17. Juli 2020

39. St. Veiter Jacques-Lemans-Open – Und wieder der Lorenziberg

Das Schachkid ist schon wieder auf Achse, der Dr. Dave füllt seine schachlichen Wissenslücken. Der künftige FM schläft den Schlaf der Gerechten. Das Schachkid kauft Souveniers, schöne Kärtner Salamis. Nebenan ist noch ein Trödelladen mit allerlei Krims und Krams. Die Betreiberin zeigt stolz ein voll funktionsfähiges Grammophon nebst 22 Schellackplatten für günstige 150 €. Das Schachkid überlegt kurz – und belässt es dann doch bei zwei Büchern.

Der Dr. Dave und der künftige FM wollen heute den Lorenziberg besteigen. Der erste Versuch war an der mangelnden Fitness des Schachkids gescheitert. Das Schachkid fährt die beiden hin und plant schon einen Ausflug zum Jägerwirt, um sich die Wartezeit zu vertreiben. Die beiden müssen ja wieder vom Berg herunter kommen. Und das Weingut hat noch zu. Oben angekommem an des Berges Fuße beginnnt es just zu regnen. Den Dr. Dave ficht das nicht an. Das bisschen Regen stört ihn nicht. Der Mann läuft sonst 100km um Berlin herum und wird vermutlich einmal wie Reinhold Messer die Wüste Gobi durchqueren. Allein der künftige FM ist die einzige vernünftige Person im Auto und hält das Hotel für die bessere Alternative. Der Lorenziberg ist offenbar unbezwingbar.

Das Schachkid geht Ansichtskarten einkaufen, Es regnet, der Ständer mit den Karten steht draußen überdacht. Man selbst steht im Regen, wenn man Karten aussuchen will. Natürlich gerade dann blockiert so ein abgebrochener Gartenzwerg, der sich als Minirambo fühlt, den Kartenständer und kann sich nicht entscheiden. Das Männchen, was dem Schachkid nur bis zur Brust reicht, dreht dem Ständer mit den schönen Karten, die das Schachkid haben möchte, weg. Das Schachkid fragt daher höflich an, ob es kurz die Ansichtskarten herausnehmen könne. Das verweigert der kleine Mann – kleine Männer sind wie Chihuahuas, klein und giftig. Er sei als erster dagewesen, da könne das Schachkid ja wohl warten. Das Schachkid steht im Regen und hat Hunger und möchte keinesfalls warten. Da muss es sich erst aufrichten, böse gucken und den Ständer in der Drehung blockieren, um sich die Karten zu nehmen. Der kleine Wicht guckt nun seinerseits drohend. Das Schachkid, stets deeskalierend unterwegs, schreitet betont höflich zur Verkäuferin, die ein wenig bestürzt schaut.

Später im Kaffee  wird die Strategie mit dem Dr. Dave und dem künftigen FM bei der Abendrunde geplant. Beim Skat fühlt sich der künftige FM wieder in seinen Element und gewinnt. Er schafft es sogar, zwei Fachvorträge zur Gewinnwahrscheinlichlichkeit zu halten. Als er auch noch den mathematischen Beweis erläutern will, kann das Schachkid geradeso intervenieren.

Der Österreichische Schachbund wird heuer 100 Jahre alt. Aus diesem Anlass hat die Fa. Jacques Lemans eine auf 300 Exemplare limitierte Uhr herausgebracht, die man beim Turnier käuflich erwerben kann. Diese kauft offenbar keiner. Der Schiri macht schon den dritten Tag in Folge Werbung.

Ganz gut geht offenbar die Bar. Der Veranstalter bietet allerei Essen und Trinken an, darunter üppig Leberkäse und reichlich Kuchen. Nach der Partie bietet sich dem geneigten Spieler Bier und Wein und auch die harten Sachen an. Was das Wohlbefinden und die Spielatmosphäre angeht, lässt sich der Veranstalter, Corona hin oder her, nicht lumpen.

Heute mal ein Jugendlicher.

Nach 1. … c6 überlegt er erstmal 10 Minuten. Das kennt er offenbar nicht, dann erinnert er sich wohl. Sehr ambitioniert spielt er aber nicht. Es ist auch nichts zu sehen, kein Gewinnweg, kein Vorteil. Nach 2h hat der Jugendliche die Nase voll und bietet Remis. Das Schachkid weiß nun auch nicht weiter und nimmt daher an.

Dem künftigen FM reichen 90 Minuten, um seinen Gegner mit 2106 Elo vom Brett zu fegen. Der Dr. Dave braucht ein bisschen länger, kann aber auch durch sichere Eröffnungsbehandlung punkten.  Vielleicht sind am Samstag sogar Preise möglich.

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