Archiv für Februar 2019

28. Open der SG Eintracht Neubrandenburg – Chaos bei der Anreise

Das erste Open seit der Deutschen Amateurmeisterschaft in Potsdam in der ersten Januarwoche. Auf nach Neubrandenburg –  das Schachkid möchte gerne seine 1600 DWZ wiederhaben. Laufender Stand ist 1598, zwei Punkte müssten wohl zu schaffen sein. Das Eintracht-Open hat das Schachkid schon oft mitgespielt, es ist immer sehr gemütlich hier. Zivile Startgelder und die ungezwungene Atmosphäre sind toll.

In Potsdam wird der J. aufgesammelt, der gerne mitwollte. Er versucht, sich mit Taktikaufgaben aufzuwärmen, was wohl nicht so klappt. Bald hat er dafür reichlich Zeit. Vor Gransee steht man im Stau. Unfall, Vollsperrung. Das Schachkid dreht und man fährt über schmale Straßen durch obskure Dörfer durch die Brandenburger Landschaft. Man kommt zu spät. In der Auschreibung steht eine Telefonnummer. Der J. spricht dem Turnierleiter auf die Mailox. Das Schachkid ruft den Turnierleiter im Viertel-Stunden-Takt an. Der geht nie ran. Das Schachkid gibt Gas. Abendessen fällt mangels Zeit aus.

Am Hotel angekommen steigt das Schachkid aus dem Auto aus. Zufällig kommt der Turnierleiter entgegen. Das Schachkid berichtet, 10 mal angerufen zu haben. Ja, meinte der Turlierleiter. Er gehe gerade zum Auto und schaue, wo eigentlich sein Handy sei. Da der Turnierleiter ein wirklich sehr netter und lieber  Mensch ist, verzichtet das Schachkid darauf, ihn kurz bei den Schultern zu packen und durchzuschütteln.

Drinnen bekannte Leute, das Schachkid grüßt den halben Turniersaal. Willi Woll und Dieter sind nicht da, Manfred und Dirk Hummel auch nicht. Dafür aber der nette Doppelgänger von Udo Jürgens, Holger Borchers, die Reyers, die keine Punktspiele mehr machen wollen und jede Menge andere Brandenburger.

Das Schachkid ist angemeldet und schaut sich suchend um. Der J. hat sich offenbar verdünnisiert. Also checkt das Schachkid ein und begibt sich dann zum Auto. Drei Autos weiter wartet der frierende J. Das Schachkid teilt ihm mit, das er am falschen Auto warte. Bei zwei roten Autos war es immerhin eine fiftyfifty Chance. Also wieder zurück zur Hotelrezeption.

Das Schachkid schleppt das Gepäck aufs Zimmer und begibt sich dann zurück zur Rezeption. Da steht der J. immer noch da. Das Hotel hat festgestellt, dass er aufgrund seines Alters noch nicht geschäftsfähig sei und möchte ihn nicht einchecken lassen. Das Schachkid gibt sich als Bekannter zu erkennen, unterschreibt ein Schriftstück und haftet nun voll. So schnell wird man „Papa“. Das Schachkid hofft, dass der jugendliche J. nicht sein Zimmer zerlegt.

10 Minuten vor Turnierbeginn – durch den Stau hat man noch nichts gegessen. Man wetzt ins Einkaufszentrum. Das Schachkid landet bei „Wolf Gute Wurst“ und ersteht drei Mettbrötchen mit viel Zwiebeln. Die Zeit reicht nicht mehr fürs Zimmer. Das Schachkid muss die Brötchen mit ans Brett nehmen und nebelt seinen 12-jährigen Gegner die nächsten Stunden mit strengen Zwiebelgeruch ein.

Der scheint ein lokaler Nachwuchsstar zu sein. Viele Leute bleiben am Brett stehen und gucken zu. Das Schachkid hofft auf eine schnelle und entspannte Partie. Aber der Kleine spielt gut und steht sogar während der ganzen Partie leicht besser. Obwohl das Schachkid nach 8. …. Kf8 die Partie schon gewonnen glaubt. 21.00 Uhr – das Schachkid beginnt wie immer zu dieser Uhrzeit langsam einzunicken und wird leichtsinnig Der Knabe auf der Gegenseite gewintn eiskalt einen Bauern. Nur dank der ungleichen Läufer und der günstigen Königsstellung kann das Schachkid das Remis halten.

Der J. gewinnt auch, ist in seiner Gruppe ja auch vorne mit dabei.

Das Schachkid kommt auf sein Hotelzimmer und möchte gerne sein Handy aktivieren. Nach zwei Veruchen, die PIN einzugeben, weigert sich das Handy immer noch. Das Schachkid erinnert sich dunkel, in dieser Woche eine neue PIN vom Provider erhalten zu haben. Die hat das Schachkid natürlich vergessen und die PIN liegt zu Hause. Also wird Abends um 23.00 Uhr hektisch mit dem Diensthandy mit der Hotline von Vodafone telefoniert. Die kann Gott sei Dank helfen. Zwei Tage ohne Handy – Katastrophe!