Archiv für Oktober 2018

21. Eckbauer-Open – Konfuses Sizilianisch

Zweite Runde in Berlin, wieder ein Montag. Der Montag als Turniertag hat den Vorteil, man ist noch vom Wochenende fit. Einige sind offenbar schon aus dem Turnier ausgestiegen. Jedenfalls warten einige vergebens auf ihre Gegner.

Das Schachkid hat es nicht leicht, eine veritable 2000 wartet. Immerhin die Nr. 5 der Setzliste. Auch nicht leicht hat es der Spieler einige Bretter weiter. Sein Gegner beschwert sich lautstark und im grimmigen Tonfall, da er immer so doll auf die Uhr hauen würde. Da hat wohl jemand eine schlechte Stellung.

Das ist wieder so eine typische Ich-will-nach-Hause-aufs-Sofa-Montagspartie. Das Schachkid sitzt da, fragt sich, was es eigentlich hier macht und will nach Hause aufs Sofa. Defenders gucken bei Netflix zum Beispiel. Von der Eröffnung kein Plan, das Schachkid arbeitet gefühlt seit 100 Jahren an einem Repertoire. Im 13. Zug wird erstmal ein Bauer eingestellt. Doch das Schachkid schlägt zurück, und zwar im 19. Zug. Schwups, wird der Bauer zurück gewonnen. Dies scheint den Gegner zu beschäftigen, denn jetzt überlegt er 30 Minuten lang. Dann entschließt er sich zum Angriff, den das Schachkid wenig entgegenzusetzen hat. Das Schachkid versucht Gegenspiel am Damenflügel und spekuliert auf den schwarzen Bauermflügel auf b5. Aber der Gegner spielt klar energischer. Und den Schlusszug hat das Schachkid gar nicht gesehen. Schwarz gewinnt völlig verdient.

Der Superdave bekommt bei so Open immer die stärksten Gegner. Erst in Zehlendorf den IM Brustkern, den er ummacht. Jetzt IM Ulf von Hermann am Brett 1. Das Schachkid sitzt praktischerweise gleich ums Eck und muss nur mit den Stuhl kippeln und den Hals recken, um die Stellung zu sehen. Wenn das Schachkid um die Ecke lugt, sieht es aber meist nur einen die Stirn runzelnden Superdave, der offenbar unzufrieden ist. Ulf von Hermann spielt offenbar unorthodox und gewinnt im Verlaufe der Partie 2 Bauern. Der Superdave flüchtet mit der kurzne Rochade und geht mit g4 zum Gegenangriff über. Nicht der einzige Königsbauer, den er in die Schlacht wirft. Doch IM von Hermann ist routiniert und holt den Punkt. Und schien doch vom Superdave beeindruckt zu sein, so dass der IM früh ausgetretene Theoriepfade in der Partie vermeidet.

Noch ein kleiner Zwischenstopp wo in Berlin eingelegt. Schwupps, ist es 0.30 Uhr. Arbeitendes Volk, das Schach spielen will, hat es nicht leicht.

Potsdam PSV III – Fürstenwalde II – Der Einschlag auf f7

14. Oktober 2018 – Berliner Verhältnisse in Brandenburg. Die Saison geht dieses Jahr sehr spät los, während die Berliner schon die zweite Runde spielen. In den letzten beiden Jahren war es anders herum. Das Schachkid muss es wissen. Es besitzt in beiden Bundesländern reichlich Spielerfahrung.

Mitttlerweile ist das Schachkid beim PSV Potsdam angekommen. Hier spielt das Schachkid in der 3. Mannschaft, kurioserweise in der Regionalliga Ost. Das Schachkid zieht von Fürstenwalde nach Potsdam um, um dann lustigerweise in deer Schachliga zu spielen, wo das Schachkid viele Jahre mit Briesen gespielt hat. Das lässt auf vertraute Gesichter hoffen Immerhin kommt Schwedt nach Potsdam.

Heute wird es noch vertrauter, Fürstenwalde ist da. Das Schachkid war mal Mitglied bei Fürstenwalde. Gut, wo war das Schachkid mal nicht Mitglied, wird sich jetzt mancher Leser denken. Seinerzeit war der Schachverein gespalten in zwei Mannschaften. Die eine Fraktion trat sehr arrogant auf und war gar nicht nett. Die andere Fraktion war nett und symphatisch. Heute sind die Netten da.

Der PSV spielt in einer Schule, was großzügige Räumlichkeiten zulässt. Da kennt das Schachkid auch andere Spiellokale. Die Kirchenbaracke in Briesen zum Beispiel mit einer Toilette für 16 Spieler. Wenn da einer länger sitzt, wird es eng. Genütlich war es da trotzdem immer. Der Potsdamer Mannschaftsleiter verteilt vorbeugend Hanuta an seine Schäfchen. Also heute keine Diät, Hanuta ist wichtiger. Eine sehr nette Geste vom Mannschaftsleiter.

Heute ist Daniela am Brett 3. Der Gatte spielt ein Brett weiter. Daniela und das Schachkid kennen sich seit vielen Jahren. Nominell ist das Schachkid stärker und sollte gewinnen.

Es wird ein Königsinder. Daniela kennt sich aus, wie sie später sagt, da sie ihn selber spielt. Das Schachkid wird den Königsinder nun sein lassen. Immer steht man als Schwarzer so gedrückt da. Das ist dem Schachkid nix. Das Schachkid ist fertig entwickelt, es wird b5 geplant. Daniela plant derweil Aktivitäten am Königsflügel,die das Schachkid eher als ungefährlich ansieht. Vorsichtshalber wird mit 17. … Sxe3 der weiße Läufer weggetauscht. Jetzt kann nix mehr passieren.

Um so perpflexer ist das Schachkid nach dem Einschlag 21. Sxf7. Kommt völlig überraschend und unauffällig gut von Daniela vorbereitet. Was nun tun? Die Partie ist weg. Genommen werden kann der Springer nicht. Sonst folgt Lxg6. Bleibt nur 21. … Lf5, um den Angriff abzuschwächen. Nun könnte 22. Sxh6+ kommen und der König wird zum Freiwild.

Es kommt zum Damentausch, der Angriff schwächt sich ab. Nun muss das Schachkid mühevoll die Stellung wieder ausgleichen. Ab dem 30. Zug kommt es zum Turmendspiel. Fast 40 Züge braucht das Schachkid noch, um zu gewinnen. Es kann aber auch anders enden. Für beide Seiten ist es sicher schwer, einen Plan zu finden. Vielleicht muss Daniela etwas aktiver spielen und versuchen, die schwarzen Bauern von hinten anzugreifen, z.B. über Th8 den Ba5 . Wie sagte des Schachkids Trainer? Turmendspiele haben eine große Remisbreite und sind sehr rechenintensiv. Das gilt besonders bei einem Stand von 3,5-3,5, wenn beide Mannschaften zugucken, weil der Sieg in der Partie den Mannschaftssieg sichert.

Der PSV gewinnt knapp mit 4,5:3,5 gegen Fürstenwalde. Daniela hatte gegen das Schachkid eigentlich gewonnen. Aber Glück gehört manchmal dazu, sodass das Schachkid den Punkt einfahren konnte. Das wird ja eine lustige Saison werden.

21. Eckbauer Open – Auftakt nach Maß

Das 21. Eckbauer-Open stehen an. Das Schachkid und der Superdave spielen mit.  7 Runden jeweils Montag werden bei dem nach eigener Aussage ältesten Schachverein der Welt gespielt. 65 Teilnehmer haben sich eingefunden.

Das Schachkid ist nicht sehr motiviert. Abends spielen ist nicht so sien Ding. Aber ehe man daheim auf dem Sofa hockt. Und die Gegner haben ja auch einen Arbeitstag hinter sich. Das Schachkid ist schon eine Stunde eher da. Die braucht es auch. Parkplätze sind hier rar und die Suche danach eine Katastrophe. Aber das Schachkid hat bei zwei Sachen immer Glück – einen leeren Tisch im vollen Cafe zu finden und einen Parkplatz zu ergattern. Das Spiellokal liegt in einemm netten Kiez. Gegenüber ist eine Bierstube, die wird nach der zweiten Runde ausprobiert. Heute muss die urige Pizzeria gegenüber her halten, Dem Schachkid ist nach Rotwein und Pizza. Der Service legt Zucherro auf. Der Superdave trinkt Cappuccino, hungert vor sich hin und macht große Augen, als die Pizza des Schachkids kommt. Ist aber auch ein riesiges Ding, die Pizza…

Gleich in der ersten Runde kommt ein starker Gegner. Erwin erinnert sich mit Wonne an eine Partie, die man vor vier Wochen beim Amateurcup der Schachfreunde Berlin gespielt hat. Da hat das Schachkid im 9. Zug eine Fifur stehen gelassen und aufgegeben. Da hat der Gegner aber Glück, dass er nett ist. Sonst wäre das Schachkid jetzt sauer. Und nimmt sich heimlich vor, diesmal mindestens 10 Züge zu machen.

Es entwockelt sich ein Königsinder. Mit dieser Eröffnung hat das Schachkid sehr wechselvolle Erfahrungen gemacht. Heute läuft es, Erwin spielt nicht sehr aggressiv. Bolognan hält 5. … d5 nicht für sehr ambitioniert. 9. Lxf6 tauscht ohne Sinn den Läufer ab. Zumindest sieht das Schachkid keinen Sinn. Vo 13. Sd6 hatte das Schachkid etwas Angst, kommt aber nicht. 18. Dh4 findet das Schachkid stark. Plötzlich  drohen Drohungen am Königsflügel auf. Der weiße Springer wird jetzt aber erstmal über das Brett gejagt und macht keine gute Figur. 21. h4 ist etwas fraglich und nach 21. Se5 hhat der weiße Springer keine Felder mehr. Leider fällt das Schachkid in alte Muster zurück und denkt nicht nach. Statt 22. … Txd1 mit Springergewinn zu spielen, wird es nur  ein Mehrbauer, aber immerhin…

Erwin scheint nach einigen Zügen aber doch besser zu stehen. Zumidnest die d-Linie sieht stark aus. Und die schwarzen Türme können sich kaum bewegen. Das Schachkid versucht ein Läuferopfer und setzt auf Remis durch Dauerschach. Das kann Weiß kaum vermeiden. Ein Auftakt nach Maß. Das Schachkid ist zufrieden.

Der Superdave hat offenbar rasch viel abgetauscht und findet sich in einem zähen Turmendspiel wieder, was er stundenlang kneten muss. Aber erst schraubt er dem Gegner einen Bauern ab, dann noch einen Bauern. Endspiele scheint der Superdave zu können und gewinnt.

Kommende Woche wird es ganz schwer. Der Superdave muss gegen IM Ulf  von Hermann ran. Aber in Zehlendorf hat der Superdave ja schon FM Brustkern erledigt. Da muss sich der Superdave warm anziehen. Mit Martin Gebigke bekommt das Schachkid auch kein Leichtgewicht. Mal sehen…