21. Eckbauer-Open – Konfuses Sizilianisch

Zweite Runde in Berlin, wieder ein Montag. Der Montag als Turniertag hat den Vorteil, man ist noch vom Wochenende fit. Einige sind offenbar schon aus dem Turnier ausgestiegen. Jedenfalls warten einige vergebens auf ihre Gegner.

Das Schachkid hat es nicht leicht, eine veritable 2000 wartet. Immerhin die Nr. 5 der Setzliste. Auch nicht leicht hat es der Spieler einige Bretter weiter. Sein Gegner beschwert sich lautstark und im grimmigen Tonfall, da er immer so doll auf die Uhr hauen würde. Da hat wohl jemand eine schlechte Stellung.

Das ist wieder so eine typische Ich-will-nach-Hause-aufs-Sofa-Montagspartie. Das Schachkid sitzt da, fragt sich, was es eigentlich hier macht und will nach Hause aufs Sofa. Defenders gucken bei Netflix zum Beispiel. Von der Eröffnung kein Plan, das Schachkid arbeitet gefühlt seit 100 Jahren an einem Repertoire. Im 13. Zug wird erstmal ein Bauer eingestellt. Doch das Schachkid schlägt zurück, und zwar im 19. Zug. Schwups, wird der Bauer zurück gewonnen. Dies scheint den Gegner zu beschäftigen, denn jetzt überlegt er 30 Minuten lang. Dann entschließt er sich zum Angriff, den das Schachkid wenig entgegenzusetzen hat. Das Schachkid versucht Gegenspiel am Damenflügel und spekuliert auf den schwarzen Bauermflügel auf b5. Aber der Gegner spielt klar energischer. Und den Schlusszug hat das Schachkid gar nicht gesehen. Schwarz gewinnt völlig verdient.

Der Superdave bekommt bei so Open immer die stärksten Gegner. Erst in Zehlendorf den IM Brustkern, den er ummacht. Jetzt IM Ulf von Hermann am Brett 1. Das Schachkid sitzt praktischerweise gleich ums Eck und muss nur mit den Stuhl kippeln und den Hals recken, um die Stellung zu sehen. Wenn das Schachkid um die Ecke lugt, sieht es aber meist nur einen die Stirn runzelnden Superdave, der offenbar unzufrieden ist. Ulf von Hermann spielt offenbar unorthodox und gewinnt im Verlaufe der Partie 2 Bauern. Der Superdave flüchtet mit der kurzne Rochade und geht mit g4 zum Gegenangriff über. Nicht der einzige Königsbauer, den er in die Schlacht wirft. Doch IM von Hermann ist routiniert und holt den Punkt. Und schien doch vom Superdave beeindruckt zu sein, so dass der IM früh ausgetretene Theoriepfade in der Partie vermeidet.

Noch ein kleiner Zwischenstopp wo in Berlin eingelegt. Schwupps, ist es 0.30 Uhr. Arbeitendes Volk, das Schach spielen will, hat es nicht leicht.

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