Archiv für Juni 2018

10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island”

Lucky, der Schachwizard und das Schachkid haben sich aufgemacht, um in fernen Gefilden, auf Ischia, zu urlauben und Schach zu spielen.Im Laufe der Woche wird noch der Superdave nachkommen und moralische Unterstützung liefern.

Das 10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” scheint ein kleines überschaubares Turnier mit moderaten Schwierigkeitslevel zu sein. Man spielt eine A- oder eine B-Gruppe. Daneben gibt es noch ein kleines Schnellschach- und ein Blitzturnier. Wie die Turnierseite zeigt, verirren sich ein paar Titelträger ins A-Open. Wobei der einsame FM und die CMs doch sehr moderate Zahlen aufweisen. Da sollte der Schachwizard durchaus gute Chancen haben.

Der Lucky überlegt noch, ob er die Herausforderung im A-Turnier sucht oder doch lieber entspannt im B-Turnier Urlaub macht. Dort hätte er Siegesschancen, muss aber natürlich am Schachkid vorbei, dass immerhin auf Platz 8 gesetzt ist.

Das Turnier findet im Hotel „Villa Angela“ statt, eine durchaus schöne Anlage mit Pools und vielen Blumen. Leider liegt das Hotel direkt an der Hauptstraße, die mächtig lärmt. Kaum zu glauben, was für eine Rush Our es auf einer kleinen Insel geben kann.

Überhaupt der Verkehr, für ordnungsliebende Deutsche ein einziger Alptraum. Der Italiener fährt per se chaotisch, jedenfalls aus deutscher Sicht. Die Italiener haben bestimmt ein System. Man gibt Gas, egal wie eng die Straße ist. Ganz dem Klischee entsprechend sind Roller omnipräsent. Die natürlich links und rechts überholen. „Der Kopf muss gehen wie eine Rundumleuchte.“ hat der Fahrlehrer seinerzeit dem Schachkid gesagt. Das ist hier überlebenswichtig. Auf der Insel sind die Straßen eng. Mehr als 40 kann man faktisch nicht fahren. Busse hupen vor Kurven, um vor sich selbst zu warnen. Fährt man wie das Schachkid aus Versehen in eine Nebenstrasse, dazu noch mit einem breiten 1er BMW, wird es ganz spannend. Die Strasse reicht kaum für ein Auto, hat trotzdem Gegenverkehr und dazu noch einen 40 Grad steilen Anstieg.

Das Essen ist auch nicht so doll, aber man hat kurze Wege zum Spielgeschehen. Und die Leute des Hotels sind sehr freundlich und hilfsbereit.

Ischia ist mit 46 m2 die größte Insel im Golf von Neapel und hat einen eigenen Vulkan, den Mounte Epomeo mit einer Höhe von 789 m. Auf diesen ist man natürlich geich am dritten Tag raufgestiegen. Also raufgestiegen sind der Lucky und der Schachwizard. Das Schachkid hat mal wieder seine körperliche Fitness unter Beweis gestellt und hat sich langsam mit vielen Pausen hinauf bewegt, um oben halbtot das Gipfelrestaurant zu erstürmen.

Sonst bietet die Insel viel Natur und Thermen. Die Strände sind auf dem ersten Blick klein und sehr voll. Das Schachkid ist sich noch nicht ganz sicher, ob es die Insel gut findet oder nicht.

Das Hotel hat auch eine Leinwand und Fernseher und überträgt die Fussball-WM. Das Schachkid  guckt sonst nie Fussball, ist aber mit dem Schachwizard und Lucky solidarisch. Das Schachkid guckt das erste mal seit 10 Jahren Fussball und wird ausgerechnet Zeuge von der historischen WM-Pleite der Deutschen Nationalmannschaft. Das ist schade. Etwas Fussballfieber wäre das Sahnehäubchen auf dem Urlaub gewesen.

Das Schachkid hat sich noch kein rechtes Turnierziel überlegt. Keine Remis und eine Platzierung in den Top 10 wären aber ein adäquates Ziel.

24. Emanuel-Lasker-Gedenkturnier in Thyrow

Das Schachkid hat sich mit dem Tjarks zum 24. Emanuel-Lasker- Gedenkturnier in die schöne Kulturscheune nach Thyrow aufgemacht. Um 8.45 ist Anmeldeschluss. Man wird nicht pünktlich kommen. Erst kommt das Schachkid nicht daheim los. Ein Stück der Serie Colony musste noch unbedingt geschaut werden. Dann findet das Schachkid den Tjarks nicht. Der steht zwar am Straßenrand. Sowas übersieht das Schachkid gerne mal.

An der Hausnummer 39 befragt das Schachkid die Mutter des Tjarks nach dessen Verbleib. Die Frau bestreitet jegliche Kenntnis eines Sohnes und verweist auf zwei anwesende Hunde. Kurzer Check des Navis, falsches Haus.

Der Tjarks ist gefunden. Man versucht, die Turnierleitung zu erreichen. Die Ausschreibung ist fix runtergeladen. Aber der Tjarks muss erstmal 5 Minuten die Datei konvertieren. Hinweis für Turnierleiter – Ausschreibungen im PDF- Format kann man auch mobil lesen.

Es wird eine Handynummer gesucht. Gefunden wird eine Festnetznummer, wo aber keine verschreckte Ehefrau ran geht. Der Tjarks ruft aus Versehen ein Fax an. Das Schachkid fordert den Tjakrs auf, dem Turnierleiter ein Fax zu schicken, das man zu spät kommt. Nach kurzer Diskussion schickt man dem Turnierleiter eine E-Mail. Vielleicht hat er ja ein Smartphone bei. Zweiter Tipp für Turnierleiter – eine Handynummer in der Ausschreibung ist immer gut.

Das Wetter ist schön, die WM ist auch. In diesem Jahr sind nicht ganz so viele Spieler da wie in den letzten Jahren.  Aber dennoch ist es gut besetzt. Die Punkteausbeute dürfte heute eher dürftig werden.  Das Geburtshaus von Emanuel Lasker, was in Thyrow steht, konnte nicht gerettet werden und wird in Kürze abgerissen.

Die IT streikt, Chaos bei der Auslosung. Das Schachkid bewundert einen der beiden Laptops, das dem Aussehen nach schon einen gewissen historischen Wert hat. Krass, was vor Jahren noch unter mobilen arbeiten verstanden wurde. Aber die Turnierleitung gibt ihr bestes. Der moderne Laptop streikt. Das Laptop aus dem letzten Jahrtausend, 1999, rettet die Situation.

Erste Runde, das Schachkid ist überraschenderweise in der 1. Hälfte gesetzt. Der gegnerische Nachwuchs lässt die Dame stehen, spielt aber tapfer bist um Matt weiter. Der Tjarks legt erwartungsgemäß den Grabs jun. um.

Zweite Runde. Auslosungen sind manchmal komisch. Die Brüder Röhr müssen gegeneinander spielen. Das Schachkid hat es bis ans 6. Brett geschafft.  Der Gegner kämpft mit biologischen Waffen, hat offenbar schon länger nicht mehr geduscht und müffelt drei Meilen gegen den Wind. Das Schachkid überlegt kurz, gleich nach dem ersten Zug aufzugeben, leistet sich dann aber doch vorsichtshalber ein paar taktische Schnitzer. Der Arschlochvater vom Turnier letzte Woche in Schöneberg ist auch da, diesmal aber ohne Sohn.

Dritte Runde, Tjarks spielt gegen den Arschlochvater und erhält vom Schachkid den Auftrag, diesen umzuhauen. Das Schachkid spielt gegen einen netten Senior. Der kleine Röhr sitzt daneben. Man hat die gleiche Eröffnung auf dem Brett. Das Schachkid guckt aufs Nebenbrett und holt sich Anregungen. Der kleine Röhr macht Sf5, das Schachkid macht’s nach und gewinnt dadurch tatsächlich die Partie. Tjarks meldet unterdessen Vollzug.

Fast hätte das Schachkid nun in der vierten Runde gegen den Arschlochvater spielen müssen. Das Schicksal meint es besser. Mama Röhr muss am 7. Brett gegen ihn ran. Das Schachkid verspürt Hunger und zerlegt am 6. Brett die Nr. 8 des Turniers. Hunger macht aggressiv, wie des Schachkids Trainer zu sagen pflegt. Mama Röhr hat leider verloren. So wird das Schachkid wohl in der nächsten Runde den Arschlochvater kriegen.

Und so kommt es auch in der fünften Runde. „Ah stärker Mann“ kommentiert der Gegner und erinnert sich, dass das Schachkid letzte Woche seinen Sohn umgehauen hat. Er meint es wohl ironisch. Der Gegner runzelt bei jedem Zug die Stirn und schüttelt fassungslos den Kopf. Der „starke Mann“ gewinnt erstmal zwei Bauern. Das Schachkid schmeißt einen Bauern, der Arschlochvater drückt die Uhr und brüllt „Aufbauen“. Nun schmeißt er was um, baut aber nicht auf seine Zeit auf. Das Schachkid hat die Extrasekunden nicht nötig, vier Bauern sind ein beruhigendes Polster. Der Arschlochvater schmeißt nun den König unter den Tisch, das Schachkid weißt höflich auf die abgelaufene Uhr hin. Der Arschlochvater hat den König gefunden und schmeißt wütend die Figuren auf den Tisch. Anschließend belehrt er das Schachkid „dass es die Figuren auf eigene Zeit aufbaut. Das kannst Du Dir merken.“ Das Schachkid schweigt und genießt, draußen gratulierten Betriebschachler lautstark mit dem Hinweis „Der Olle hat immer Recht.“

Mittagspause – das Schachkid isst lieber etwas weniger. Sonst gibt es nach dem Essen keine Punkte mehr. Mit 4 aus 5 geht es am zweiten Brett gegen Christian Syre in die sechste Runde. Der Gegner hat eine 22xx und schiebt das Schachkid am Damenflügel im Königsinder musterhaft zusammen. Anschließend gibt er dem in seinen Grundfesten erschütterten Schachkid Eröffnungstipps. Der Tjarks zaubert am Nebenbrett gegen FM Schulze ein Remis. Er hatte perspektivischen Angriff. So geht das also.

4. Brett in der siebten Runde gegen den großen Röhr. Das Schachkid opfert einen Bauern, erhält aber nicht die erhoffte Initiative. Der Sportsfreund Röhr hat auch sonst den besseren taktischen Durchblick, während das Schachkid seine Dame ins Abseits stellt und diese nicht mehr den König beschützen kann. Der Tjarks remisiert sich taktisch am ersten Brett gegen die Starken, hier Syra, durch und macht derweil das Fußvolk um.

Achte Runde, wieder Königsinder. Das Schachkid greift diesmal lieber gleich am Damenflügen an und gewinnt prompt einen Bauern. Dann setzt das Schachkid aber nicht aktiv fort, was den Gegner zum Königsangriff ermuntert. Dieser schlägt auch voll durch. Zu passives Spiel und taktische Einsteller sind die Defizite, die viele Partien scheitern lassen.

Und nach dem Essen kam nichts mehr. Neunte Runde, endlich mal Schottisch. Das Schachkid greift ordnungsgemäß an und verbucht auch bald einen Bauern mehr sowie die bessere Stellung. Aber irgendwie hat das Schachkid dann einen Hänger. Nach Damentausch kann Schwarz plötzlich die Zentrumsbauern angreifen und Weiß steht doof da.

Wieder einmal ein sehr gemütliches Turnier in Thyrow, was das Schachkid aufgrund der schönen Lokalität und der lockeren Atmosphäre nur empfehlen kann. Zwei 2000er weggeputzt aber auch viel Unsinn gespielt. Da hat der Trainer noch was vor sich.

 

 

 

 

20. Offenes Schnellschachturnier bei Schachfreunde Berlin 1903

Die Schachfreunde Berlin haben zum Schnellschach geladen. Das Turnier ist Teil der Berliner Grand Prix Serie und entsprechend gut besetzt. Mit 17 Euro Startgeld aber auch recht happig. Weniger Preisgeld für wenige und weniger Startgeld für alle tun es vielleicht auch. Aber vielleicht kostet der Spielsaal auch viel Miete, man weiß es nicht.

Es ist gut besetzt, wenn auch die ganz Großen fehlen. Ansonsten sind die üblichen Berliner Verdächtigen da, die Schachfamilie Lagunow zum Beispiel, der übliche Nachwuchs, die üblichen Betriebsschachleute, und diverse Brandenburger… die Röhrs, sind zwar in Magdeburg angemeldet, aber trotzdem Potsdamer. Der umtriebige Tjarks, der immer stärker werdende Daniel aus Briesen und der unverwüstliche Möwisch. Letzterer suchte einen Geldautomaten, traf aber nur auf leichte Mädchen, die ihre Dienste anboten. Diese öffnen ihre Spardose wohl für Geld, aber nur zum Kassieren. Raus kommt da nix. Also kein Geldautomat gefunden. In der Gegend mangelt es so an einigen, wie sich später noch heraus stellen sollte.

Erste Runde, der 2000er sieht sich zu einem Dauerschach genötigt. Remis, schon liegt das Schachkid vor den beiden Briesenern Dave und Daniel, die beide eigentlich nur zugewandert sind. Das wird nicht lange so bleiben, diese natürliche Hackordnung nach der ersten Runde.

In der zweiten Runde erobert das Schachkid einen Bauern. Aber der Gegner schlägt gnadenlos zurück. Ein blöder Abtausch, und auf einmal hängen alle Bauern des Schachkids in der Luft. Schon liegen Doppel D aus Briesen vorne.

Dritte Runde gegen einen Hammel. Das mag das Schachkid gar nicht. Der Gegner kommt vier Minuten zu spät, zieht total hektisch, greift während der Partie über das Brett dahin, wo das Schachkid die geschlagenen Figuren lagert und greift sich die Dame. Völlig unnötig, da kein Freibauer weit und breit in Sicht ist. Dann ist er eher fertig mit Aufbauen als das Schachkid und rennt los, ohne mal wenigstens auf die Idee zu kommen, die Uhren zu stellen. Gut, das Schachkid hat eine Gabel übersehen, trotzdem fand es den Gegner sehr arrogant.

In der vierten Runde geht es gegen einen kleinen Lockenkopf. Der Kleine steht klar auf Gewinn, versiebt es in der Zeitnot aber.  Er bricht bitterlich in Tränen aus. Das Schachkid geht zum anwesenden Vater, ein recht starker Spieler im Betriebsschach. Reaktion des Vaters, er wolle nix vom Schachkid. Das Schachkid wendet ein, dass der Kleine bitterlich weine und des Trostes bedürfe. Der Vater dazu, das Schachkid habe vierzigmal breit gestanden und der Sohn solle weinen, er ginge nicht hin, das müsse der Sohn lernen und klarkommen. Das Ganze sagte der Vater in einer mehr als arroganten Art. Das Schachkid bedauert den kleinen Lockenkopf und kann nur sagen, dass der Vater als Vater und Mensch schlicht ein Arsch ist.

Zur fünften Runde muss man nicht viel sagen. Das Schachkid vergreift sich und spielt Stadt Caro-Kann sizilianisch. Damit kommt das Schachkid nicht klar, Bauer weg und Stellung weg. Sizilianisch ist ein einziger Irrweg.

Sechste Runde, das Schachkid übersieht eine Gabel. Schachfreund Tjarks hat einen Turm stehen lassen und hat keine Lust mehr. Das Schachkid hat auch keine Lust mehr. Nach kurzer Diskussion entscheidet man sich, dass man keine Lust mehr hat.

Siebte Runde, das Schachkid übersieht eine Gabel und hat nun erst recht keine Lust mehr. Draußen fängst es an zu regnen. Offenbar hat das Wetter auch keine Lust mehr. Dave spielt gegen Tjarks. Das Schachkid ist zu faul zum Gucken, vermutet aber anhand der letzten bekannten Stellung, dass der Tjarks gleich noch weniger Lust hat. Es wird dann aber doch Remis. Matt mit Springer und Läufer kann der Gegner nicht. Kriegt man aber auch selten aufs Brett.

Achte Runde, Tjarks ist schon fertig. Das Schachkid bietet eilig Remis. Der Gegner sieht aus wie Dr. Alban, will es wissen, das Schachkid stellt folgsam die Dame ein.

Tjarks und das Schachkid gehen ein Eis suchen. Vor der Tür kann man sich einen blasen lasen, im Umkreis in acht Läden einen Döner essen, aber kein Eis. Verfickte Gegend.

9. Runde, das Schachkid kriegt einen Freipunkt. Die Zeit wird genutzt, um im 800m entfernten Späti Eis zu kaufen. Immerhin, die Entfernung schafft das Schachkid in rasanten 6 Minuten.

Zurück angekommen spielt der Dave irgendwas, das Schachkid hat es einfach nicht mitbekommen. Immerhin musste ein Eis gegessen werden.

Heute lief gar nix. Entweder war es zu warm. Oder zwei Schnellschachturniere am Wochenende sind ein bisschen viel. Bei den Schachfreunden Berlin kann man sich die desolaten Ergebnisse ansehen. Die Häufigkeit der Kraftausdrücke ist, das sei gesagt, ausschließlich dem Wetter geschuldet.

12. Senioren-Freizeit-Cup des SV „Glück auf“ Rüdersdorf e.V.

Das Schachkid ist beim Rüdersdorfer Seniorencup unterwegs. Das Schachkid ist aber keineswegs schon so alt, sondern es dürfen auch jüngere Leute mitspielen. Das schöne Kulturhaus, erbaut im klassischen sozialistischen Spiel, hat wieder offen. Es war aus Brandschutzgründen geschlossen.

Der umtriebige Jörg Zähler hat unzählige Pokale und ein Buffet aufgefahren. Gerade kommen die Bockwürste. Da fühlt man sich gleich wohl, auch wenn das Schachkid auf Diät ist. Das Schachkid hat sich vorgenommen, heute Eröffnungen mitzuschreiben, um sei Repertoire zu schärfen. Aber eigentlich sollte heute ein Platz auf den Treppchen oder der Turniersieg möglich sein. Außer den Berufsschullehrer Fitzke aus Berlin hat das Schachkid noch keine bekannte ernstzunehmende Konkurrenz entdeckt.

Das Schachkid spielt gegen die kleine Viktoria. Jörg Zähler gibt die Maxime „Denken, Ziehen, Drücken“ aus. Das macht das Schachkid nicht, sondern lässt gleich im 12. Zug die Dame stehen und übersieht dann noch eine Gabel. Das Schachkid gibt sogleich auf. Die Gegnerin glaubt an einen Scherz und kann kaum fassen, dass sie gewonnen hat. Jörg Zähler kann es auch nicht fassen und ergänzt das Buffet um saure Gurken für die Verlierer. Jetzt wird es aber schon eng mit dem Turniersieg.

Dafür Plausch am Pausentisch. Ein Postcrossingexperte sitzt am Tisch, man tauscht sich aus. Bei Postcrossing kann man Postkarten in die Welt senden und empfangen.

In der zweiten Runde hat das Schachkid schon wieder Schwarz. Diese Auslosung ist sehr merkwürdig. Der Gegner reicht dem Schachkid bis zum Bauchnabel. Was ihn nicht davon abhält, gleich im fünften Zug matt zu drohen. Von der letzten Partie noch alarmiert, merkt es das Schachkid diesmal und gewinnt. Im Foyer probt eine Ansammlung von Kindern und Teenagern ABBA und brüllt lauthals Mammamia.

Viktoria aus der ersten Runde nutzt die Pause, um das Schachkid und den Berufsschullehrer ausführlich zu interviewen. Schuhgröße und Lieblingsfarbe, das Mädchen ist wissbegierig und wird bestimmt mal Journalistin.

In der dritten Runde kommt die einige Dame des Turniers dem Schachkid vor die Flinte. Die restliche holde Weiblichkeit muss erst noch eine Dame werden. Es wird ein schnelles Matt mit zwei Läufern, ausgesprochen hübsch.

Vierte Runde, die Gegner werden wieder kleiner, Brett 1 dafür hoffentlich näher. Nach diesen Punkt dürfte es aufwärts gehen. Ein Spieler bricht das Turnier ab, da er arbeiten muss, bleibt aber in der Wertung. Das versteht das Schachkid nicht, warum man ein Turnier spielt, wenn man weiß, dass man es nicht beenden kann. Das ist für die anderen Spieler nicht schön.

Ein siebenjähriger informiert derweil das Schachkid, dass es nur einen Weg gäbe, geschlagene Figuren zu retten. Das Schachkid fragt interessiert nach. Der Bauernzauberzug sei das Mittel der Wahl!

Fünfte Runde, das Schachkid spielt gegen einen langhaarigen Menschen und gewinnt einen Bauern. Der Gegner fragt entgeistert, ob er einen stehen gelassen hat. Danach opfert er völlig sinnlos einen Läufer. Das Schachkid hält mit und stellt einen Turm ein. Nach dem sich der Schlachtennebel verzogen hat, einigt man sich vorsichtshalber auf Remis. Das wars mit Platz 1. Die nun dritte Bockwurst macht die Lage nicht besser.

Die sechste Runde gegen einen Senior läuft wieder besser. Die Läufer auf g7 sind tückisch und schnappen sich gerne Türme gerne auf a1. Der König kommt hinzu. Keine gute Idee, mit dem König anzugreifen. Das Schachkid tauscht ab und lässt schon wieder einen Turm stehen. Gott sei Dank entscheidet die Uhr zugunsten des Schachkids.

In der letzten Runde sitzt das Schachkid etwas überraschend dem Favoriten gegenüber. Dieser hat beeindruckende sechs aus sechs. Das Schachkid ist hochmotiviert, keine sieben aus sieben zuzulassen, was der Berufsschullehrer am Nebenbrett begrüßt. Hat dieser doch auch noch Siegesschancen. Der Gegner kann kein Schottisch. Er bekommt einen Doppelbauern verpasst, der sich noch als anfällig erweist. Bauern mehr, Dame mehr und aus die Maus. Der Berufschullehrer am Nebenbrett jubelt, hat aber vermutlich die schlechtere Buchholz und gewinnt am Ende doch das Turnier.

Ein schönes Turnier mi hohen Spaßfaktor. Beim SV Rüdersdorf gibt es mehr Informationen.