24. Emanuel-Lasker-Gedenkturnier in Thyrow

Das Schachkid hat sich mit dem Tjarks zum 24. Emanuel-Lasker- Gedenkturnier in die schöne Kulturscheune nach Thyrow aufgemacht. Um 8.45 ist Anmeldeschluss. Man wird nicht pünktlich kommen. Erst kommt das Schachkid nicht daheim los. Ein Stück der Serie Colony musste noch unbedingt geschaut werden. Dann findet das Schachkid den Tjarks nicht. Der steht zwar am Straßenrand. Sowas übersieht das Schachkid gerne mal.

An der Hausnummer 39 befragt das Schachkid die Mutter des Tjarks nach dessen Verbleib. Die Frau bestreitet jegliche Kenntnis eines Sohnes und verweist auf zwei anwesende Hunde. Kurzer Check des Navis, falsches Haus.

Der Tjarks ist gefunden. Man versucht, die Turnierleitung zu erreichen. Die Ausschreibung ist fix runtergeladen. Aber der Tjarks muss erstmal 5 Minuten die Datei konvertieren. Hinweis für Turnierleiter – Ausschreibungen im PDF- Format kann man auch mobil lesen.

Es wird eine Handynummer gesucht. Gefunden wird eine Festnetznummer, wo aber keine verschreckte Ehefrau ran geht. Der Tjarks ruft aus Versehen ein Fax an. Das Schachkid fordert den Tjakrs auf, dem Turnierleiter ein Fax zu schicken, das man zu spät kommt. Nach kurzer Diskussion schickt man dem Turnierleiter eine E-Mail. Vielleicht hat er ja ein Smartphone bei. Zweiter Tipp für Turnierleiter – eine Handynummer in der Ausschreibung ist immer gut.

Das Wetter ist schön, die WM ist auch. In diesem Jahr sind nicht ganz so viele Spieler da wie in den letzten Jahren.  Aber dennoch ist es gut besetzt. Die Punkteausbeute dürfte heute eher dürftig werden.  Das Geburtshaus von Emanuel Lasker, was in Thyrow steht, konnte nicht gerettet werden und wird in Kürze abgerissen.

Die IT streikt, Chaos bei der Auslosung. Das Schachkid bewundert einen der beiden Laptops, das dem Aussehen nach schon einen gewissen historischen Wert hat. Krass, was vor Jahren noch unter mobilen arbeiten verstanden wurde. Aber die Turnierleitung gibt ihr bestes. Der moderne Laptop streikt. Das Laptop aus dem letzten Jahrtausend, 1999, rettet die Situation.

Erste Runde, das Schachkid ist überraschenderweise in der 1. Hälfte gesetzt. Der gegnerische Nachwuchs lässt die Dame stehen, spielt aber tapfer bist um Matt weiter. Der Tjarks legt erwartungsgemäß den Grabs jun. um.

Zweite Runde. Auslosungen sind manchmal komisch. Die Brüder Röhr müssen gegeneinander spielen. Das Schachkid hat es bis ans 6. Brett geschafft.  Der Gegner kämpft mit biologischen Waffen, hat offenbar schon länger nicht mehr geduscht und müffelt drei Meilen gegen den Wind. Das Schachkid überlegt kurz, gleich nach dem ersten Zug aufzugeben, leistet sich dann aber doch vorsichtshalber ein paar taktische Schnitzer. Der Arschlochvater vom Turnier letzte Woche in Schöneberg ist auch da, diesmal aber ohne Sohn.

Dritte Runde, Tjarks spielt gegen den Arschlochvater und erhält vom Schachkid den Auftrag, diesen umzuhauen. Das Schachkid spielt gegen einen netten Senior. Der kleine Röhr sitzt daneben. Man hat die gleiche Eröffnung auf dem Brett. Das Schachkid guckt aufs Nebenbrett und holt sich Anregungen. Der kleine Röhr macht Sf5, das Schachkid macht’s nach und gewinnt dadurch tatsächlich die Partie. Tjarks meldet unterdessen Vollzug.

Fast hätte das Schachkid nun in der vierten Runde gegen den Arschlochvater spielen müssen. Das Schicksal meint es besser. Mama Röhr muss am 7. Brett gegen ihn ran. Das Schachkid verspürt Hunger und zerlegt am 6. Brett die Nr. 8 des Turniers. Hunger macht aggressiv, wie des Schachkids Trainer zu sagen pflegt. Mama Röhr hat leider verloren. So wird das Schachkid wohl in der nächsten Runde den Arschlochvater kriegen.

Und so kommt es auch in der fünften Runde. „Ah stärker Mann“ kommentiert der Gegner und erinnert sich, dass das Schachkid letzte Woche seinen Sohn umgehauen hat. Er meint es wohl ironisch. Der Gegner runzelt bei jedem Zug die Stirn und schüttelt fassungslos den Kopf. Der „starke Mann“ gewinnt erstmal zwei Bauern. Das Schachkid schmeißt einen Bauern, der Arschlochvater drückt die Uhr und brüllt „Aufbauen“. Nun schmeißt er was um, baut aber nicht auf seine Zeit auf. Das Schachkid hat die Extrasekunden nicht nötig, vier Bauern sind ein beruhigendes Polster. Der Arschlochvater schmeißt nun den König unter den Tisch, das Schachkid weißt höflich auf die abgelaufene Uhr hin. Der Arschlochvater hat den König gefunden und schmeißt wütend die Figuren auf den Tisch. Anschließend belehrt er das Schachkid „dass es die Figuren auf eigene Zeit aufbaut. Das kannst Du Dir merken.“ Das Schachkid schweigt und genießt, draußen gratulierten Betriebschachler lautstark mit dem Hinweis „Der Olle hat immer Recht.“

Mittagspause – das Schachkid isst lieber etwas weniger. Sonst gibt es nach dem Essen keine Punkte mehr. Mit 4 aus 5 geht es am zweiten Brett gegen Christian Syre in die sechste Runde. Der Gegner hat eine 22xx und schiebt das Schachkid am Damenflügel im Königsinder musterhaft zusammen. Anschließend gibt er dem in seinen Grundfesten erschütterten Schachkid Eröffnungstipps. Der Tjarks zaubert am Nebenbrett gegen FM Schulze ein Remis. Er hatte perspektivischen Angriff. So geht das also.

4. Brett in der siebten Runde gegen den großen Röhr. Das Schachkid opfert einen Bauern, erhält aber nicht die erhoffte Initiative. Der Sportsfreund Röhr hat auch sonst den besseren taktischen Durchblick, während das Schachkid seine Dame ins Abseits stellt und diese nicht mehr den König beschützen kann. Der Tjarks remisiert sich taktisch am ersten Brett gegen die Starken, hier Syra, durch und macht derweil das Fußvolk um.

Achte Runde, wieder Königsinder. Das Schachkid greift diesmal lieber gleich am Damenflügen an und gewinnt prompt einen Bauern. Dann setzt das Schachkid aber nicht aktiv fort, was den Gegner zum Königsangriff ermuntert. Dieser schlägt auch voll durch. Zu passives Spiel und taktische Einsteller sind die Defizite, die viele Partien scheitern lassen.

Und nach dem Essen kam nichts mehr. Neunte Runde, endlich mal Schottisch. Das Schachkid greift ordnungsgemäß an und verbucht auch bald einen Bauern mehr sowie die bessere Stellung. Aber irgendwie hat das Schachkid dann einen Hänger. Nach Damentausch kann Schwarz plötzlich die Zentrumsbauern angreifen und Weiß steht doof da.

Wieder einmal ein sehr gemütliches Turnier in Thyrow, was das Schachkid aufgrund der schönen Lokalität und der lockeren Atmosphäre nur empfehlen kann. Zwei 2000er weggeputzt aber auch viel Unsinn gespielt. Da hat der Trainer noch was vor sich.

 

 

 

 

Kommentieren