18. Juli 2020

39. St. Veiter Jacques-Lemans-Open – Lorenziberg endlich bewzungen

Heute ist der Tag aller Tage – heute soll der Lorenziberg endlich bezwungen werden. Verluste gibt es immer. Der künftige FM hat schon Pläne, so muss der motivierte und tapfere Dr. Dave den Berg alleine besteigen. Vorab aber erstmal zum Frühstück.

Also das Schachkid sitzt beim Frühstück. Der Rest bereitet sich schlafenderweise auf die Besteigung des Lorenziberges vor. Das Hotel nimmt es bei der Hygiene nicht mehr so genau. Die ganze Woche wurden  eilig die Tische desinfiziert, nachdem  selbiger frei wurde. Heue muss den ganzen Frühstücksraum ein 15-jähriger Praktikant ganz alleine schmeißen. Das schafft er kaum. Der andere Praktikant ist heute schon nicht mehr zu sehen. Offenbar müssen in Österreich Schüler ähnlich wie in Deutschland ein Pflichtpraktikum machen. Aber im Gegensatz zu Deutschland machen das die österreichischen Schüler in den Ferien. Und zumindest in diesem Hotel müssen sie so richtig ran.

Das Schachkid beschließt, erstmal in einen Instrumentenladen zu gehen, den es entdeckt hat. Und kommt mit einer Mandoline für 130 € wieder raus. Die gibt es im Internet 50 € billiger. Wie das Schachkid später feststellt. Das Schachkid kann auch gar nicht spielen. Und weiß auch gar nicht, wann es das lernen soll. Spanisch lernen und Schachtraining wollen ja auch noch gemacht werden. Zumindest wird es dem Schachkid beim nächsten Corona-Lockdown nicht langweilig.

Der Dr.Dave ist nun fit und wird zum Lorenziberg gefahren. Die Wettervorhersage warnt vor Regen bei strahlenden Sonnenschein. Am Vortag war es andersrum. Nicht sehr zuverlässig, das hiesige Wetter. Der Dr. Dave wird aus dem Auto geworfen, das Schachkid erkundigt den Weg zum Jägerwirtl. Auf dem Weg dahin wird auf dem Bachlhof haltgemacht. Hier soll es einen Hofladen geben. Es gibt aber nur Kühe, keine Menschen und einen unfassbar niedlichen Zwergdackel. Der taugt als Wachhund absolut nicht. Er sieht das Schachkid, kommt angelaufen, legt sich auf den Rücken und wird die nächsten 15 Minuten gestreichelt.

Der Dr. Dave ist derweil wieder in der Zivilisation angekommen. Und ist ein wenig enttäuscht. Er will gerne auf einen richtigen Berg. Den Wunsch erfüllt ihm das Schachkid. Der Jägerwirt steht auf dem Sonntagsberg, 1186m hoch.Seit 1346 steht auf dem Berg ein kleines Dorf. Offenbar wurde hier Eisen abgebaut. Eine Schule und seit 1785 eine Wallfahrtskirche „Zur Dreifaltigkeit“ ganz aus Holz gibt es hier auch. Das Holzkirchlein könnte aus jeden Heimatfilm stammen, so romantisch ist es gebaut.Drumherum ein kleiner Friedhof samt Friedhofskatze, die das Schachkid ausgiebig streichelt. Dazu eine nette Wirtin samt Hofhund Heiko, der ziemlich starken Mundgeruch hat, aber trotzdem vom Schachkid unter dem Tisch mit Strecheleinheiten versorgt wird.  Auf diesen Berg ist die Welt noch in Ordnung.

Nicht in Ordnung ist die Skatwelt im Hotel. Ein Grand folgt dem nächsten. Der künftige FM, näher am Genie als am Wahnsinn gebaut, erreicht sagenhafte 1000 Punkte, während der Dr. Dave nicht ein Spiel macht. Dr. Dave vertritt die Theorie des schlechten Mischens, das könne nur er. Das Schachkid und der künftige FM aber, da bleiben die Buben zusammen und gehen dahin, wo sie hingehören.

Heute wieder ein Jugendlicher – 30 Prozent der Teilnehmer sind Jugendliche oder Kinder. Der Schiri führte einige Tage zuvor aus, das sich Teilnehmer beschwert hätten, dass sie ständig gegen Jugendliche spielen müssen. Sollen lieber froh sein, dass es soviel Nachwuchs gibt.

Der heutige Jugendliche spielt mal kein Caro-Kann, sondern lässt sich auf Schottisch ein. Was er aber nicht so optimal spielt.

Das Schachkid kann ein wenig Druck aufbauen und gewinnt auch einen Bauern. Der a-Bauer rennt auch bald los. Aber im 27. Zug glaubt das Schachkid matt zu werden, was nicht so ist. Und verpasst den Gewinnzug 27. … a5. Wieder nur ein Remis, sehr ärgerlich.

Der künftige FM hat heute keinen leichten Stand. Sein Gegner, ein älterer IM, greift am Königsflügel an. Der König steht bald ziemlich offen und der künftige FM muss die Waffen strecken. 10 Minuten später nach der Aufgabe hockt er schon wieder am Brett und blitzt. Niederlagen steckt er gut weg.

Der Dr. Dave ackert bis Mitternacht und gibt sich wirklich Mühe. Das Schachkid gibt dem großen N.W. schon um 22.00 Uhr telefonisch durch, dass es wohl Remis werde. Aber der Dr. Dave versucht noch zwei Stunden lang, das Endspielt mit 3 Bauern und dem Läufer, der Gegner hat gleiches Material, zu gewinnen. Remis  ist bei dem stärkeren Gegner aber sicher in Ordnung.

Richtig unzufrieden ist man nicht, ein wenig mehr Punkte könnten es bei allen aber wohl auch sein. So wird wohl der letzte Turniertag entscheiden.

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