. Der Gegner gewinnt schnell durch einen einfachen taktischen Zug, den man durchaus schonmal sehen kann. Das Schachkid nimmt sich fest vor, gleich im neuen Jahr mit dem Schachkurs vom GM Huschenbeth anzufangen. Auch Eröffnungstraining tut wohl not. Der Ld7 ist ein Paradebeispiel dafür, wie man seine Figuren nicht hinstellen sollte. Aktiv statt passiv – was nach Erotik klingt, ist auch im Schach gefragt.

Trost findet das Schachkid bei Entenbrust und Köstritzer Schwarzbier im Hotelrestaurant. Das im Foyer befindliche Klavier wird von zwei jugendlichen Spielern bearbeitet – und das erstaunlich gut. Klassik beim Mittagessen mit Filmmusik auf dem Flügel.

Nun denn, der Turnierdirektor Daniel Wanzek ahnt noch nicht, dass der das Schachkid in wenigen Tagen im Potsdam bei der Vorrunde der Deutschen Amateurmeisterschaft schon wieder treffen wird. Wie dieser bei seiner gewohnt launig moderierten Siegerehrung selber sagt, spielen viele Schachfreunde das Trippel Dresden-Erfurt- Potsdam mit. Wahnsinn!

Überhaupt die Siegereherung. Der Hoteldirektor Herr Michael Rosin ist wie schon bei der Eröffnung auch hier zugegen – sicherlich keine Selbstverständlichkeit. Die Helferriege ist prominent besetzt – mit einem Schiri aus der Bundesliga und Bundesnachwuchstrainer IM Bernd Vökler. Schachstars zum Anfassen. Die langjährigen Schiris Albrecht Beer und Wolfgang Gerard werden verabschiedet. Letzt Genannter hat dem Schachkid einiges zum Thema Öffentlichkeitsarbeit beigebracht.  Das Hauptturnier ist fest in Thüringer Hand. Die Sieger kann man ausführlich auf der Homepage des Erfurter Schachfestivals nachlesen.  Dem Schachkid bleibt eine kurzweilige Siegereherung vor vollen Saal in Erinnerung.

Anekdote am Rande – das Schachkid läuft vielen Brandenburgern über den Weg. Was keine Überraschung ist, da das Schachkid in Potsdam wohnt. Und diese Brandenburger begrüßen das Schachkid als Brandenburger, das sich als gebürtiger Schmalkalder noch als Thüringer fühlt. Ganz schön frech, diese Brandenburger!

 

 

28. Erfurter Schachopen – Im Turnier angekommen

Vor dem Spiel nimmt das Schachkid in der Lobby Platz und widmet sich der entspannenden Zeitungslektüre. Im Sessel nebenan hockt ein 13-jähriger Knabe und jammert herum. Fünf Partien gespielt, 25 Stunden am Brett gesessen. Das pisse ihn an. Und die Bedenkzeit sei viel zu kurz mit 2,5 Stunden. Tja, möchte das Schachkid dem Knaben antworten, Zeitmanagement muss man eben auch lernen. Vermutlich wird der griesgrämige Teenager auch mit 5 Stunden Bedenkzeit in Zeitnot kommen.

Das Schachkid hat das Problem eher andersrum –  zu schnell trotz genug Zeit. Zeitmanagement muss eben auch das Schachkid noch lernen. Bei der nächssten Partie haben der Ralf und das Schachkid endlich das Gefühl, im Turnier angekomen zu sein. Man denkt nach und möchte am liebsten die ersten Runden beim Turnierleiter annullieren lassen.

Den Zug 4. c4 hält das Schachkid für abenteuerlich. Das scheint wirklich Theorie zu sein. Aber wer lässt sich freiwillig einen Isolani verpassen, gegen den Schwarz dann spielen kann? Das ist dann auch der Plan des Schachkids. Es wird dann abrer doch der Mehrbauer auf a2. Anschließend gleich den Damentausch zu forcieren ist wohl keine gute Idee für Weiß. Mit weniger Figuren sollte man das Spiel kompliziert halten. Wobei das nun kommende Turmendspiel auch kompliziert genug ist. Man rückt die Steine hin und her, aber die Wende ist wohl 36. g4. Das macht die Bauernstruktur und das Endspiel für Weiß kaputt. Spätesstens ab dem 36. Zug, als Schwarz zwei Bauern mehr hat, ist es entgültig gewonnen. Und das Schachkid ist genervt, das die Gegnerin nicht aufgibt. Das ist zwar ihr gutes Recht. Wann aber eine Stellung aussichtslos ist und der Gegner offenbar die Grundlagen des Endspiels beherrscht, sollte man schon merken.

Zwischen den Runden haben der Ralf und das Schachkid ein straffes Programm. Zuerst wird einmal Geld benötigt. Das benötigen andere Leute auch – die Stadt ist megavoll. Der Weihnachtsmarkt hinter dem Dom wird angesteuert. Ein Glühwein mit Schuss trägt wesentlich zur Vorbereitung auf die nächste Runde bei.

Auf dem Domstufen gibt es neben dem Kreuzritter und nepalesischer Kleidung auch einen Stand mit Bildern mit Geschmack. Das Schachkid sieht sich schon an einem Gemälde rumlecken und tritt interessiert näher heran. Der Künstler malt Bilder und klebt diese kurzerhand auf Flaschen mit klaren Inhalt. Das Schachkid denkt an seine Skatrunde im heimatlichen Potsdam und nimmt ein paar leckere Bilder mit. Der Künstler hat nebenbei den „Kleinen Erfurter“ erfunden.  Den kleinen Erfurter gibt es auf allerlei Dingen zu kaufen und soll vor allem die Erfurter Mundart verbreiten.

Wenn man einmal da ist, wird noch ein Schwätzchen mit dem Kreuzritter gehalten. Der entpuppt sich als Trekkie. Und sorgt für Ralfs und des Schachkids Weiterbildung. Wer hätte auch gedacht, dass Kreuzritter auf Französisch oder Spanisch „Ferrenc“ heißen und die Ferrengi bei Star Trek daher Ihren Namen haben.

Weiter geht’s zu Viba. Der Schmalkalder Süßwarenhersteller hat hier einen schönen Laden. Heureka, eine Goldgrube. Es gibt B-Ware, fünf Fruchtschnitten für 0,75 Euro. Das Schachkid investiert in 5 Packungen.

Auf der Krämerbrücke geht noch ein Eierlikör to go. Danach wird zum Hotel geschwankt.

Das Schachkid hat ein gewisses Mißtrauen gegenüber Männer mit Vollbärten. Der Gegner hat natürlich einen, dazu noch einen sehr zotteligen, der aber um den Mund herum wegrasiert ist. Das Schachkid ist kein Modeberater, kommt aber nicht umhin, ständig den Impuls zu verspüren, eine Rasur zu empfehlen. Zudem der Gegner aus Hessen das Vorurteil auch nicht bestätigt und sehr nett ist. Er gewinnt, wieder einmal durch zu schnelles Spiel des Schachkids, einen Bauern und rettet den Bauern auch im Endspiel, was aber durchaus kompliziert ist und vom Schachkid hätte aktiver gespielt werden können. Zudem hat sich der Gegner ausgerechnet vor einiger Zeit den Maroczy-Aufbau angeguckt, den das Schachkid mal von FM Felix Meißner gelernt hat.

Während der Partie wird geshoppt. Vor der Tür steht ein Händler, der T-Shirts mit lustigen Schachlogos bedruckt. Was für eine schöne Idee, das Schachkid nimmt zwei Shirts und wird sie beim nächsten Punktspiel ausführen.

Der Schachhändler EuroChess nebenan hat allerlei Interessantes dabei. Das Schachkid hat sich vorgenommen, kein Buch zu kaufen, da diese „nur daheim herumstehen“. Das Schachkid nimmt zwei Stück. Ein Eröffnungsbuch kann man zum Nachschlagen schließlich immer brauchen. Und das Buch „Der KGB setzt matt. Wie der sowjetische Geheimdienst die Schachwelt manipulierte“ klingt extrem spannend. Es schildert, wie der Großmeister Boris Gulko, in Erfurt geboren (so schließt sich der Kreis) mit seiner Ehefrau einen Ausreiseantrag aus der Sowjetunion stellt und jahrelange Repressalien in Kauf nehemn muss.

Der Schachhändler ist sich sicher, dass seine Internetseite von russischen Hackern angegriffen wurde, als er das Buch beworben hat. Auch sonst hat er viel Kurioses dabei. Alte Bücher, die als Sammlerstücke bis zu 200,- € kosten. Ein Buch mit einem Autogramm von John Nunn. Und ein Buch zur Aljechin-Verteidigung mit Begleitdiskette!

Der Abend nimmt den üblichen Verlauf – Wildschwein im Naumburgischen Keller und anschließend Gesellschaftstrinken an der Hotelbar.  Ralf riecht, voller Freude über seine heute erzielten 1,5 Punkte am Whisky und das Schachkid fragt sich, wieso man dieses Jahr nicht die Teilnahme am attraktiven Rahmenprogramm mit Skatturnier, Würfelblitz und Doppelkopfturnier schafft.